Home   nächste Seite

A Fine Frenzy


Wikipedia: A Fine Frenzy (* 23. Dezember 1984 in Seattle, Washington; eigentlich Alison Sudol, früher auch Alison Monro) ist eine US-amerikanische Sängerin und Pianistin.

Sonntag, 18.07.2010 / Samstag 09.10.2010 / Donnerstag 05.05.2011 / Samstag 07.05.2011

Ihre Alben

(1) "one cell in the sea"
(2) "Bomb in a birdcage"

Ich mag ihre Musik, den Gesang und das Klavierspiel.  Es sind Teile dabei, die mich ganz direkt ansprechen: Almost lover, Rangers, Near to you, Elements, Stood up, the Beacon ...

Es ist ein emotionaler Austausch, auch wenn er etwas einseitig stattfindet.

Also eine Sängerin, die ich direkt durch das Hören lieb gewonnen habe.
"Almost lover". Ein Lied, das ich einfach nicht überhören konnte (Radio). "Lost things", Emotionalität, die mich direkt getroffen hat.

Lieder

Die englischen Texte sind nicht immer so einfach zu lesen. Manche Inhalte empfinde ich als sehr tiefsinnig, bei anderen kann ich es nicht so genau einschätzen. Es sind wahrscheinlich auch Wortspielereien dabei. Immerhin beschäftige ich mich nach fast einem Jahr noch immer damit :-)). Damit gehört sie für mich zu den zeitlosen Sängerinnen, die ich immer wieder gerne höre.

Meine eigenen Kommentare habe ich kursiv eingefügt. Übersetzungen sind in << >> eingefügt.

One cell in the sea, sie sucht die Gemeinsamkeit hinter den verschiedenen Lebensformen. Obwohl wir alle so unterschiedlich aussehen, haben wir doch einen gemeinsamen Ursprung.

Almost lover: Die Geschichte einer unglücklichen Liebe. "Almost", beinahe, aber nicht ganz. Er tut ihr weh.

Das Lied erzählt von Bildern, die er niemals wieder vergessen wird. Aber was sind Bilder, wenn ihre Liebe davongeht.
Die Akkorde sind nicht sehr kompliziert, aber einfühlsam. Ein bisschen geben sie auch die Intuition wieder, die ich bei meinen eigenen Klavierübungen empfinde. Der Gesang ist weitaus schwieriger nachzuvollziehen (Notenmäßig).

Rangers, sie werden gejagt und müssen sich verstecken, und sie hoffen dabei, dass sie niemals gefunden werden.
Das Lied ist mystisch aufgebaut: << melancholische Phantome blicken auf unsere Haut, vergifte Äpfel fallen mit dem Wind, höre das Seufzen der Bäume, diejenigen, die hier eindringen, werden es niemals wieder verlassen ... >> ("melancholy phantoms eye our skin ...").

Hope for the hopeless, das Lied beschäftigt sich mit denen, die die Hoffnung verloren haben. Es will ihnen Hoffnung geben.

Beide Lieder haben mich in meiner Fantasie-Geschichte insperiert (Arianne), das Resultat ist Sensity.
Sensity, das hyper-transzendente kosmische Wesen, das für die Gejagten und Hoffnungslosen da ist. Sensity ist  nicht schwach und vernachlässigbar, sie ist eine mächtige kosmische Wesenheit, ohne die das Leben nicht auskommen kann.

Almost lover, Near to you. Ich empfinde die Lieder als sehr ausdrucksstark in den Gefühlen, die sie vermitteln. Traurigkeit, die nicht depressiv macht. Da ich weiß, was eine unglückliche Liebe ist, kann ich mich sehr gut dort hineinfühlen.

Near to you scheint aus ihrer Sicht von 2 verschiedenen Personen zu handeln. Mit der einen hat sie sehr schöne Dinge erlebt, aber sie ließ ihn gehen, denn sie glaubte nicht daran, dass er sie jemals wiederlieben würde. Den Kummer, den sie dadurch erleiden muss, er ist etwas, das man niemals erfahren sollte.

Die andere Person, sie heilt ihre Verletzungen, aber es dauert so lange. Sie weiß, dass es ihr gut mit ihm geht und sie bittet ihn, bei ihr zu bleiben. Aber der Kummer, er muss erst überwunden werden.

Das kann sehr schwierig sein. Manchmal stehen die Menschen vor der Pforte des Himmels und sie sterben dort, bevor sie eintreten können.

Stood up
, ein kleines bisschen Revolution, erst sind sie nur zwei, aber es werden immer mehr. Sie haben keine Angst mehr davor ihre Stimme zu erheben.
<< Stahl und Beton brechen unter dem ständigen Ansturm der Wellen furchtloser Hoffnung und Grazie. In Liebenswürdigkeit liegt Stärke. >>

Elements, << sie starb an dem Tag, als er verschwand, und nun kann er nicht hereinkommen. Eine Geschichte, die so tief ist, dass es weh tut sie zu sehen. Sie fürchtet die Elemente nicht, aber sie fällt auseinander, wenn sie ihn sieht >>.

The beacon, "that single solitary guide, it must get lonely there sometimes". Meine Interpretation: der einsame Pfad, er muss manchmal alleine gegangen werden. Vielleicht nicht richtig übersetzt, aber die Interpretation gefällt mir. Und eine weitere Interpretation: << Du warst ein vergessenes Kind. Lektionen der Liebe blieben ungelehrt. Nun kann keine Umarmung die Eine ganz ersetzen, die dich niemals gefunden hat >>

Es gibt ein schönes Video, "Lost things" (Angela Kohler), das Alison musikalisch gestaltet. Sie spielt dabei auch mit. Ein Fantasie-Video. Das Video und vor allem auch die Musik hat mich so beeindruckt, dass ich anschließend gleich ihre beiden Alben gekauft habe. Und ich bin kein bisschen enttäuscht :-)).

Wikipedia identifiziert ihren Stil als "alternative" und "indierock" mit Einflüssen klassischer Musik und Jazz.
So ganz unbekannt ist mir diese Klassifizierung nicht, aber so genau kann ich das nicht einordnen.

Einflüsse klassischer Musik gibt es durch das Klavierspiel. Sie ist ja auch Pianistin. Im Booklet steht sie für "vocal" und "piano". Die Akkorde sind nach meinem Empfinden an Popmusik orientiert. Einige Teile integrieren klassische Musik ("Lifesize", "The minnow and the trout" ...). Einflüsse von Jazz kann ich nicht so leicht nachempfinden, weil ich eher "poplastig" bin.  Die Musik wirkt insgesamt sehr raumfüllend, ihre Stimme dominiert oft die Musik. Es gibt einige sanfte Teile, in denen sie sich nur auf dem Klavier begleitet ("Almost lover"), und es gibt Teile mit "einfacher" Gitarrenbegleitung ("Whisper").

Ich mag ihre Stimme sehr gerne. Ein bisschen Weiblichkeit in meinem Leben, die mir etwas mitteilt :-)).
Es ist keine aggressive Musik. Ein bisschen muss die Stimmung dazu passen.

Sie ist weiterhin eine meiner Top Favoritinnen. Schade, dass sie momentan keine Konzerte in Deutschland gibt. Bei ihrem letzten Konzert in München wusste ich noch nicht, dass ich ein Fan bin. Verpasst :-((.

Ihre Lieder beschäftigen mich. Ich bin emotional sehr dort drin. Momentan empfinde ich sie als eine der besten Songschreiberinnen, die ich kenne. Es ist auch die Musik, ihre Stimme, sie ist faszinierend ohne dabei eine Popgöttin zu sein. Sie bietet Stärke in der Sensibilität. Vielleicht suche ich gerade das in der Musik, denn ansonsten, manchmal komme ich mir völlig reduziert vor, als wäre ich nur eine Freßzelle. Eine von abermilliarden, die die Evolution hervorgebracht hat. Die Lieder vermitteln etwas anderes. Sie sind auch nicht an alltäglichen Notwendigkeiten orientiert, sie reflektieren über Gefühle, die sich behaupten wollen. Der erwachende Geist, "spirit raising". Das geschieht nicht nur in der Wissenschaft, ich denke wir brauchen das Gefühl dazu. Gefunden habe ich es auch bei Heather Nova, Lissie, Amy MacDonald.

nächste Seite =>