HAIR in Fulda <<Home>> English Version

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Fulda 28.12.2009, Orangerie, Hotel Maritim

The Island Musical Theatre

Die Veranstaltung war in Englisch. Sie beinhaltete einige "Neuerungen" gegenüber dem klassischen Schauspiel, die ich im Detail allerdings noch nicht analysiert habe. Als Unterstützung gab es eine Videoleinwand, auf der u.a. fallende Bomben und bekannte Kriegsbilder gezeigt wurden. Aus meiner Sicht waren die SchauspielerInnen sichtlich darum bemüht, die Zuschauer zu begeistern und haben sie zum Teil in das Geschehen mit einbezogen. Musik, Gesang und Schauspiel haben mir sehr gut gefallen :-). Schöne lange Haare gab es auch zu sehen :-)).

Es gab einige Szenen, die mich emotional sehr bewegt haben, z.B. die Szene, als "the flesh failure" gesungen wurde, vor dem Grabstein von Berger.

"Hashish" fand ich sehr gut gelungen, die Art, wie Zärtlichkeit und Erotik durch Bewegungen ausgedrückt wurde. Oder "I believe in love", für mich melodisch eines der schönsten Stücke von HAIR.

HAIR wirkte interaktiv. 2 Zuschauerinnen wurden temporär mit auf die Bühne geholt und saßen dann inmitten des Geschehens. Am Anfang zogen demonstrierende Schauspieler durch das Publikum. Sehr populäre Friedenslieder wurden gesungen, wenn ich mich recht erinnere u.a. "Imagine" von John Lennon. HAIR wurde um einige Teile ergänzt, die ich noch nicht völlig erfasst habe, aber dies war ja auch nicht mein letzter Besuch der Deutschlandtournee.

"Let the sunshine in" wurde von "the flesh failure" gesplittet, dazwischen gab es noch "easy to be hard".

Schöne lange Haare gab es zu sehen, bei einigen der Schauspielerinnen, maximal bis hüftlänge.

Nacktszenen gab es auch, vor allem bei Männern (I believe in love). Nicht übertrieben, dem Wesen des Stückes angemessen.

Da alles in Englisch stattfand, habe ich von Texten zwischen den Stücken so manches nicht verstanden. Leider. Aber das ändert sich bei mir wohl nicht mehr, in diesem Leben. Allerdings so sehr viel wird mir dabei auch nicht verlorengegangen sein, da ich das Stück in seinen Teilen schon ziemlich umfassend analysiert habe, und da es sich  im Wesentlichen an die Vorlagen hielt. So lag der Schwerpunkt für mich diesmal bei der Wahrnehmung der Musik, der Bewegungen und Berührungen der SchauspielerInnen.

Standing ovations gab es am Schluss, zunächst ein bisschen zögernd, dann aber doch sehr euphorisch. Ende war gegen 22:10, mit einer 20 minütigen Pause. Beginn, na ja einen klar definierten Beginn gab es nicht, da die SchaupielerInnnen so ab viertel vor acht zur Begrüßung durch das Publikum zogen. Sie versuchten den Geist der Antikriegsdemonstrationen rüberzubringen, ausgestattet mit Schildern, auf denen für den Frieden demonstriert wurde. Ob das gelungen ist? Ich selbst hatte ein bisschen Probleme damit, so einfach darin aufzugehen. Vielleicht deswegen, weil ich früher nicht mitdemonstriert habe. Wie denn auch? In der Provinz, weit ab vom Schuss, noch in der Schule. Es fällt mir aber auch schwer, Animationen, die zum Mitmachen anregen wollen, mitzumachen. Warum? Ich weiß es nicht, das ist wohl mein Problem.

Während des Stückes ändert sich diese Einstellung ganz gewaltig. Zum Schluss fühlte ich mich dann doch als Teil des Ganzen.

Insgesamt bin ich mit dem Abend sehr zufrieden und ich werde ihn noch mindestens 2 mal wiederholen.

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