HAIR in Halberstadt

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HAIR am 27.12.03 in Halberstadt, Theater Halberstadt, Grosses Haus.   

Ich hoffe, dass alle hier von mir beschriebenen Details korrekt wiedergeben wurden. Es könnte sich der eine oder andere Fehler eingeschlichen haben, da die Vorführung sehr komplex ist. Die Vorführung war in Deutsch. Einige Lieder wurden in Englisch gesungen  (die sich schlecht übersetzen lassen, wie z.B. "electric blues"). Den "Wassermann" gab es sowohl in Deutsch als auch in Englisch.

Das Theater war voll besetzt, ich konnte keine leeren Plätze mehr entdecken (ich saß in der 5. Reihe, Platz 11). Es gab minutenlangen stürmischen Applaus, einige Zugaben und teilweise "Standing Ovations".

Das Publikum war ähnlich zusammengesetzt wie am Deutschen Theater in München


Die nachfolgende Beschreibung erfasst nicht alle Details, im wesentlichen beschränke ich mich auf die Unterschiede zu der Interpretation von Wolfgang Bocksch am Deutschen Theater in München. Der textuelle Inhalt der Lieder war identisch, die deutsche Übersetzung zum Teil an den Texten der Deutschen Originalaufnahme angelehnt, es gab aber auch Unterschiede.

Die Veranstaltung unterscheidet sich in vielen Details von der Aufführung am Deutschen Theater in München, aber ich möchte hier keine Bewertung von "besser" oder "schlechter" vornehmen. Beide Interpretationen haben ihren besonderen Charm, und ich mag sie beide.

Ich besuche HAIR, weil ich daran partizipieren möchte, und ich liebe die Dynamik und die Lebensfreude, die sich darin ausdrückt.

Und ich mag die Musik und die Texte.

Für mich hat sich der Besuch in Halberstadt gelohnt, ich möchte diese Erlebnisse nicht missen, und ich habe den Wunsch, es dort noch einmal zu sehen.


In Halberstadt waren um die 40 Akteure auf der Bühne, hinzu kommen die 4 Mitglieder der Band.

Die Handlung findet vor der Band statt, es ist ein bisschen wie ein Rockkonzert, nur dass zwischen Zuschauern und Band noch Platz für die Handlung von Hair vorhanden ist, und an zentraler Position befindet sich ein Baum.

Die Bühne ist auf der rechten Seite durch einen Drahtzaun begrenzt, hinter dem ein großes Kreuz sichtbar wird (es könnte einen Friedhof symbolisieren).

Zu Beginn trauert dort Sheila mit einer Rose um Berger.

Die Handlung beginnt dann mit dem Wassermann.

Der erste Teil der Vorführung vermittelte mir einen sehr positiven Eindruck von all der Emotionalität, die durch die Hippie-Kommune erlebt wird.  Die Konflikte mit der vorhergehenden Generation behandelten den  Zwang, sich irgendwie einordnen zu müssen (zu sollen),  und den Wunsch nach Freiheit. Die Rollen der Erwachsenen wurden von den Mitgliedern der Hippie-Kommune gespielt.

Es gab keine Nacktszenen mit Frauen, etwas, dass der Aufführung nicht geschadet hat. Nur zwei halbnackte Männer in Unterhosen, die das Lied "black boys" besangen.

Es wurden Informationen über den Vietnamkrieg vermittelt, die 1968 noch nicht bekannt waren.

Im zweiten Teil wurde das "Einbezogen sein" in Kriegszenarien gespielt. Dabei traten George Washington und ein überdimensionaler Abraham Lincoln (auf Stelzen) auf (die amerikanische Flagge schwenkend). Eine andere Person symbolisierte die amerikanische Freiheitsstatue.

Das Geräusch von Schüssen peitschte durch das Theater und es gab viele Tote. Eine junge Frau begrüßte freudig einen "herniederschwebenden" Soldaten, der betrachtete sie nur als Zielobjekt, dass er abschiessen konnte, und er tat es.

Viele Einzelheiten sind mir nicht mehr gegenwärtig, so dass ich an dieser Stelle mit der Beschreibung enden möchte.

Am Ende erkennt Sheila das Berger tot ist und zittert am ganzen Körper, meiner Meinung nach eine sehr gute, überzeugende  schauspielerische Leistung. Es folgt der Übergang in das Deutsche Finale.


Inszenierung 
Kay Metzger 

Musikalische Leitung 
Janghoon Cho 

Choreographie 
Richard Lowe 

Ausstattung 
Petra Mollérus

Band 
Yucca Spiders   :-)

Berger : Ingo Wasikowski 
Claude : Markus Bölling 
Woof  : Thorsten Köhler 
Hud : Ricky Watson 
Paul : Markus Kammermeier 
Jeffrey : Jan Mollérus 
Mike : Gabriel Zurbriggen 
Ronny : Oliver Losehand 
Steve : Burkhard Wein 
Sheila : Sarah Becker
Jeanie : Maria Vrijdaghs 
Crissy : Christina Kraft 
Eine Frau : Kerstin Klinder

+ viele nicht namentlich erwähnte Beteiligte




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