HAIR in München <<Home>> English Version

München, 26.04.2010, Zirkus Krone

The Island Musical Theatre

Heute hatte es mich wieder an einigen Stellen gepackt. Diesmal waren es insbesondere die Lieder "Hair", "The Flesh Failure". Es ist dann irgendwie so, als würde mich der Geist des Stückes streifen und ich fühle mich mitten drin. Ein paar Endomorphine sind bestimmt auch dabei.

Von Reihe 6 aus klappt es auch ganz gut, das sich drin fühlen.

Wenn eine Aufführung dies leistet, bin ich mehr als zufrieden. Es ist dann fast so, als würde meine zweidimensionale Existenz Tiefe bekommen.
Meistens drückt das auch ein wenig auf die Tränendrüse. Nicht so toll ist das Brennen in den Augen.

So bewegt HAIR schon einiges in mir.

Ich mag diese Gruppe sehr gerne.

Einige Fehler aus vergangenen Reviews kann ich korrigieren:
- Berger hatte seine Haare unter der Mütze versteckt, als er Claude beim Militär besuchte.
- Das Blut, das das Bild von Sheila nach und nach verdeckte, war doch farbig.
- Der Mann vor dem Bild, der seine Hände betrachtete, war Claude.

Manche Szenen empfand ich durchaus als aggressiv, aber eine neutrale Form der Aggressivität, die keine unmittelbare Reaktion auslöst. Man fühlt sich dadurch nicht "angemacht.".
Es drückte eher emotionale Stärke aus.

Es gab musikalische Elemente, die ich in die Historie von Hair nicht einordnen kann. Nun ja, von vielen Dingen verstehe ich eben leider nur einen Teil.

Manche der Zuschauerinnen waren im Hippie-Stil "zurechtgemacht". Lange offene Haare, Stirnbänder. Mir hat es gefallen :-)).

Zum Schluss wurde eine Extra-Zugabe herbeigeklatscht. Die meisten Zuschauer standen bei den Zugaben und klatschten mit oder bewegten die Arme. Ich weiß nur nicht, warum ich dabei zuerst immer in einen Gegenrythmus komme?

Voll wars, im Zirkus Krone, und das auch bis zum Ende der Veranstaltung. Schluss war so gegen 22:10.

Die HAIR Erfahrungen sind wichtig für mich. Ich werde wohl auch in Zukunft nicht darauf verzichten.

Einige zusätzliche Beobachtungen (EDIT: 29.04.2010)

Good Morning Starshine (guten Morgen Sternenlicht)

Während des Liedes: Wiedersehen von Claude mit der Hippie-Tribe. Das letzte mal, dass (fast) alle glücklich beisammen sind. Treffen von Berger und Claude auf dem Militärstützpunkt.

Berger will temporär Claude's Platz einnehmen, aber nun gibt es Alarm, "next stop is Vietnam".

Einige der Soldaten schienen richtig glücklich zu sein, dass es "endlich losging". Berger muss mitmarschieren, in den Krieg.

Ain't got no (bekam nicht)

Diese Lied ist ziemlich komplex, mehrstimmig gesungen, parallel ablaufende Textteile. Ich fand es sehr gut gelungen.

I got life (ich lebe)

Ein Lied über die Schönheit des Lebens, insbesondere über die Schönheit des menschlichen Körpers. Am Ende stand Berger splitternackt auf der Bühne.

Easy to be hard (es ist einfach hart zu sein)

Das Lied zwischen "The flesh failure" and "let the sunshine in".

Where do I go (wo gehe ich hin)

Verabschiedung: Claude von der Tribe. Die Gruppe mit dem Rücken zu den Zuschauern. Claude geht langsam durch die Reihen.  Zärtliche Berührungen.

Er kann sich seinen staatsbürgerlichen Verpflichtungen nicht entziehen.

Es ist aber auch schwierig, dies zu tun. 10000 Dollar Strafe oder Jahre im Knast.