HAIR in Nürnberg

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Nürnberg 15.03.06

Es gab einige Modifikationen im Ablauf der Handlungen und auch bei der Zuordnung von Liedern zu Personen.
"Frank Mills" wurde z.B. von einem Mann gesungen (Woof). "Kollektive Nacktszenen" beschränkten sich auf die Männer.
"Walking in Space" kam schon sehr früh an die Reihe (Lied Nr. 10). Insgesamt wurden 30 Lieder gesungen.
Neu für mich waren "Hippie Life" und "Dead End". Vielleicht habe ich diese Lieder bei anderen Veranstaltungen auch übersehen.

Gefallen hat mir vor allem "Hippie life" und "How dare they try". "Aquarius" und "I believe in love" lösten keine Begeisterung in mir aus, die beiden Lieder fand ich bei anderen Veranstaltungen besser. Vielleicht lag das aber auch an meinem akustisch etwas ungünstig gelegenem Sitzplatz (etwa 5 m vom großen linken Lautsprecher entfernt, 3. Reihe).

"Good Morning Starshine" und "The flesh failure / Let the sunhsine in" haben mir dafür wieder sehr gut gefallen.
Die Darstellung von Stillstand und Tod fand ich sehr gut gelungen, nicht ohne eine gewissen emotionale Berührung, gerade in dem Augenblick, als weiße Kreuze plötzlich im Bild auftauchten, für jeden der gestorbenen Darsteller eins.
Die musikalische Untermalung zu dieser Szene fand ich fast genial.

An Kriegsszenarien (Kampfszenen) kann ich mich nicht erinnern. Gezeigt wurde die Transformation der männlichen Darsteller in uniformierte Soldaten. Die Darsteller erhoben die Hand zum kollektiven militärischen Gruß und sackten dann nach und nach tot zusammen. "What a piece of work is man" and "Easy to be hard" untermalten das Sterben.

Das Publikum war sehr unterschiedlich zusammengesetzt. Zuschauer aus mehreren Generationen waren vertreten, "Langhaarige" waren im Publikum eher selten zu finden.

Ein bisschen Probleme hatte ich mit der Nähe zum Lautsprecher. Der Stereoeffekt ging fast völlig verloren, die Musik kam fast ausschließlich von Links. Manche Lieder ertönten dabei ziemlich schrill. Gut war allerdings die Sicht aus der dritten Reihe. Erkennbar war von hier das durchaus erfolgreiche Bemühen der Darsteller, gute Laune zu verbreiten. Diese gute Laune war beim Publikum vorhanden, vor, während und nach der Veranstaltung (soweit ich das überblicken konnte).

Allerdings empfand ich den Beifall und die Interaktion des Publikums mit den Schauspielern als nicht so enthusiastisch wie z.B. in Halberstadt und zum Teil auch am Deutschen Theater in München. Das kann auch ein bisschen an mir liegen, wenn ich zwischen zwei Arbeitstagen Entspannung suche ...

Gut fand ich die Integration der Band in das Bühnenbild, die Musiker wurden nicht versteckt, wie bei manch anderen Veranstaltungen.

Insgesamt war es aber recht schwierig, die Handlung differenziert zu verfolgen. Es konnte leicht der Eindruck eines großen Durcheinanders entstehen, und ich fand die Darstellung zum Teil ziemlich abstrakt.

Das Programmheft bringt einige Einsichten in die Intention des Regisseurs. Vor allem enthält es endlich einmal einen Großteil der Texte und mit 5 Euro war es durchaus erschwinglich.

Um diese Interpretation von Hair zu verstehen, muß ich es noch einmal sehen, wozu ich auch durchaus motiviert bin :-)

Vielleicht zu einer Zeit, wenn ich Urlaub habe, dann kann ich mich auch viel besser darauf einstellen.

Die ganze Handlung und alle Lieder wurden in Englisch vorgetragen. Einen Teil davon verstehe ich inzwischen schon ganz gut :-), aber es ist trotzdem schwierig, ein derartig komplexes Bühnenwerk richtig einzuordnen. Es waren etwa 40 Aktive an der Veranstaltung beteiligt.