HAIR in Plauen

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Plauen, 25.06.2016

Sowohl der Text zwischen den Liedern, als auch die Lieder selbst, wurden in deutsch vorgetragen.
Eigentlich hätte das Musical auch Haare heißen können, so wie bei der deutschen Erstaufführung.

Mir persönlich hat das gefallen, mit der englischen Sprache habe ich so meine Probleme und HAIR ist an manchen Stellen ziemlich kompliziert.

Es waren viele Mitwirkende auf der Bühne. Wie viele genau, weiß ich nicht. Ich schätze, es waren so um die 40. Hinzu kamen noch die Mitglieder der Band, die im Hintergrund des Bühnenbildes agierten.

Der Eintrittspreis war mit 37 Euro recht günstig. Ich hatte auch frühzeitig gebucht.
Die Überdachung des Parktheaters hat sich bewährt. Gegen Ende der Vorführung begann es zu regnen.

Es gab einige Modifikationen hinsichtlich der Kriegsszenarien. Dabei wurden aktuelle Bezüge hergestellt.
Der Lärm dabei schuf ein optisch akustisch glaubwürdiges Bild eines Schlachtfeldes.

Nach Electric Blues gab es keine Detonation der Atombombe, wie ich sie von anderen Veranstaltungen her kenne.

Aus dem Plakat mit Mick Jagger wurde eins mit David Bowie.

Die Hippies verkörperten zum Teil Eindrücke aus anderen Jugendkulturen. Es gab eine Referenz auf Prince, Purple Rain.
Nacktheit wurde weitgehend ausgespart, es gab nur einen entblösten Oberkörper von Claude zu sehen.

Als stärkstes Szenario empfand ich das Finale.

Schöne lange Haare gab es bei einigen Frauen zu sehen, und auch einige langhaarige Männer waren dabei.

Die Musik war relativ leise, vielleicht ein Zugeständnis an die vielen älteren Menschen im Publikum?
Das Publikum spendete am Ende enthusiastischen Beifall und es gab Standing Ovations.

Ich saß in der ersten Reihe und war den Schauspielern noch nie so nahe gekommen. Bewegungen im Takt der Musik führten bei mir teilweise dazu, dass ich mich beinahe als mitten drin empfand.

Am Ende trank ich noch ein Bier und verlor den Anschluss an die heimkehrende Menge. So fand ich mich dann mit einem mal ganz allein im dunklen Park wieder ... aber ich fand auch wieder hinaus.

Ein wenig hatte ich das Gefühl, das war vielleicht das letzte HAIR, das ich besucht habe. Ich falle irgendwie dort raus.

Ich konnte mich nicht mehr so richtig hinein fallen lassen. Im Grunde war mir ja auch alles wohlbekannt. Die freundlichen Gesichter der Schauspieler ... um Freude zu verbreiten. Ich kann die Ernsthaftigkeit im Hintergrund nicht verdrängen. Es war Protest, Revolte, für mich auch der Kampf um lange Haare. Es hat mein Leben geprägt wie kein anderes kuturelles Ereignis.

So im nach hinein empfinde ich die Veranstaltung immer positiver, je mehr Zeit vergeht.