HAIR in Zuerich <<Home>>

Die Veranstaltung in Zürich hat mir sehr gut gefallen (Sa 27.03.04). Die Musik hatte eine Menge Rockelemente in sich, insbesondere wurden Ausschnitte der Musik von Jimmi Hendrix gespielt. Insgesamt war die Handlung sehr komplex, bei etwa 30 Mitwirkenden. Alles wirkte auf eine schöne Weise bunt.

Die Musik wirkte an einigen Stellen etwas schrill (vielleicht ein bisschen zu laut, aber das mag subjektiv unterschiedlich wahrgenommen werden, ich bin ja auch nicht mehr der Jüngste), aber insgesamt von guter Qualität.

Das Stück wurde in englischer Sprache aufgeführt.

Einige Teile waren mir aus bisherigen Hairveranstaltungen nicht bekannt, z.B. dass eine Frau an einer Leine wie ein Hund herumgeführt wurde, und dass eine Darstellerin mit ihren Haaren Schuhe putzen mußte. Meine persönliche Meinung: na ja.
Ich denke, HAIR braucht das nicht.

Interessant war die Wandlung der Hippies in ihren bunten "Klamotten" in wohlgeschneiderte Anzüge, als Illustration des Liedes "where do I go" (wo gehe ich hin).

In einer Szene waren alle Darsteller nackt und bildeten einen Halbkreis. Alles wirkte normal und natürlich, keineswegs anstößig oder erotisch herausfordernd.  Das lag zum Teil auch an der Beleuchtung (die ich im Detail nicht weiter charakterisieren kann).

Die Männer stellten sich einzeln nackt vor.

Die weiblichen Darsteller wirkten sehr attraktiv, es gab auch eine Menge schöner langer Haare zu sehen, wobei ich kaum glauben kann, dass alles wirklich echt war. Einer der männlichen Darsteller hatte fast hüftlange Haare, und Sheila hatte eine wunderschöne Haarpracht (lange glatte Haare).

Viele Details blieben mir auf Grund von Sprachschwierigkeiten leider verborgen, obwohl die Handlung im wesentlichen den originalen Hairszenarien entsprach. "I believe in love" wurde vollständig gesungen, meiner Meinung nach eines der schönsten Lieder des Stückes. "Easy to be hard" wirkte sehr ergreifend, im Anschluß versöhnten sich Sheila und Berger wieder.

In einer Szene war alles dunkel und die Schauspieler leuchteten mit Taschenlampen in die Zuschauermenge. Man konnte nur die tanzenden Lichter erkennen.

Alles wirkte sehr professionell, der Ausdruck von Gefühlen in den Gesichtern hat mich überzeugt.

In den Drogenphantasien über Kriegsszenarien ("Walking in Space") wurde einiges aufgeboten, z.B. Krieger mit Speeren und Schildern. Es gab eine große Metzelei, an deren Einzelheiten ich mich aber nicht mehr so genau erinnern kann.

Claude wurde auf der Bühne verdeckt kahlgeschoren, zog in den Krieg und kam dort um. Es wurden keine Geräusche von Gewehrschüssen eingespielt, es waren akustische Stöße mit der Gitarre, die die Schüsse simulierten.

Alle Mitglieder der Hippie-Tribe wirkten am Ende wie eingefroren, als Claude versuchte Kontakt mit ihnen aufzunehmen. Er war für sie unsichtbar, und er konnte nicht mehr mit ihnen reden.

Der Übergang zu "Let the sunshine in" war ähnlich wie in der Vorführung am Deutschen Theater in München, Claude stand am Ende mit leuchtenden Augen da (wie bei einer Wiedergeburt).

Bei der Zugabe ("Flesh Failure/Let the sunshine in") versuchten die Darsteller das Publikum mit einzubeziehen, indem sie die Leute der ersten Reihen aufforderten, mit auf die Bühne zu kommen. Leider gab es nur eine Zugabe, dann verließen die Zuschauer die Bühne wieder und die Massen strömten nach draußen. Schade, ich hätte mir da ein bisschen mehr gewünscht, und ich denke, die Akteure hätten auch mehr verdient gehabt (und ich hätte gerne auf der Bühne gestanden :-), obwohl ich überhaupt nicht tanzen kann)

Die Halle war aus meiner Perspektive heraus (6. Reihe) sehr gut besucht.

Für ein weitergehendes Verständnis von HAIR verweise ich auf die entprechenden Abschnitte über die Veranstaltungen am Deutschen Theater in München und in Halberstadt.