Arianne 104

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Persephonia

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Nachdem die tote Ebene wieder dabei war sich zu regenerieren, umfasste Arianne nun selbst ihren eigenen Bereich des Todes.
Ja, Arianne, berührte sie etwas mit ihren Gedanken, dann wurde es zu einem Teil von ihr. So geschah es mit der Transzendenz des Todes für die Wesen ihrer Existenz.

Der Tod ergab sich darin. Zu sagen hatte er ohnehin nichts mehr. Arianne verbot ihm weitere Eingriffe in ihre Existenz.

Die kosmischen Wesen Weepy, Sensitiy und die Liebe blieben unabhängig, obwohl Arianne mit ihnen kommunizierte, aber sie reichten ja auch über Ariannes Ebene der Existenz hinaus.
Arianne, Weepy, Sensity und die Liebe konnten sich sogar gegenseitig berühren, ohne dass eines der Wesen eines der anderen vereinnahmte. Innerhalb der Ebene war hierfür Ariannes Wille ausschlaggebend.

Und außerhalb? Die kosmischen Wesen wollten nicht gegeneinander kämpfen, um Dominanz. So erlaubte der Wille, die anderen erhalten zu wollen, eine Koexistenz.

Auch Chrystals Ebene und die Tote Ebene wurden kein Teil von Arianne, sie erkannte selbst, dass sie fremde Ebenen zusammen mit ihrer eigenen niemals umfassen konnte.
Träume der weißen Frau ließen sich nicht zusammenführen.

Nicht, ohne sich gegenseitig zu zerstören.

Jede Ebene war ein unabhängiger Traum der weißen Frau. Arianne konnte die fremden Trauminhalte berühren und sie behielten dennoch eine unabhängige Existenz.
Sie musste lächeln. Unabhängige Existenz, ein schon etwas merkwürdiger Gedanke für das Wesen der Existenz.

Ariannes eigene Transzendenz manifestierte sich als kosmisches Wesen mit einem eigenen Bewusstsein, Persephonia.
Eine nicht ganz zufällige Namensgebung, Arianne dachte dabei an Persephone, ein Wesen innerhalb der Transzendenz.

Arianne verlieh Persephonia große Macht, mehr als die Wächter der Naturwissenschaften auf sich vereinigen konnten.

Persephonia, ein Wesen der 6. Stufe der Unendlichkeit.

Sie umfasste das Jenseits der Ebene, die andere Seite. In ihr sammelten sich die Seelen nach dem Zerfall ihrer physischen Existenz, wenn sie nicht vom Tod entführt wurden. Verlorene Seelen, die keinen Bezug mehr zur Existenz hatten.

Aber auch Seelen konnten sterben. Dann verloren sie die Fähigkeit der Weiterentwicklung, sie existierten nur noch in ihrer eigenen Vergangenheit. Ein Abdruck der Zeit, in der sie gelebt hatten.

Das galt auch für Geistwesen ohne Körper. Nur im Gegensatz zu den verlorenen Seelen konnten sie sich in der Existenz bewegen, solange sie lebten.

Der Tod, mit seinen eigenen Vorstellungen. Ein höheres kosmisches Wesen? Nein, das ehemalige Wachbewusstsein der toten Ebene. Weiterentwickeln konnte er sich nicht mehr, denn er war definitiv tot, aber seine Erfahrungen, sein Wissen, es war noch vorhanden. Wissen, das durch seine eigene Schwere zusammengehalten wurde. Ja, Informationen konnten so etwas ähnliches wie einen gravitativen Zusammenhalt bewirken.

Nun, da sich die tote Ebene wieder erholte, konnte er die gefangenen Seelen nicht mehr dort hineinbringen. Nach dem Arianne das Wirken des Todes erkannt hatte, untersagte sie ihm ein weiteres Eingreifen in die Belange ihrer Existenz. Sie hatte ja schließlich ihre eigene Transzendenz. Der Tod war nur Gast, er sollte sich auch entsprechend verhalten, sonst würde sie ihn der Ebene verweisen.

Ja, sie konnte das, sie hatte so viel Macht. Weepy hatte sie darin bestätigt. Nun war Arianne allein verantwortlich für Leben und Tod ihrer Geschöpfe. Nur, wir wissen ja schon, Teile der Arianne können ein eigenes Bewusstsein entwickeln. Das gilt auch für Persephonia.

Der Tod war demgegenüber unabhängig von ihr. Sie duldete ihn in der Ebene, denn in vielen Dingen schätzte sie seinen Rat.

Manche müssen tatsächlich erst sterben, um zu innerer Weisheit zu gelangen.

Merkwürdig, wie etwas, das nicht lebt und nicht denken kann, Ratschläge erteilen konnte.
Nun ja, die Kommunikation zwischen übersinnlichen Erscheinungsformen, sie brauchte nicht unbedingt Medien dazu.

Persephonia, die Transzendenz in der Arianne, sie hatte potentiell die Möglichkeit, Arianne selbst zu absorbieren. Aber dann hätte Arianne sterben müssen. Nein, das wollte sie nicht. Es waren nur ihre eigenen Todesängste, die sich in Persephonia manifestierten. Ein lebendes Wesen ohne innere Todesängste, das gab es nicht.

Der Tod war wohl die einzige übersinnliche Erscheinungsform ohne innere Todesängste. Merkwürdig, dass er sich für das Leben interessierte und dass er sogar etwas zum Erhalt der Existenz beitrug.

Persephonia hatte mehr Angst um Arianne als das Gesamtbewusstsein der Arianne um sich selbst. Was aber wichtiger war, Persephonia liebte das Leben.

Ein Symmetriebruch. Ein Wesen des Todes liebte das Leben.

Arianne wusste darum und musste lächeln. Ja, das Übergewicht des Lebens, es manifestierte sich für sie in den Janines.

Die innere Ruhe, die Persephonia ausstrahlte, die unendliche Ruhe des Todes. Frei von allen Leiden der Existenz. Wollte Arianne das? Nein, sie liebte ihre Existenz. Der Schmerz war ein Teil davon, aber es gab so viel Licht und so viel erhaltenswertes. Niemals würde sie freiwillig darauf verzichten. Selbst das kleinste Licht war es wert, dass darum gekämpft wurde.

Ja, Arianne war eine Kämpferin. Ihr Ich-Bewusstsein, es kämpfte gegen alle Formen des Selbstzweifels, die inneren Teufel, dunkle Mächte, den Schmerz und das Leiden der Existenz, für den Erhalt und den Fortbestand des Lebens.

Neben Persephonia hatte auch Weepy Eigenschaften des Todes in sich. Beide waren lebende Wesen, die den Tod in sich trugen. Im Grunde war der Tod überflüssig. Es war nur diese ungeheure Fülle an Information, die er mit sich herumschleppte, die ihn für die Existenz wertvoll machte.

Weepy half Arianne bei der Bewältigung des Schmerzes. Sie nahm unendlich viel davon in sich auf. Da Weepy kein Teil von Arianne war, half dies Arianne sehr. So konnte Arianne sich um die Weiterentwicklung der Existenz kümmern und musste nicht ihre ganze Energie darauf verwenden, den Schmerz zu kompensieren.

Und Weepy? Sie musste so viel weinen, aber niemals um sich selbst. Das hätte sie vernichten können. Denn Weepy trug den Tod in sich und lebende Wesen, um die sie weinte, sie mussten sterben, wenn ihr Todesimpuls sie berührte. Das Weinen löste den Todesimpuls aus und wenn Weepy sich in ihren Tränen verlor, dann waren auch die Wesen verloren, um die sie weinte.

Aber die Dinge hatten ich geändert. Die kleine Wischna vermittelt Weepy eine andere Sicht der Dinge. Weepy kontrollierte ihren Todesimpuls jetzt ganz bewusst und sie hielt sich zurück. Der Tod, sie überlies sein Wirken Persephonia, was die Ebene der Arianne betraf.

Persephonia empfand keinen Schmerz. Der Tod war für sie etwas normales, natürliches, sie repräsentierte den Bereich hinter dem Schmerz. Was in der Existenz geschah, es war für sie nicht relevant. Sie brachte den Wesen der Existenz den Tod, wenn es an der Zeit war oder wenn die äußeren Umstände es erzwangen.

Sie schuf die verschiedenen virtuellen Welten für die verlorenen Seelen, aus den Erinnerungen heraus, die die Seelen mit sich brachten. In diesen Welten konnten sich die lebenden Seelen weiterentwickeln. Für die toten Seelen schuf sie ein Archiv, in der sie die Erinnerungen aufbewahrte.

Ein Teil dessen, was der Archivar verwaltete.

Ja, der Archivar. Er war jetzt mit Jasmin zusammen, die Liebe hatte die beiden zusammengebracht. Beide waren so glücklich miteinander. Aber wo steckte Jasmin gerade?

Im Innern der Ebene. Als Gast des Raumfahrers. Nein, Jasmin und der Raumfahrer, sie würden kein Paar bilden. Jasmin und der Archivar, sie gehörten zusammen.

...

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