Arianne 107 - Losty 03

Losty: 01   04
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Losty 03

Losty wieder alleine unterwegs. Sie kannte ja nun schon ein sehr mächtiges Wesen, das ihre kleine Enklave beschützte. Ennaira, das Spiegelbild. Und was war hinter dem Spiegel?

Losty sehnte sich so sehr nach der Bekanntschaft eines positiven kosmischen Wesen, aber da war nichts *seufz*. Niemand von denen wusste von ihr. Wenn es sie überhaupt gab. Vielleicht war sie die Einzige ihrer Art. *Losty richtig schön depressiv werden will*

Nein, die Aussagen Ennaira's ließen etwas anderes vermuten.

Nun ja, sie hatte ja noch ihre eigenen kleinen Geschöpfe, die sie beschützen musste. Und das tat sie dann auch, mit aller Macht und Energie, der sie fähig war.

Allmählich gewann sie so an Ruf in den Negativwelten, ihr wurde sogar Achtung entgegengebracht.

Eines der negativen Monstren, als sie völlig hilflos darniederlag, nach einem sehr schweren Kampf. Es verbeugte sich vor ihr und verschwand dann einfach.

Dass negative Wesen zu solchen Handlungen fähig waren?

Ja, da musste etwas an ihr sein, das auch die negativen Wesen beindruckte.

...

Eine dunkle Gestalt hinter dem Rand ihrer Welt. Es stellte sich als Hypermonster vor, was immer das ein mochte. Es musste ein sehr mächtiges Wesen sein, mehr als sie in ihrer Endlichkeit begreifen konnte.

<< Warum verteidigst du diese Enklave mit so viel Energie? Du könntest doch versuchen zu fliehen, hinein in die Positivwelten und dort glücklich werden? Am Ende deiner Enklave wartet eine Singulariät auf dich, die könntest du als Fluchtpunkt benutzen >>

Ich liebe meine kleinen Wesen. Sie sind so hilflos gegen all diese zerstörerische Gewalt. Sie glauben an mich, das alleine ist es wert für sie zu kämpfen.

<< Ich könnte mir deine ganze Enklave mit einem einzigen Atemzug einverleiben. Nur, das versuche ich besser nicht. Ennaira würde mir das sehr übel nehmen. >>

Ennaira, du kennst sie?

<< Ennaira ist eine Begrifflichkeit, etwas dass wir anrufen, wenn wir alleine nicht mehr weiterkommen >>

Ennaira, es gibt sie wirklich. Ich kenne sie.

<< Du kennst Ennaira??? Niemand von uns hat sie jemals zuvor gesehen. Sie ist doch nur eine Vorstellung. Du bist ja schon weniger als eine Auserwählte der Negativwelten  >>

Nein, so wenig bin ich gar nicht *grins*.

<< Ja stimmt, du bist ein Wesen der Positvwelten, hier mitten im negativen Kontinuum. Schon sehr seltsam. Aber wir bewundern dich, wie du dich in all dieser Verlorenheit behauptest. Und wir haben jemanden mit dem wir reden können. Wenn wir in die Positivwelten gelangen bedeutet das immer nur Krieg. Manchmal würden wir gerne mit ihnen reden, aber es geht nicht. Wir streben nach Selbstvernichtung und sie geben es uns. Wie sollen wir da miteinander reden? >>

Aber ihr zerstört doch auch ihre Welten.

<< Das ist unsere Art. Der Weg zur Null geht nur über eine Glättung der Ebene. Für die positiven Wesen bedeutet das Vernichtung, aber nicht wirklich, sie haben doch ihre Transzendenz. Warum können wir auf dieser Grundlage nicht einfach einen Kompromiss finden? >>

Nein, nein, dass wollen wir nicht. Wir wollen leben.

<< Das Leben, es will immer mehr, produziert immer neues Leben und es entfernt sich immer weiter von den Grundlagen der Ruhe und des ewigen Friedens >>

Leben kann sehr schön sein. Es gibt Glück und Freude.

<< Aber es entzieht uns etwas, das wir vermissen. Die negative Sphäre wird dadurch immer tiefer und wir fürchten die dunklen Abgründe der Tiefe. Manche eurer positiven Wesen sind so unendlich raffgierig und sie kollabieren letztendlich unter der Eigenschwere dessen, was sie zusammengeraubt haben, sie haben es uns gestohlen. >>

Darüber habe ich noch nie nachgedacht, ich verstehe diese kosmischen Zusammenhänge auch gar nicht.

<< Ja, weil die positiven und negativen Welten so scharf getrennt sind >>

Aber es gibt doch auch destruktives Verhalten in den positiven Wesen.

<< Das ist etwas anderes, der Teufel in allem und jedem. Damit haben wir nichts zu tun. >>

Ich danke dir für das Gespräch. Ich muss doch über einiges nachdenken. Und du, bist du eines dieser höheren negativen kosmischen Wesen?

<< Zweite Stufe der Unendlichkeit. Ich bin unendlich bis auf den Grund des Kontinuums >>

Unendlichkeit, auch ich habe sie in mir. Aber ich darf sie nicht enfalten, da ich dann über den Rand meiner Welt hinausstoßen würde.

<< Du könntest es, du würdest über die Grenzen deiner Welt hinausstoßen und es würde dich transformieren, in eine negative Wesenheit. Aber mit deinem Geist, du würdest in den Negativwelten nicht zurechtkommen. Aus lauter Verzweiflung, ich weiß nicht, was du mit dir anstellen würdest. >>

Ich kann nicht jeden Albtraum überleben. Und dann? Was würde dann auf mich warten?

<< Die Transzendenz. Dort enden die Geister aller positiven Wesen. Für uns gibt es so etwas nicht. Wir lösen uns am Ende einfach nur auf und diffundierten als Teile dann in die große Null, die Schnittfläche zwischen Positiv- und Negativwelten >>

Wenn das eurer tiefster Wunsch ist, warum beendet ihr eure Existenz nicht einfach?

<< Es geht nicht. Wir können nur nach außen agieren, nicht nach innen. Ja, es gibt eine konservative Kraft in uns, die es verhindert. Wahrscheinlich ist Ennaira die Ursache. Sie sucht etwas in den Negativwelten, von denen wir alle nicht wissen, was es sein könnte. Vielleicht ist es auch eine Spiegelung der positiven Wesen. >>

Dann ist Ennaira doch ein positives Wesen.

<< Nein, das ist sie nicht. Sie ist der Wunsch in uns nach der ewigen ungestörten Ruhe und die positiven Welten stehen dazwischen.  >>

Ich frage mich dann, was nur fasziniert sie an mir?

<< Ich kann es mir denken. Du stellst etwas dar, dass sie nicht begreift aber verstehen will. Es ist mehr dein Wesen, das was du darstellst. Sie ist fasziniert von dir. Wie jemand so ganz allein und verloren gegen eine derartige gewaltige Übermacht antreten kann, ohne jede Chance, eigentlich ohne jede Hoffnung und der doch einfach nur weitermacht. >>
...

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