Arianne 110

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Da Rapunzella ihre langen Haare nicht hergeben will, bringt die Schulautorität sie in einen Turm.
Doch sie bleibt nicht allein.


Rapunzella 02

Rapunzella im Turm *seufz*.

Ja, die Obrigkeit, um das Ansehen der Schule besorgt. Mit ihren inzwischen 32 Meter langen Haaren war sie für die Schule nicht mehr tragbar. Wo sollte das hinführen, wenn man vor lauter Haaren keine 2 Meter mehr gehen konnte. Ganze Räume waren mitunter voll davon, niemand passte mehr hinein. Und sie einfach nur aus dem Fenster hängen lassen, dann lagen sie draußen vor der Schule auf der Wiese vor dem Schulgebäude. Katzen und Mäuse würden sich daran zu schaffen machen und Vögel darin ihre Nester bauen. Nein! Auch wenn sie sich selbst verteidigen konnten, die Haare, dies war kein Geisterhaus, eingebunden in ein Gespinst aus Haaren. Man kam sich ja schon vor wie in einem Spinnennetz.
Abschneiden oder in den Turm. Das Abschneiden würden sie schon überleben, wozu hatte man denn den Medizin-Hexenmeister hier. Ein Hexenmeister der 8. Stufe! 1.50 m lange Haare waren mehr als genug. Wenn man sie vierfach überanderlegen würde, kämen sogar 6 Meter dabei heraus. Das war gerade noch akzeptabel, aber 32 Meter, nein!

Nein, nein, nein. Sie wollte sie nicht hergeben, keinen Zentimeter davon.
Ihr die Haare mit Gewalt nehmen? Das war nicht die Art der Schule, dann schon eher ein Schulverweis.
Aber sie mit diesen Haaren hinauslassen, in die gewöhnliche Welt? Man war ja auch verantwortlich für das, was man hinausließ.

Sie kam sich so beschmutzt vor. Die Haare, sie waren doch ihr Anteil an der Zauberwelt. Sie gehörten zu ihr. Wenn sie sich darin einwickelte war sie vielleicht 2 Meter dick, aber damit nahm sie den anderen doch keinen Lebensraum weg. Nur weil sie damit nicht mehr den Geist der Schule repräsentierte? Dies war doch eine Zauberschule, warum war das Repräsentieren so wichtig?

Dann wirkte sie eben ein wenig mollig.

Nein, die Haare gehörten ihr.

Traurig saß sie nun in ihrem Turm, ohne Zugang, 25 Meter hoch. Ein Gefängnis, das sie von der Umwelt isolieren sollte. Natürlich wurde es vom Hexenmeister versiegelt. Wie lange sollte sie hier bleiben? Bis sie einwilligen würde, die Haare abzuschneiden.

So verbrachte sie drei Jahre im Turm und jedes Jahr wurden die Haare um 1 m länger. Um Nahrung zu erhalten, musste sie ihre Haare hinunterlassen und einen Korb zu sich heraufziehen.
Der Roßknecht brachte einmal die Woche etwas vorbei.

Es gab mehrere Etagen im Turm, die sie begehen konnte. Einen Raum mit fließendem Wasserzufluss und Abfluss, naja, irgendjemand hatte da wohl gezaubert.

Die Magie der Haare hielt ihren Körper gesund. Sie verbrachte viel Zeit mit ihnen, streichelte sie, kämmte sie, versuchte ihr Flüstern zu verstehen. Ja, die Haare flüsterten ihr etwas zu, von den Sternen, der Weite des Weltenraumes, der Größe des Universums und von der Unendlichkeit.

So lernte sie Dinge kennen, die ihr niemand in dieser Welt jemals hätte beibringen können.

Die Haare erzeugten Bilder in ihrem Gehirn, so konnte sie die Dinge auch sehen, manchmal verlor sie sich darin, schwebte im Raum.

Eines Tages flog ein Dämon in ihr Zimmer. Er fordert die Haare.

Was sollte sie tun? Sie spürte plötzlich geballte Energie in sich drin, die Haare wurden hart, sehr hart und schlugen dann zu. Der Dämon flog in hohen Bogen durch das Fenster wieder hinaus. Nie wieder sah sie etwas von ihm.

Was es sonst noch so alles gab, ein Vampir, der ihr Blut haben wollten. Nein, die Haare verprügelten ihn nach Strich und Faden.  Am Ende verbeugte er sich und flog wieder davon.

Hexen, die ihre Haare haben wollten.  Sie hatten sich verrechnet. Die Haare wurden feuerrot und schleuderten ihnen Blitze entgegen. Manchmal, ja manchmal saß sie nur mit offenem Mund da und schaute ihre Haare an.

Die taten ganz unschuldig, lagen nur da, wie ganz gewöhnliche Haare auch.

Irgendwann zerstörten sie die Magie des Hexenmeisters. Das Siegel brach. Sie konnte ans Fenster gehen und sich hinauslehnen.

Einmal lehnte sie sich zu weit hinaus und fiel aus dem Fenster. Die Haare fanden einen Halt und verknoteten sich daran. So hing sie dann auf halber Höhe aus dem Fenster an den Haaren. Nachdem sie sich wieder gefasst hatte, kletterte sie zurück in ihr Zimmer.

...

Rapunzella hörte ein leises Geräusch von außerhalb des Turmes, jemand schien nach ihr zu rufen.

Sie ging ans Fenster und schaute nach unten. Ja, dort stand jemand, eine junge Frau mit Glatze, Hexania? Hexania :-)). Sie hatte sie so lange nicht mehr gesehen. Fast 3 Jahre lang.

Der Turm war 25 Meter hoch, die beiden konnten sich aber rufend verständigen.

<< Hallo Hexania, ich freue mich so dich zu sehen. :-))) Wie geht es dir? >>

"Hallo, Rapunzella. Dieser Turm, ich komme die glatte Wand nicht hoch. Was können wir tun?"

<< Hexania, ich lasse mein Haar herunter und befestige es hier oben. Daran kannst du emporklettern. >>

Und so geschah es. Die beiden nun vereint oben in Rapunzellas Heim. Sie umarmten sich.

H: "Deine Haare, du hast sie ja noch :-)). Alles hier ist so voll davon, ich sehe kein Bett, schläfst du in ihnen?"

R: "Ja, sie bilden ein Bett und bedecken mich dann, sie schützen mich vor der Kälte. Dann sind sie alle hier auf engem Raum zusammen mit mir. Einen Zopf bilden sie aus, der hält Wache am Fenster. Weißt du, hier gibt es nicht einmal eine Heizung. Im Winter wird es richtig kalt, bis -23 Grad. Ich glaube sie wollen mich umbringen :-(((. Einmal die Woche kommt der Roßknecht vorbei, bringt etwas zu essen. Ich lasse dann mein Haar herunter und ziehe die Schale damit nach oben. In den unteren Bereichen des Turmes gibt es fließendes Wasser und ein Rohr für die Toilette. Die Haare, wenn sie den Schmutz nicht selbst abstoßen würden, ich wüsste gar nicht, wie ich sie waschen soll, Und das Kämmen erst. Sie entwirren sich selbst. Sonst könnte ich sie nicht bewältigen. So macht es richtig Spaß, sie zu kämmen, Frisuren zu machen. Manchmal verbringe ich ganze Tage mit ihnen :-). Schau, dort habe ich einen großen Spiegel."

Hexania: "Du armes Wesen. Wir haben dich so vermisst. Deine Haare, sie fehlen uns. Es ist alles so kalt und steril geworden. Formale Regeln bestimmen das Leben. Nach deinem Verschwinden gab es einen Haarerlass, die Haare dürfen nur noch maximal kinnlänge erreiche. Niemand ist glücklich damit. Mich betrifft es ja nicht so, aber ich fühle mit euch. Mir haben sie den Zauberstab zerbrochen :-((. Ich bin jetzt für die Säuberung der Toiletten zuständig und für einige andere nicht so angenehme Arbeiten. Der Roßkknecht hat mir von dir erzählt und Julius03b hat mich dann hierher gezaubert."

Hexania nahm einen Teil des  Zopfes in beide Hände und streichelte ihn sanft.

"Ach, ich habe es so vermisst, deine Haare streicheln zu dürfen." Sie lächelte.

Die Haare begannen zu leuchten, sie freuten sich.

R: "Siehst du, sie freuen sich :-)). Sie haben mir so viel erzählt, ich glaube ich weiß jetzt schon mehr über das Universum als alle Wissenschaftler des Planeten zusammen."

H: "Das sind ja richtige Zauberhaare!! Und wir dachten immer sie sind nur so etwas belangloses, das an dir dranhängt. Okay, mit ein bisschen Zauberenergie."

R: "Nein, sie sind viel mehr. Sie lernen noch, sie umschließen verborgenen Türen. Es sind Zauberhaare und sie sind so positiv. Sie sind auch stark, sie haben mich schon gegen Dämonen, Vampire und Zaubermonster verteidigt. Diese Wald kann richtig böse Gestalten hervorbringen. Bitte gehe nicht alleine dort hinein."

H: "Aber wie komme ich dann wieder zurück? Nein, ich will nicht wieder zurück. Darf ich bei dir bleiben?"

Hexania mit ihren großen bittenden Augen, es berührte Rapunzella in ihrer Seele.

R: "Ja, bitte bleib hier. Dieser Turm hat genug Platz für uns beide. Meine Haare können uns beide umarmen, und das, ohne dass wir uns berühren müssen."

H: "Wollen wir uns berühren? Du bist doch hetero und ich, eigentlich mag ich alle Geschlechter."

R: "Ich mag dich, aber Sex, daran denke ich jetzt nicht. Aber bitte, lass uns doch die Kleidung ablegen. Ich möchte dich sehen, in deiner natürlichen Schönheit und ich zeige mich dir :-). Die Haare hüllen uns dann ein und streicheln unsere Haut. Es ist ein wunderschönes Gefühl :-))."

Beide eingehüllt von den Haaren. Sie fühlten sich so geborgen.

Ein Schatten am Fenster.

R: "Ach, nur ein Vampir. Einer von diesen Unbelehrbaren, er hat wohl frisches neues Blut gerochen. Die Haare erledigen das schon."

Boing. Weg war er.

...

Nun waren sie zu zweit im Turm. Die Haare bezogen Hexania ein, in ihre Lektionen. Sie kommunizierten über Telepathie, richtige Telepathie. Hexania war begeistert.

R: "Weißt du, wollen wir nicht auch unsere anderen Freunde hier her holen? Wir können bestimmte 10 Leute hier unterbringen. Es gibt mehrer Etagen, die wir betreten können. Dort können wir uns einrichten, und wenn es nicht ganz klappt, wir können doch zaubern. Gemeinsam können wir lernen und dann, irgendwann verlassen wir diesen Turm. Wenn wir stark genug sind."

Und so geschah es.

Nun waren sie bereits 10. Freiwillig eingekerkert in einen Turm. Eingekerkert? Die Oberen mussten ja nicht alles wissen. So wie man hinauf kam, so kam man auch wieder hinunter. :-). Und kleine Zauberer waren sie ja alle. Sie konnten andere Identitäten annehmen und so versteckt in der Stadt herumlaufen.

Niemand von den Oberen wusste, wohin die Schüler verschwunden waren. So vergingen dann auch wieder erst einmal weitere 4 Jahre. 4 Jahre, in denen 10 Wesen auf engem Raum miteinander auskommen mussten, geschützt von den mächtigen Haaren. Sie waren jetzt bereits 39 Meter lang.

Merkwürdig nur, dass der Turm scheinbar in Vergessenheit geraten war. Waren die sich ihrer Sache so sicher?

Mit der Nahrungsmittelbeschaffung wurde es jetzt schwieriger. Sie gingen dafür zusammen in den Wald, als Jäger und Sammler und wenn das nichts half, Joshua zauberte die Nahrung manchmal einfach nur herbei. Nach einiger Zeit kamen sie auch ganz ohne Nahrung aus. Die Haare vermittelten ihnen alles, sie wirkten auf den Körper, gaben ihm die Energie direkt, die er brauchte.

Was für Haare. Sie lernten ständig dazu. Es waren wahrhaftige Zauberhaare.
Manchmal umarmten die anderen die Haare ganz spontan, streichelten sie.  So wunderbare Haare. Oft mussten sie weinen, wenn sie die Haare so zärtlich mit ihren Armen umschlossen.

Sie liebten diese Gemeinsamkeit, 10 Freunde und viele Haare. Die Haare umhüllten sie oft alle zusammen und streichelten die Haut.
Dabei flossen Emotionen durch die Stränge. Dadurch konnte sie sich ihre Gefühle gegenseitig mitteilen, wenn sie es wollten. Die positiven Gefühle wurden durch die Haare oft verstärkt und sie gaben selbst so viel Glück.

Sie hatten viel zu erzählen die Haare, so dass es nie langweilig wurde und ... die Ausflüge, es war wunderbar.

Die Haare verteidigten die kleine Gruppe gegen die Monster des Waldes.
Nach einigen Ausflügen versuchten die es gar nicht mehr, sich der Gruppe zu nähern. Panikartig nahmen sie Reißaus, wenn sie nur ein einziges leuchtendes Haar erblickten.

Dann öffneten die Haare eine Tür in eine parallele Welt. Eine Welt ganz für unsere Freunde allein ...
...

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