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Arianne 114 - Rapunzel


Rettet die Haare

Fortsetzung: Arianne 119

Annemalie, die kleine Hexe und ihre Teufelsfairy (Arianne 82). Beide mochten sich sehr gerne. So eine richtige Hexe war Annemalie ja gar nicht, sie wurde nur so gesehen. Körperlange rote Haare, die sie umrahmten. Ein hübsches Gesicht. Wovon lebte sie eigentlich? Achja, der Teufel selbst gab ihr Wohnung und Brot.

Den Teufel hatte man nun ja schon kennengelernt. Seine Warnung war eindeutig. Diese Hexe stand unter seinem Schutz. Man respektierte sie.

Selbst die Hassprediger waren verstummt. Man konnte ja nie wissen. Und diese kleine Fairy? Hübsch sah sie aus mit ihren schönen großen tranparenten Flügeln. Sie war wunderschön, aber sie kam vom Teufel und sie war unantastbar. Seine Schutzbefohlene, und den Zorn des Teufels wollte man nicht auf sich ziehen.

So lebten die beiden im Dorf, konnten sich frei bewegen und niemand bedrohte sie. Nach einiger Zeit redeten die Leute sogar wieder mit ihnen. Nachdem die Ernte eingefahren werden konnte, keine Nutztiere starben und auch anderweitig nichts schlimmes passierte.

Ja, die kleine Fairy half ihnen, wenn das Wetter nicht so richtig wollte, Stürme das Dorf bedrohten, Trockenheit die Ernte vernichten wollte.

Die Leute waren doch eher pragmatisch, wollten überleben, und wenn die Vertrauten des Teufels ihnen halfen? So änderte sich die Religion. Der Teufel als Schutzpatron und die vielen kleinen diabolischen Verhaltensweisen, nein, dafür waren sie selbst verantwortlich, der Teufel hatte nichts damit zu tun.

Dann kam der Tag wo der Teufel sich an die kleine Hexe wandte.

Er bräuchte ihre Hilfe. In einer parallelen Para-Welt hätte sich eine Geschichte manifestiert, wurde zu einem lebendigen Teil der Welt, die Geschichte der Rapunzel. Dort gab es eine echte Hexe, die allzu selbstherrlich mit der teuflischen Kraft umging. Die galt es zu zähmen und wenn nicht anders möglich in die Hölle zu schicken.

Warum er sich selbst nicht darum kümmere? Eingriffe in die Welten der Fantasie, das wolle er nicht. Seine Gedanken würden alles sofort umkrempeln und dann wäre es ein Teil von ihm, er könne nichts mehr davon lernen. Es ginge auch nur um ein paar Haare, nicht wirklich wichtig, aber manche würden das anders sehen. Sie verstände das vielleicht besser, da sie auch dieses Haargefühl in sich trage. Man müsse sie ja nur anschauen.

Wenn sie beide das dort bereinigen würden, sie würden etwas für Rapunzels Haare tun, für die Gefühle und Leidenschaften, die damit verbunden sind. Wie schon gesagt, nicht direkt wichtig für die Existenz und auch nicht für ihn.  Aber er mochte es nicht, wenn Hexen so selbstherrlich ihre Interessen verfolgten. Das würde auf lange Sicht Ärger machen, den er nicht haben wollte.

Eine Fantasiewelt, was sollte man sich darunter vorstellen?

Ein endliches Wesen der Existenz habe sich eine Geschichte ausgedacht, die von vielen anderen Wesen aufgenommen und akzeptiert wurde, darunter auch von einige höhere kosmischen Wesen. Die mussten sich ja überall einmischen und alles ganz genau wissen wollen. Darunter auch eine Janine. Und wie es nun so ist, Janines gestalten das Leben im Kosmos. So gelangten die Fantasieinhalte in eine parallele Welt und wurden real.

*seufz* Diese Langhaarigkeitsfanatiker. Janines, Wesen mit unendlich langen Haaren. Sie war fasziniert von dieser Rapunzel-Geschichte und bedachte nicht, was das für Konsequenzen haben könnte.

Wie sollten sie dort hinkommen?

Darüber bräuchten sie sich keine Gedanken zu machen. Sie müssten nur zustimmen und Plooopp, wären sie schon da. Er würde sie dort auch wieder abholen.

Dann holte er einen Speer aus dem Hyperraum and gab ihn Annemalie. << Nimm bitte diesen Speer, er kann gegen die Hexe angewendet werden und wird ihre magische Kraft brechen. Vielleicht werdet ihr ihn brauchen. >>

...

Annemalie und ihre Fairy in der Fantasiewelt. Mitten in einen Wald hatte es sie verschlagen. Was sollten sie jetzt tun? Sie suchten einen Turm, den Turm der Rapunzel. Der Teufel hatte ihnen strenge Zeitvorgaben gemacht, sie durften weder zu früh noch zu spät dort eingreifen. Doch zunächst mussten sie erst einmal den Turm finden.

...

Flynn griff mit der einen Hand nach den Haaren von Rapunzel, als wenn er sie streicheln wollte. Aber er wollte sie nur mit der Hand umfassen und dann fest zugreifen. In der anderen Hand hatte er den Splitter eines Spiegels. Damit wollte er sie abschneiden.

<< Flynn, bitte warte >>

Eine telepathische Botschaft. Er hielt inne. Verharrte in dieser Position. Gothel fuhr herum, "Was war das?". Sie erkannte, dass diese Botschaft paranormaler Natur war. Rapunzel hatte nichts vernommen. Sie umarmte Flynn und begann zu weinen. Dass alleine ihre Tränen ihn schon heilen würden, davon ahnte sie nichts.

Flynn wurde schwächer, wenn er jetzt nicht zuschlagen würde, dann niemals. Aber dann spürte er die Tränen auf seinem Gesicht, viel mehr als das, die paar Sekunden, die er gezögert hatte, sie reichten aus, um die Magie der Tränen zu entfalten. Er senkte die Hand mit der Spiegelscherbe.

Die Teufelsfairy wurde sichtbar. Sie flog durch den Raum und setzte sich auf Rapunzels Schulter, streichelte sanft ihre Haare. Dann blickte sie Gothel direkt an.

Gothel sah sie, erkannte sie als Fairy und griff sie mit einem Schwall ihrer diabolischen Energie an. Blitze zuckten durch den Raum.

Die Fairy bildete einen Schutzschild um Eugene und Flynn. Alles prallte davon ab. Nun war die kleine Hexe am Zug. Sie schleuderte ihren Speer direkt in Richtung Gothel, durchbohrte sie damit.

Sie wich zurück, starr vor Schreck, riss sich den Speer aus dem Leib und wollte sich auf die kleine Hexe stürzen.
Aber ihre Kraft schien zu erlahmen.

Die Fairy schleuderte sie telekinetisch zurück, direkt in Richtung des großen Fensters. Dann bildete sie einen Schirm um die Haare, unterband den Fluss paranormaler Energie, die Gothel am Leben erhielt.

Das war ihr Ende. Sie stolperte, fiel durch das Fenster und bevor sie unten aufprallte war sie bereits zu Staub zerfallen.

Flynn kam wieder zu Kräften. Er ließ den Splitter des Spiegels fallen.

Rapunzel: "Du wolltest mir die Haare abschneiden?"

Flynn: "Ja, um dich vor der Hexe zu retten. Ich wollte, dass du frei bist."

Rapunzel: "Du wärest für mich gestorben, damit ich frei bin?"

Rapunzel dachte gar nicht mehr an ihre Haare, sie küsste ihn leidenschaftlich.

"Ähmm."

Beide ließen voneinander los, schauten Annemalie an.

"Die Geschichte zwischen euch beiden, sie hätte auch ohne uns damit geendet, dass ihr zusammen glücklich werden könnt. Rapunzel, wir sind hier, weil wir deine Haare erhalten wollen. Du kannst auch mit den Haaren glücklich werden, sie müssen nicht abgeschnitten werden. Aber wenn du sie loswerden willst ..."

R: "Meine Haare? Warum sollte ich sie loswerden wollen?"

Annemalie: "Jetzt, nachdem du weißt, dass du von Gothel niemals geliebt wurdest, dass sie immer nur deine Haare geliebt hat, weil sie ihr ewige Jugend gegeben haben. Nachdem du weißt, wer deine wirklichen Eltern sind, dass du so viele Jahre um ihre Liebe betrogen worden bist. Vielleicht willst du sie jetzt nicht mehr, dich davon befreien, nachdem du selbst endlich frei bist."

R: "Fynn, soll ich sie jetzt abschneiden?"

F: "Die Haare, sie sind mir nicht so wichtig wie du, Rapunzel. Wir haben viel mit ihnen zusammen erlebt, sie haben uns einmal sogar das Leben gerettet, dort in der Höhle, als sie anfingen zu leuchten. Ich mag dich, nicht wegen der Haare, ich mag dich auch mit kurzen Haaren."

R: "Aber du hasst sie nicht? Ich hasse sie auch nicht. Sie waren immer um mich herum und es sind Zauberhaare, die heilen können. Ist das nicht etwas ganz wertvolles? Sie sind so schön und sie leuchten im dunkeln. Ein neues Leben, ja, es war mein innigster Wunsch. Wenn die Haare weg sind, habe ich gar nichts mehr, was ich aus der ganzen Zeit hier im Turm mit mir nehmen kann, etwas, das auch ein Teil meines Lebens ist."

F: "Du könntest sie kürzer schneiden, nicht ganz kurz, so dass sie immer noch lang sind aber nicht auf dem Boden schleifen."

R: "Wenn ich sie schneide, verlieren sie ihre Zauberkraft. Nur, wenn sie weiter Zauberhaare bleiben, kann es nicht wieder dunkle Mächte geben, die sie für sich haben wollen? Sind wir nicht glücklicher, wenn wir ganz normal sind?"

Annemalie: "Das besondere an den Haaren, sie können auch Gutes tun. Ich weiß nicht ob andere dunkle Mächte sie haben wollen. Das Problem ist dann wohl, dass sie selbst nur schön sind, sich aber nicht verteidigen können. Sie abzuschneiden, zeigt es dann nicht auch, dass Schönheit keinen Bestand haben kann, wenn sie sich nicht selbst verteidigen kann?"

Fairy: "Dann kommen wir wieder und beschützen dich."

Annemalie: "Aber dazu brauchen wir den Teufel. Es ist nicht gut, wenn man auf seine Hilfe angewiesen ist. Ist es dann nicht besser, frei zu sein?"

Rapunzel schaut ihre Haare an.

"Dann ist es doch besser, sie abzuschneiden."

Sie nahm den Splitter des Spiegels in die Hand, fasste die Haare mit der anderen Hand. Die Hand rutschte nach unten, nein, so ganz kurz wollte sie die Haare nicht abschneiden. Sie fasste die Haare etwa in Höhe der Knie. Eine Träne rollte aus dem linken Auge.

Und dann ... Etwas schien sich zu verändern.

Fairy: "Bitte, Rapunzel, warte noch einen Moment, dort kommt Besuch. Lass uns erst hören, was er zu sagen hat."

Eine Gestalt materialisierte, umrahmt von körperlangen Haaren. Das Ende der Haare wurde unscharf, als würden sie irgendwo in der Unendlichkeit verschwinden. Eine wunderschöne langhaarige Frau.

<< Hallo ihr lieben Wesen. Ich bin Losty, das Wesen der Existenz in diesem Bereich der Raum-Zeit >>

Annemalie: "Losty?"

<< Ja, dies ist eine besondere Enklave im Bereich der negativen Welten. Daher gibt es auch so viel Zauberei. So etwas wie der Zufluchtsort der Verlorenen. Eure Hexe war viel stärker, als ihr geglaubt habt. Ein Wesen der Negativwelten, das hier das ewige Leben und die ewige Jugend erlangen wollte. Der Speer des Teufels, er hat ihre Kraft gebrochen. Dieser Teufel fühlt sich offenbar für alle positiven Welten zuständig. Ennaira hat mir von ihm erzählt und auch von euch. Sie ist so viel stärker als alle Zauberei, sogar viel stärker als der Teufel :-)). Ennaira wird euch beschützen, kein fremder Zauber wird euch jemals mehr bedrohen.

Rapunzel, du bist selbst ein verlorenes Wesen, aber du hast nie aufgegeben, das Leben zu lieben. Der Zauber der Haare, es ist ein verlorener Spark einer Janine, der von deiner Welt eingefangen wurde. Weißt du, diese Haare sind viel mehr als du glaubst. Sie haben das Potential, dich zu einer Janine zu machen >>

Rapunzel: "Eine Janine? Und was wird aus meiner Familie, aus meinem Königreich, aus Flynn?"

Losty: "Die Haare können euch das ewige Leben schenken, wenn ihr wollt, und wenn ihr müde geworden seid und die Ewigkeit euch zu groß und zu gewaltig ist, werde ich euch in mich aufnehmen."

Rapunzel: "So viel können die Haare geben? Ist das nicht alles zu groß für uns?"

Losty: "Wenn du die Haare abschneidest, ist alles für euch so nomal wie für die anderen Wesen im Königreich. Damit ihr nicht verwirrt werdet, kann ich die Erinnerungen an mich mit mir nehmen."

Flynn nahm einen Strang der Haare in seine Hände, schaute sie an. "Das ewige Leben? Mmmh, ja, dagegen habe ich gar nichts :-))"

Losty: "Flynn, auch du bist etwas besonderes. Dein Schicksal ist allerdings noch nicht entschieden, du musst etwas dafür tun."

Rapunzel: "Die Haare, sie sind zu groß für uns. Können wir sie nicht einfach zurückgeben?"

Losty: "Wenn du das willst. Sie können sich von dir lösen und deine Haarwurzeln, sie werden dir dann neues Haar schenken. In einer braunen Farbe, in der Haarfarbe deiner Familie. Sie werden dann nicht so superlang, aber so, dass du glücklich damit sein kannst."

Annemalie: "Dann hätten wir gar nicht zu kommen brauchen?"

Losty: "Nein, diesmal nicht. Aber der Wille, etwas erhalten zu wollen, er ist anerkennenswert."

Losty streckte beide Hände aus, winkte den Haaren, zu ihr zu kommen.

Losty sah plötzlich ganz erstaunt aus.

Losty: "Die Haare, sie wollen nicht gehen, Rapunzel, sie wollen bei dir bleiben."

Rapunzel: "Die Haare haben einen Willen? Davon habe ich nie etwas gewusst."

Losty: "Sie haben sogar Gefühle."

Rapunzel: "Wenn sie bei mir bleiben wollen, warum wollen sie das?"

Losty: "Du bist für sie das Wesen des Lichtes. So viel Betrug in deinem Leben und es hat dich nicht gebrochen. So wie du das Leben liebst. Sie mögen dich einfach."

Rapunzel sagte erst einmal nichts. Dann schaute sie auf ihre Haare. Aus einem impulsen Gefühl heraus streichelte sie die Haare ganz sanft. Sie begannen zu leuchten, als würden sie sich freuen.

Losty musste lächeln.

Losty: "Dann bleiben die Haare doch bei dir?"

Rapunzel: "Ja, ich möchte sie nicht missen."

Sie nahm die Haare in ihre Arme und vergrub ihren Kopf darin.

Dann umarmte sie Flynn. Die Haare legten sich um sie herum, als wollten sie die beiden gemeinsam beschützen. Losty hatte da vielleicht ein wenig telekinetischen Beistand geleistet.

Annemalie musste lächeln.

"Danke Losty :-)). Komm Fairy, lass uns wieder gehen."

...
Fortsetzung: Arianne 119

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