Arianne 118 - Persephonia 02

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Persephonia rettet Janine

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Das kleine Licht an einem Eingang der Unterwelt. Ja, ein Tor zur anderen Seite. Die Transzendenz der Ebene hatte Verankerungen in der Existenz. Andernfalls hätten die verlorenen Seelen durch das Kontinuum diffundieren müssen. Das aber war ihnen verwehrt. Nur Jasmin durfte dort hindurch. Sie hatte Zugang zum Innern der Ebene.

Die Transzendenz selbst war kein Teil der Oberfläche. Die Oberfläche gehörte der Existenz.

Die Transzendenz gehörte zum Innern der Ebene, wie die singulären Welten, Pararealitäten und die Welten der Träume.

Der Eingang zur Transzendenz.

Ein Eingang in eine Höhle. Im Umkreis von 50 Metern wuchs nichts mehr, kein bisschen Vegetation, obwohl die klimatischen Verhältnisse das zulassen würden. Wahrscheinlich war der Innere Kreis um den Eingang der Höhle völlig keimfrei. Ob ein lebendes Wesen sich dort aufhalten konnte? Es gab eine repulsive Kraft, die es zurückschleudern würde. Die Transzendenz ließ keine lebenden Wesen in die Höhle hinein.

Und das kleine Licht? Nun, es war eine Fee, ausgefüllt mit paranormaler Energie. Ob Lebensenergie darunter war?
Dann sollte es die Grenze besser nicht überschreiten.

Nein, es war eine Fee ohne innere Lebensenergie. Sie bestand aus paranormaler Energie und Information, kodiert in Lichtquanten. Dabei entstand so etwas wie ein Eigenbewusstsein.
...

Ein bewusstes Wesen der Existenz ohne eigene Lebensenergie? Da muss man dann doch etwas staunen.

Nicht unbedingt, man denke an das kleine Programm, das ein Eigenbewusstsein entwickelt hatte und nun mit einer Janine durch das Universum flog. Eingebettet in einen Computer bestehend aus paranormaler Energie.

Gibt es hier eigentlich noch etwas normales, etwas das nicht paranormal ist?

*grins*

Daneben gibt es viele komplexe selbstwirkende Strukturen mit Eigenbewusstsein, ohne Lebensenergie! Wir kennen sie nur noch nicht.
Auch im Bereich der negativen Welten gibt es Wesen mit Eigenbewusstsein, das sich nicht auf Lebensenergie begründet. Man denke dabei nur an Ennaira.

Aber Arianne, als Wesen der Existenz, sie umfasst doch das Leben, was ist mit all mit diesen anderen Erscheinungen?

Arianne umfasst das Leben, das ist richtig, aber ist sie deswegen darauf beschränkt? *grins*.

...

Das kleine Licht betrat den inneren Kreis und wurde nicht zurückgeschleudert.

Direkt am Eingang der Höhle traf es auf ein Maul. Ja, ein etwas, das nichts anderes darstellte als ein Maul. Es konnte sich öffnen und verschlucken, was sich ihm näherte.

Verschlucken? Ja, wo blieb das verschluckte Objekt dann?

Es wurde Bestandteil der Transzendenz. Hierauf kann es in der Existenz keine Antwort geben *weise zurücklehn*.

L: << Maul, kannst du mich bitte hineinlassen. Ich muss Persephonia sprechen >>

Das Maul rührte sich nicht. Wenn es sich öffnen würde, nein bitte nicht, es würde das kleine Licht einfach verschlucken. Ein Gedanke entstand im Bewusstsein des Lichtes.

<< Licht, was hast du hier zu suchen? Du bist ein Informationsquant, auch wenn du wie eine Fee aussiehst. Du willst Persephonia sprechen. Weißt du nicht, dass vorher 378 Stufen der Transzendenz überwunden werden müssen? Ich werde dich jetzt schlucken, dann wissen wir Bescheid, warum du hier bist >>

- SToppp!! -

Das Maul rührte sich nicht mehr.

<< Licht, warum willst du zu mir? >>

L: "Eine Janine ist in Gefahr, sie ist schwer verletzt und wird durch einen Wächter der Naturgesetze bedroht. Wenn uns niemand hilft, kann er sie vernichten"

Eine Janine in Gefahr? Darauf reagierte Persephonia unmittelbar. Eine höhere Priorität akzeptierte sie in diesem Moment nicht.

Ploppp. Eine Frau materialisierte innerhalb der Höhle, ein paar Meter vom Eingang entfernt. Das Tageslicht reichte gerade aus um sie sichtbar zu machen. Sie sah etwas blass aus, ein bisschen morbide, aber wunderschön und natürlich mit körperlangen Haaren, deren Ende nicht zu erkennen war. Schwarze Haare, schwarz wie die Nacht. Die Haare reflektierten zum Teil das Tageslicht. Schwarze Augen und eine dunkle Hautfarbe. Sie war kaum zu sehen. Und dennoch sehr deutlich wahrnehmbar. Sie machte sich bemerkbar, im Bewusstsein des kleinen Lichtes.

Ihr Gesicht sah angemalt aus. Schwarze Ränder um die Augen herum.

Sie gab dem Maul zu verstehen, es solle verschwinden, und weg war es.

Dann kam sie aus der Höhle heraus, stand im Tageslicht.

Die Sonne verdunkelte sich, eine Sonnenfinsternis entstand einfach aus dem Nichts heraus.
Was verdunkelte nur die Sonne? Es war keine Wolke am Himmel zu sehen gewesen.

<< Licht, ich durchleuchte gerade deine Informationsquanten. Das sieht ja übel aus. Wie konnte das geschehen? Warum hat sich Janine in diese Gefahr gebracht? Diese Frage finde ich nicht beantwortet. Dieser Wächter, niemals hätte er eine Janine gefährden dürfen, nicht einmal um des Bestandes der Naturgesetze willen. Wenn die Existenz verloren geht, gibt es auch keine Naturgesetze mehr. DAS SOLLTE EIN WESEN DER UNENDLICHKEIT WISSEN. Ich werde mich um ihn kümmern >>
...

Im Innenhof der Burg. Janine und die Prinzessin lagen eng umschlungen in einem Bett aus Haaren. Der ganze Innenhof war voller Haare. Die Prinzessin gab Janine ihre ganze Liebe und übertrug so Lebensenergie. Mit Hilfe der paranormalen Energie, die sie in sich trug.

PLooppp. Eine Frau materialisierte. Wir kennen sie schon. Die Begleiter der Janine wichen erschrocken zurück. Ob das die angekündigte Macht war, die sie alle bedrohte?

Der blutrot gefärbte Himmel wurde schwarz. Es wurde stockfinster. Die schwarzen Haare der Frau begannen an manchen Stellen zu leuchten. Und es erhellte die Umgebung so weit, dass alle Janine und die Prinzessin, eingehüllt in Janines Haaren, sehen konnten.

<< Nein, ich bedrohe euch nicht. Das kleine Licht hat mich geholt. Ich bin Persephonia. Habt keine Angst, ich sehe vielleicht aus wie der Tod, aber ich bringe ihn euch nicht. Ihr seid jetzt außer Gefahr. Das Wesen der Unendlichkeit, das euch bedroht, es kann euch jetzt nichts mehr anhaben. Ich glaube auch kaum, dass es meine Nähe suchen würde. Ich kann es vollständig absorbieren >>

Persephonia kniete nieder, löste die Prinzessin vorsichtig von Janine.

<< Prinzessin, lass mich nach Janine sehen. Wer kann schon ein besserer Doktor sein als der Tod >>

Prinzessin: "Bitte sei vorsichtig mir ihr, ihre Verletzung trennt sie von ihrer Lebensader, sie brauchte meine Energie."

Persephonia berührte Janine, eine Berührung, die kein lebendes Wesen überstehen würde, wenn Persephonia es nicht wollte. Persephonia spürte die Schwäche von Janine. Ja, es war diese Druckstelle in den Haaren. Persephonia nahm die Haare in die Hand, suchte die verletzte Stelle.

Bei der allmächtigen Arianne, hatte da einer drauf herumgehauen. Die ganze Breite war eingebeult. Da war noch etwas, negative Energie, es hatte die Wirkung der einwirkenden Impulse nach außen geleitet. Die negative Energie konnte nicht durchtrennt werden. Damit konnte auch nichts die Haare durchtrennen, denn die negative Energie umhüllte die Haare. Nur, warum waren die Haare dann so eingebeult? Irgendetwas hatte doch durchgeschlagen.

Merkwürdig. Persephonia verfolgte die Ströme der Zeit, suchte nach der Kausalität.

Zauberenergie. Dieses "Auge" hatte mit paranormaler Energie operiert, die ihm von außen zugeflossen war. Da dadurch eine Janine verletzt werden konnte,  war es Energie einer höheren Ordnung. Ob der Wächter sie hierher geleitet hatte? *such*. Nein, es schien eine zufällige Erscheinung zu sein. Irgendwo im Bereich der Existenz hatten höhere Wesen Eingriffe in die Naturgesetze vorgenommen, dieses Ereignis hier war der Ausgleich dafür.

Persephonia lokalisierte potentielle Ereignisse, die dafür verantwortlich hätten sein können.

Sensity hatte eine Galaxis entführt. Nein, das konnte es nicht gewesen sein. Die Liebe hatte mehrfach eingegriffen, aber auch sie hatte die Konsequenzen ihres Handeln eingrenzen können. Abakus hatte die Regeln verletzt und wurde von Ennaira gerichtet. Das waren massive Eingriffe, deren Konsequenzen nicht eingegrenzt werden konnten. Warum hatte Arianne das zugelassen? Ennaira durfte nicht in die Existenz eingreifen. Wahrscheinlich hatte das auch den Wächter irgendwie beeinflusst. Wenn ihn negative Energie getroffen hatte?

Nun gut, die Ursache war erkannt worden.

Weitere Konsequenzen waren nicht zu befürchten. Die Nebenwirkungen waren damit ausgeschöpft.

Sie konnte die Schäden reparieren. Arianne musste es gewusst haben, sonst hätte sie wohl selbst eingegriffen oder Ennaira zurückgewiesen.

Sanft streichelte Persephonia die Haare von Janine und setzte ihre eigene paranormale Energie ein. Mit einem Schlag war das Problem gelöst. Janine war geheilt.

Persephonia stand wieder auf.

<< So, das hat einen paranormalen Impuls ausgelöst, den unser Wächter kaum übersehen dürfte. Aber die Frequenz der Energie dieses Impulses, sie wird ihn zurückhalten. Es ist meine Eigenfrequenz. Sollte er dennoch hier auftauchen, es wäre sein Ende. Das sollte er wissen. >>

Janine schlug die Augen auf. Persephonia reichte ihr die Hand, stellte sie wieder auf die Beine.

<< Janine, was hast du dir dabei gedacht? Du hättest dich verstecken müssen. Du bist doch viel schneller als dieses behäbige Wesen der 5. Stufe. Irgendwann hätte er es aufgegeben dich zu jagen >>

Janine: "Ich weiß, aber dann hätten sie die Prinzessin getötet. Sie war als Opfer vorgesehen, für irgendein obskures Geistwesen. Der Zauberer "Böses Auge" hatte sie gestohlen. Die Prinzessin ist ein so liebenswertes Wesen, ich mag sie so sehr. Nein, auch ich muss meinen Gefühlen folgen, wenn es nicht anders geht."

<< Ja, das verstehe ich schon. Aber die Verantwortung für die Existenz ... gut, man kann das nicht gegeneinander aufrechnen. Das ist nicht deine Art, du bist kein politisches Wesen. Der Fehler liegt bei dem Wächter, obwohl, möglicherweise kann man ihn dafür gar nicht verantwortlich machen. Ich werde mich um ihn kümmern. Ihr müsst wissen, die Existenz gehört nicht zu meinem Wirkungsbereich, es ist jetzt aber der Blick auf das Ganze, der mich eingreifen lässt >>
...

Persephonia
.........

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