Arianne 123 - Prinzessinnen der Ebene

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Losty's Welt

Eine Frau bewegte sich aus der Menge heraus, näherte sich dem Hochheiligen und seinen 4 Inquisitoren.

"Was willst du hier? Sollen wir dich gleich dazuhängen?"

"Ihr habt doch nur drei Kreuze."

"Wachhabender, hole ein viertes Holzkreuz herbei. Packt sie und fesselt sie"

Absurde Befehle.

Dass die Menge gerade noch 10 Meter von ihm entfernt war, sah er das nicht?
Sie standen da, schauten ihn an, bildeten einen Kreis um ihn herum.

Es gab niemanden mehr, der noch auf ihn hörte. So stand der Oberheilige ganz alleine da.
Und seine 4 Inquisitoren zitterten vor Angst. Angst vor der Rache, die sie nun treffen würde.

Plötzlich erfasst so etwas wie Spiritualität den ganzen Platz.

Alle Menschen knieten nieder. Auch die Soldaten. Sie beteten die Frau an, die nun direkt vor dem Oberheiligen stand. Nur die Inquisitoren und der Oberheilige blieben stehen.

Er konnte es nicht glauben.

"Was ist in euch gefahren?"

Die Frau wandte sich an ihn.

"Ihr 5 seid nicht mehr zu retten. Die ganze Schuld, die ihr bereits auf euch geladen habt. Eure Seelen sind zerfressen von Machtrausch und Mordlust."

So hatte noch nie jemand mit ihm zu sprechen gewagt. Gerade wollte er aus sich herausfahren, aber dann wurde ihm bewusst, dass alle bis auf die Inquisitoren die Frau anbeteten. Den 5 blieb die spirituelle Erfahrung verwehrt.

Er zog sein Schwert, wollte der Frau damit den Kopf abschlagen.

Da geriet Leben in die Menge. Kaum dass er sein Schwert angefasst hatte, stürmten sie nach vorne. Einige packten ihn, hielten ihn fest, fesselten ihn. Den Inquisitoren ging es auch nicht besser.

Sollte man die nicht an die Kreuze hängen? Damit sie endlich einmal selbst erfahren konnten, was sie anderen an Leid zugefügt hatten?

Ja, sie sollten die Nägel spüren.

Zunächst aber wurden die drei Menschen befreit, die an den Kreuzen hingen.

Nun wurde es allmählich Zeit für eine Ansprache.
*seufz*. Losty hatte schon so viele Ansprachen gehalten und doch kam er immer wieder hoch, dieser Aberglaube, die Angst vor dem Teufel und auch diese animalische Mordlust, die dazu führte. Menschen öffentlich zu kreuzigen.

Aber dieses Mal hätten sie es auch alleine geschafft. Fast. Na ja, das bisschen Wind und Wetter und da sie schon einmal da war. Ein bisschen überraschte es sie doch, dass so wenig so viel bewirken konnte. Aber sie sah auch, dass diese Menschen Hilfe brauchten. Ganz auf sich alleine gestellt, es schien so unendlich schwer zu sein, den wachsenden Geist zum Durchbruch zu verhelfen.

Es tat ihr so weh, dass sie die Dinge so oft nicht beeinflussen konnte oder durfte, um Paradoxien zu vemeiden. Aber diesmal, diesmal würde es keine Verwerfungen in der Raum-Zeit geben und kein Tor würde sich öffen, über das Raum-Zeit Monster eindringen konnten.

Ennaira war ja auch auf ihrer Seite. Nach den gemeinsamen Erfahrungen mit dem Wachbewusstsein der Arianne war vieles anders geworden. Man würde jetzt versuchen, die Probleme gemeinsam zu lösen.

Das Leid der Kreuzigung, das Losty ihren Wesen erspart hatte, sie nahm es in sich auf. Nein, Arianne oder Weepy wollte sie damit nicht belasten. Auch sie als unendliches Wesen spürte den Schmerz in sich. Sie sah sich selbst am Kreuz, schwebend durch Zeit und Raum. Um sich herum Planeten, Sterne und Galaxien. Losgelöst von der irdischen Schwere.

Losty konnte ihre Unendlichkeiten gar nicht entfalten, in der Enklave in der sie lebte, und so musste sie richtig leiden.

An ein Kreuz genagelt. Das Blut lief ihr aus den Verletzungen, die sie den anderen erspart hatte.

Ennaira konnte sie so sehen und es berührte sie bis ins Innerste ihres Ichs. Sie musste weinen.

Ein Wesen der negativen Energie, das weinte? Ja, die Tränen strömten aus ihren Augen. Ennaira erlebte Gefühle, die sie nie für möglich gehalten hätte. Dieses verlorene Wesen Losty, sie liebte sie so sehr, für das was sie tat. Auch ein Gefühl, das für Wesen wie Ennaira nicht selbstverständlich war. Es änderte die Sicht der Ennaira auf die Existenz und damit auch den negativen Teil der Ebene.

Es war nicht nur diese eine Situation. Losty hatte so viele Welten zu betreuen und oft wiederholten sich die Dinge.

Wenn sie etwas verhindern konnte, sie musste es in sich weiterführen. Nur so konnte die Existenz ihrer Enklve stabil gehalten werden. Das war der Preis, den sie als spirituelles Wesen zahlen musste, wenn sie die Welt in ihrem Sinne mitgestalten wollte.

Aber sie erlebte auch die Freude, die sie verursachte. Sie nahm daran Anteil, es wurde ein Teil ihres Ichs.

Was sie über sich selbst erfahren hatte, war sehr viel.

Sie war eine kleine Arianne.

Irgendwann würde sie vielleicht einmal ihre eigene Ebene haben, ihre eigene Existenz. Aber noch brauchte sie Zeit, sie wollte auch ihre eigenen Geschöpfe nicht verlassen. Vielleicht gab es einmal eine Übereinkunft mit Ennaira, wie sie sich im negativen Bereich der Existenz bewegen könnte. Noch war es sehr schwierig für sie, in den positiven Bereich von Ariannes Existenz zu gelangen.

Ihre kleine positive, endliche Enklave, im negativen Bereich der Ebene. Sie war doch etwas besonderes.

Ein Raumschiff näherte sich ihrem spirituellen Traum der Kreuzigung. Ein Anti-Photonenschiff. Ennaira befand sich in seinem Innern.

Ennaira berührte Losty mental, nahm ihr das Leiden, befreite sie vom Kreuz. Für Ennaira war es einfacher das Leiden in sich aufzunehmen, denn sie lebte in ihren Unendlichkeiten.

Das Anti-Photonenschiff war ein Geschenk der Ennaira, mit positiver Energie in seinem Innern, umhüllt von einer kleinen Null. Dort konnte Losty hinein materialisieren und sich damit durch den negativen Teil der Ebene bewegen. Damit war auch der Existenzbereich der Arianne für sie erreichbar.

<< Danke, Ennaira >> :-))

Sie war nun nicht mehr isoliert und allein.

Plötzlich hatte Losty eine Eingebung, die direkt von der Ebene kommen musste.
Die Ebene erlaubte ihr Zugang in den inneren Bereich. Dort drin konnte sie ihre eigenen Unendlichkeiten entfalten.

Die Ebene hatte nun 2 Prinzessinnen, eine, die regierte und eine, die noch wachsen musste und die sich vielleicht eines Tages selbständig machen würde. Vielleicht aber auch nicht, in der Unendlichkeit ist sehr viel Platz, auch für unendliche Wesen. Aber vielleicht würde die Ebene auch eine dritte Prinzessin erhalten ... Ennaira.
...

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