Arianne 13 - Der negative Teil der Existenz

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Akadia erfährt die Wehen der Existenz auf dem Planeten der Barmherzigkeit.


Der negative Teil der Existenz

Janine and Akadia strandeten mit dem Photonenschiff in der Nicht-Existenz.
Wie konnte es dazu kommen?

Das Photonenschiff ermöglicht viel mehr, als nur das Verfolgen der Zeit in einem Zeitstrom. Aber das Verlassen eines Zeitstromes birgt auch Gefahren.
Es gibt Bereiche der Existenz, die noch nicht erschlossen sind und Wurmlöcher, die in das Unbekannte reichen.
Durch eines dieser Löcher fielen sie in einen Bereich der Nicht-Existenz.

Das Photonenschiff brauchte Existenz, um sich bewegen zu können, und Janine konnte keine Existenz in einer Null schaffen, ihre Lebensenergie drohte zu verpuffen.

Als schon alles verloren schien, meldeten sich Akadias Haare. Sie waren von Arianne mit Leben und Magie gefüllt. Die Magie der Arianne, sie reichte selbst über die Null hinaus. Die magischen Haare Akadias sahen einen Ausweg, den der Selbstaufgabe. Sie mussten Akadia verlassen, sich ins Photonenschiff integrierten und dabei Janines Haare mitnehmen.
Die Haare der Janine, sie beinhalteten ein unendlich großes paranormales Potential, und wie kann eine Null besser neutralisiert werden, als durch eine Unendlichkeit?
So konnten die Haare die Eigenexistenz von Akadia und Janine bewahren, ohne selbst daran beteiligt zu sein. Das Photonenschiff und die Haare waren dann in der Nicht-Existenz verloren, aber Janine und Akadia würden weiterleben.

Und die Wesen der Existenz in den Zeitströmen der Janine?

Janine nahm sie direkt in sich auf, in ihr unendliches Selbst.

Ob die Haare dabei eine Art Opfergang durchführten?


12 Jahre waren sie nun bereits auf diesem kleinen Planeten, in dem sich das Elend des Universums traf. Menschen, die ihre Geschichte erzählten, nein, mehr, Akadia erlebte die Geschichte.
Es war so schrecklich, wie sich das Schöne am Existentiellen in eine Hölle verwandeln konnte.

Beide versuchten zu helfen und zu trösten, so weit sie nur konnten. Sie konnten mit den Menschen reden, deren Schicksal sie wahrnahmen. Woher  kam nur die Energie, dies alles durchzustehen? Es war die Lebensenergie der Janine. Aber wieviel kann ein lebendes Wesen ertragen? Wenn es erleben muss, wie Menschen zerfetzt werden, in einen Abgrund getrieben, unterdrückt, um die Schönheit ihrer Körper betrogen. Wenn es keine Hoffnung mehr gibt, nur noch den Versuch, das Elend ein wenig zu  mildern?

Akadia, sie hatte sich so an die kleinen lebendigen Haare gewöhnt und die Haare an sie. Die Haare weinten bitterlich, als sie merkten, dass sie Akadia verlassen und zurück bleiben mussten in der Nicht-Existenz, um Akadia zu retten. Akadia brach es das Herz. Janine, der Verlust ihrer Haare bedeutet auch den Verlust des Kontaktes zu ihrem Zeitwesen. Eine Janine ohne Zeitwesen? Was konnte sie noch gestalten? Und das Zeitwesen, würde es sterben, ohne seine Janine?

Warum half Arianne nicht? Jetzt, wo beide sie so sehr brauchten. War Arianne in der Nicht-Existenz handlungsunfähig? Schwer vorstellbar, Arianne war doch das umfassende ALLES. Vielleicht war sie abgelenkt? Oder Arianne hatte sie beide verloren, wie einst das verlorene Haar.

So blieben die beiden Frauen zurück, ganz ohne Haare, und strandeten auf dem Planeten der Barmherzigkeit. Mitten in der Nicht-Existenz.

... Akadia und Janine näherten  sich dem Tempel im Dschungel der Barmherzigkeit. Sie traten durch die Pforte. Dort, in der Mitte des Saales, eine Riesenstatue, Arianne. Hier, wo sie niemand von ihnen vermutet hatte. Akadia starrte die Statue nur an. Dann begann sie zu weinen, sie fühlte sich so elend, wollte am liebsten sterben.

Arianne trat aus dem Schatten, näherte sich ihr, berührte sie ganz sanft.

Akadia konnte es nicht annehmen. Sie krümmte sich zusammen. Die Tränen liefen ihr das Gesicht hinunter. Sie weinte leise, sagte nichts.

Janine umarmte sie. Streichelte Akadia. Schaute Arianne nur an, sagte nichts, dachte nichts. Und Arianne? Sie musste es doch spüren, was in Akadia vorging, denn Akadia war auch ein Teil von ihr.

Arianne stand nur da.

Wer konnte sie schon verstehen?

Janine streichelte Akadia, ganz sanft, gab ihr Zärtlichkeit und damit auch einen Hauch von Glück. Akadia, sie hörte auf zu weinen, sie konnte es nicht mehr, alle Tränen waren raus, sie war so leer. Nein, sie wollte keinen Kontakt mehr haben zu höheren Wesen, aber sie liebte Janine doch so sehr. Arianne war zu groß für sie, zu schwierig. Sie konnte Glück bringen, das Paradies, und doch auch alles Elend der Existenz bewusst machen. Warum  nur? Warum konnte es nicht schön sein? Sie hatte doch die Macht dazu?

Darauf würde ihr Arianne nie eine Antwort geben.

Nun war sie allein. Nie wieder würde sie Kontakt zu Arianne aufnehmen wollen. Und Janine, musste sie Janine auch aufgeben? Nur in ihrer eigenen, kleinen menschlichen Existenz leben, mit all den Problemen, die diese Welt hatte? Ja, man hätte sie kahlgeschoren, im Tempel der Langhaarigkeit. Sie hätte Arianne gedient, ohne sie wirklich jemals wahrnehmen zu können. Aber sie hätte  auch ein wenig Glück gefunden, in ihrer Endlichkeit, mit den Mönchen, in ihrer spirituellen Welt. Glück, nur für einen Moment, verglichen mit dem großen Universum einer Janine. Nichts im Vergleich mit der Unendlichkeit einer Arianne, aber ihr ganz eigenes Glück, das nur ihr gehören würde.

War es richtig, dass die kosmischen Wesen in ihr Leben eingegriffen hatten?

Sie lernte das unendlich Schöne kennen, aber dafür auch das unendliche Elend. Vielleicht war es doch besser, in der Endlichkeit des Seins mit dem zufrieden zu sein, das das Leben gab.
Menschen waren nicht für die Unendlichkeit geschaffen.

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