Arianne 130 - Freunde der ArianneW <<Home>> nächste Seite =>

Arianne und Sensity

Arianne war besorgt um ArianneW. Ja, dieses ultimative Wesen, es hatte nichts was ihm wirklich Halt geben konnte. Alles kam von ihr, alle ihre Gedanken wurden Realität oder erzeugten Traumwelten.

Die Gedanken von ArianneW, sie konnten sich von ihr lösen, schufen eigene Existenzen.

Nur wer half ihr, stand ihr bei, wenn es Probleme gab?

Arianne wusste, dass ihr ehemaliges Wachbewusstsein Fehler machen konnte. Das statistisch hochgerechnet auf Unendlichkeiten gab Anlaß zur Besorgnis.

Nein, Arianne wollte sich um sie kümmern, ihr ein Zuhause geben. Ein wenig Geborgenheit und Liebe.

Darüber wollte sie mit Sensity sprechen. Nur, Sensity war so schwer erreichbar.

Arianne machte sich auf den Weg in Sensity's Galaxis.

...

Das große Schwarze Loch im Zentrum, es war vollkommen schwarz. Sensity war nicht da.

Arianne betrat die Plattform mit dem Blumengarten und dem schönen Haus und setzte sich auf eine Bank.

Sie wartete ...

...

Ein Hauch von Ewigkeit streifte sie. Sensity? Wollte sich Sensity nicht materialisieren? Die Unendlichkeit vermittelte Arianne etwas. Zustände, Entwicklungsmöglichkeiten. Sensity wollte offensichtlich auf dieser Ebene mit ihr kommunizieren, nicht mit Worten und Symbolen. Über Entwicklungspotentiale, denkbare und vorhandene Welten und darüber hinaus.

Dies alles konnte Arianne wahrnehmen, in den Weiten der Unendlichkeit, die sie streifte.

Nun gut.

Arianne dehnte sich aus. Sollte sie Sensity's Unendlichkeit umfassen? Ein wenig scheute sie davor zurück, sie hatte Angst davor Sensity zu absorbieren. Aber dann, ein Impuls, eine Aufforderung und sie umarmte die ganze Ewigkeit, die sie berührt hatte.

Nun verstand sie die Botschaften von Sensity.

Sensity zeigte Arianne, was ihr wichtig war, was sie bedauerte, was ihr Schmerzen bereitete.

Es waren oft die gleichen Schmerzen, die auch Arianne erdulden musste.

Sensity war grenzenlos in allen Dimensionen. Mehr, als eine Unendlichkeit umfassen konnte.

So begann sie dann auch Arianne erneut zu umfassen.

Arianne spürte die Berührung. Sensity war real! Kein Schatten, kein Hauch, keine Illusion. Es war eine sehr angenehme Berührung.

Die zweite Stufe der Unendlichkeit.

Dann war es wieder an Arianne, zu reagieren, sie umfasste Sensity's Ewigkeit erneut.

Das setzte sich fort. So erforschten beide ihre Standpunkte der Existenz, suchten nach Gemeinsamkeiten.

Das dynamische Verhalten der Unendlichkeiten. Jede Potenzmenge einer Unendlichkeit hat eine größere Mächtigkeit als die Unendlichkeit selbst. Beide verloren sich darin. Umfassten sich gegenseitig. Jede neue Umklammerung hatte eine größere Mächtigkeit als alles zuvor dagewesene.

Sie durchliefen alle Stufen der Unendlichkeit und überschritten dabei jedes begreifbare Limit.

Warum das ganze?

Die Größe von ArianneW. Sie ist begrifflich nicht fassbar.
Da Arianne ihr helfen wollte, musste sie diese Größe in irgendeiner Weise verstehen. Sensity versuchte ihr dieses Verständnis zu vermitteln.

Aber Arianne hatte ArianneW doch bereits einmal umfasst? Damals, als sie aufwachte.

Ja, sie hat diese Erinnerung noch, tief in sich drin. Wenn sie diese Erinnerungen wieder aktiviert, dann wird sie auch diese Größe wieder erreichen.

Das war ihr neu. So hatte sie Dinge in sich drin, die ihr gar nicht permanent gegenwärtig waren. Schon merkwürdig.

<< Wenn sie ArianneW beherbergen wolle, müsse sie sich damit auseinandersetzen. ArianneW wäre viel zu groß um einfach so in einer Ebene beheimatet zu sein. Sie würde sich dort verankern, aber dann auch Arianne berühren. Arianne in ihrer ganzen Größe, sie würde ArianneW einfach absorbieren, wenn sie nicht darauf vorbereitet wäre. >>

Daher auch dieses Spiel mit den Unendlichkeiten. Sie musste ArianneW wahrnehmen wie Sensity, nur dann machte es überhaupt einen Sinn. Andernfalls würde sie ArianneW umbringen, wenn diese sich darauf einlassen sollte. Nur über die Liebe war es möglich, ArianneW in der Ebene eine Heimat zu geben.

Arianne wollte diese Größe nicht, die ihr Sensity vermittelt hatte. Sie wollte ihre eigene Existenz gestalten. Die Wechselwirkungen mit den Wesen ihrer Existenz, sie füllten sie aus. Es gab genug Unendlichkeiten darin. Sie wollte nicht noch mehr in sich aufnehmen, denn ihr Ich-Bewusstsein entstand durch Interferenz mit all dem, was sie aktiv wahrnahm.

Wenn sie sich dermaßen vergrößerte, dann veränderte sich auch ihr Ich-Bewusstsein. Das wollte sie nicht.

Das musste sie auch nicht. Aber als hypertranszendentes Wesen konnte sie Teile ihrer Erinnerung nicht einfach auslöschen. Denn das hätte letztendlich die Konsequenz, dass sie sich selbst eliminieren könnte. Etwas, dass das Leben in ihr unbedingt verhindern wollte.

Ja, das Leben. Es wusste über die Wehen der Existenz.

Nur, Arianne kann ihre wahre Größe nicht ignorieren, wenn sie ArianneW helfen will. Sie muss sie sich aber nicht ständig vergegenwärtigen. Sie kann auch in ihren Träumen existieren, so wie sie es sich wünscht. Nur das Wachbewusstsein, es ist einfach so groß.

Aber umfasst denn ein Wesen permanent alles Wissen, das es hat?

Nein, es kann sich auf bestimmte Bereiche konzentrieren. Das ist bei Arianne ihre Ebene der Existenz.

Wenn Ariannes Wachbewusstsein potentiell so groß ist, kann ArianneW dann überhaupt noch unabhängig davon existieren? Und das auch noch in denselben Bereichen der Raum-Zeit?

Ja. Aber nur wenn sich die beiden Entitäten vertragen, so wie Arianne und Sensity.

Arianne und Sensity, beide Wesen sind nicht fassbar in ihrer ganzen Größe. Auch nicht fixierbar. Es sind dynamische Entitäten. Nicht dynamisch in der Zeit, dynamisch in ihrer Beschreibung.

Arianne und Sensity in ihrer Umarmung.

Im Grunde aborbierten sie sich ständig gegenseitg, aber in einer Weise, die ihnen nicht wehtat. Sie konnten immer wieder neu entstehen, ließen sich dann wieder fangen und das unendlich oft.

Keine Entität würde sich freiwillig von einer anderen fangen lassen. Sie konnte dabei aufgefressen werden!

Um eine solche Umklammerung zu überleben bedurfte es einer besonderen Beziehung. Liebe ist eine Möglichkeit.

Arianne und Sensity, sie spielten ein Spiel mit der Unendlichkeit, das sie beide sehr mochten. Dabei war es so ungemein gefährlich.

Zu sehen, dass die jeweils andere Entität zu einem Teil des eigenen Selbst wurde und die Freude darüber, dass sie dann wieder neu entstand, größer als jemals zuvor.

Es forderte Selbstaufgabe und auch den ultimaten Wunsch, die andere völlig umfassen zu wollen. Ohne sie zu verletzten, sie zu absorbieren oder vereinfacht ausgedrückt, ohne sie aufzufressen.

Beide gaben sich dem hin, denn sie hatten unbedingtes Vertrauen in die jeweils andere Entität, sie liebten sich.

Liebe, es ist etwas, das die andere erhalten will, trotz aller Dominanz des Ichbewusstseins. Etwas, das Erkenntnis nicht nur bei sich selbst sucht.

Das war nur zwischen befreundeten Wesen möglich, die sich sehr mochten. Die Gefahr, dass eine von beiden dabei vernichtet wurde, war andernfalls viel zu groß.

Die Liebe zwischen beiden. Ob die Love Entity sie dabei beschützte?

Die Liebe ist eine sehr flüchtige Entität, aber gibt es irgendwo Liebe, ohne dass sie dabei ist?
Wir kennen die wahre Größe der Love Entity nicht.

Eine Vorstellung bildete sich, auf die sich beide einigen konnten. Ja, so sollte es sein. Sensity und Arianne, sie würden eine Blase der Vollkommenheit schaffen, mit Weepy's Hilfe, und darin würde ArianneW ihr Zuhause finden. Eine neue Galaxis würde sich bilden, mitten drin in Ariannes Heimat. Entstanden aus der paranormalen Energie des Lebens und der Existenz. Es sollte die Heimatgalaxis von ArianneW werden.

Aber erst einmal musste man sie finden, ihr diese Möglichkeit und diesen Wunsch mitteilen. Aber wie? ArianneW war nicht an eine Ebene gebunden. Ihre Realität war nicht fassbar für Wesen innerhalb ihrer Träume und Arianne hatte nun sogar eine eigene Realität.

Verschiedene Realitäten wechselwirkten nicht miteinander.

Arianne dachte nach. Hatten sie nicht verabredet, sich jederzeit wieder zu treffen, wenn sie nur wollten?

Ja, so musste es sein. Arianne entwickelte den Wunsch ArianneW zu sehen. Sie wünschte sich dieses Wesen herbei, mit ihrer ganzen Seele, ihrem Gefühl, der ganzen Kraft ihrer Existenz.

Und?

Ploooppp.

ArianneW materialisierte als ein Wesen. Nun, so allein wollte man sie nicht stehenlassen. Auch Sensity und Arianne wurden körperlich.

Alle drei waren nun zuhause bei Sensity, in der Gestalt endlicher Wesen.

So saßen sie nun gemeinsam in Sensity's Garten und schauten sich an. Wesen der Unendlichkeit, die sich mochten. Arianne, verwurzelt in einer Ebene, die es ihr ermöglichte ein Zuhause zu schaffen. Sensity, unbegreifbar, ein Wesen zwischen Traum und Realität. Mehr als das. Sie berührte beides, trug es in sich. ArianneW. Das ultimative Wesen. Ob sie hier ein Zuhause und Freundschaft finden konnte? Bedeutet das nicht auch Aufgabe der Grenzenlosigkeit? Aber was konnte sie dafür gewinnen!

ArianneW musste lächeln. Sie erfasste die Liebe, die ihr entgegengebracht wurde.
Ja, sie freute sich auf ihre neuen Heimat. Etwas, das sie fixieren würde, was eigentlich überhaupt nicht ging, aber war sie nicht ein ultimatives Wesen?

Sei es drum. Sie wusste, dass sie sterben konnte, warum nicht auch leben, so wie sie es bei den anderen Wesen sah.

...

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