Arianne 140 - Liebende der Ewigkeit 03

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Liebe zwischen den Welten

Eine kaiserliche Hochzeit. Ja, es war ein Ereignis, das die Welt berührte. Jeronimus und Jana, sie verkörperten das, was so viele Menschen sich wünschten. Dass sie mehr als 30 Jahre lang regieren würden, wer wusste das schon, in diesem Augenblick. Es wurde eine Zeit der Erneuerung, des Friedens. Irgendwie färbte ihre Liebe ab, auf die Untertanen. Man nannte ihr Land das Königreich der Liebe.

Aber dann? Everything changes. Nichts bleibt so wie es ist.

Jana saß an seinem Totenbett, ihre Tränen hatten ihr Kleid ganz nass gemacht. Sie lies niemanden herein. Nein, diese Stunde wollte sie mit ihm allein sein.

Draußen, Reporter aus der ganzen Welt. Die Menschen weinten.

...

Hanus in grenzenloser Einsamkeit. Er hatte sie nicht gefunden, in diesem Leben. Ohne eigentlich genau zu wissen, wonach er gesucht hatte, er fühlte die Verlorenheit. Es war nur ein Hinüberdämmern von einem Ereignis ins nächste. Ein Anpassen an die gesellschaftlichen Verhältnisse, um überleben zu können.

Aber warum überleben, zu welchem Zweck?

Die innere Kraft des Lebens, er spürte sie, aber etwas fehlte ihm.

Es konnte nicht der Mangel an Beziehungen sein, oft war er Freundschaften und auch Partnerschaften eingegangen, aber am Ende löste sich alles wieder auf.

Tickte er falsch? Erwartete er zu viel?

Er wusste es nicht.

So dämmerte er vor sich hin, in seiner Zeit. Ein Ende war abzusehen, vielleicht, vielleicht würde er es sogar begrüßen, wenn es so weit war.

Nun war es an der Zeit, diese stupiden Beschäftigungsverhältnisse zu beenden, in Rente zu gehen. Vielleicht gab ihm die Wissenschaft noch ein wenig Zufriedenheit.

Der letzte Tag im Büro. Dann der Feierabend. Der Fahrstuhl, die Ausgangstür ...

Sie kam von draußen herein. Er fühlte sich schlagartig wie in einer anderen Welt, von einem zum anderen Moment.

Irgendwie schien sie zu spüren, dass sich bei ihm etwas veränderte. Sie schaute ihm in die Augen und dann ...

Sie hatten sich gefunden.

...

Ein neues Leben, in einer anderen Zeit.

Sie saßen zusammen an einem Tisch, in der Kneipe der Himmels. Ja, so nannte sie sich. Eine Hochzivilisation um sich herum. Fliegende Teppiche, Menschen, Autos, alles schien sich durch die Luft zu bewegen.

Es gab Sternenschiffe in fremde Galaxien, sogar in fremde Universen konnte man reisen.

Und es gab unglaublich viele verschiedene Lebensformen, intelligente Spezies mit exotischem Aussehen. Aber was heißt schon exotisch, es ist eine Frage des eigenen Standortes.

Dankbar genossen sie den Augenblick der Ruhe.

Ein menschlich aussehendes Wesen näherte sich ihrem Tisch. Ein wunderschönes Wesen und es lächelte sie an. Es brachte unbeschreibbar viel Charme herüber und es hatte eine Ausstrahlung, die das Innerste unseres Liebespaares berührte. Ihre Seelen erbebten vor Glück angesicht dieser Begegnung, ein richtiges kleines Erdbeben. Dabei wussten sie gar nicht so genau, ob es ein Mann oder eine Frau war, oder vielleicht etwas ganz anderes.

Es wirkte zeitlos schön, als wäre ein Stück der Ewigkeit zu ihnen gekommen.

<< Hallo, ihr beiden, darf ich mich zu euch setzen? >>

"Ja, sehr gerne, du machst uns glücklich, wenn du dich zu uns setzt."

Alle drei lächelten sich an. Sie brauchten keine Worte, um ihre gegenseitige Sympathie auszudrücken. So saßen sie da, über Stunden, sahen sich nur an und streichelten sich gegenseitig mit den Augen.

Es war wunderschön.

Selbst der Ober ging auf Zehenspitzen vorbei und wagte nicht sie zu stören.
Und das in einer Kneipe, wo der Umsatz alles war.

<< Ich bin ein Beobachter, ich sehe, was geschieht. Ein Beobachter am Ende der letzten Ewigkeit >>

"Die letzte Ewigkeit?"

<< Keine Angst, Anfang und Ende bilden einen Kreis, oder eine Kugel, wie ihr wollt, je nach der Dimension der Betrachtung. Doch das Innere ist nicht statisch, es dehnt sich aus und zieht sich wieder zusammen, je nachdem, was dort passiert. Es gibt keine Grenze in der Zeit, und auch keine Begrenzung für das Innere, sich ausdehnen zu können, obwohl doch alles eingeschlossen ist >>

"Und du beobachtest das Innere?"

<<Ja, ich bin eine Stringa, ich umfasse die letzte Ewigkeit der Arianne und damit auch den Kreis zu ihrem Anfang. Lasst uns ein bisschen in euren Erinnerungen lesen, ich öffne euch eine Tür >>


...

"Ein Anfang und ein Ende und doch keine Begrenzung in allem? Arianne, ja, wir erinnern uns. Sie hat uns einmal eingeladen, in ihre Heimat. Es war sehr schön in ihrer Welt, ein Paradies wie es kein zweites geben kann.

Aber was sind wir in alledem? Wir sind doch nur einfache Menschen, nichts besonderes, keine höheren Wesen. Wir haben noch nicht einmal paranormale Fähigkeiten. Warum kommst du zu uns?"

<< Ihr seid Liebende der Ewigkeit. Damit seid ihr selbst eine unendliche Größe in der Existenz. Ich beobachte euch schon sehr lange, es ist diese Liebe, die euch immer wieder zusammenführt. Dass die Existenz so etwas hervorbringen konnte, es ist fantastisch, auch für mich, als unendliches Wesen >>

"Wir wissen, dass wir verschiedene Leben hatten. Aber nur ganz wenige Eindrücke bleiben zurück. Jedes neue Leben ist wieder ganz anders, es füllt uns aus. Wenn wir mitten drin sind vergessen wir das Vergangene. Nur wenn es an der Zeit ist, kommen manche der Erinnerungen wieder zurück. so wie jetzt. Wir wissen dann auch um den Schmerz, um das Verlorensein. Nur wenn uns dies alles bewusst wird, wir sehen dann, es ist kein Ende, es ist der Beginn eines neuen Anfangs"

<< Ja, eure Liebe ist so stark, dass sie den Tod überwinden kann. Nun habe ich euch kennengelernt und ich bin begeistert, ich spüre alles, was in euch ist. Glaubt mir, Arianne kann einfach nur glücklich sein, dass sie euch hat und ihr werdet niemals vergehen, so lange es sie gibt. Ihr seid das, was die Janines erreichen wollen aber nicht selbst darstellen können >>

...

Ein neues Leben in einer neuen Zeit.

Aria und Janus. Ein Liebespaar, das körperlich und geistig so sehr miteinander verschmolzen war, dass jede Trennung Schmerzen bereitete. So sah man sie auch fast nur zusammen, in körperlicher Berührung.

Sie liebten ihre Körper und den Körper des anderen, die Gesichter, die Augen, die nackte Haut, jede Bewegung, den Blick, die Gesten, das Sprechen, einfach alles in allem, was sie wahrnehmen konnten.

Und sie brauchten keinen Spiegel dafür.

Das Leben des anderen, es war wie eine Erfüllung des eigenen Ichs. Etwas, das sie sich so sehr gewünscht hatten und das nun einfach da war. Dass eine Seele so viel Sehnsucht empfinden kann und dass diese Sehnsucht erfüllt wird, sie dachten gar nicht darüber nach, sie lebten es.

So konnnten sie tagelang in enger Umarmung verweilen und die Welt um sich herum vergessen.
Dass Liebe so viel Geborgenheit geben konnte.

Aber ist so eine Liebe nicht auch eine Sucht?

* grins* Natürlich ist sie das. Aber sie ist nicht destruktiv, manchmal hat sie genug von sich selbst, dann ertragen sie auch die körperliche Trennung voneinander. Aber sie bleiben mental miteinander verbunden, es ist eine Art von Telepathie, natürliche Telepathie, keine paranormale Energie.

So verging die Zeit. Sie liebten sich mit all ihrem Gefühl und sie schafften es doch auch, eine Außenwelt um sich herum aufzubauen, die das innere Glück widerspiegelte. Nicht ohne Probleme, nein, das Leben ist kein immerwährender Hauch von Glückseligkeit, aber das Vertrauen in die Liebe, es hilft so viele Hürden zu überwinden.

Es ist auch nicht so, dass sie nur fixiert bleibt, die Liebe. Die Tiere, die Pflanzen, die Schönheit der Natur, sie öffnete ihnen Blickwinkel, die sie sonst vielleicht einfach übersehen hätten.

So ließen sie auch die anderen Menschen teilhaben an ihrer Liebe und sie bekamen dafür so vieles wieder zurück. Manchmal ist es doch so, dass nur irgendwo ein Anfang gemacht werden muss.

...

Referenzen für den Minizyklus Liebende der Ewigkeit
Einige Bezüge aus der PoP Literatur habe ich eingebaut, soweit ich mich daran noch erinnere

(1) Dido, "the day before the day" (der Tag vor dem Tag)
(2) Heather Nova, "everything changes" (alles verändert sich)

Liebende der Ewigkeit, es gab einmal einen Romanzyklus in Perry Rhodan, der die Reinkarnation von Liebenden zum Inhalt hatte

Das Lied "The first, the last eternity", es begleitete mich musikalisch
Juliane Werding hatte mich an einigen Stellen inspiriert, die Lieder "Alles", "Weißt du wer ich bin"
Der Film "Final Destination"
Die Geschichte der Hypatia
Der Film "Leprechaun"
Tori Amos mit ihren kleinen Erdbeben (Little Earthquakes)

Link: Liebende der Ewigkeit 04
Link: Liebende der Ewigkeit 01

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