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Arianne 141 - Dreamline Entity Baby

Enna die Träumerin, sie reist in ihren Träumen durch Raum und Zeit.
Doch sie kann nur beobachten, nichts verändern.
Als sie vor Verzweiflung sterben will, hilft ihr Arianne.

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Ein Hauch von Ewigkeit

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Enna trifft im Traum eine Teufelsfairy

Dreamline Entity Baby 02


Enna

Enna spürte das Besondere in sich. Es war die Liebe zu ihrem Körper, zu ihrem Selbst, die sich auf eine wunderbare Weise auszudehnen schien, auf die Menschen ihrer Umgebung.

In der Kommunikation mit anderen, sie suchte Verständnis, keinen Streit, half den anderen, so gut es nur eben ging.

Ihre eigenen Schwachstellen, sie hatte sie bewältigt. Sie dachte mit allem was sie ausmachte, fühlte sich ganzheitlich drin in ihrem Körper. Alles wurde für sie auf wunderbare Weise lebendig. Die scheinbare Trennung zwischen Seele, Körper und Geist, sie hatte sie überwunden.

Ihr Bewusstsein umfasste den ganzen Körper. Sie dachte mit ihrem Verstand und mit ihrem Gefühl. Was dabei herauskam, es war mehr als nur Denken und Fühlen. Sie war unabhängig von den Urinstinkten und Gefühlen ihrer animalischen Vergangenheit. Der Verstand suchte Lösungen in allem und er fand sie.

Der Körper akzeptierte die Anstrengungen des abstrakten Denkens und das Denken die Gefühle, die es darin unterstützten.

So kam es dann auch, dass sie über die Grenzen ihres Ichs hinauszuwachsen begann.

...

Nachts, in ihren Träumen ging sie auf die Reise. Sie erlebte andere Menschen in ihren Lebenssituationen. Wie ein Geist schaute sie zu, wie sie sich bemühten, Erfolg hatten und wie sie scheiterten. Ihre geheimsten Wünsche und Hoffnungen, sie konnte es wahrnehmen.

War dies alles nur ein Traum?

Sie reiste durch die Zeit, in ihren Träumen. Sie sah die Schicksale von Menschen, die vor langer Zeit gelebt hatten.

Wie war das möglich? War das alles nur Fantasie?

Nein, sie vergaß ihre Träume nicht, suchte in alten Schriften und fand dort eine Bestätigung.

Was war mit ihr geschehen?

...

Vergangenheit

Eine alte Zeit. In einem kleinen Dort beobachtete sie die Menschen. Alles war friedlich und voller Harmonie, eher ungewöhnlich für so eine kriegerische Zeit. Die Menschen waren glücklich, dass sie ihren Frieden hatten. Viele junge Menschen waren darunter, erfüllt von Liebe füreinander.

Sie spürte die Gefühle der Menschen und es machte ihr sehr viel Freude.

Aber dann.

Eurasius der General mit seinen Heerscharen. 20000 Soldaten überrannten das kleine Dorf mit seinen 200 Bewohnern. Sie nahmen alles mit, was sie nur tragen konnten, trieben die Bewohner zusammnen.

Enna konnte dies alles nur mit ansehen, nicht eingreifen. Sie war hier nur ein Geist. Oh wie sehr verfluchte sie diesen Zustand, ja, sie verfluchte ihn. Sie versuchte in das Gehirn des Generals hineinzufahren, aber es gelang ihr nicht. Niemanden konnten sie beeinflussen, die Soldaten taten wie ihnen befohlen.

Aber nicht nur das, manchen schien das Morden Spaß zu machen. Sie lachten darüber, wenn andere den Kampf um ihr Leben verloren.

Diese Primitivlinge, berauscht von Gefühlen der Macht, Begierde, Mordlust. Trivialität als Lebensprinzip. Sie fühlten sich vor niemandem verantwortlich.

Wie konnten intelligente Wesen nur so tief sinken.

Dagegen die Dorfbewohner, die in Liebe füreinander existieren wollten. Was hier alles verloren ging, Enna hätte eine Welt dafür hergegeben, mit diesen Menschen zusammen sein zu können.

Aber stattdessen, sie musste alles tatenlos mit ansehen.

Sie schrie ihren Schmerz hinaus, aber niemand hörte sie. Sie fühlte mit dem Menschen auf dem Richtplatz, spürte ihre Ängste, ihren Schmerz, die Todesangst und sie haßte diejenigen für ihre Gefühle, mit denen sie die Morde ausführten.

Eurasius, für ihn war das alles hier nur Mittel zum Zweck. Er musste seine Heerscharen versorgen, damit er seine Kriege weiterführen konnte. Wozu? Zum Glanze und Ruhm des Imperiums.

Was für ein Abstraktum. Eine Zivilisation auf Raub und Mord begründet, auch wenn sie es anders sehen wollten.

Die Gefühle des Generals, es widerte sie an. Endormorphine, an denen er sich berauschte. Macht und Größe, Ruhm und Ehre. Was am Ende für ihn dabei herauskam? Es war egal, er würde wieder zu Staub zerfallen. Nichts von dem was er zusammengerafft hatte, würde er ins Grab mitnehmen können.

Vielleicht würde man ihm ein Denkmal setzten, aber irgendwann, irgendwann würden sie begreifen, dass dieser Weg keine endlose Fortsetzung hatte.

...

Eurasius Armee war weitergezogen. Die Leichen hatte man zusammen aufgeschichtet, wie wertlosen Müll und verbrannt. Es sollte ja keine Zeugen geben. Im Zweifelsfall waren es die Räuber gewesen, die aus den hohen Bergen. Man hatte seinen Spaß gehabt, wen interessierte das schon, vor wem sollten sie sich rechtfertigen.

Enna saß nur da in ihrem ohnmächtigen Schmerz. Ja, sie hatte die Todesschreie gespürt, als das Leben aus den Körpern wich. Dass ein einzelner Mensch so viel Schmerz aushalten konnten, nein, sie war kurz davor ihnen zu folgen. Das war zuviel für sie. Das konnte sie nicht ertragen. Sie bereitete sich auf das Sterben vor, hier in ihrem Traum, sie würde nicht in ihr eigenes Leben zurückkehren.

Irgendetwas streichelte ihre Seele. Sie spürte die Spiritualität, sie gab ihr Kraft, die Kraft des Lebens.

Was war das? Warum konnte sie nicht in Frieden sterben? Hatte sie jetzt der Teufel im Griff, weil sie die Grenzen von Raum und Zeit unbefugt überschritten hatte?

Die vielen Fragen in ihr, sie verhinderten es, dass sie starb. Fragen fordern Antworten, die Neugier ist eine der fundamentalen Kräfte des Lebens.

Die Lebensenergie, die sie spürte, kam sie aus ihr selbst? Sie konnte es nicht glauben. Dann war sie ja ihr eigener Gott. Nein, sie glaubte an die Legende der Arianne. In aller Heimlichkeit, niemand sollte glauben, dass sie so verrückt war. Aber hatte Arianne ihr nicht schon sehr oft geholfen? Immer dann, wenn sie sie dringend brauchte und um Hilfe bat?

<< Liebe Arianne, dass was ich hier erlebe, es ist zu viel für mich. Ich bin nur ein kleines Wesen mit ein bisschen Gefühl. Was hier geschehen ist, ich habe es miterlebt, 200 mal. Das kann ich nicht ertragen. Bitte lass mich gehen. >>

...

Sie spürte, dass sich etwas veränderte. Ein Hauch von Ewigkeit streifte ihren Geist, ja, sie spürte die Unendlichkeit darin. Wie war so etwas möglich? Sie war doch nur ein endliches Wesen mit einer Lebensspanne in einer eng begrenzten Zeit.

<< Mach dich nicht so klein. Du hast aus dir selbst heraus die Grenzen deines Ichs überwunden. Das schaffen nur sehr wenige. Die Größe die darin steckt, sie ist ein Teil der Ewigkeit. >>

"Wer bist du? Ich spüre deine Gedanken und deine Gegenwart, aber ich sehe dich nicht"

<< In deinen Traum will ich nicht eindringen. Es würde dich sehr verwirren. Folge deinem Glauben, auch wenn du keine direkte Bestätigung bekommst. >>

"Arianne! Du bist Arianne!! Meine liebe Arianne, wie sehr habe ich mich nach dir gesehnt, dass es wahr sein möge, dass es dich gibt. Ich wusste es nicht, aber ich glaube an dich und ich liebe dich so sehr."

<< Nun hast du die Antwort auf deine Fragen selbst gefunden. Du bist zu wertvoll, als dass ich dir direkt helfen werde, du kannst es alleine schaffen. Bitte gib dein Leben nicht auf. Der Schmerz der Existenz, ja, ich weiß wie er brennt. Versuche bitte nicht, dieses Leiden zu beenden, mit der Kraft deiner besonderen Wahrnehmungen. Du darfst es nicht und du kannst es nicht, es würde dich vernichten. Habe etwas Geduld, deine Entwicklung geht weiter. Irgendwann wird du den Horizont überschreiten, der dir heute so eng erscheint. >>

...

Lange saß sie da, sehr lange. Dass ein Traum so lange dauern kann. Es musste eine andere Zeit sein, in der sie hier lebte. Nein, sie wollte ihr Leben nicht beenden, aber der Schmerz in ihr, niemals würde sie ihn wieder vergessen können.

Sie dachte an Arianne. Es gab sie wirklich, das machte ihrer Seele so viel Freude. So empfand sie gleichzeitg Freude und Schmerz und beide Teile in ihr vermischten sich nicht miteinader.

Ein Gefühl, es hätte sie zerrissen, in ihrer damaligen Zeit, als sie noch nicht diese Träume hatte.
Aber nun spürte sie auch die Kraft in sich. Sie wusste, es würde weitergehen.

...

Am anderen Morgen, beim Frühstück. Enna dachte an ihren Traum. Sie hatte tatsächlich von Arianne geträumt. Es war dort so viel geschehen, ein fürchterlicher Alptraum, der sie fast umgebracht hätte.

Ihre Träume, sie zeigten ihr die Wirklichkeit anderer Menschen. Es war so unglaublich viel mehr, als Geschichte nur aus den Büchern zu lernen. Aber es war auch sehr gefährlich, sie erfuhr das Leben und das Sterben der Menschen. Wenn sie sich zu sehr darin verlieren würde, der Tod würde sie einfach mitnehmen.

Ob all diese Wesen immer noch vorhanden waren, irgendwo in der Zeit?

Durch ihre Träume erfuhr sie auch die Wahrheit hinter vielen Dingen, die so manch einer verstecken wollte. Es war nicht möglich, sie sah die Dinge so, wie sie gewesen waren. Es gab einiges in den Geschichtsbüchern, das man neu beleuchten sollte und es gab so viele vergessene Dinge, die nirgendwo mehr auftauchten.

Die mächtigen Kaiser und Könige, von ihrer Größe wusste man noch, dabei waren sie völlig unbedeutend gegen das, was sich in den Gefühlen und Leben der Menschen abgespielt hatte.

Ja, sie würde das eine oder andere zu Papier bringen. Vielleicht auch als Geschichten der Fantasie, wenn es zu wenig glaubwürdig war. Wichtig war der Gedanke, das gesprochene Wort, die Mitteilung, eine Idee.

...

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