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Arianne 142 - Teufelsfairy

Eine Geschichte mit Enna, der Träumerin.
Enna trifft in ihrem Traum die Teufelsfairy Elya, der man den Prozess machen wollte.
Elya ließ den Gerichtssaal in Flammen aufgehen.

Beginn von Enna's Geschichte

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Der Hexenprozess

Es war einer von diesen Hexenprozessen. 5 junge Frauen wurden angeklagt, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Bei den ersten vier schafften sie es durch reine Rhetorik, sie in Widersprüche zu verwickeln. Das wurde dann als Schuldeingeständnis gewertet.

Es war doch so einfach für gebildete Menschen, gewandt in der Sprache, belesen in den Schriften, junge Frauen in Widersprüche zu verwickeln. Die hatten ja nichts anderes gelernt als ihr tägliches Brot durch harte Arbeit auf einem  Bauernhof zu verdienen.

Nur wenn sich Intellekt so entwickelt? Hat er dann überhaupt irgendeine Bedeutung? Abstrakte Intelligenz, belesen in den Schriften u.s.w.?

Die jungen Frauen mussten weinen, beteuerten ihre Unschuld, aber was half es ihnen? Die Mordlust lauerte in den Augen der Ankläger.

Abstrakte Intelligenz und Mordlist, eine gar nicht so seltene Verbindung. Wieder stellt sich die Frage, was ist überhaupt Entwicklung und wo führt sie in? Ist abstrakte Intelligenz nicht eher eine Sackgasse, wenn sie zu solchen Erscheinungsformen führen kann?

Die Ankläger, Männer, denen sie sich verweigert hatten. Manche davon alt, hässlich oder beides zusammen, manche auch einfach nur grenzenlos in ihrer Gier Macht über eine Frau ausleben zu wollen.

Dann die Nummer 5. Ein rothaariges Geschöpf. Dass die sich überhaupt traute ihre Haare so offen zu tragen! Elya nannte sie sich.

Dann die alles entscheidende Frage: "Ich frage dich, bist du mit dem Teufel im Bunde?"
Die erwartete Antwort war klar, denn ein Eingeständnis würde ihren Tod bedeuten.

Sie antworte mit "Ja".

Verdutzte Gesichter bei den Anklägern.

"Du gibst es zu."

"Ja"

"Dann bis du eine Hexe?"

"Ja, und eine ganz schlimme, richtig böse Hexe. Ihr habt genau die Richtige hier sitzen."

Erst einmal dumme Gesichter, aber dann fassten sie sich wieder.

"Dann brauchen wir ja nicht weiter zu fragen."

Aber die Neugier der Ankläger, sie konnten gar nicht anders als weiterzufragen. Fragen nach intimen Details, Geschlechtsverkehr mit dem Teufel, ja, das wollten sie fragen. Dabei wussten sie gar nicht, dass sie selbst den Teufel darstellten.

"Lasst uns die Einzelheiten erkunden. Wann hast du zum letzten mal mit dem Teufel geschlafen?"

"Blöde Frage. Ich schlafe nicht mit dem Teufel. Er ist in mir und ich bin ein Teil von ihm."

Schweigen.

Die redete sich hier um ihren Hals. Ja, sollte man überhaupt noch weitermachen?

Es war an der Zeit ein Zeichen setzten. Eine sollte zumindest noch dran glauben, bevor man nach Hause ging. Für ihre Frechheit sollte sie gleich an Ort und Stelle betraft werden. Man wusste ja nicht, was sie sonst noch alles erzählen würde. Die ganzen sauber ausgearbeiteten Anklageschriften, die man ihr nahebringen wollte, gegen ihren Willen, alles für die Katz.

Dieses ängstliche Winseln, das wollte man sehen. Das Flehen um Gnade, um es zurückweisen zu können.

"Henkermeister, erwürge sie."

Gleich hier im Gerichtssaal. Manche von den Anwesenden würden es genießen, wie eine Vorspeise zum Abendbrot. Niedere Instinkte, Gelüste. Es war gar nicht der Teufel selbst, der diese Dinge in sich trug.

Der Henkermeister näherte sich ihr. Sie schaute ihn ganz traurig an.

"Es tut mir so leid um dich."

Er würde sie in der nächsten Minute erwürgen, und dennoch tat er ihr leid?

Nein, aber damit würde sie sich nicht retten.

"Bitte tu mir nichts. Ich möchte so gerne weiterleben."

Aha, da kam das Winseln ja schon.

Was bildete die sich ein? Wusste sie nicht, wer er war und was er war. Das Urteil war gefällt. Ob sie sich nun fügen wollte oder nicht.

Ja, es war nicht möglich, einen Henker um etwas zu bitten. Was ist das nur für ein Individuum, er führt aus, was ihm befohlen wurde, sein Opfer bedeutet ihm nichts. Keine Kommunikation, kein Erfahren des anderen Ichs. Strick um den Hals, zuziehen und dann die übriggebliebene Leiche einfach nur noch entsorgen.

Er legte ihr einen Stick um den Hals und zog zu.

Ihm blieb die Luft weg. Seine Hände verkrampften sich, er konnte sie nicht mehr vom Strick lösen, ganz fest zog er den Strick zu und dann, nachdem etwas mehr als eine Minute vergangen war ...

Er brach zusammen. Ihr war nichts passiert. Nicht einmal eine Druckstelle konnte man sehen.

"Ich glaube ihr braucht einen neuen Henkermeister. Nein, ich glaube es nicht. Ich weiß es, aber vielleicht auch nicht"

Die Menge im Saal, ungläubiges Staunen. Was war dort passiert? Man konnte nur noch den Tod es Henkermeisters feststellen.

...

Sie saß da, in ihrer Unschuld. Die Bitte um ihr Leben, es hatte ihr nichts genutzt. Aber sie lebte immer noch.

Noch spürten die Anwesenden keine Furcht in sich. Die Situation mit dem Henkermeister, viele hatten es gar nicht verstanden. Vielleicht hatte er einen Herzinfarkt erlitten? So etwas gab es ja.

Sie seufzte. Ja, man musste ganz deutlich werden. Die waren einfach zu dumm um die bisher gewählten Zeichen zu verstehen.

...

Panik im Gerichtssaal. Alle versuchten nach draußen zu gelangen, aber Fenster und Türen waren verschlossen.

Was war passiert?

Die Bank, der Richter und der Gerichtsdiener, sie existierten nicht mehr. Stattdessen ein Haufen verkohlter Asche. Dazwischen konnte man verbranntes Fleisch und Knochen erkennen. Das große Gesetzbuch, wo war es nur geblieben?

Der Saal brannte und es war kein gewöhnliches Feuer. Ihr machte es nichts aus, aber die anderen, sie verbrannten zu Asche.

Und die anderen 4 Mädchen?

Diese feinen Unterschiede, der Teufel macht sie nicht, wenn er in die Welt eingreift. Selektion findet dann vielleicht in der Transzendenz statt.

Enna, die Träumerin

Enna träumte und gelangte in eine ferne Vergangenheit, in einer anderen Welt. Das erste was sie erkannte war ein brennendes Haus. Die Gedanken der dort lebenden Menschen, sie verrieten es als Gerichtsgebäude.

Menschen, gab es denn überall Menschen, oder sah sie in allen Wesen Menschen? Um sich überhaupt zurecht finden zu können?.

Sie schaute ins Innere des brennenden Gebäudes und spürte den Schmerz der brennenden Wesen.

Auaa, das tat weh sehr weh :-(((((. Schnell zog sich zurück aus dem mentalen Kontakt.

Ein rothaariges Wesen erregte ihre Aufmerksamkeit. Ihr schien das Feuer nichts anzuhaben. Nicht einmal die Wand des Gebäudes konnte sie aufhalten. Sie ging einfach dort hindurch.

Enna folgte ihr.

Suchend schaute die Rothaarige sich um, wirkte ein wenig irritiert.

Dann blickte sie genau in die Richtung der Träumerin.

<< Ich sehe dich. Du bist in einem Traum, aber ich sehe dich >>

<< Ja, ich bin eine Träumerin. Kannst du mir bitte sagen, wer du bist >>

<< Eine Teufelsfairy >>

<< Eine Teufelsfairy? Hast du etwas mit dem Teufel zu tun? Mmmmh, der Teufel, gibt es ihn wirklich? >>

<< Ja, komm, ich werde dich ihm zeigen ... Mmmh. Du in deinem Traum, irgendetwas beschützt dich >>

<< Arianne :-))). Ja, ohne sie wäre ich jetzt wohl verloren. Aber die Berührung mit solchen Dingen, ich habe sie nicht gesucht. Ich wollte nur das Leben anderer Menschen begreifen lernen, ein wenig daran teilnehmen >>

<< Arianne beschützt sich??? Ops!!! Dann lasse ich dich lieber allein. Diese Welt, sie hat so viel Boshaftigkeit in sich geboren, dass die Unterschiede zur Hölle unscharf geworden sind. Das diabolische Netzwerk berührt sie bereits. Deswegen bin ich hier. Ich werfe das Böse auf sich selbst zurück. So mache ich die Welt auch nicht schlechter als sie ist, nur, es trifft dann ausnahmsweise einmal die Richtigen >>

<< Aber dort sind auch Unschuldige verbrannt. Du machst keinen Unterschied. Die Hölle kommt auch zu denen, die sie nicht haben wollen >>

<< Wer ist schon unschuldig? Weißt du, das Böse an sich, es ist in allen drin. Die einen lassen es mehr, die anderen weniger zum Vorschein kommen. Aber glaube mir, für jeden kann ich eine Situation konstruieren, in der das Böse dominant wird. Hier ist es aber von selbst bereits so dominant geworden, dass die Spezies sich selbst vernichten wird. Ich spiele nur die Symphonie der Hölle im letzten Akt des Schauspiels >>

<< Das kann doch nicht alles sein. Lebende Wesen kann es nur geben, wenn in ihrer Entwicklung Liebe vorhanden gewesen ist. Wie soll sonst so ein kleines hilflos geborenes Wesen überhaupt reifen können? Da du keinen Unterschied machst, zerstört du sie alle. Das ist aber dann kein Zurückwerfen des Bösen mehr >>

<< Ja, irgendwo hast du Recht, meistens koexistieren die Dinge ja auch miteinander, ringen um Dominanz. Ohne dass einer von uns daran beteiligt wäre. In dieser Welt geschieht etwas anderes. Eine der potentiellen Möglichkeiten der Existenz. Dass es dir nicht gefällt, ich verstehe es. Aber bitte, dann suche dir eine andere Welt. Dies ist nicht die einzige Möglichkeit und alle anderen sind irgendwo realisiert. Hier richte ich die Bösen und auch die Unschuldigen, aber wenn ich es nicht tue, die Bösen töten die Unschuldigen und pflanzen sich dann fort. Für sich selbst und ihre Familien proklamieren sie dann Liebe. So etwas von Verlogenheit. Die nächste Generation tut dann wieder das gleiche>>

<< In deiner Sichtweise gibt es die Unschuldigen nur, damit das Böse sich ausleben kann. Aber ist das nicht zu einfach gedacht? Die Unschuldigen leben doch auch, sie lieben und sie vermehren sich und sie können das Böse in sich auch zurückdrängen, der Liebe Entfaltungsmöglichkeit geben.  Wenn du aber die Welt als ganzes vernichtest, gibt es sie auch nicht mehr. Dann verschwindet auch die Liebe >>

<<Ja, so ist es. Du hast das Wesen der Existenz begriffen, zugegebenermaßen aus der Sicht der Hölle. Und das, obwohl du noch gar nicht so lange vorhanden bist. Bitte, verlasse diesen paranormal dominierten Bereich. Arianne lässt es ja auch zu, nichts geschieht ohne ihren Willen. Nimm es als Teil der Fantasie in dir. Die Träume sollen dir doch nur helfen, deine eigene Wirklichkeit zu verstehen. Dort kannst du dann auch selbst gestaltend eingreifen, wenn es an der Zeit ist, sogar in den paranormal dominierten Bereichen >>

<< Paranormal dominierter Bereich? >>

<< Ja, dies gehört nicht zur Realität eines Zeitwesens. Es ist eine parallele Zeitströmung im Bereich der lebenden Fantasie. Mich wundert, dass du überhaupt hier herein kommen konntest. Es ist vergleichbar mit einer Situation, in der du in ein Computerspiel hineingeräst oder in einen Film, in die virtuelle Realität eines Buches oder einfach nur in einen Bereich der Fantasie. Aber wenn Arianne dich beschützt, dann ist die Frage damit auch schon beantwortet. Du musst in ihren Augen sehr wertvoll sein, wenn sie sich so um dich kümmert. Dann bist du nicht einfach nur eine Träumerin, ich vermute du hast das Potential einer Dreamline Entity, das brauchst du dir gar nicht so klein vorzustellen. Es übersteigt unsere Möglichkeiten bei weitem. Aber du musst noch wachsen, du bist noch so winzig winzig winzig klein, so klein, dass dich die höheren kosmischen Wesen noch gar nicht gesehen haben. Viele davon würden dich mit Freude assimilieren. Aber wenn Arianne dich persönlich beschützt, dann wirst du es schaffen >>

<< Danke Fairy, für das, was du mir mitgeteilt hast. Ich war mir auch nicht sicher, ob ich in diesen Traum eintreten sollte. Irgendetwas warnte mich, aber ich ignorierte es. Das war sicher ein Fehler, ich danke Arianne, dass sie mich dennoch beschützt hat >>

...

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