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Arianne 142b - Teufelsfairy 03

Der Teufel weint um eine seiner Fairies und bittet Arianne um Hilfe.

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Das Weinen des Teufels

Der Teufel war verzeifelt. Ein Gefühl, dass er sonst gar nicht kannte. Er wunderte sich selbst darüber, dass er so empfinden konnte.

Es war die Machtlosigkeit, die ihm so drastisch vorgeführt wurde.

Einer seiner kleinen Fairies war auf einem Planeten gefangen und sollte dort hingerichtet werden.

Ein Wächter der Naturgesetze verhinderte, dass er sie befreien konnte. Er schirmte den Planeten vollständig ab. 5. Stufe der Unendlichkeit, dagegen kam er nicht an.

Das konnte und wollte er nicht akzeptieren. Er hing so an den kleinen Fairies, sie waren seine Geschöpfe, ganz anders geraten als die Alptraumgestalten der Hölle, anders als Dämonen, Zombies, Vampire ...

Die Fairies hatten richtige Gefühle, wie die Wesen der Existenz, und so etwas wie eine kleine Seele.

Ein Traum des Teufels? Wovon träumt ein Wesen, das alles Schlechte der Welt in sich vereint und das eigentlich nur boshaft sein kann?
...

Was sollte er tun? Wenn sie die kleine Fairy hinrichteten, er hing doch so sehr an ihr. Durfte ein Teufel das nicht, an etwas hängen?

Er hatte milliarden und abermilliarden Jahre daran gearbeitet, diese kleinen Wesen zu schaffen. In seinen Augen waren sie etwas Wertvolles. Von den sonstigen Erscheinungsformen in seiner Hölle konnte er das nicht behaupten.

Alle existenzbezogenen Dinge kamen von außen herein. Die Hölle selbst schuf keine Kreaturen der Existenz. Sie gehörte zum paranormalen Bereich der Ebene. Lebende Fantasie des Bösen. Der Teufel selbst war ihr Ich-Bewusstsein.

Wenn diese kleine Flamme nun verlöschen würde. Nein, bitte nicht. Dass er überhaupt bitte sagen konnte.

5. Stufe der Unendlichkeit. Es gab doch höhere Wesen. Ennaira? Nein, das Wesen aus dem negativen Teil der Ebene wollte nichts von ihm wissen. Dort gab es so etwas wie ihn nicht.

Sensity konnte er nicht fragen. Und die Liebe? Erst recht nicht. Manche Dinge blieben ihm verschlossen. Er war nun mal der Verwalter des Bösen, Analytiker, Konstrukteur des diaolischen Netzwerkes. Nicht dass er das Böse förderte, er archivierte und analysierte es.

Aber wo kommt das Böse dann her?

Unterlag er hier nicht einer Selbsttäuschung?

Wenn er die Verkörperung des Schlechten an sich darstellt, dann muss es auch eine Wechselwirkung geben, die von ihm ausgeht. Im Klartext heißt das, er selbst fördert das Böse in der Welt.

Ganz im Gegensatz zu seiner spirituellen Selbstdarstellung.

Wie auch immer, Arianne lies ihn gewähren. Also musste seine Existenz irgendeine Art von Berechtigung haben. Auch wenn wir es nicht verstehen.
Dass das Böse in der Welt existiert, wer hat diese Erfahrung niemals gemacht?

Nur, kann man dies alles auf naturbestimmte Gesetzmäßigkeiten zurückführen? Dann stellt sich auch die Frage, was steht hinter diesen Gesetzen? In dieser Geschichte ist es letztendlich die Arianne.

Nachdem nun alle seine Bemühungen gescheitert waren, blieb nur eine Möglichkeit übrig, etwas, er wunderte sich, dass er überhaupt so denken konnte.

Er befahl seine Leitdämonen zu sich. DÄMONEN, ZU MIR!!!!.

Wir werden jetzt alle zusammen auf die Knie fallen und zu Arianne beten.

So viele verdutze Dämonen auf einem Haufen hatte die Hölle noch nie gesehen.

Er selbst machte es ihnen vor.

"Liebe Arianne, bitte hilf der kleinen Fairy. Ich selbst kann es nicht, darf es nicht. Sie ist mir sehr wichtig, wichtiger als die ganze Hölle um mich herum, genau so wichtig wie für dich eine Janine."

Dann begann er zu weinen. Die Tränen kullerten aus seinen Augen. Noch nie hatte jemand den Teufel weinen sehen. Seine Dämonen zogen sich ganz leise zurück.
...

Auf der Oberfläche des Planeten, um den es hier geht. In Henkerstown. Na ja, der Name passt ja schon.

Eine Teufelsfairy hatte ihre diabolische Kraft verloren. Das mussten die Gottessymbole sein, die man ihr um den Hals gehängt hatte. Sie hatte schwer daran zu tragen.

Auf einem Karren zog man sie durch die Stadt.

Sie wusste, was nun mit ihr geschehen würde und sie weinte. Die Tränen kullerten ihr hübsches Gesicht herunter und sie sah so unendlich traurig aus. Jeder konnte es sehen.



Eine Teufelsfairy die weint? Das gibt es doch gar nicht. Sie ist des Teufels. "Verbrennt sie". "Zerhackt sie." "Reißt sie in Stücke."

Dabei hatte sie gar nichts Böses getan. Sie wollte nur lernen, die Menschen beobachten und wurde dann mit einem mal so brutal eingefangen, gefesselt, in diesen Karren gezerrt.

Gab es überhaupt niemanden, der mit ihr fühlte?

Nein, mit einem mal gab es in der Stadt nur noch gute gottgläubige Menschen.
Alle waren sehr belesen. Im ersten heiligen Buch stand ja geschrieben, wie mit Teufelsfairies zu verfahren sei.

Alle wollten sie sterben sehen. Alle?

Bis auf diese eine Frau im weißen Gewand vielleicht.

Sie beteiligte sich nicht am allgemeinen Geschrei. Fast neugierig musterte sie die kleine Fairy in ihrem Wagen.

Die Fairy  spürte es sofort. Die spirituelle Ausstrahlung dieser Frau war so stark, dass sie die Blockierung aller paranormalen Energie durch den Wächter einfach überwand. Als wäre sie gar nicht vorhanden.

Fairy: << Wer bist du? >>

Frau: << Arianne >>

Fairy: << Upsssss >>

Die Fairy wusste nicht was sie davon halten sollte. Aber dass Arianne hier war, ein schlechtes Zeichen konnte es eigentlich nicht sein. Nur, eine Arianne, die ihr helfen würde? Eigentlich unvorstellbar.

<< Ich werde dir helfen. Auch der Teufel und seine Geschöpfe sind ein Teil von mir >>

Mit einem mal fühlte sie sich von allem Kummer befreit. Sie musste die Augen schließen, dachte gar nicht mehr, nur noch Gefühle der Geborgenheit waren vorhanden.
Sie fühlte sich so unendlich geborgen und beschützt.

...

Das Ende der Reise mit dem Karren. Dort sollte sie zerhackt werden. Vorher wollte man ihr die Haut von den Knochen reißen. Die Überreste kamen dann in einen großen Feuerkessel. Er qualmte schon.

Große, kräftige Männer hatte man aufgeboten.

20 Mann für eine kleine schmächtige Fairy, die den Männern an Körpergröße gerade bis zur Brust reichte.
Dann waren sie auch noch dreimal so breit wie sie.

Einer der Männer ging zum Wagen, wollte sie mir einer Hand packen und herausziehen.

Aber irgendetwas hatte sich verändert. Die paranormale Blockade durch den Wächter existierte nicht mehr. Das wussten die Männer nicht, aber sie bekamen es zu spüren ...
...

Arianne und die Fairy allein auf dem Richtplatz. Die anderen hatten fluchtartig reißaus genommen. Auch die 20 Männer waren davon gehumpelt, so richtig laufen konnten sie nicht mehr. Einer kroch sogar davon.

Tote gab es nicht. Nein, im Angesicht der Arianne, das wollte unsere Teufelsfairy nicht riskieren.

Fairy: << Arianne, ich danke dir für deine Hilfe. Ich lebe doch so gerne, auch wenn ich eine Teufelsfairy bin >>

Arianne: << Du lenkst das, was man dir antun will auf die anderen wieder zurück. Im Sinne des diabolischen Netzwerkes ist das verständlich. Interessant ist für mich, dass der Teufel dir eine Eigenständigkeit zuerkannt hat, die ich sonst nur für die Wesen meiner Existenz kenne. Das heißt, du kannst deine Entscheidungen frei wählen, auch gegen den Teufel selbst. Und du lebst. Du hast eine Seele. Wie er das erreicht hat? Diese Dinge überraschen mich doch >>

Fairy: << Ja, das kann ich. Ich versuche zu lernen und meine Entscheidungen? Ich baue an einem Ich an dem ich mich orientieren kann. Das ist aber noch nicht fertig. Und solange richte ich mich nach den Vorgaben der Hölle, so wie sie für mich vorhanden sind >>

Arianne: << Das ist Art deines Wesens. Aber du hast auch das Potential in meinem Bereich zu existieren, außerhalb der Hölle. Auch ich gestehe meinen Wesen Eigenständigkeit zu. Wenn sich der Teufel so entwickelt, ein interessanter Gedanke >>

Der Teufel als Gegenpol zu Arianne? Nein,  Arianne verkörperte nicht das Gute, sie war das Wesen der Existenz. Und die Existenz umfasste alles, das Gute, das
Böse, den Hass, die Liebe, Fantasie und Realität, Götter und Teufel ... Ihr Gegenpol war die Ennaira.

Fairy: << Ein Leben außerhalb der Hölle? Ich weiß nicht. Ich bin ein Geschöpf des diabolischen Netzwerkes, es ist meine Heimat >>

Arianne: << Das verstehe ich. Wesen wie du ermöglichen auch eine andere Sichtweise auf das diabolische Netzwerk. Lassen wir die Dinge sich entwickeln. Nur du
solltest wissen, ich mag dich. Wenn du dich einmal für mich entscheiden solltest, rufe nach mir. Ich werde dann mit dem Teufel reden. Was wäre das für eine Verschwendung gewesen, wenn sie dich so einfach weggeworfen hätten. Sie wissen gar nicht um das Besondere an dir und was sie damit zerstört hätten. Mit dem Wächter habe ich noch ein Wort zu reden >>
...

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