Arianne 143 - Eroticas Weg

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Liebe der Körperlichkeit

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Sie predigte die Liebe und das nicht nur in Worten. So wurde sie auch unterschiedlich gesehen. Manche betrachteten sie als eine Hure, andere sahen in ihr eine Heilige.
Was alle sehen konnten, sie war wunderschön und sie liebte ihren Körper. Sie zeigte es und sie sprach darüber. Aber ihre Liebe zur Körperlichkeit war viel mehr als das, sie liebte die Körper aller Menschen. Sie zeigte es ihnen auch ganz direkt.

Eigentlich war sie viel zu schön für diese Welt.

Dann kam der Tag, als die Obrigkeit ihre freie Liebe nicht mehr dulden wollte.

Man sollte sie fangen und unmittelbar danach kreuzigen. So die Vorgaben des Imperators. Das würde dem Volk ihre Verfehlungen deutlich machen. Nur Aufrührer und Schwerverbrecher wurden auf diese Weise hingerichtet. Es musste ganz schnell gehen, denn mit Widerstand gegen ihre Festnahme war zu rechnen.

Die Soldaten pickten sie aus einer Menge heraus, schleiften sie zu einem großen Holzkreuz. Sie wehrte sich, aber es waren zu viele, die auf sie eindrangen.

Mehrere Soldaten waren gleichzeitig damit beschäftigt, sie festzubinden.

4 banden die Hände fest, 4 ihre Füße.
30 Mann wurden gebraucht, um das aufgeregte Volk abzuwehren.

Ihr weißes Kleid rutschte nach unten.

Man konnte ihre nackte Haut sehen. Der Körper war makellos, wunderschön und ohne jede Verletzung.

Irgendwie schafften sie es nicht, ihr Verletzungen zuzufügen, sie war einfach zu schön.
Nun ja, wenn man sie erst einmal ans Kreuz genagelt hatte, würde es anders aussehen.

Das Holz mit dem festgebundenen Körper wurde auf den Boden gelegt.

Hammer und Nägel lagen schon bereit. Wenn sie so auf dem Boden lag, war sie einfacher festzunageln.

Warum quälen und töten sie Wesen, die ihren Körper und das Leben doch so sehr lieben?
Sie hatte schon so manchen Henkersknecht bekehrt aber diese hier? Die hörten gar nicht zu. Handwerker, die Hammer und Nägel benutzen wollten.

Ein Soldat nahm sich einen der Nägel und setzte ihn oberhalb der rechten Hand an, in der anderen Hand einen schweren Hammer.

Er holte aus zum Schlag und ... der Hammer krachte gegen seinen Hinterkopf. Reglos brach er zusammen.

...

Ungläubiges Erstaunen. So etwas hatte man noch nicht erlebt. Da hatte sich einer mit seinem eigenen Hammer erschlagen.

Nein, er war nur bewusstlos. Erotica tötete keine anderen Wesen. Letztendlich liebte sie auch seinen Körper, aber da er sie schwer verletzen wollte musst sie ihn irgendwie ausschalten.
Was die Welt draußen so sah, es war nicht das, was wirklich geschehen war. Sie hatte ihn nur eingeschläfert.

Die Verwirrung hielt nicht lange an. Ein anderer Soldat griff sich einen der Füße, Hammer und Nägel.
Er holte aus und ... der Hammer rutsche ihm aus der Hand, krachte mit Gewalt auf seinen Fuß...Auuuuuuuaaaa.

Wie laut sie schreien können, wenn es sie selbst betrifft.
Ja, den Schmerz sollte er spüren, den er ihr zufügen wollte. Aber ernsthaft verletzt war er nicht. Sie war ja keine Teufelsfairy.

Für die anderen war es nun aber offensichtlich, sie hatten eine richtige Hexe ans Kreuz gebunden.

...

Die Menge bildete einen Kreis um das Holzkreuz. Niemand traute sich näher als 10 Meter heran.
Immerhin, das war schon sehr nahe. Zumindest waren sie nicht alle in Panik davongelaufen.

Die jetzt noch dort standen, sie wollten ihr nichts Böses. Einfach nur da sein, weil da etwas war, dass sie neugierig machte.

Es war auch ihre Schönheit, die anziehend wirkte. Sie anzuschauen, bei vielen setzte es Glückshormone frei. Ganz in ihrem Innern freuten sie sich, dass dieser schöne Körper nun nicht mit Blut übersult war.

Sie war einfach überirdisch schön. Man konnte sie mit offenem Mund anschauen und dabei alles andere vergessen. Und wenn sie dann noch sprach, jemanden anschaute, wie konnte man ein solches Wesen nur umbringen wollen?

<< Richtet das Kreuz auf >>

Was war das? Drei ganz Mutige richteten das Kreuz auf. Nun stand es senkrecht. Sie war daran festgebunden, aber unverletzt.

Die Menge bildete nun einen Halbkreis vor dem Kreuz.

<< Warum wollt ihr mich töten? >>

Schweigen.

Dann doch jemand. "Du bist eine Hexe und Hexen sind zu richten, nach dem 31. Bannfluch des Imperators."

<< Wie wichtig ist schon so ein Imperator. Seine Macht beruht nur darauf, dass ihr ihm folgt, einfach so, nur weil er der Imperator ist. Über mich hat er keine Macht. Deswegen lässt er mich ans Kreuz schlagen und will mich töten lassen. Seht, er macht es noch nicht einmal selbst >>

Schweigen.

"Aber es steht doch auch in den Geboten Gottes und an wen sollen wir glauben, wenn nicht an ihn?"

<< Glaubt ihr an Gott, oder an die Gottesinterpreter? Es sind doch immer nur Menschen, die euch sagen, was Gott will. Gibt es ihn überhaupt? >>

"Ja, ich glaube an ihn."

<< Dein Glaube ist ehrlich und glauben ist nicht Wissen. Einverstanden. Aber wer erlaubt euch, Wesen wie mich zu töten? Was ist, wenn ich das nicht will? Ich will leben und ich will nicht leiden unter euren Folterwerkzeugen >>

"Da es Gottes Wille ist ... "

<< Das ist euer Problem. Ihr würdet mich töten weil ihr glaubt, das muss so sein. Aber seht, noch lebe ich und diejenigen, die mich verletzen wollten, sie haben es nicht geschafft. Wollt ihr so weitermachen? Sucht ihr euren Triumph in der Zerstörung von etwas Schönem? Seht doch wie schön ich bin >>

Sie schauten sie an. Ja, sie war wunderschön. Niemand der Anwesenden konnte sich dem entziehen.

Eine der Frauen lief auf sie zu, umarmte ihren Körper und damit auch das Kreuz. Sie berührte die nackte Haut sanft mit den Händen, küsste sie mit dem Mund. So viel Schönheit, die Tränen liefen ihr über das Gesicht.

Sie umklammerte den Körper und weinte hemmungslos.

"Bitte, bitte, lasst sie doch leben, sie ist so wunderschön"

Die Umstehenden waren verwirrt aber auch berührt. Sie spürten das Gefühl von Zärtlichkeit für das Schöne.

<< Kommt zu mir, berührt mich >>

Zaghaft näherten sie sich dem Kreuz. Berührten sie ganz vorsichtig mit den Händen, streichelten sie.

So wie es manche der Anwesenden bereits von ihren Predigten her kannten.

...

Irgendwie war es nicht mehr passend, dass sie noch am Kreuz festgebunden war. Jemand zückte ein Messer. Ein Aufschrei. "Bitte tu ihr nichts."

Nein, er durchschnitt nur die Fesseln.

Nun konnte sie sich wieder frei bewegen. Nackt wie sie war, ging sie auf die Menschen zu, umarmte einen nach den anderen.

So viel Zärtlichkeit. Selbst die Sonne konnte sich dem Zauber dieses Augenblickes nicht entziehen.
Die Wolke, die sich vor sie schieben wollte, wo war die mit einem mal geblieben?

Aber das Sanfte muss sich auch verteidigen können, sonst wird es sehr leicht gefressen.

Ein Gruppe von Soldaten näherte sich, Soldaten, die das alles nicht mitbekommen hatten.

Sie sahen eine nackte Frau, die man hätte kreuzigen sollen, einfach so frei in einer Menge von Menschen herumspazieren.

Nein, das war nicht zu dulden.

Sie zückten ihre Schwerter. Ob sie damit einfach auf die Anwesenden einschlagen würden?

Die Frau hob eine Hand. Sie sahen die Energie nicht, die davon ausging, aber sie spürten die Wirkung. Mit gläserndem Blick in den Augen brachen die Soldaten zusammen.

...

"Du bist eine Göttin."

Die Menschen sanken auf ihre Knie, beteten sie an.

Ob das alles war, was sie erreichen konnte?

<< Lasst doch das Spirituelle. Wir haben uns gegenseitig berührt und gestreichelt. Denkt an die schönen Gefühle dabei. Das ist es, was Leben ausmacht. >>

"Aber du bist so mächtig."

<< Ja, mächtiger als euer Imperator. Aber warum sucht ihr immer nach dem Mächtigen, nach dem Größten? Ihr müsst an euch selbst glauben. Ich weiß, es ist schwierig, aber darum bin ich hier. Es ist mein Versuch die Dinge verändern zu wollen. Damit ihr auch wisst, mit wem ihr es zu tun habt, ich bin Erotica >>
...

Erotica. Noch 2000 Jahre nach diesen Ereignissen gab es steinernde Denkmäler, die man Erotica getauft hatte. Sie überdauerten Generationen von Königen und Imperatoren, von denen man gar nicht mehr so viel wusste. Das Buch der Erotica war richtungsweisend für die Gesetzgebung. Ihre Gedanken und Worte, man hatte sie überliefert. Nicht mehr so ganz im Originalton, aber wenn man sich die Statuen so anschaute, man konnte erahnen, was ihr wichtig gewesen sein musste.
...

Eroticas Weg. Ja, sie war ein Wesen, dass die Dinge mit Erotik verändern wollte. Direkt, wahrnehmbar und niemanden schloss sie dabei aus.
Sie schlief auch mit dem letzten Aussätzigen auf der Straße, wenn sie es für richtig hielt und wenn er/sie es wollte. Manchen verschaffte sie damit ein einmaliges Erlebnis, das andere in ihrem ganzen erfüllten Leben niemals erfahren konnten. Oft brachen die Betroffenen danach in Tränen aus, weinten sich fast die Seele aus dem Leib. Nicht vor Trauer, es war die Berührung mit dem Glück, das sie schon längst aufgegeben hatten.

Sie verschaffte den verlorenen Seelen Erlebnisse, die die Welt ihnen nicht geben wollte.

Es war ihr Weg und Arianne duldete ihn.

Sie griff ein in das Geschehen der Welt und sie nahm den Schmerz dafür in sich auf. Als höheres Wesen wusste sie sehr wohl um die Konsequenzen ihres Handelns.

Aber wirklich böse Seiteneffekte hatte es noch nie gegeben. Es war für viele kosmische Entitäten einfach nicht mehr vorstellbar, dass ein so hoch stehendes Wesen sich in so niedere Gefilde herablassen konnte.

Aber war es nicht gerade das, was Arianne an ihr mochte? Denn es ging ihr doch nur um die Hilfe für die kleinen Wesen der Existenz. Und sie beide, wenn sie alleine zusammen waren? Nur Arianne und Erotica wussten, was zwischen ihnen dabei schon alles passiert war.
...

Erotica, das kosmische Wesen der körperlichen Liebe

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