Arianne 145 - Weepy Princess <<Home>> nächste Seite =>

Weepy bekommt eine Aufgabe
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Man hatte sie eingekerkert, die Schüler der Himmelsforscherin und ihre Lehrerin. Die Machtverhältnisse waren entschieden, der oberste Priester hatte gewonnnen.

Sein Gottesbild hatte sich durchgesetzt. Oder war es vielleicht nur die Macht der Einfältigkeit? Diesen Ketzern würde man öffentlich die Haut abziehen und sie dann verbrennen. So wollte er ein Zeichen setzen, für seinen Gott.

Aber was er nicht wusste, es gab sie wirklich, die höheren Wesen. Wenn auch nicht ganz so, wie er sich das vorstellte.

Die jungen Menschen und ihre ein paar Jahre ältere Lehrerin hockten zusammen. Was würde jetzt mit ihnen geschehen? Sie hatten es gewagt gegen die Gesetze zu verstoßen, die nun galten. Damit waren sie des Teufels.

Dabei hatte sie nur versucht die Dinge zu verstehen, sie zu begreifen, den Menschen die Größe des Universums zu vermitteln.

Und die Freiheit des Denkens, physikalische Experimente um die Naturgesetze zu begreifen. Darin lag ihr Fehler, der Oberpriester und der König kamen dort nicht mehr vor.

Das was ihnen bevorstand, es brachte sie zum Weinen. Sie liebten das Leben doch so. So viele Tränen, sie  wurden ganz nass. Sie umarmten sich und weinten zusammen. Sie legten den ganzen Schmerz ihrer Existenz dort hinein.

Aber waren es nicht gerade diese Tränen, die die folgende Ereignisse auslösten?

...

Ein Hauch von Ewigkeit streifte die kleine Gruppe. Ja, anders konnte man es nicht beschreiben. Sie empfanden die ganze Größe dessen, was sie so leidenschaftlich zu verstehen und zu vermitteln versuchten. Es war atemberaubend.

Dann materialisierte sie, direkt vor ihnen.

"Wer bist du, schönes Wesen? Du musst aus einer anderen Welt kommen, so unbeschreiblich schön wie du bist. Aber warum sind deine Augen so feucht?"

<< Ich bin Weepy. Ich weine um die verlorenen Seelen >>

"Weepy? Dann bist du gekommen, weil du um uns weinen willst? Sind wir bereits tot, nur wir wissen es noch nicht?"

<< Nein. Deswegen bin ich nicht gekommen. Ich will euch das Universum zeigen, heute Nacht. Morgen früh bringe ich euch wieder zurück >>

...

Eine Blase der Ewigkeit. Sie bot Platz für alle. Eine transparente Kugel von vielleicht 10 Meter Durchmesser.

Dort begrüßte sie Wischna, ein menschliches Wesen. Sie würde ihnen das Universum zeigen.

Nachdem alle ihren Platz gefunden hatten startete das Raumschiff.

Wischna zeigte ihnen, wie sie jede beliebige Einzelheit des umgebenden Weltalls erkennen konnten. Sie mussten sich einfach nur darauf konzentrierten, etwas sehen zu wollen. Und schon gelangte es in ihren Fokus.

Sie sahen Sterne und Galaxien und die Wesen, die auf den Planeten der kosmischen Strukturen lebten.

Manches war ähnlich wie auf ihrer Welt, aber sie sahen auch Hochzivilisationen, die ihnen Millionen Jahre voraus sein mussten. Immer vorausgesetzt, ein anderer Geist würde sich durchsetzen als der religiöse Dogmatismus.

Und sie sahen Vernichtung und Tod.

Es waren oft alte Wesen, die Macht hatten und nicht sterben wollten. Daher schickten sie die Jungen in den Tod, vielleicht auch nur aus Zynismus gegenüber dem Leben. Aber am Ende erwischte es sie doch.

Sie konnten es sehen, wie sie der Tod hinwegraffte. Der Blick in die Transzendenz, wollten sie das wirklich?

Nein, nein, bitte, lass uns das reale Leben erforschen. Wir sehen doch schon so viel, Dinge, die unsere Vorstellungen bei weitem überschreiten.

So ging es durch das Universum.

Sie sahen weit entwickelte Zivilsationen, erlebten die Freude und das Glück der Lebensformen und dann, Splitterbomben, die Menschen zerfetzten. Es war grausam und kein bisschen weniger schlimm als die Kreuzigungen, Zerfleischungen und Verbrennungen, die sie von ihrer eigenen Welt her kannten.

Und das in Welten die um Jahrtausende, wenn nicht Jahrzehntausende voraus waren?

Dann sahen sie Atombomben, die ganze Städte auslöschten. Die Wesen brannten wie Fackeln. Niemand konnte der Feuerwalze entkommen. Verlorene Seelen in Kellern und Höhlen versteckt, die nur noch auf den Tod warten konnten.

Sie spürten die Gefühle der Wesen. Es war kein bisschen weniger grausam als das Begreifen des eigenen Schicksals, das ihnen zugedacht war. Dazu kam noch diese endlose Verlorenheit und Hoffnungslosigkeit.

Raumschlachten im Weltall. Zerfetzte Leiber, die durch die Leere des Raumes geschleudert wurden. Manche überlebten, aber sie würden in der endlosen Leere zugrundegehen. Oder direkt von der Sonne eingefangen werden und dort verbrennen.

Es waren sehr wechselhafte Eindrücke, Leben und Sterben, aber trotz allem, die Schönheit überwiegte. Es war nur so unendlich traurig, dass nicht alle daran teilnehmen konnten. Weepy und ihre Todesfairies, sie weinten um die verlorenen Seelen.

Dann sahen sie eine Janine in ihrer ganzen Schönheit. Es war überwältigend. Die Geburt des Lebens in den Zeitströmen der Jasmin.

...

Da sie ihre Eigenzeit mitgenommen hatten, in die Blase, ging alles sehr schnell zu Ende. Am morgen sollten sie ja zurück sein, in ihrem Kerker. Um zu sterben, nachdem sie vorher so viel gesehen hatten?

Wischna vermittelte ihnen das Wesen der Weepy. Weepy weine um die Verstorbenen und sie könne damit ganze Zivilisationen auslöschen, wenn sie sich dafür als schuldig erkannten.

Da jede Form der Intelligenz letztendlich nach der Wahrheit strebte, geschah das auch sehr oft.
Manchmal starben die Wesen einfach, da sie die Wahrheit nicht ertragen konnten, manchmal ging auch nur ein Imperium zugrunde und die Wesen darin hatten eine zweite Chance.

"Wischna, wenn wir zurück sind, im Kerker, sie werden uns holen und töten. Müssen wir das alles erleiden? Kann Weepy uns nicht vorher töten, damit uns das erspart bleibt? Bitte, wir möchten es nicht mit ansehen wie unseren Liebsten die Haut vom Fleisch gerissen wird und wie man sie dann noch lebend verbrennt."

Wischna: "Ihr möchtet leben, nein, habt keine Angst, Weepy wird eine andere Lösung finden."

...

Weepy's Fairies waren ganz durcheinander.

"Weepy, was sollen wir mit den ganzen Leichentüchern tun?"

<< Macht daraus Rosen, schenkt sie den Lebenden. Ja, ihr dürft in die reale Welt eindringen >>

...

So geriet einiges durcheinander. Plötzlich waren überall lauter kleine Fairies zu sehen. Viel zu viele, um sie alle einzufangen und als Hexen zu verbrennen. Nein, sie ließen sich auch gar nicht fangen. Manchen der Hochheiligen versohlten sie den Hintern. Es gab so einen merkwürdigen Sack mit einem Knüppel darin ...

Das Gottesbild geriet ins Wanken. Die Menschen folgten ihren Vorpredigern nicht und die hatten keine Macht mehr, sie dazu zu zwingen. So mussten sie Kompromisse eingehen. Die Staatsform änderte sich zum Wohle der Menschen. Die vielen Fairies, sie sorgten dafür, dass es auch so blieb. Eine wirklich einmalige Situation. Es machte die Menschen so glücklich, dass sich jemand um sie kümmerte, der wirklich gerecht war.

Geschah das nicht im Widerspruch zu den Regeln der Natur?

Vielleicht, nicht aber im Widerspruch zu Weepy. Anstatt nun um die Verstorbenen zu weinen nahm sie das Leid in sich auf, das sie verhindert hatte und weinte darum. Im spirituellen Bereich änderte sich dadurch nichts. Nur, dass jede Menge Indivduen eine neue Chance bekamen. Persephonia wurde dadurch nicht arbeitslos und der Teufel, er hatte genug zu tun.

Weepy erfasste durch ihr Eingreifen einen Teil des Kontinuums, mehr als nur einen Zeitstrom.

Dann eine Einladung. Die Ebene wollte sie sprechen.

Ups. Da war selbst unsere Weepy etwas überrascht.

...


Ein großer Saal im Innern der Ebene, mit einem Thronsessel. Weepy nahm dort Platz.

Die Kommunikation mit der Ebene, wie immer nonverbal und auch nicht mittels Telepathie. Einfach nur über Eindrücke.

Weepy wurde zu einer lokalen Prinzessin ernannt, für den Bereich des Kontinuums, in den sie eingegriffen hatte.

Die Ebene gab ihr die Verantwortung dafür.

Upps

Sie müsse sich jetzt um die Wesen kümmern, um deren Schicksal sie eigentlich hätte weinen wollen.

Einer Ebene kann man einfach nicht widersprechen.

Und Arianne?

Arianne und die Ebene, sie sind untrennbar miteinander verbunden. Arianne ist das Wachbewusstsein der Ebene.

Damit war auch Arianne damit einverstanden, dass Weepy nun einen Teil der Ebene zu verantworten hatte.

Damit hatte sie nicht gerechnet, aber sie nahm die Aufgabe an und dankte Arianne-Ebene dafür.

...

Weepy Princess


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