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Die Pflanzengöttin
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Eine kleine Pflanze, gerade mal 13 cm hoch. Ganz allein auf einem riesigen Betonfeld. Wie hatte sie es nur geschafft, hier Wurzeln zu schlagen? Sie entfaltete ihre Blüte.

Eine ganze Armee von Panzern rollte über das Feld, gerade in Richtung der kleinen Blume. Ein Manöver? Ja.

Der Kommandant in seinem Kommandopanzer war gerade noch 30 Meter entfernt, als der Panzer plötzlich abrupt abbremste. Fast hätte er sich dabei überschlagen. Etwa 20 cm vor der Blume kam er zum Stehen.

"Kommandant. Eine kleine Blume direkt vor uns."

Der Kommandant stieg aus, betrachtete sich die Blume.

"Hmm ja, lasst uns einen Kreis um die Pflanze schlagen. Etwa 100 Meter im Durchmesser, die Pflanze im Mittelpunkt. Dann sollte ihr nichts passieren."

Die kleine Blume begann zu leuchten. Aus sich selbst heraus, sie strahlte wie ein leuchtender Diamant.
Die Soldaten standen nur da, bestaunten das Naturwunder. Dann zeichneten sie ihren Kreis.

...

Auf diesem Planeten hatte man sehr viel Achtung vor den Pflanzen. Man betete sie geradezu an. Es gab ja nicht mehr so viele. Jeder Baum hatte seine eigene kleine Schutztruppe.

Es gab noch 136604 Bäume auf dem Planeten und 32344002 Blumen, nein, 32344003, die kleine Blume auf dem Rollfeld wurde jetzt mitgezählt.
Für die anderen Pflanzen gab es auch eine Statistik, die jedem zugänglich war. Tiere gab es sonst keine, zumindest keine Pflanzenfresser. Nur Menschen und Pflanzen. Schon ein sonderbarer Planet.
Dann konnten die Menschen auch keine Fleischfresser sein. Eine Zivilisation von Vegetariern.

Zunächst einmal die Frage, wie konnte eine Zivilisation so viel Respekt vor den Pflanzen entwickeln?

Es gab mal eine Zeit, in der war alles anders. Raubbau an der Natur, Wälder wurden abgeholt, natürliche Blumen durch Pappstengel ersetzt. Die sahen zwar schön aus, aber sie lebten nicht. Sauerstoff gaben sie auch nicht.

Dann eines Tages. Schlagartig starben alle grünen Pflanzen. Damit gab es dann auch keinen Nachschub mehr an Sauerstoff. Treibhausgase verpesteten die Luft, die Chemie war noch nicht weit genug entwickelt, um den Sauerstoff wieder nachzuliefern. Und die vielen kleinen Spurenelemente, die von den Pflanzen ausgesondert wurden.

Man begriff sehr schnell, worauf man hier eigentlich verzichten musste.

Dann starben auch die anderen Pflanzen.

Die Nahrungsmittelkette brach zusammen. Die Tiere starben.

Nach kurzer Zeit war die Zivilisation am Ende. Sie hatte nur noch wenige Wochen. Würde der Planet nun von Pilzen übernommen werden? Die von den Resten der organischen Substanzen lebten? Nein, auch die Pilze starben. Es drohte eine Wüste, in der es kein Leben mehr gab.

...

Es gab eine kleine Gruppe von Pflanzenanbetern. Sie hatten ihre Pflanzengöttin. Zu der beteten sie nun, Tag und Nacht. In ihren Kirchen und Häusern gab es tatsächlich noch grüne Pflanzen. Wie war das möglich? Evidenz für das Göttliche?

Nun dauerte es nicht lange, bis auch der Rest des Planeten zur Pflanzengöttin betete. Es tat ihnen so leid, sie würden doch so gerne weiterleben, aber ohne die Pflanzen ging das nicht.

Und es erbarmte sich eine. Sie nannte sich Plantia.

...

Plantia meldete sich im Bewusstsein der Menschen. Jeder konnte sie verstehen. In jedem Haus würde sie ein paar Samenkörner auslegen. Die sollte man sehr pfleglich behandeln. Dann gab sie eine Liste von Maßnahmen durch, die getroffen werden sollten. Und so geschah es dann auch. Nach nur einem Tag wagten sich die ersten kleinen Triebe ins Freie.

Die Zivilisation war noch einmal gerettet.

Plantia: Sie wolle keine großen Tempel haben und angebetet werden. Die Menschen sollten sich um die Pflanzen kümmern, sie respektieren und liebevoll behandeln. Auch eine Pflanze sei ein Lebewesen das Gefühle hätte.

Ja, sie wisse um das Problem der Nahrungsaufnahme. Es gäbe genug Gaben der Natur, die der Ernährung zugeführt werden könnten. Die Natur ernähre ihre Kinder, auch diese Spezies auf 2 Beinen, die sich von den Pflanzen losgesagt hatte.

So gab es dann Nahrungsinterpreter, die in Übereinstimmung mit der Natur und den Pflanzen Nahrungsmittel beschafften. Ja, sie kommunizerten mit den Pflanzen. Plantia ermöglichte es. Es gab einen achten Sinn, der den Menschen die Emotionen der Pflanzen vermittelte.

So entwickelten sich die Dinge zur Zufriedenheit der Pflanzengöttin. Nur, diese Spezies war untereinander zerstritten. Sie führten Kriege gegeneinander. Das verstand sie überhaupt nicht. Tiere waren doch etwas anders beschaffen als die Pflanzen.

Aber Pflanzen kämpfen doch auch, um das Licht ...

Nun gut, aber wie sollte sie als Pflanzengöttin diese Spezies von ihren kriegerischen Ritualen abbringen?

Pflanzen waren meisten an einen Ort gebunden, sie liefen nicht in der Gegend herum um anderen den Schädel einzuschlagen.

Sie war doch die Göttin der Pflanzen, nicht der Tiere.

Die Lösung war Telepathie. Vermittelt durch die Pflanzen. Die Menschen bekamen das Leiden mit, dass sie ihren Feinden im Krieg zufügten, sie erlebten es in ihrem eigenen Körper. Nein, das war zu viel. Mit einem Schlag waren alle Kriege beendet.

Nur die Panzer gab es noch. Man konnte ja nie wissen, was alles von außen einfallen konnte. Es gab ja noch andere Zivilisationen in der Galaxis. Ob Plantia sie beschützen würde? Aber man wolle sie nicht für alles in Anspruch nehmen.

..
Plantia


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