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Der Widerpart - Arianne 152


Ein unendliches Wesen aus dem Nichts, das Fragen stellt

Der Widerpart

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Zunächst einmal nahm er sich selbst wahr. Ich bin. Dann erkannte er die erste Frage.

Frage 1: ||Was macht der Teufel da, warum tut er es?||

Diese Frage war die Grundlage seiner Existenz.

Er beobachtete den Teufel, wie der sich erdreistete in die Geschicke der Welt einzugreifen.

Frage 2: ||War ihm das Böse in der Welt noch nicht genug?||

Der Teufel antwortete mit einer Rechfertigung. Bla bla. Er wollte es gar nicht hören. Er beobachtete die Wirkungen.

Menschen verschwanden einfach aus der Existenz, der Teufel saugte sie in sich auf.

Nein, das akzeptierte er nicht. Was hatte dieses kleine Mütterchen an bösen Dingen getan? Der Teufel differenzierte gar nicht.

Und die Hölle, er brachte sie zu so vielen Menschen, die es gar nicht verdient hatten.

Frage 3: ||Nur um ein paar Schuldige zu treffen?||

Der Widerpart schlug zurück, er annulierte die Eingriffe des Teufels.
Das war möglich, da die Handlungen des Teufels noch nicht wirklich real geworden waren. Die Seelen der Toten hatten ihren Weg zu Arianne noch nicht gefunden.
Es war die gewaltige paranormale Ära des Teufels, die alles vorwegnahm. Im Prinzip konnte ihr niemand mehr entrinnen, das galt aber nicht für den Widerpart.

Er war sozusagen das gute Gewissen des Teufels.

Frage 4: ||Arianne?||

Ein Widerpart, der sich selbst Fragen stellt? Wer soll die dann beantworten?

Der Teufel natürlich.

Teufel: "Ja, hmm, Arianne ist das Wesen der Existenz."

Der Widerpart tauchte in den Teufel ein, assimilierte dessen gesamtes Wissen.

Widerpart: << Ah ja, ich verstehe. >>

...

Neutralität. Der Teufel erkannte, dass er nichts ausrichten konnte. Dass ein Widerpart direkt in seine Handlungen eingriff, das war selbst für ihn neu.

...

Widerpart: << Es ist genug. Der Lauf der Welt braucht dich nicht. Lass die Welt selbst entscheiden, was aus ihr wird >>

Teufel: "Wenn ich das tue, wird deine Existenz überflüssig. Willst du dich selbst vernichten?"

Widerpart: << Wenn es so sein soll. Ich habe keine eigenen Interessen, die mein Ich betreffen >>

Teufel: "Das ist neu. Jedes Ich hat auch seine eigenen Interessen. Und du bist ein gottgleiches Wesen. Willst du nicht die Früchte der Existenz genießen, so wie es dir zusteht? Oder hast du gar keine Gefühle und Empfindungen, die nach Erfüllung streben?"

Widerpart: << Ich hinterfrage deine Handlungen. Das ist die Grundlage meiner Existenz >>

Teufel: "Meine Existenz ist unendlich, du existierst nur lokal. Wenn ich mich zurückziehe aus der Welt und alles rückgängig gemacht wurde, bevor es geschehen konnte, wird deine Existenz wieder erlöschen. Aber mich gibt es weiterhin".

Widerpart: << Ich weiß alles über dich. Habe ich damit nicht schon alles erfasst, was du zu sein glaubst? Auch wenn ich nur lokal existiere?>>

Teufel: "Vielleicht, aber du bist nicht beständig. Ein Widerpart existiert nur so lange, wie er Fragen stellen kann. Fragen, die sich stellen, weil sie im Rahmen der Naturgesetze nicht erklärbar sind. Der Eingriff eines unendlichen Wesens ist nicht erklärbar. In diesem Sinne bist du nur ein Schatten. Auch wenn du ein Eigenbewusstsein besitzt."

Widerpart: << Jede Frage hat einen Nachfolger. In diesem Sinne kann ich auch unendlich lange existieren >>

Teufel: "Nein, nicht wenn die Grundlage deiner ersten Frage hinfällig wird."

Widerpart: << Nun gut, dann ziehe dich zurück. Und ich habe den unendlichen Frieden wiedergefunden >>

Tuefel: "Und dann? Wenn ich dann wieder in die Welt eingreife?"

Widerpart: << Es gibt keine Reinkarnation eines Widerparts. Etwas Neues wird entstehen. Etwas, das vielleicht weniger Geduld mit dir hat. Das ist eine Warnung. Der neue Widerpart erkennt auch, was vorher geschehen ist. Wenn du versuchst den Widerpart auszuspielen, dann kann er dich auch vernichten >>

Nun war es am Teufel, seine Situation zu überdenken. Er wusste, auch ein unendliches Wesen wie er konnte vernichtet werden. Nicht, dass seine Institution verschwinden würde. Es würde ein neuer Teufel entstehen, aber er und sein Bewusstsein konnten ausgelöscht werden. Ein ähnliches Schicksal, wie es dem Widerpart bevorstand.

Ja, in diesem Fall war es wohl besser für ihn, er würde nachgeben. Und das, obwohl sein Eingreifen im Rahmen der Existenz möglich wäre. Andere hatten das Tor zur Hölle geöffnet, da sie den Verlauf der Welt in ihrem Sinne beeinflusst hatten. Gegen die Naturgesetze. Riskierte dieser Widerpart damit nicht auch ein wenig Instabilität in der Existenz? Aber die Wege der Arianne waren unergründbar. Ohne ihren Willen würde es weder ihn noch irgendeine Art von Widerpart geben.

So widmete sich der Teufel wieder seiner ureigensten Aufgabe, Archivierung des Bösen in der Welt.
...

Der Widerpart

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