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Liebe im Krieg 01 - Arianne 154

Joseph im Krieg, er verlässt das Schlachtfeld um seine Amalie zu retten.


Amalie und Joseph 01

Beide waren nackt und sie liebten ihre Körper. Amalie küsste die Haut von Joseph, jeden einzelnen Quadratzentimeter davon. Und er? Er liebte sie mit Haut und Haaren. Die Gefühle der beide füreiander und für ihre Körperlichkeit, sie waren so wunderschön.

Amalie: "Ich liebe dich so. Wenn ich nur etwas tun könnte, um dich vor diesem Militärdienst zu bewahren. Und übermorgen? Vielleicht wirst du dann zerfetzt sein von Granaten. Es ist so schrecklich, wenn ich mir das nur vorstelle. Dein schöner Körper, er ist doch für unsere Liebe gemacht, nicht für die Kugeln aus fremden Gewehren."

Joseph: "Ich liebe dich. Du bist so schön, alles an dir. Dein Körper, deine Seele, dein Geist. Alles an dir ist so jungfräulich und ungebrochen. Ich kann diesem Militärdienst nicht ausweichen. Deserteure werden abgeführt und hinter der nächsten Straßenecke erschossen. An der Front gibt es mindestens noch eine Überlebenswahrscheinlichkeit."

Amalie: "Willst du andere töten? Wo du die körperliche Liebe doch so wundervoll erfahren hast?"

Joesph schwieg, er wurde ganz nachdenklich.

Joseph: "Die Schönheit unserer Körper, was sie uns schenken. Ja, du hast recht, ich möchte niemanden verletzen oder töten, ich kann es nicht. Die anderen wissen vielleicht gar nicht, was sie aufgeben. Ich werde mich bei der erstbesten Gelegenheit unsichtbar machen. Aber hier, wenn ich morgen nicht zum Dienst erscheine, sie werden mich überall suchen. Bei dir zuerst. Die Menschen sind so von Patriotismus erfüllt, wo soll ich mich verstecken?"

Amalie umarmte ihn, hielt ihn ganz fest. So lagen sie eng umschlungen im Bett, über Stunden, sagten nichts, fühlten nur ihre Körperlichkeit und die Gegenwart des anderen. So schön konnte Liebe sein. Musste man dies alles erfahren, um es dann wieder zu verlieren?

Ein Gedanke entstand, sich gemeinsam umbringen, weil es keinen Ausweg mehr gab? Nein, nein. Sie liebten das Leben, sie wollte es nicht selbst zerstören.
Aber die Schlachtfelder waren so blutig. Nur wenige kamen zurück. Und Amalie ganz alleine hier in der Stadt? Wer sollte sie beschützen?

Beide schliefen zusammen ein.

Kein Traum der Ewigkeit, der ihnen helfen könnte?

Der Morgen graute. Es wurde Zeit, Abschied zu nehmen.

So viele Tränen, dann der letzte Kuß, die letzte Umarmung.

Joseph auf dem Weg zu seiner Kaserne.

...

Die Front. Explodierende Granaten, Maschinengewehrfeuer. So einfach verschwinden konnte man hier nicht. Die Kameraden verließen sich auf ihn. Hatte er eine Wahl? Der Kumpel neben ihm, er wurde getroffen, lag halbzerfetzt am Boden. Joeseph musste sich übergeben. Den hatte er wirklich gemocht. Nun war er tot. Haß kam auf, Haß auf den Feind. War das nicht immer so beim Militär? Er schoß sein Magazin leer, rannte durch das Geschützfeuer der Feinde, griff sich Gewehre von Toten, wenn sein Magazin leer war. Er war wie von Sinnen. Wen er dabei getroffen hatte, er wusste es nicht.

...

Amalie alleine in ihrer Wohnung. Es war Nacht. Ein Geräusch im Zimmer. Sie hatte Angst. Dann, jemand hielt ihr den Mund zu. Sie konnte nichts sehen. Es mussten mehrere sein ...

Sie war wieder allein, weinte. Man hatte sie am Leben gelassen, aber sie war nun eine gebrochene Frau. Warum lebte sie noch? Weil sie wiederkommen wollten? Sie war so verzweifelt, dachte daran, sich umzubringen.

Nein, sie dachte an Joseph. Wie würde es ihm ergehen, wenn er wiederkam und sie war nicht mehr? Für ihn würde sie ihr Schicksal ertragen.

...


Joseph in seinem Schützengraben. Er fühlte einen Stich im Herzen. Amalie??? Was war mit ihr? Er spürte, dass etwas nicht stimmte. Er musste zurück zu ihr.
Nein, er durfte sie nicht länger alleine lassen. Aber wie hier wegkommen?

Er schlich sich durch die Nacht, wie ein Indianer. Wenn sie ihn erwischten, egal ob Feind oder Freund, es würde sein Ende sein. Ganz dicht an den Boden gepresst, auf den Fingerspitzen bewegte er sich vorwärts. Nach einer Stunde hatte er die unmittelbare Gefahrenzone hinter sich gelassen. Und nun?

Die Stadt war 200 km entfernt. Zu Fuß würde er viel zu lange brauchen. Also ein Fahrzeug, ein Militärtransporter, der in die Stadt fuhr. Ja, so konnte es gehen.

...

Die zweite Nacht. Amalie wieder allein in der Dunkelheit. Sie hatte ihre Eingangstür mit schweren Möbeln zugestellt. Es hatte den halben Tag gedauert, sie dort hin zu bewegen.

Sie kamen durchs Küchenfenster.

Aber sie war nicht allein.

Sie sah das Mündungsfeuer. 4 mal krachte es und die 4 Einbrecher schrieen auf. Nicht tödlich getroffen, gerade mal so, dass es wehtat. Das war nur eine Warnung.

Sie wussten es und schleppten sich zur Eingangstür, aber die war verrammelt. Also Wegräumen der Möbel, es blieb ihnen nicht erspart.

Nach einer Stunde waren sie weg.

Amalie saß die ganze Zeit still auf ihrem Bett. Sie wusste, wer dort geschossen hatte, ohne überhaupt etwas erkannt zu haben. Sie wartete auf ihn.

...

Beide zusammen in enger Umarmung. Er wusste nun, was letzte Nacht passiert war. Er hielt sie ganz fest, streichelte sie, trocknete ihre Augen, küßte sie.

Voller Dankbarkeit, dass sie am Leben war.

Der nächste Morgen. Ob sie ihn hier suchen würden. Da waren sie schon. Er klopfte an der Tür.

"Sofort aufmachen. Militärpolizei."

Krach. Die Tür wurde eingetreten. 3 Militärpolizisten kamen mit gezogenen Waffen herein. Sie sahen zwei nackte Liebende auf der Bettkante sitzen.
Und sie schossen nicht. Nein, die beiden, es war so eine berührende Situation. Beide weinten, schauten so unendlich traurig und doch gleichzeitig voller Lebensfreude. Und sie drückten Liebe aus, füreinander, für das körperliche Leben und Angst, dass dies nun alles vorbei sein sollte. Wie soll man so etwas beschreiben? Es war so unendlich widersprüchlich und sehr eindrucksvoll.

Militär: "Sie sind Joseph Amaratus?"

J: "Ja"

M: "Warum sind sie hier?"

J: "Ich spürte, dass ich ihr helfen muss. Es waren vier Einbrecher, letzte Nacht. Vorletzte Nacht haben sie sie missbraucht. Ich bin so glücklich, dass sie noch am Leben ist."

M: "Aha, daher die Blutspuren hier im Zimmer. Mhhh, am Leben. Wenn wir dich jetzt mitnehmen, ist es aus damit. Und sie ist dann allein. So wie ich euch einschätze, sie wird sich dann wohl selbst umbringen. Dann war alles umsonst. Dass du es bis hierher geschafft ist, schon sehr eindrucksvoll. Man wollte dir eine Tapferkeitsmedaille verleihen, irgendwie hast du den Angriff der Südländer zum Stoppen gebracht, ganz alleine."

Dabei waren Menschen gestorben. Im wurde ganz schwarz von den Augen. Was hatte er getan? Amalie, darf unsere Liebe noch sein? Er schaute sie an, bittend, fragend, sich schuldig fühlend und voller Angst.

Sie küsste seine Augen.

M: "Ihr drückt sehr viel aus, mit euren Gesten. Es ist ein Schauspiel. Sie will dich, obwohl du Menschen getötet hast. Nein, wir können dich nicht mitnehmen.
Was wir dann zerstören würden, es gehört zu den wenigen Dingen, die hier überhaupt noch erhaltenswert sind. Also, versteck dich, lass dich nicht erwischen."

Dass sie ein so großes Riskiko eingingen! Und dann auch noch drei verschiedene Soldaten. Was, wenn man ihnen nachweisen würde, dass sie ihn laufen gelassen hatten?

Amalie und Joseph wieder allein. Liebe ohne Grenzen. Sie schauten sich an, direkt in die Augen. Es spiegelte sich dort die Liebe des anderen.
Und Joseph, war er noch frei von Schuld? Es war Amalie, sie nahm ihm diese Last.


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