Eine Janine wächst heran - Arianne 157 <<Home>> nächste Seite =>

Die Haare wachsen mit

Ein kleines Mädchen wurde geboren.

Am Anfang war sie noch ganz haarlos, aber das änderte sich bald.

Nach 2 Jahren sollte sie ihren ersten Haarschnitt erhalten. Sie schaute ihre Eltern so bittend an, sie verstanden sie auch ohne Worte. << Bitte lasst mir meine Haare >>.
Dieser Blick, so süß und so sanft, aber auch so voller Hoffnung, dass die Bitte erfüllt wird, nein, sie konnten nicht dagegen handeln.

So wuchs sie heran und hatte mit 6 Jahren knielange Haare.

Der erste Schulbesuch.

Die Eltern hatte Jasas Haare übereinandergelegt und halb hochgebunden, die außergewöhnliche Länge fiel dann gar nicht mehr auf.

In der Grundschule hatten viele kleine Mädchen lange Haare. Sie wetteiferten miteinander, über die Länge. Jasa wurde als Mittelmaß betrachet.

Eines Tages lies Jasa ihre langen Haare offen nach unten fallen. Damit war sie dann die Königin unter den kleinen Kindern.

Neid? Den gab es auch vereinzelt. Aber sie wurde so akzeptiert.

Wenn jemand ihren Haaren zu nahe kam, sie hatte Freunde und Beschützerinnen. Manchmal schien es sogar so, als wären unsichtbare Beschützer vorhanden. Aber das war sicher nur eine Sinnestäuschung.

Dann, im Alter von 13, die Schulordnung schrieb vor, dass die Haare nicht länger als bis zur Schulter sein durften.

Es gab viele Tränen bei den Teenagern. Unsere Jasa fügte sich nicht. Sie hielt ihre langen Haare mit beiden Händen fest und schaute dem Barbier direkt in die Augen.

Das war es dann, er weigerte sich, ihr die Haare zu schneiden.

Aber die Schulordnung. Der Direktor forderte von den Eltern den Haarschnitt, sonst müsse ihre Tochter die Schule verlassen. Sie würde ohnehin bereits ein so schlechtes Beispiel für die anderen Mädchen abgeben. Ordnung und Disziplin gerieten aus den Fugen. Die meisten 13 jährigen hätten immer noch ihre langen Haare. Sie versteckten sich einfach, wenn der Barbier kam. Und die Jungen, es gab bereits langhaarige Jungen hier! Da die Barbiere sie manchmal nicht von den Mädchen unterscheiden konnten, blieben sie auch noch unentdeckt. Es wurde höchste Zeit, die Trennung der Geschlechter wieder herzustellen.

Dann wurde Jasa hinzugezogen, warum sie denn in aller Welt mit diesen umständlichen langen Haare leben wolle? Die waren doch voll aus der Mode...

Der Direktor schaute ihr in die Augen und das war es dann. Mhhm. Die Schulordnung. Wir brauchen eine Ausnahmeregelung. Aber was sagt die Schulaufsichtsbehörde dazu? Nun, was sie nicht weiß ...

Der Direktor entschied, der Haarerlaß würde für 2 Jahre ausgesetzt, bis Jasa das 15. Lebensjahr vollendet hatte. Danach konnten die Schülerinnen ihre Haare ohnehin wachsen lassen, wie sie wollten. Es gab tatsächlich auch eine Rückendeckung für ihn. Ein führender Geheimdienstler hatte ihn gestern angerufen. Er solle doch seinen Standpunkt noch einmal überdenken.

Juliana, Jasas Freundin, durfte ihre knielangen Zöpfe behalten. Sie strahlte über das ganze Sicht, hüpfte vor Freude durch den Raum.

Danke, liebe kleine Jasa.

Diese Freude, die plötzlich überall vorhanden war, sie ließ die Pädagogen nicht unberührt.

...

Im Alter von 18 mussten alle Mädchen zum Militär. Viele ließen sich schon vorher die Haare ganz kurz schneiden.

So saßen dann Jasa und Juliana auf den 30 Frisierstühlen für Neuankömmlingen, mit superlangen Haaren, während die Mädchen rechts und links neben ihnen schon fast militärische Haarschnittsnorm erreicht hatten.

Denen sollten die Haare nur noch zurecht geschnitten werden, so dass auch der Stahlhelm passte.

Jasa und Juliane waren nicht ganz allein, es gab noch 5 andere junge Frauen mit  schulterlangen bis hüftlangen Haaren. Und eine mit Locken bis zu den Kniekehlen.

Oh, wie schön das aussah. Das alles sollte nun einfach in den Müll wandern?

Oder gespendet, für ... ihr wisst schon für wen. Vertreter dieser Organisationen saßen bereits auf den Zuschauerbänken mit Plastiktüten für die kostenlosen Geschenke. Einige Haarteile hatten sie bereits eingesammelt. Von den kurzhaarigen künftigen Soldatinnen.

Jasa saß auf ihrem Stuhl mit ihren bodenlangen dicken Zöpfen. Wie sehr das aus der Reihe fiel. Der Barbier kam von hinten, sie konnte ihm also nicht in die Augen schauen. Und das geschah dann auch noch gleichzeitig bei allen 30 Stühlen.

Ein echtes Problem.

Ein Oberst hielt eine Ansprache. Warum kurze Haare notwendig waren, er redete von militärischer Disziplin, Ordnung und Sauberkeit, Praktikabilität, über Läuse und so weiter und so weiter.

Jasa sprang auf und unterbrach damit die Zeremonie.

Sie stellte sich neben den Redner und schaute in Richtung der Barbiere. "Bitte, schaut mich alle an."

Alle Blicke richteten sich auf sie und damit war es dann vorbei mit den Haarschneideabsichten.

Auch der Oberst hatte ihr in die Augen gesehen. Was nun?

Eine Ausnahmeregelung. Aufheben der Haarverordnung? Das musste der General entscheiden.

Kurz entschlossen nahm er Jasa bei der Hand und marschierte mit ihr ins Büro des Generals.

Natürlich fiel das einigen Leuten auf, diese Änderung der Regelungen im Angesicht des Mädchens. Schließlich wurde hierzulande alles genau überwacht. Man wollte aber vorsichtig daran gehen. Es sah so aus, als wären hier paranormale Kräfte am Wirken.

...

Der militärische Alltag. Jasa und Juliana hatten ihre Haare unter der Kleidung zusammengebunden. So hatten sie auch keine Probleme damit. Nur beim gemeinsamen Duschen, da kamen sie dann zum Vorschein. Die anderen entschieden sich dafür, mit den Haaren zu spielen. Jasa und Juliana erlaubten es ihnen.

Sie wollten die Schönheit ihrer Haare mit den anderen teilen. Ganze Tage hatten sie mit den anderen über die Haare geredet. Warum sie ihnen so wichtig waren, wie schön sie doch sein konnten. So gab es dann auch keinen Haarschnitt aus Neid.

Dann kam der Tag X.

Ein militärsicher Kampfeinsatz stand bevor.

"Mit den Haaren könnte ihr in keinen Kampfeinsatz ziehen." Oberst Rason blieb hart.

Er vermiet es, Jasa in die Augen zu schauen. Schon merkwürdig, er redete mit ihr und schaute sie dabei nicht direkt an.

Aber irgendwie schien das zu funktionieren.

"Es geht hier um euer Leben und das der anderen. Das hat Priorität."

Jasa: "Warum überhaupt Krieg? Okay, das wollen sie hier nicht diskutieren. Wir wollen das nicht. Blutendes Kanonenfutter für Strategiespiele von Generälen. Oder für das Monopolie der Mächtigen und Reichen. Erst nehmt ihr uns die Haare, dann unser Leben. Oder wir humpeln als Kriegsinvaliden von Schlachtfeld, mit einem zerstörten Körper, den wir doch so sehr lieben."

Oberst: "Wir unterliegen hier aller einer militärischen Ordnung. Der kann ich nicht entgehen, und ihr könnt es auch nicht. Wenn ihr euch weigert, dann ist das Befehlsverweigerung, und wie das bestraft wird, das wisst ihr."

Nun schaute er Jasa und Juliana doch direkt an.

Die Augen von Jasa. Sie sendete diesmal keine Botschaften. Das war nicht angemessen.

Jasa: "In einem Punkt haben sie Unrecht. Wir können uns ihrem Militärapparat sehr wohl entziehen. Hallo, stille Zuhörer, lasst euch blicken. Ich bin die Geheimwaffe, die ihr haben wollt."

...

Die paranormalen Kräfte von Jasa waren nicht mehr so unausgereift, wie zu ihrer Jugendzeit.

Sie konnte sie ganz gezielt einsetzen.

Es waren sehr starke Kräfte. Damit konnte sie Vulkane ausbrechen lassen. Einige Demonstration hatten die Geheimdienstler überzeugt. Ein Vulkanausbruch auf dem Mond, genau an dem Ort, den die Geheimdienstler selbst angegeben hatten. Hatte man es bei ihr mit einer Göttin zu tun?

"Herr Geheimrat, ich werde den Feind nicht vernichten, damit ihr einen grandiosen Sieg feiern könnt. Ich werde den Krieg verhindern. Ohne funktionierende Gewehre und Kanonen müssten die Grenadiere wieder mit Knüppeln und Fäusten aufeinander losgehen. Dass dies ein Anachronismus ist, zumindest das sollten alle Beteiligten begreifen."

Die Geheimdienstler schwiegen.

Sie hatten erkannt, dass Jasa dem ganzen Planeten gehörte und hier mehr auf dem Spiel stand, als nur das Schicksal eines einzigen Planeten.

Nicht einmal die ganze Galaxis spiegelte diese Bedeutung wieder. Auch das Universum war viel zu klein.

Die Pragmatiker unter den Militärs und Politern mussten anders überzeugt werden.

Durch direktes Handeln. Wenn nichts mehr ging, dann verloren sie ihre Handlungsfähigkeit und suchten nach dem großen Unbekannten, der ihnen half, alle Probleme zu losen.

Jasa würde sich dann anbieten. Und Juliana, ihre Vertraute.

General Kasser: "Du bist also eine Janine. Inzwischen verstehe ich ein wenig, worum es dabei geht. Gut, einverstanden, wir werden deine Eingriffe nicht blockieren. Wie es dann weitergeht? Ein planetarer Rat wird sich etablieren und mit deiner Hilfe den Planeten einigen. Dann wollen wir doch mal sehen, ob wir nicht reif sind für die Zukunft."

Jasa: "Ja, so könnte es gehen. Ich bin doch auch ein Teil eurer Wirklichkeit. Ich bin auf diesem Planeten geboren und ich bin hier aufgewachsen. Ihr habt mir zwar die Haare wegnehmen wollen, aber ihr habt es nicht gemacht. Niemals habt ihr meine Seele gebrochen und ich habe einiges bei euch gelernt. Und ich habe die Liebe kennengelernt, durch meine Eltern, meine Freunde und manchmal auch durch Fremde.

Ich brauche euch. Bitte helft mir, so dass ich meine kosmische Bestimmung erfüllen kann. Ihr müsst nur  ein wenig dazulernen, z.B. dass diese kleinen Streitereien hier nur hinderlich sind."

Kleine Streitereien. Kriege zwischen Staaten, nur kleine Streitereien. Na ja. Angewandte Relativitätstheorie.

Eine hühnenhafte Gestalt stand plötzlich im Raum mit einer spirituellen Ausstrahlung, die allen Anwesenden den Atem wegnahm. Sie spürten eine Berührung mit der Unendlichkeit, eine Grenzenlosigkeit in allem. Wo kam nur diese Vison her, dass sie sich am Rande der Akkreditionsscheibe eines Schwarzen Loches bewegten?

<< Hört auf sie. Ich gehöre zu ihren Beschützern, man nennt mich in diesem Teil der Ebene "Black Dog". So, nun gehe ich wieder, ich will ja nicht verantworten, dass eure Atemlosigkeit zum Tode führt >>
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