Arianne 16 - Janines 02

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Eine Liebe zwischen Janines und die Freiheit des Willens.


Janines 02

Unendlichkeit, Weite, leuchtende Punkte. Sterne? Nein, Universen. Eine feenhafte Gestalt, mit langen wallenden Haaren, die sie umrahmen. Hinter ihr, die Haare werden länger und länger, sie reichen bis in die Unendlichkeit. Sie bewegt sich langsam, dreht sich manchmal um sich selbst, in ihrem gewaltigen Haarkleid. Es verknotet sich nicht, bewegt sich wie ein lebendes Wesen, streichelt ihren Körper und ihre Seele.

Manchmal bewegt sie ihre Arme und Beine, als würde sie schwimmen, manchmal winkt sie auch, und sie lächelt dabei. Sie ist so schön, das Vorbild für alles Schöne in der Welt. Es macht die Seele glücklich, sie anzuschauen. Ihre Haare erstrahlen in allen Farben des Spektrums, leuchtende Farben, die sich ständig verändern. Sie leuchten aus sich heraus, teilweise transparent, wie Diamanten. So strahlt sie Photonen in die Welt, gibt ihr Energie und damit auch Materie. Hinter ihr fächern  sich die Haare auf, erfassen den Raum. In sich tragen sie die Energieströme der Zeit. Die Haare vibrieren leicht, erzeugen Musik, die Symphonie der Schöpfung.

Eine intensive spirituelle Ausstrahlung geht von ihr aus. Es ist das Leben selbst, das sie ausstrahlt. Ihre Haare streicheln das Kontinuum, die Materie. Leuchtende Punkte bleiben hinter ihr zurück, jedes davon ein neues Universum, erfüllt mit der Energie des Lebens und der Zeit. Milliarden und aber Milliarden von Lebensformen werden sie hervorbringen. Jedes von ihnen mit seiner eigenen Geschichte, eingebettet in die Ströme der Zeit.

Eine Janine, in ihrer ganzen Größe und Herrlichkeit.

Selbst Arianne steht of nur da und lässt sich von diesem Anblick überwältigen.

Sie beschützt sie vor allem, dass ihr schaden könnte.

Sie liebt sie so sehr, ihre Janines, dass sie sich selbst verlieren könnte, wenn einer von ihnen etwas geschieht. Janines sind die Liebe in ihr. Liebe, die sich verteilen möchte, in der Unendlichkeit. Die sich nicht beschränken lassen will.

...

Ein Pärchen. Sarah und Akadia. Arianne schaut ihnen sehr lange zu. Erst war sie ein wenig skeptisch gewesen. Sie befürchtete, die beiden würden sich nur noch auf sich selbst konzentrieren und die Welt drumherum vergessen, Aber nun, es erfüllt sie mit innerer Freude, was sie sieht. Die Liebe hat ihren Weg gefunden, zu den beiden Janines, und sie verteilen sie auf ihre unendlich schöne Welt.

Zwei Wesen mit unendlich langen Haaren, die sich gegeneitig umkreisen, dabei immer näher kommen, bis sie sich berühren.
Sie umarmen sich, verschmelzen zu einem Wesen und sind doch 2. Die Haare hüllen sie ein, verbergen den Blick auf das, was im Innern geschieht.

Arianne muss lächeln.

Es ist so voller Erotik was sie sieht und die Schönheit der Farben um die beiden herum, die Klänge der Schöpfungsmusik. Ja, sie sollen ihren privaten Bereich haben, den niemand einsehen kann. Nicht einmal sie selbst.

Sie muss daran denken, an diesen Satz: "Wenn Gott allmächtig ist, kann er dann einen Stein schaffen, der so groß ist, dass er ihn selbst nicht heben kann? Ist er dann immer noch allmächtig?"

Arianne lächelt. Ja, so groß ist der Stein. Sie selbst kann nicht sehen, was dort geschieht, im Innern der Haare, zwischen den beiden Liebenden.

Aber kümmert sie das?

Ein bisschen machte es ihr Angst, dass dort etwas geschehen könnte, was sie unbedingt vermeiden will. Der ultimative Beschützerinstinkt. Aber sie vertraut auf die Kraft der Liebe, dass sie die kosmischen Unholde abschmettern wird, wenn sie es wagen sollten. Was dort geschieht,  es geschieht ja auch in ihrem Innern, denn ALLES ist ein Teil von ihr. Die Magensäfte sollen jene verdauen, sie sich zu nähern wagen. Ariannes Magensäfte *grins*. Die totale Kontrolle, sie kann tödlich sein, das weiß sie. Sie gibt den Wesen der Welt die Möglichkeit eines eigenen freien Willens, den sie respektiert, und sie gibt ihnen auch die Möglichkeit eines privaten Bereiches, den sie nicht einsehen kann.

Nein, so ganz ohne Kontrolle, das will sie dann doch nicht. Dazu kennt sie die Welt zu gut. Sie hat Akadia eines ihrer Haare geschenkt, das wird sie beschützen, auch ohne bewusste Kontrolle von ihr. Die beiden wissen ja gar nicht, welche Macht dieses eine Haar in sich hat. Es ist stärker als alle kosmischen Mächte der Welt zusammen aufbringen können, einschließlich der Nicht-Existenzen.

Ein Teil von ihr.

Die Janines lösen sich wieder voneinander. Sie schwimmen jetzt nebeneinander, geben der Unendlichkeit Raum, Zeit und Materie. Zwei Wesen, die sich lieben.

Zwischen ihnen, leuchtende Ströme von Energie, Liebe, die sichtbar wird. Arianne hat noch nie so etwas schönes gesehen. Es berührt sie ganz tief in ihrem Wesen.

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