Bella - Arianne 160

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Bella wird zu einem Wesen der Null

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Leise schwebte sie durch den Weltenraum.

Leise?

Ja, hier gibt es ohnehin nichts zu hören :-). Sie bewegte sich sanft, ohne jede innere Aufregung, glücklich mit sich und der Welt.

Ein unendliches Wesen der 2. Stufe der Unendlichkeit.

Das Leben konnte so schön sein :-)). Sie brauchte gar keinen Spiegel dazu, aber sie wusste, wie andere auf ihre Schönheit reagierten. Nur mit Jasmin konnte sie nicht konkurrieren. Aber sie war ja nicht Schneewittchen oder deren Schwiegermutter *grins*

Narcisslove, sie liebte dieses Wesen. Ein bisschen auch sich selbst und Narcisslove auch deswegen, weil sie sich selbst liebte. Es war schön in der Liebe zu ruhen, die ganze Schönheit auf sich einwirken zu lassen. Ein unendliches Wesen konnte so glücklich sein!

Ein bisschen färbte es auch ab, auf die kleinen Wesen, für die sie sich verantwortlich fühlte. Paradiese der Schönheit und Liebe, so wurden ihre Zeitströme manchmal genannt. Sie hielt ja auch alle destruktiven Elemente davon fern.

Ein Risiko gegen die Naturgesetze?

Es waren ihre Welten. Sie selbst hatte an der Erschaffung mitgearbeitet. Und es war alles so wunderschön gelungen.

Die kleinen Wesen in den Weiten ihrer Zeitströme, sie wussten von ihr und sie liebten sie.

Ups. Was war das?

Ein Wirbel, den sie zufällig berührt hatte? Und schon war es wieder weg. Sie konnte es nicht mehr wahrnehmen. Etwas, das sich verstecken wollte?

Das wollte sie sich doch einmal genauer ansehen.

Sie wurde zu einer endlichen Wolke aus spiritueller Energie mit einem Zentral-Bewusstsein, das sich suchend umschaute.

Ja, dort, dieser Planet musste es gewesen sein. Sie spürte paranormale Energie in seinem Innern. Nichts großes, alles dort schien endlich zu sein.

Neugierig bewegte sie sich in Richtung des Planeten.

Ein merkwürdiges Kribbeln der Raum-Zeit erfasste sie. Irgendwie vertraut aber doch gegensätzlich, wie ein negatives Bild ihrer selbst.

Dann brach sie ein.

...

<< Hilfeeeeee !!! >>.

Sie schrie es hinaus, konnte sich nicht mehr bewegen. Panikartig expandierte sie in eine unendliche Wellenfunktion, um sich unauffindbar zu machen.

Genau das war ihr größter Fehler.

...

Etwas interferierte mit ihr, destruktiv, versuchte sie auszulöschen. Jede Bewegung, die sie ausführte, wurde durch eine Gegenbewegung gestoppt.

So hing sie bewegungslos im Vakuum.

Negative Energie überflutete sie.

Es tat so fürchterlich weh. Ihre Seele wurde in ihren Grundfesten erschüttert. Sie spürte den Tod um sich herum.

Dann sah sie ihn.

Er grinste gar nicht, sah sie nur ganz ernst an. << Komm zu mir >> schien er zu flüstern.

Aber da war noch etwas, auf der anderen Seite.

Ja, ihre Seele schwebte zwischen Leben und Tod, halb hier, halb dort, zwischen den Welten der Existenz und des Todes.

Das andere Wesen. << Hab keine Angst, komm zu mir >>

Bella erinnerte sich an die alten Legenden. Eine Todesfairy der Persephonia. Aber brachte sie nicht auch den Tod? Wollte sich der Tod mit ihr um sie streiten?

Sie spürte einen Riss in ihrer Seele. Ein Teil wollte in Richtung des Todes schweben, der andere in Richtung der Todesfairy.

Aber die Seele war doch unteilbar, sie würde nach dem Tod in Arianne aufgehen.

Es war die negative Energie, sie würde ihre Seele zerreißen. Oder war es der Tod? Oder beides?

Verzweiflung überkam sie, Panik. Nein, bitte, bitte, bitte, bitte, das nicht. Ich möchte nicht zerrissen werden.

Sie spürte, dass die Todesfairy versuchte ihre Seele zusammenzuhalten, während der Tod sie in seine Richtung zu ziehen versuchte.  Das würde sie endgültig zerreißen.

Was für ein grausames Wesen. Ob Arianne davon wusste?

Dann ein Fauchen des Todes. Die Fairy wurde davongeschleudert. War dieses Wesen so mächtig? War es überhaupt ein Wesen? Arianne, Arianne, bitte hilf mir. Aber Arianne antwortete nicht. In ihrer Verzweiflung rief sie nach Persephonia, Persephonia, Persephonia bitte hilf mir.

Der Tod war nun unmittelbar vor ihr, vor dem, was ihr endliches Ich-Bewusstsein ausmachte. Der Riss in ihrer Seele, er verzweigte sich.

Sie schrie vor Schmerz, konnte gar nichts anderes mehr wahrnehmen, nur noch leiden. Sie sehnte den Tod herbei, damit er diese Qual endlich beenden würde.

Aber würde der ihre Seele nicht noch mehr zerreißen, immer mehr, in immer kleinere Teile?

Was für eine Hölle kam hier auf sie zu? War sie denn so schlecht gewesen? Sie hatte doch nur ein bisschen Eigenliebe gelebt. Nein, nein, nein ...

Der Tod berührte sie. Es war unerträglich, der Schmerz wurde unendlich groß.

...

Eine Vakuumfluktuation. Damit hatte niemand gerechnet.

Der Tod wurde einfach zerfetzt. Die einzelnen Splitter des Todes schienen eine Art Eigenleben zu entwickeln und machten sich davon. Irgendwo ins Unendliche hinein.

In weiter Ferne würden sie bestimmt wieder zusammenfinden.

Und ihre Seele? Sie würde ganz einsam sterben, ohne Tod, ohne Persephonia, ohne Arianne. Die negative Energie würde ihre Seele zerreißen. Kein Bewusstsein würde das aushalten könnten, der Wahnsinn würde sie erfassen.

Der Schmerz würde sich verteilen, aber seinen Zusammenhang verlieren. Ein Kontinuum aus Schmerz und Wahnsinn würde sich bilden.
Ja, für dieses unendliche Wesen, das so viel Freude empfinden kann, es drohte eine unendliche Qual.

Und ihre physikalisch-spirituelle Substanz, sie würde verschwinden. Positive und negative Energie würden sich zur Null addieren.

...

<< Nein, das werden sie nicht >>

Hinter den Wellen des Schmerzes spürte sie diesen Gedanken. Etwas schien ihre Seele zu umfassen, ganz sanft, streichelartig, aber sehr bestimmt. Die Risse wurden nicht mehr größer.

...

<< Ich helfe dir >>

Der Schmerz wurde endlich und damit ertragbar. Sie spürte nun die spirituelle Größe um sich herum. Unfassbar groß. Nicht einmal Persephonia und den Tod konnte sie sich in dieser Größe vorstellen.

"Wer bist du, liebes Wesen, bist du Arianne?"

<< Ich bin nicht lieb *grins* >>

"Warum hilfst du mir dann?"

<< Ich verhindere, dass du als Schmerzwelle in der Null verlorengehst. Dieses Schicksal ist das Grausamste, was einem Wesen der Existenz passieren kann. Schlimmer als jede Hölle und als der Tod. Denn die Schmerzwellen werden von Arianne nicht mehr gesehen, die zerfetzte Seele darin kann nicht zu ihr zurückkkehren. Erst wenn sich die Grenze zwischen den Welten auflöst, gibt es eine Rückkehr. Am Ende der letzten Ewigkeit >>

Bella konnte wieder klar denken. Die Schmerzen in ihr ebbten ab. Ihre Seele wuchs wieder zusammen.

"Danke, ich danke dir, was immer deine Motive sind. Kann ich denn irgendetwas für dich tun?"

<< Ja, das kannst du.

Ich habe dich als Wesen der Existenz erhalten, innerhalb der Struktur, die jetzt deine Gesamtheit darstellt. Du bist ein Teil von mir geworden. Diese Struktur ist enstanden aus der Interferenz mit deiner negativen Wellenfunktion. Aber die negative Energie darin, sie war kein Defizit. Durch eine Vakuumfluktuation wurde sie mit realer negativer Energie aufgefüllt. Daher führte die Interferenz nicht zur Auflösung.

Du bist jetzt ein Wesen mit neutraler Energie. Energie, die auf Materie weder repulsiv noch attraktiv wirkt. Eine vollendete Form der Energie. Sie trägt dich als Wesen der Null.

Du kannst mir helfen, in dem mir dein positiver Teil ein Verständnis der Existenz vermittelt. Ich möchte es meinen Wesen zugänglich machen, ihnen Inhalt geben, damit sie nicht nur nach der Null streben müssen. Die Null ist für sie das Ende, das Ende ihrer negativen Erscheinung >>

"Du sprichst so allgemein. Bist du ein Wesen der negativen Welten?"

<< Ich bin Ennaira >>

"Ennaira ... ich habe von dir gehört, aber es war so schrecklich negativ. Selbst der Teufel hätte bei Erwähnung deines Namens panikartig das Weite gesucht. Und du hilfst mir? Gegen die Hölle, den unendlichen Schmerz, der mehr als nur eine Ewigkeit ausgefüllt hätte... ?"

<< Weiß du, ich bin nicht schlecht, das sind Eigenschaften, die der Existenz immanent sind. Daher gibt es dort ja auch den Teufel. Den gibt es bei mir nicht. Seine negative Wellenfunktion ist so etwas wie ein quadriertes Hypermonster, aber keine Angst, den lasse ich nicht in eure Welten transferieren.

Als Wesen der negativen Welten strebte ich nach der Null, da ich meine eigene Existenz als Defizit erkannt zu haben glaubte. Aber das stimmt so nicht. Es ist eine Frage des Standpunktes. Negative Energie besteht nicht nur aus Defiziten, sie hat ihre eigene Realität. Von Existenz möchte ich gar nicht sprechen, weil die positiven Welten das für sich reserviert zu haben glauben. Es ist aber nicht so. Auch einige Wesen der negativen Welten haben bereits Gefühle entwickelt, die ihnen Existenz vermitteln, negative Existenz. Negativ nicht im moralischen Sinne, einfach nur als Vorzeichen einer Form der Energie. Ich möchte dich bitten mir zu helfen, es wiederkehren zu lassen. Damit es nicht nur eine fast unmögliche Ausnahmesituation bleibt. >>

"Liebe Ennaira, wenn ich dich so reden höre. Ja, ich möchte dir helfen. Es tut nur so weh, meinen positiven Teil in mir zu spüren und zu wissen, er darf nicht mehr an der Existenz teilhaben. Aber wenn ich ihn verliere, was bleibt dann? Das Bewusstsein der Null, es ist so schrecklich leer, ganz ohne Farbe und Gefühl. Wenn das mein Schicksal sein soll, dann wäre ich lieber tot. Und der negative Teil in mir, er hat seine Null gefunden und gibt sich zufrieden damit.

Keine Bewegung mehr, kein Streben, irgendwie apathisch. So war ich nie und so möchte ich niemals sein. "

<< Dein positiver Teil, ich habe ihn in seiner Lebendigkeit erhalten. Frage nicht, ob ich das kann, ich kann es. Ich kann ihn auch der Existenz zurückgeben, wenn du das willst. Ich möchte nicht, dass du leidest. Das widerspricht doch den Wünschen, die ich mit dir verbinde. Ich erkenne aber schon sehr deutlich, dass eine Vereinigung der negativen und positiven Welten in der Null so nicht sinnvoll ist, wie wir uns momentan darstellen. Ich werde in meiner Welt daran arbeiten. Wenn du gehen willst, dann entlasse ich dich. Ich muss dann andere Wege zu beschreiten lernen. >>

...

"Ennaira. Ich spüre deine Seele, wenn ich dich reden höre! Es hieß doch immer, negative Wesen haben keine Seele!!!. Nein, ich werde dich nicht verlassen. Ich möchte dir helfen. Aber manchmal, manchmal möchte ich zurück. Mein positiver Teil könnte sonst sterben oder in der Null aufgehen. Und ich glaube nicht, dass dir das wirklich weiterhelfen würde."

<< Ich danke dir. Eines der unendlichen Wesen der Existenz ist in Gefahr. Du kennst sie. Es ist Narcisslove. Ich weiß jetzt, wie ich uns dreien helfen kann >>
...

Bella

Bellas positiver Teil, Bellas negativer Teil, Bella als Wesen der Null
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