Annamalia 02 - Arianne 163

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Annamalias Weg zu Erotica

Die Jahre gingen vorbei, so schnell und sie waren doch so intensiv. Annamalia / Erotica liebte ihr Leben.

Vielen hatte sie geholfen, ihre seelischen Schmerzen zu heilen.

Allen konnte sie es nicht recht machen. Von vielen wurde sie als Hure betrachtet, verachtet, andere hassten sie. Warum eigentlich? Sie tat niemanden weh oder vielleicht doch, wenn sie mit jemandem schlief, den eine andere für sich beanspruchte?

Eifersucht und Neid, Angst vor dem Verlassenwerden, Besitzstreben, Enttäuschung, missbrauchtes Vertrauen ... Es gab so viele Gründe, manche waren auch verständlich. Was sollte sie tun?

Die Menschen wussten um ihre Schwächen, aber sie wollten sie nicht missen. So gab es Freunde, die über sie wachten. Schon mancheiner wurde darüber belehrt, dass sie beschützt wurde, wie wertvoll sie war.

Sie leitete ein Institut für seelische Heilkunde und körperliche Liebe. Vielen ihrer Patienten half sie bereits dadurch, dass sie sie nur anschaute. Ja, es war wie Magie, in ihrem Blick. Dabei war sie nur so wunderschön. Es war die Art ihrer Zuwendung. Die Menschen fühlten sich von ihrer Schönheit berührt und wenn sie es annehmen konnten, waren sie geheilt. Meistens. Nicht jedem konnte sie helfen :-((, denn sie war kein Gott.

Was sie noch nicht wusste, auch die Götter helfen nicht immer, selbst dann nicht, wenn sie es könnten.

Manchmal heilte sie auch mit Worten.

Wenn das Bedürfnis nach Liebe so stark war und niemals erfüllt wurde, auch da half sie weiter.

Wenn jemand mit ihr schlafen wollte, es musste ein tiefes seelisches Bedürfnis vorhanden sein. So verweigert sie sich auch, wenn es nur um die reine Lust ging. Ja, so ganz ohne Moral war sie nicht. Spaß haben an der Sexualität, wer nichts anderes suchte, dafür gab es auch andere Möglichkeiten.

Wenn ein alter oder hässlicher Kerl mit ihr schlafen wollte, nur weil sie es allen angeboten hatte? Sie erforschte seine Seele, was er wirklich wollte, sie konnte das.

War sie dadurch nicht bereits ein bisschen übernatürlich?

Vielleicht. Aber sehen wir, was sie wirklich tat.

So mancher Penner, den niemand mehr lieb hatte und der mit gebrochenem Herzen auf der Straße lag, sie hob ihn wieder auf, gab ihm Selbstbewusstsein zurück.

Dann eines Tages, eine Begegnung der dritten Art.

Eine wunderschöne Frau mit superlangen Haaren erschien nachts in ihrem Schlafzimmer. Wie war sie hereingekommen? Die Dunkelheit schien vor ihr zurückzuweichen. Erotica konnte sie ganz genau sehen, obwohl das optisch eigentlich unmöglich war.

Die Augen. Der Blickkontakt. Sie liebte die Augen dieser Frau und die Liebe spiegelte sich zurück.

Unter den Haaren war die Fremde völlig nackt, so wie sie unter ihrer Bettdecke.
Bettdecke? Sie war doch in ihre Haarpracht eingewickelt.

Sanft berührte die fremde Frau ihre Haare, streichelte sie und entwickelte sie vorsichtig.

Noch war kein Wort gefallen und schon küsste sie Eroticas nackte Haut.

Es war ein unbeschreiblich schönes Gefühl. Es durchströmte sie, machte jede Zelle ihres Körpers zu eines Quelle der Lust. Ja, sexuelle Lust, sie empfand sie so intensiv. Ihre Seele jauchzte vor Freude. Ein richtig kleines Seelenbeben, und es war so schön. Sie verlor sich völlig darin. Wellen der Freude durchströmten sie.

Liebevoll schaute sie die fremde Frau an.

E: "Wer bist du?"

"Ein höheres Wesen. Verantwortlich für den Raum und die Zeit, in der du lebst."

E: "Bist du Astoria, schönes Wesen?"

"Nein, Astoria ist ein Teil deiner Fantasiewelten. Aber es gibt sie wirklich und alle deine Gebete wurden von ihr gehört. Ich bin Narcisslove."

E: "Narcisslove?"

"Ja, ein wenig selbstverliebt, aber das sind auch alle meine Geschöpfe. Keine Angst, ich bin kein Gott der dich vereinnahmen will. Ich will dich berühren."

E: "Das hast du bereits getan, es ist so schön. Ich kann es gar nicht beschreiben, überirdisch schön. Darf ich dich denn berühren?"

"Komm, umarme mich, bitte. Lass uns nebeneinander liegen und uns streicheln."

So verbrachten sie Stunden zusammen und niemand störte das Liebespaar.

...

Der Morgen graute und sie trennten sich wieder.

N: "Liebe Erotica, es war so schön mit dir. Weißt du, ich bin ein rein spirituelles Wesen, habe keinen eigenen Körper. Aber du bist ein Wesen meines Kontinuums und über dich kann ich das Gefühl von Körperlichkeit spüren. Es ist wunderschön :-)). Ich danke dir dafür."

E: "Aber ich spüre dich doch, so körperlich, so ganz nah bei mir. Ich liebe deinen Körper so sehr, mit all meinem Gefühl."

N: "Ich bin Narcisslove. *grins*. Denke an die Bedeutung dessen, was dieser Name besagt. Es war sehr schön mit dir, liebe Erotica. Wenn du in einen Spiegel schaust, fällt dir dann nichts auf?"

"E: "Ja, ich habe mich die letzten 30 Jahre nicht verändert. Mein Spiegelbild ist so schön, wie es immer war."

N: "Ja, das ist es. Die ewige Jugend, du hast sie bereits berührt. Nun, nachdem ich mit dir geschlafen habe, bist du potentiell unsterblich geworden, denn ich bin ein unendliches Wesen."

E: "Unsterblich? Ich weiß nicht, was ich darüber denken soll."

N: "Du bist etwas besonderes. Wie eine Janine, aber doch etwas eigenständiges. Du hast das Potential der Unendlichkeit in dir drin, auch wenn du es noch nicht spürst. Ich werde dich auf diesem Weg begleiten, wenn du es annimmst. Aber wenn du die Unendlichkeit nicht willst, auch dafür werden wir eine Lösung finden. Arianne wird sich bei dir melden, denke ich. Vielleicht läd sie dich ein, in die Schule der Janines."

E: "Arianne?"

N: "Das Wesen der Existenz. Ich bitte sie mir zu verzeihen, dass ich mich hier eingemischt habe. Es ist die Ahnung einer Drohung, die meine Existenz gefährden könnte und die des ganzen Kontinuums. Wenn es wirklich geschieht, ich wollte dich vorher noch einmal sehen. Denn du bist ein Wesen meiner Schöpfung, das ich mir so sehr gewünscht habe."

E: "Du verwirrst mich etwas. Mein Glaube galt der Astoria, mein ganzes Leben lang, und nun ist alles so anders."

N: "Astoria, ja, ich werde dir ein Treffen mit ihr vermitteln. Hab keine Angst, sie ist dir wohlgesonnen, sie mag dich."

Beide umarmten sich ein letztes mal.

N: "Ich verlasse dich jetzt wieder, aber nicht wirklich, als unendliches Wesen dieses Kontinuums bin ich immer um dich herum. Wenn du mich brauchst, rufe nach mir. Und was Astoria betrifft, warte bitte bis heute Nacht. In deinen Träumen werde ich dich zu ihr führen."

Und weg war sie.

Erotica fühlte sich mit einem mal so allein aber nicht verlassen. Sie spürte die spirituelle Aura von Narcisslove. Ja, sie liebte dieses Wesen mit der ganzen Kraft ihrer Seele. Und sie wurde geliebt, sie spürte es. Ungleiche Liebe?

Nein, nicht wirklich, aber das liegt dann in der Fortsetzung dieser Geschichte.
...

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