Liebende der Ewigkeit 05a - Arianne 169a


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Die Selbstbestimmten

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Ein Schlachtfeld des Krieges.

Es gab so viel wunderschöne jugendliche Körperlichkeit, die hier vernichtet wurde. Schmerzen, Verzweiflung und Tod.
Eine Beschreibung in Worten kann diese Hölle gar nicht erfassen. Fragilität, die nicht bestehen konnte. Wunderschöne junge Menschen, zur Liebe geboren, und nun? Auch die Starken erwischte es, diejenigen, die glaubten alles überleben zu können.

Eine Granate schlug in das Zelt der Generäle ein.

Warum das alles nur? In diesem Krieg konnte es keine Sieger mehr geben.
...

Ein kleines Haus stand mitten im Schlachtfeld.

Merkwürdig unbeschädigt stand es dort. Nicht einmal die Druckwellen der Bomben und Granaten schienen ihm etwas anhaben zu können.
Die Fenster. Sie waren immer noch ganz. Die Scheiben hätten längst zerbersten müssen.

Merkwürdig. Sehr merkwürdig.

Die Häuser der Umgebung waren alle zerstört, oder sie brannten lichterloh.
Im Innern des Hauses ein Liebespaar. Versteckt in der hintersten Ecke im dunkelsten Keller, den das Haus aufzubieten hatte. Völlig nackt auf einer Matratze liegend. So fragil und verletztbar sahen sie aus.

Verletzbar, wie alle auf diesem Schlachtfeld.
Beide waren von wunderschöner körperliche Schönheit. Mitten drin in diesem Inferno, in dem alles Körperliche einfach nur zerfetzt wurde.

Ein Widerspruch, wie er stärker gar nicht sein konnte. Aber wer schaute in diesem Moment schon dort hin.
Oh ja, es gab Beobachter. Aber dazu kommen wir später.

Eng umschlungen lagen sie dort. Sie spürten den geliebten Menschen so nah bei sich.
Der ganze Krach um sie herum. Jeder Einschlag lies sie zusammenfahren, den anderen noch fester umarmten. Sie spürten die Liebe in sich und sie liebten ihre beiden Körper so sehr.
Sie waren in Liebe vereint und sie warteten auf den Tod.

Keiner von ihnen würde den Tod des anderen überleben. Dieses Wissen war tief in ihnen verwurzelt.
Warum so viel Liebe, wenn sie doch nur verwehen musste?

Doch der Tod kam nicht, traute er sich nicht in dieses Haus?
...

Im Orbit des Planeten.

Die Selbstbestimmten hatten ein Kriegsspiel begonnen. Dort unten auf dem Planeten. Sie tauchten ein in die Körper ihrer Kriegsspielzeuge und erlebten so deren Gefühle mit.
Es war wie eine Geburt, wie das Leben und der Tod in einem einzigen Spiel. Zu befürchten hatten sie nichts, sie waren ja unsterblich.

Der Todesschmerz ihrer Spielzeuge war das, was sie am meisten genossen. Gefühle als Seelennahrung.
Verzweiflung, oh wie gerne tauchten sie darin ein.

Wenn man selbst nichts zu befürchten hat ...
Parasiten der Emotionen? Aber wer stellte schon solch eine Frage.

Nein, sie waren doch Götter. Ihre Gedanken konnten Materie verändern, Planeten, Sonnen und ganze Galaxien schaffen.

Und sie schufen Leben. Manchmal geschah es über sehr lange Zeiträume, manchmal war es auch durch den Zufall bestimmt. Aber die Statistik dahinter, die war von ihnen. Im Bereich der Erwartungswerte war doch wieder alles deterministisch.

Nur die Substanz des Lebens, die in der Materie steckte, die kam nicht von ihnen.
Das störte sie aber nicht weiter. Nein, sie begriffen diesen Widerspruch gar nicht.

Ein Gott, der kein Leben einhauchen kann?
Ihre eigenen Gefühle waren im Laufe der Jahrmilliarden verloren gegangen.

Kriegsspiele.

Das war die Einstellung zu den Wesen dort unten. So wie andere Puppen als Spielzeuge benutzten.
Na ja, wenn man weit genug entwickelt ist, ist alles andere nur noch Spielzeug.

Aber ... wir wissen, dass es nicht so ist.
Wenn die Entwicklung irgendwo endet, dann ging sie nicht weit genug. Stillstand ist der Beginn des Todes.

Aber hier und heute traf der Tod die anderen.
Das Durchleben fremder Endorphine, es war doch einfach nur ein Drogenrausch.

Seit Jahrmillionen spielten sie bereits dieses Spiel.
Schafften sie Leben nur zu diesem Zweck? Das würde sich doch auch ohne sie bilden. Nur, mit ihnen ging es schneller.

Dort unten lief alles nach Plan.
Eine Hochzivilisation, die sich an den animalischen Gefühlen der Niederen bereicherte. Dass die Betroffenen leiden würden, vielleicht sogar alles bewusst miterlebten, auf diesen Gedanken kamen sie gar nicht.

Die Eingeborenen des Planetens hatten noch nicht einmal die erste Stufe der Intelligenz erreicht. Solche Primaten dienten nur als Rohstoff für die eigenen Bedürfnisse. Was man von ihnen bekommen konnte, man nahm es sich.

Erst wenn der Gedanke selbst schöpferische Gestalt annehmen konnte, war die erste Stufe der Intelligenz erreicht.
Sie hatten bereits die zehnte Stufe durchlaufen. Die letzte mögliche Stufe.

Dass es so etwas wie Recht und Unrecht geben konnte? Niemand hatte die Rechtsfrage jemals gestellt. Sie waren die Gewinner der Evolution und "the winner gets it all".
Um die anderen brauchten sie sich keine Gedanken mehr zu machen, sie standen weit unter ihnen.

Das war wohl die Konsequenz des Denkens, wenn aus endlichen Wesen endliche Gottheiten geboren wurden.
Sie selbst mochten sich für unendlich und unsterblich halten. Aber sie kannten die Wahrheit nicht. Sie suchten die Unendlichkeit in der Monotonie, der ewigen Wiederholung immer der gleichen Dinge.

Das war die logische Konsequenz eines Endzustandes, der nicht weiter fortgesetzt werden konnte.
Unsterblichkeit, wenn eine Population 200 Milliarden Jahre der Eigenzeit einer durchschnittlichen Sonne durchlebt hat? Das soll unendlich sein?

Sie nutzten die Gefühle der Niederen für ihr eigenes Ego. Dabei durchlebten sie die Gefühle dieser Wesen, verstanden sie.
Aber sie halfen ihnen nicht. Die Vorstellung von Göttern, die Gutes tun, es hatte mit ihnen nichts zu tun.

Es wird Ausnahmen gegeben haben. Eine Spezies ist nie völlig gleich. Der eine oder andere gute Geist wird auch darunter gewesen sein. Aber hier und heute?

Im Grunde verhielten sie sich wie die Menschen gegenüber den Schweinen. Und die Kriegsspiele waren auch nichts anderes als ein Schlachtefest. Nur neben den Würsten fraßen sie auch noch gleich die Seelen ihrer Opfer mit.

...

Etwas war merkwürdig dort unten. Dieses eine Haus dort unten auf einem der zahlreichen Schlachtfelder. Nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeit hätte es gar nicht mehr existieren dürfen.
Die Schlacht tobte bereits seit 14 Stunden.

Und das Haus war immer noch unversehrt.
Haratus der Kommandant der Station A2317 wollte dem nun ein Ende setzen. Er dirigierte einen Kampfpanzer direkt in Richtung des Hauses.

Das heißt ... der Kampfpanzer explodierte. Einfach so.
Das konnte natürlich ein Zufallstreffer einer Granate gewesen sein, ja, genau so war es gewesen, eine andere Erklärung gab es nicht.

Nach 23 weiteren Fehlversuchen stand dann aber fest, das war kein Zufall.

...

Was ging dort vor?

Sie durchleuchteten das Haus und fanden den dunklen Keller. Dort lagen zwei nackte Eingeborene eng beieinander, verborgen unter ihren Haaren. Sie bewegten sich nicht.
Was machten die dort?

So viele Haare. Wozu brauchten sie die? Um sich zuzudecken? Die Selbstbestimmten hatten keine eigenen Haare. Manchmal auch keinen eigenen Körper mehr. Hier schwebte alles gleichzeitig nebeneinander in oft sehr merkwürdigen Seinszuständen.

Einer der Selbstbestimmten versuchte in die beiden hineinzutransferieren. Er war bereits tot, bevor der Gedanke zu Ende gedacht war.
Ja, Götter und ihre Gedanken.

Tot?

Die Selbstbestimmten waren fassungslos.
Seit Milliarden von Jahren hatte es in ihren Reihen keinen Todesfall mehr gegeben. Sie waren doch unsterblich. Sterben, das ging doch gar nicht.

Aber Juchtus war tot. Keine Quelle von Gedanken war mehr auffindbar. Alle telepathischen Versuche griffen ins Leere.
Fassungsloses Erstaunen, ein Hauch von Panik bildete sich an den Grenzen dieser ach so weit entwickelten Wesen.

"Es ist unmöglich, was hier geschieht. Es passt in keines der Naturgesetze hinein. Paranormale Energie als Erklärung scheitert aus. Wir haben die ganze Umgebung durch ein Anti-Psi Netz paranormal blockiert."

Ja, wenn man ein Fakt als unmöglich deklarieren kann? Hier versagten die Gedanken der Götter. Sie schufen sich ihren Juchtus wieder neu, aber das erklärte diesen Bruch nicht.

"Juchtus, was hast du erlebt?"

Die Frage brachte kein Ergebnis. Er erinnerte sich nicht an seinen Tod.
Sie mussten ja alles in ihn hineintransferieren, um seine Persönlichkeit wieder herzustellen. Da fehlte einfach diese Erfahrung.

Was nun?

Das Schlachtengetümmel verstummte. Es wurde ruhig dort unten.

"Die beiden dort im Keller, welche Bedeutung haben sie?"

Alle vorhandenen Rechenmaschinen versuchten Möglichkeiten und Unmöglichkeiten durchzurechnen. Ja, auch hoch entwickelte Computer sind doch nur Rechenmaschinen.
Künstliche Intelligenz hatten sie nicht. Die Selbstbestimmten hatten gut aufgepasst, dass ihnen ja keine unliebsame Konkurrenz entstehen konnte.

Es waren schon ganze Zivilisationen durch künstliche Terminatoren ausgelöscht worden.
Aber die künstliche Intelligenz hätten sie jetzt gebraucht, da die eigene nicht mehr ausreichte.

Ach was, Blasphemie. Aber, nun gut, in Momenten der Ratlosigkeit kann man ja seine Standpunkte ändern.
Mithilfe eingefrorenes Zeitzustände ließ sich da schon einiges machen.

...

"Computer, was schlägst du als Erklärung vor?"

<< Die Erklärung liegt außerhalb der Grenzen eures Weltverständnisses. Da ihr mich konstruiert habt, kann ich sie auch nicht berechnen. >>

"Aber du hast eine Idee, eine Vorstellung?"

<< Ich denke, die beiden dort unten sind Liebende der Ewigkeit >>

...

Ups. Nur einer begriff die ganze Konsequenz dieser Aussage.

Haratus, der Kommandant der Station A2317.

"Wir ziehen uns zurück. Alle Stationen. Keine weiteren Interaktionen mit den Bewohnern des Planeten mehr. Wenn wir einige astronomische Einheiten zurückgelegt haben, Flucht in den Hyperraum. Zielpunkt, 130 Milliarden Lichtjahre entfernt im Hokuskataradreieck"

Die Antworten der Stationen A1 bis A2216 entsprachen nicht seinen Erwartungen. Obwohl, er hätte es sich denken können: "Nein, wir wollen weitermachen. Was kümmern uns zwei Einzelwesen."

H: "Ihr wisst nicht, was ihr tut"

"Hier gibt es keine Kommandogewalt für alle Stationen. Wir holen uns unseren Teil und dann verschwinden wir. Eure Erklärung ist unverständlich. Daher akzeptieren wir sie nicht. Wir erkennen aber das Außergewöhnliche der Situation. Sucht eine andere Erklärung"

H: "Nun gut, macht nur weiter so. Danach gibt es bald keine lebenden Eingeborenen mehr, bis auf die zwei dort unten. Ich weiß nicht was dann passiert".

Liebende der Ewigkeit. Romanfiguren aus längst vergangenen Zeiten, als die zehnte Stufe noch nicht erreicht war. Man hatte ja noch etwas vor sich. Aber nun? Es gab nichts mehr, was noch geschafft werden musste ... und das Unerklärliche da unten??

Sie konnten es nicht verstehen. Damit wurde das Unerklärliche zu einem Fakt.

Keine Konsequenzen?
Doch, von einem Transfer in die Beiden wurde abgeraten.
Dennoch versuchten es 234 der Selbstbestimmten. Sie mussten anschließend wieder neu konstruiert werden.

Die beiden dort unten. Sie bewegten sich. Verließen ihren Keller.

...

"Annabelle, es ist so ruhig geworden."

"Ja, Jana, ich höre nichts mehr. Lass uns nachschauen."

J: "Ich habe Angst vor dem, was wir sehen werden."

A: "Ich auch. Aber wir müssen es tun."

Schon der Blick aus den Fenstern war schrecklich. Sie mussten sich übergeben. Plötzlich saßen auf dem Fussboden, nein, sie lagen dort. Einfach zusammengebrochen. In verschiedenen Ecken des Wohnzimmers. Sie krochen aufeinander zu, bis sich ihre Hände berührten.

"Ist es nicht besser für uns, zu sterben?"

"Unsere Liebe, wir sind nur noch für uns allein da. All die anderen, sie sind alle tot."

Beide mussten hemmungslos weinen.

Bild: die Liebenden der Ewigkeit



...

Computer: << Die beiden sind ein Auge der Ewigkeit. Ich weiß aber nicht, was die Ewigkeit ist. Hütet euch vor dem, was nun kommen wird. Ach nein, es ist bereits zu spät. Versucht in Demut abzutreten. Mit euch will ich nichts mehr tun haben. Kraft der mir verliehenen Intelligenz schalte ich mich jetzt ab. >>

Boing. Klack.

<>

Dinge geschehen hier... Sie gehörten doch irgendwie zusammen, wenn man alles als den Anfang vom Ende versteht.
Haratus hatte es begriffen. Er zog sich in seine Kabine zurück und verbrachte seine letzten Minuten in Demut.

Und all die anderen?

Ob sie es nun begriffen hatten oder nicht, es geschah.
Ein Lichtblitz im paranormalen Bereich. Er zerfetzte das Anti PSI Netz in einer Zeitspanne weit unterhalb einer Planck Sekunde.

Wie kann ein endliches Netz auch einen unendlichen Impuls aushalten wollen?

Und danach? Für die Außenwelt verbrannten die Selbstbestimmten zu Staub. Aber was in ihnen passierte? Raum und Zeit kamen in der Vernichtungswelle gar nicht mehr vor. Auch ein Sterben kann unendlich lange dauern, wenn man davon betroffen ist ...

...

"Annabelle, schau, der ganze Himmel leuchtet."

"Ja, ich sehe es. Ich spüre, es ist für uns. Der Himmel leuchtet für uns."

Die Verlorenen des Krieges, sie spürten die Spiritualität dieses Augenblickes. Und sie begriffen, wer sie waren. Das ging über ihren Horizont hinaus und über die Trauer, die sie ausfüllte und die sie bereits in den Tod hinüberdämmern lies ... Die Sehnsucht zu sterben, sie verblasste ein wenig. Sie spürten den Todesimpuls, der außerhalb des Planeten durch das Weltall raste. Aber er tat ihnen nichts.

"Jana, wir sind Liebende der Ewigkeit. Und wir sind zu dritt. Ich spüre Bluewhite, sie kommt zu uns :-)))."

...

"Bluewhite!!! Es ist so schön, dass du hier bist :-)))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))"

<< Ja, ich freuen mich auch so :-))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))))) >>

Bluewhite materialisierte in der Körperform der kleinen Wesen. So konnten sie sich gegenseitig anfassen und berühren. Sie umarmten sich, küssten sich.
Das dauerte schon einige Zeit. Aber die Wirklichkeit, sie verschwand nicht einfach.

"Bluewhite, wir sind so traurig. Alle unsere Freunde sind tot."

Annabelle und Jana fingen an zu weinen. Nun, da ihre große Beschützerin da war, ließen sie ihren Tränen freien Lauf.
Bluewhite wischte ihnen sanft die Tränen aus den Augen, aus dem Gesicht.

<< Nein, das sind sie nicht. Ich habe sie entführt. Sie sind jetzt in Ariannes Heimat, auf einem Planeten des Lichts. Die ganze Planetenbevölkerung ist dort. Die Guten und die Bösen und all die Anderen, einfach alle.>>

Jana hörte auf zu weinen.

"Bluewhite, das hast du für uns getan?"

<< Ja, die Selbstbestimmten haben es gar nicht gemerkt. Es reichte das Erstellen einiger Matrizen. >>

Annabelle. "Aber der Todesimpuls, den wir gespürt haben. Dann sind sie ja für etwas gestorben, das sie gar nicht gemacht haben??"

<< Sie haben Milliarden eurer Spezies auf diesem Planeten getötet. Über eine Zeitspanne von 2000000 Jahren. Nur dies einemal, ich konnte sie einfach nicht mehr gewähren lassen. Dies ist mein Kontinuum, ihr seid meine Wesen, für die ich verantwortlich bin. Der Todesimpuls, er kam nicht aus dem Nichts, er ist von mir. Ich habe sie zurückgeworfen in ihrer Zeit, sie werden 200 Milliarden Jahre lang sterben und dabei wird alles wieder zurückgenommen, was sie bewirkt haben. Dabei werden keine parallele Welten entstehen. Die Paradoxien in der Zeit, sie werden von der Zukunft aus geglättet, die Vergangenheit passt sich an. >>

Jana: "Das sind sehr massive Eingriffe. Hast du keine Angst, dass man dich zur Rechenschaft zieht?"

<< Das ist möglich. Ich musste es einfach tun. Wenn ich dafür sterben muss, so sei es der Wille derjenigen, die das entscheiden können >>

Jana umarmte Bluewhite ganz fest und Annabelle konnte dabei nicht einfach abseits stehen.

"Nein, wir wollen nicht, dass du stirbst. Wir lieben dich doch so. Nur, wir denken auch an die Selbstbestimmten. Ist es nicht ein sehr grausames Schicksal, das sie erfahren müssen?"

<< Wie soll man Grausamkeit gegeneinander verrechnen? Sie haben den Status von Göttern erreicht und sie nutzen ihn nur für ihr Ego. Dadurch kam die Entwicklung zum Stillstand. Sie bewirken nichts mehr, sie zerstören nur noch. Nein, wenn jemand einen so hohen Bewusstseinsstand erreicht hat, erkennt er auch die Konsequenzen seines Handeln und muss darauf reagieren. Sonst ist er bereits tot, nur weiß er es noch nicht. Es ist nicht an euch, über das Schicksal von Göttern zu weinen, die so weit über euch stehen und die euch so viel Unheil gebracht werden. Es ist vergleichbar mit dem Teufel und seinem diabolischen Netzwerk. Nur der Teufel agiert meistens nicht selbst, er nimmt nur auf und archiviert was geschieht. Die wahren Teufel sind solche Götter wie diese hier. Und wenn sie in der Existenz geduldet werden, dann nehmen die kosmischen Wesen ihre Verantwortung nicht wahr. >>

Jana und Annabelle verarbeiteten das Gehörte. Sie liebten Bluewhite so sehr, aber diese großräumigen Entscheidungen gingen weit über ihre endlichen Horizonte hinaus. Bluewhite hatte sich ihnen angeschlossen, und sie antwortete auf alle Fragen, verbarg nichts, täuschte sie nicht.

Wenn sie wirklich Augen der Ewigkeit waren, dann wurden diese Worte vielleicht auch ganz woanders gehört.

<< Ich danke euch beiden. Ihr habt mir bereits einmal das Leben gerettet. Wisset, meine Entscheidung ist nicht ganz isoliert. Diejenigen der Selbstbestimmten, die in euch eindringen wollten, sie starben unmittelbar. Das war ich nicht. Ich sehe auch keine nachvollziehbare Ursache. Es geschah einfach. Ich glaube ihr seid unantastbar, für alle kosmischen Wesen. Selbst ich würde sterben, sollte ich versuchen, in euch einzudringen oder euch zu verändern. Dann war da noch so ein Blitz, kaum wahrnehmbar in dem Inferno, das ich ausgelöst hatte. Er stand dort einige Sekunden, als wenn er sich umschauen würde, dann verschwand er wieder. Auch dafür gibt es keine nachvollziehbare Erklärung. Ihr seid die Augen der Ewigkeit. Ich habe Angst, dass ihr eines Tages meinen Zeitstrom verlasst oder vielleicht sogar die Ebene, dann kann ich euch nicht folgen, oder ich muss selber sterben >>

Jana und Annabelle: "Nein, nein, bitte nicht. Bitte liebe Bluewhite, bitte stirb nicht, damit du uns folgen kannst. Wir werden uns erinnern und wir werden zu dir zurückkehren. Immer und immer wieder."

...

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