Arianne 17 - Gedanken und Gefühle der Arianne

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Ariannes Selbst und ihre Existenz.


Arianne

Arianne stand auf dem Felsen am Meer, schaute der untergehenden Sonne entgegen. Ihre langen Haare reichten bis auf den Boden, hüllten sie ein. Ein bisschen fröstelte ihr. Sie nahm das Haarkleid in die Hände, hüllte sich darin ein. Es gab ihr Schutz und Wärme. Ja, Arianne in menschlicher Gestalt kann auch schon einmal frieren. Gefühle, die die Menschen haben, sie sind ein Teil von ihr.

Schön sah sie aus. Keine Gottheit könnte es jemals mit ihr aufnehmen, nur die sterblichen Wesen, manchmal gab sie ihnen einen Hauch davon. Es freute sie so, wenn ein kleines Menschlein so schön sein konnte, schöner als die holde Aphrodite. Sollte die es nur wagen! Na ja, Aphrodite kannte sie ja und beide mochten sich.

Apokalyptus. Das Wesen aus den Tiefen der Minuswelten. Oft musste sie an ihn denken. Er war irgendwie positiv, anders als die anderen Wesenheiten in den Minus-Welten. Eine Ausnahme. Die gab es immer, hier und dort. Er war einer der wenigen, die es schafften, über ihren Horizont hinauszublicken, und das war die Null. So erfasste er ein wenig von den Positivwelten, wusste, dass mit der Null nicht alles zu Ende war. Einmal war er dort gewesen, in einer Positivwelt, als er das Photonenschiff zurückbrachte und die Haare von Akadia und Sarah.

Arianne ließ ihn herein und schützte ihre Wesen vor seiner Negativausstrahlung. So konnte er in menschlicher Gestalt materialisieren.

Manchmal suchte sie ihn auf, in seinem eigenen Bereich, als positive Existenzform. Niemand außer ihr konnte so etwas wagen. Die Mächte der Minus-Welten wurden dann angezogen wie ein Magnet. Sie wollten sie absorbieren, die Null erreichen.

Arianne musste sie nur anschauen. Dann sahen sie die unendliche Tiefe in ihr, tiefer, als jede Unendlichkeitsstufe der Minuswelt ausmachte. Niemand, der so etwas sah, wagte sich ihr noch zu nähern.

Der Negativteil ihrer Existenz, hinter all diesen negativen Stufen. Manchmal musste sie seufzen, wenn sie darin umherirrte. Der Negativteil existierte, weil sie aus dem Nichts heraus die Positiv-Welten geschaffen hatte.

Ihr Gesamtbewusstsein war positiv, ein bisschen mehr, als die Kompensation aller positiven und negativen Einheiten in ihr ausmachte. Dieses Mehr umfasste den Bereich der Janines. Dafür gab es kein Äquivalent in den Minuswelten.

Sollte ihr jemals das Herz brechen, weil den Janines etwas geschah, der Positivteil in ihr, er konnte verlorengehen. Was geschah dann? Eine negative Arianne? Oder eine Arianne der Null, die alles auslöschte, was unabhängig davon sein wollte?

Die kosmischen Existenzen in den Positiv-Welten machten ihr Sorgen. Je mehr Macht sie in sich vereinigten, so gieriger konnten sie werden. Keine Grenze schreckte sie zurück. Manche glaubten sogar, sie könnten hinter die Stufen der Unendlichkeiten gelangen. Sie schwommen dann mit, mit den explodierenden Unendlichkeiten der Potenzmengen, aber wo wollten sie hin? Arianne schaute ihnen manchmal hinterher.

Dort gab es nichts mehr.

Irgendwann würde es sie einfach zerreißen.

Sie war das Multibewusstsein aller Stufen. Aus den Stufen selbst war sie nicht erreichbar.

Manchmal musste sie weinen, wenn sie sah, was in ihren Positivwelten geschah. Sie erfasste ja alles, denn sie war ALLES, und es kamen ihr Zweifel an der Schöpfung. Dann aber dachte  sie an die Janines, an deren ungebrochene positive Existenz, Wesen, die sie so glücklich machten.

Und sie dachte  an die vielen kleinen endlichen Wesenheiten, die um ihre  Existenz kämpften, das Schöne bewahren wollten. Es berührte sie sehr.

So blieb es dann, bei der Schöpfung der Existenz. Aber sie griff ein, hier und dort, wenn es sie zu sehr schmerzte.

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