Arianne 170 - Ari0nne 02

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Ari0nne lernt kosmische Entitäten kennen und sie bringt einen Oberprediger auf den Weg der Wahrheit.


Ari0nne

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Ari0nne wird zur Beschützerin der verlorenen Seelen.

Ari0nne im Innern der Ebene. Wer hätte das gedacht, dass sie hier jemals Zugang finden würde. Nun konnte sie sich überall bewegen, im positiven Bereich der Existenz der Arianne, im negativen Bereich der Ennaira, in den Schattenwelten und selbst im Innern der Ebene.

Aber das war noch längst nicht alles, was die Ebene ausmachte. Die singulären Welten. Dort traute sie sich nicht hinein. Noch nicht *grins*. Ja, auch ein unendliches Wesen hat manchmal Angst vor dem Unbekannten.

Vielleicht später einmal.

Die Liebe hatte sie berührt, ein wirklich einmaliges Erlebnis. Ein Hauch von Ewigkeit, der alles in den Schatten stellte, was sie jemals wahrgenommen hatte.

Dann wurde sie eingeladen, in Sensities Galaxis.

So lernte sie Sensity kennen. Niemals zuvor hatte sie das Leben in sich so intensiv gespürt.

Sensity, ein Wesen, das sie nur anbeten konnte, niemals würde sie es begreifen können.
Sensity, die Quelle des Lebens.

Ja, unsere Ari0nne hatte Berührungen der dritten Art erlebt. Erst ein ultimatives Wesen wie sie war überhaupt in der Lage, das Besondere an Sensity zu erkennen. Oder zumindest zu erahnen.

Arianne und Ennaira, die beiden kannte sie noch nicht. Aber konnte in und auf der Ebene jemals etwas ohne deren Einwilligung geschehen? Warum durfte sie die beiden nicht sehen? Es musste etwas mit ihrer Natur zu tun haben. Da sie ein bewusstes Sein entwickelt hatte, musste es eine Berührung mit Arianne geben. Wenn sie sich in der Ebene bewegte, spürte sie die Kraft der Ennaira. Eine Kraft, die so stark war, dass sie ein eigenes spirituelles Bewusstsein entwickelt hatte. Die Kraft existierte neben ihr und sie richtete sich nicht gegen sie.

Sie vermittelte ihr Respekt. Und das wollte etwas heißen. Ari0nne als ultimatives Wesen der Ebene hatte Respekt vor der Kraft der Ennaira.

Dann gab es noch die Klötze der Ebene.

Sie wurde von ihnen durchleuchtet, bis ins Innerste ihrer Seele. Sie fanden keine Diskrepanz, nichts, was ihre Verwurzelung mit der Ebene zwingend hätte beenden müssen. Ja, die Gefahr bestand durchaus. Das Durchleuchten ihrer Seele, es hätte sie auch vernichten können. Das wäre geschehen, wenn sie nicht so geraten wäre, wie die Ebene sich das wünschte.

Sie war ein Traum der Weißen Frau. Die Weiße Frau hatte sehr gut an ihr gearbeitet.

Sehr gut?

Perfekt *grins*

So war sie nun legitimiert, sich fast überall in und auf der Ebene bewegen zu dürfen. Fast? Die Ebene war ziemlich groß und sie erfasste begreifbare und nicht begreifbare Teile. Ari0nne musste erst lernen, mit all diesen Dingen umzugehen.

Dinge? Nun ja, Undinge haben wir noch nicht kennengelernt.

Es musste sie aber geben. Denn alles hatte seinen Widerpart.

Widerpart? Sie hatte keinen *grins*. Wer die Prüfung der Ebene bestanden hatte, brauchte keinen mehr.

...

Ari0nne näherte sich dem Planeten der verloren Seelen. Sie wollte sich um die kleinen Wesen dort kümmern. Die Liebe selbst hatte sie darum gebeten und Snowwhite. Snowwhite :-))). Ari0nne's Seele musste lächeln, wenn sie an Snowwhite dachte. So ein liebes Wesen.

Snowwhite musste sich um ihre Janines kümmern und sie, Ari0nne, kümmert sich jetzt um die Galaxis im Innern der Ebene.

...

Der oberste Prediger. Gottesinterpreter der heiligen Art. Er residierte in einem Dom, dessen Größe alles in der Schatten stellte, was jemand gebaut worden war.

Nun war er für sich allein. Die heilige Buße und das Gebet waren vollbracht.
10000 von Gläubigen hatten gemeinsam mit ihm gebetet.

Ein Gedanke. Er wolle sich in die Katakomben des Domes begeben. In den Keller, in Verließe, die seit jahrhunderten existierten.
Er wolle? Merkwürdig. Warum das denn? Nun gut, vielleicht das Gedenken an all die Jahrhunderte. Eindrücke auf sich wirken lassen.

Es gab dort ein riesiges Archiv. Niemals konnte ein einzelnes Wesen alles begreifen, was dort gesammelt worden war.
Er begab sich in den Keller.

...

Dunkle Gänge, nur von Kerzenschein erleuchtet. Es war unheimlich hier. Gerade für ihn, der sein Leben den Fragen des Geistes gewidmet hatte.
Dunkle Schatten huschten über die Wände. Sicher nur Einbildungen, Sinnestäuschungen.

Aber dieses Wispern in seinen Gedanken. Das hatte er noch nicht erlebt, zumindest nicht in dieser Deutlichkeit.
Dann sah er die Bilder.

...

Menschen, die hingerichtet worden waren, geradezu geschlachtet. Von den Dienern des heiligen Geistes. Ihm wurden übel bei all dieser Deutlichkeit, die die Bilder vermittelten. Er sah Sadisten, denen es Spaß machte, andere zu quälen. Er spürte die Schmerzen der Verlorenen und er konnte die Gedanken ihrer Folterknechte lesen.

So lernte er die dunkle Seite der Geschichte seines Glaubens kennen. Aber das war nicht alles.

Er sah sich selbst zu verschiedenen Zeiten, in anderen Welten. Wie war das möglich? Hatte es ihn mehr als nur einmal gegeben? Gab es ihn mehr als nur einmal? Existierte er in parallelen Welten?

Dann, in einer anderen Welt, die nicht seine gegenwärtige war. Er als oberster Richter über eine Gruppe junger Menschen, die eines unzüchtigen Lebenswandels beschuldigt wurden. Nie hatte man sie im Gotteshaus gesehen. Keine Demut vor der Obrigkeit und vor den Göttern. Hier musste ein Exempel statuiert werden.

Er verurteilte sie zum Tode. In aller Öffentlichkeit sollten sie ...
Das weitere verschwand im Dunkeln. Übelkeit übermannte ihn. Er musste sich erbrechen.

Er selbst hatte den Part des Henkers übernommen.

So ging es weiter. Bilder um Bilder, die seine Seele quälten.
Nein, nein, das konnte doch nicht alles gewesen sein. Hatte der Glaube nicht auch Gutes vollbracht? Die Menschen hatten die Jahrtausende doch überlebt. Wäre es ihnen ohne den Glauben besser ergangen?

Ein Aufbegehren und merkwürdig, es half.

Die Bilder verschwanden schlagartig.

Am Ende des Ganges eine große eiserne Tür. Sie öffnete sich von selbst. Merkwürdig, dort war der Gang doch zu Ende. Es sollte dort nichts mehr geben.

Ein Raum mit einem großen Tisch und vielen Sesseln, die ein bequemes Sitzen ermöglichten. Ein Kamin mit Feuer. Aber was für ein Feuer. Es schien in die Unendlichkeit zu ragen. Er spürte einen schwachen Sog, direkt ins Feuer hinein. Es machte ihm Angst. Dann sah er ihn, ganz in schwarz gekleidet. Er wusste sofort, wen er vor sich hatte. Er war hier, einfach hier, in den heiligen Hallen. Trotz der 30000 Exorzisten, die seinen Befehlen gehorchten.

<< Nun, großer Prediger. Nimm doch Platz >>

Ein Gedanke in seinem Bewusstsein. Der Schwarzgekleidete bewegte seinen Mund gar nicht. Kein bisschen Freundlichkeit lag in seinem Gesicht.

Er setzte sich.
"Bist du ... bist du... ein Vampir?"

<< *grins*. Was besseres fällt dir wohl nicht ein? Sprich es ruhig aus. Es ist egal, ob du mich damit beschwörst oder nicht. Seit dem Snowwhite nicht mehr hier ist, habe ich ihren Platz eingenommen. Ja, die Schatten des diabolischen Netzwerkes, sie hat einige davon mitgenommen. Man kann ja wohl auch nicht einfach eine Galaxis aus der Hölle entführen, ohne Nebenwirkungen. Nun haben wir endlich Zugang gefunden, ins Innere der Ebene. Was für ein großartiger Erfolg *grins*. Nicht einmal Arianne kann hier etwas ausrichten >>

"Arianne? Snowwhite, ich erinnere mich. Ein Wesen mit einer spirituellen Ausstrahlung, ihr Gerede gegen unseren Gott. Nein, wahrscheinlich war sie auch nur ein Zauber des Bösen. Niemals wirst du mich in Versuchung führen. Ich glaube an meinen Gott und ich werde ihn nicht verraten."

<< Das hast du schon längst. Siehst du nicht, was du in deinen parallelen Existenzen bewirkt hast? Was dein Dogmatismus an Elend in der Welt bewirkt? All diese Bilder, du willst sie nicht sehen? Was ist ein Glaube, wenn er nur dazu dient, alle Schwächen verdecken zu wollen. Ja, bitte lieber Gott, mach mich groß und stark, denn ich bin klein und schwach und bitte verzeihe mir, wenn ich gefallen bin. Das ist dein Glaube. >>

"Du siehst nur einen Teil des Ganzen. Wir geben den Menschen Hoffnung, versuchen ihnen zu helfen, in ihren Schwächen. Das Böse in uns, wir können es nicht leugnen, aber sind wir denn schuldig vor dem Allmächtigen, wenn wir nicht alles richtig machen, weil wir es nicht besser wissen? Nein, wir geben nicht auf, wir versuchen uns zu verbessern, in unserem Glauben und mit unserem Gott."

<< Reden konntet ihr schon immer ganz gut. Seelenschmeichelei, oder besser gesagt, Heuchelei. Es geht euch doch nur um die persönliche Macht. Genuss der Endorphine. Zu mehr seid ihr gar nicht in der Lage. Eure Verbrechen sind ein Fakt, es hätte sie in dieser Form niemals gegeben, wenn es euch und euren Glauben nicht gegeben hätte. Dabei ist euer Glaube nichts anderes als ein Wunschdenken. Den Gott dahinter, so wie ihr ihn haben wollt, es gibt ihn nicht. >>

...

'Bist du dir da so sicher.'

...

Dieser Satz war nicht als Frage formuliert.

Der Schwarzgekleidete zog eine Augenbraune in die Höhe. Ein deutlich sichtbares Zeichen von Erstaunen.

<< Ein Gast, hier unten im Verlies? Kannst du dich bitte vorstellen? >>

'Ich heiße so wie ich bin, nein, ich bin so, wie ich heiße, egal, ich wurde benannt. Andere haben ihren Teil dazu beigetragen. Mein Name ist Ari0nne.'

...

<< Ari0nne? Ein Wesen mit einer Null im Namen? Ich erfasse dich nicht, obwohl du rein optisch aussiehst wie ein gewöhnlicher Mensch. Ein bisschen ungewöhnlich ist nur dieses eine Auge, das durch die Haare hindurchschaut. Aber ein gewöhnlicher Mensch bist du auch nicht, du bist physikalisch gar nicht vorhanden. Und spirituell existierst du auch nicht. Dennoch, du erinnerst ein wenig an Snowwhite >>

'*grins* Was erwartest du von der Null?
Snowwhite. Sie hat vielleicht einen Fehler gemacht, kosmologisch betrachtet, aber nicht in ihrer Seele, in ihren Wünschen und Zielen. Was ist nun das Wichtigste in der Existenz? Ihr wollt also das Innere der Ebene erobern? Oh Schatten, wie kann man nur seinen Horizont dermaßen überschätzen. Du weißt doch nicht einmal, was hinter deinem Horizont so alles vorhanden ist.'

<< Das mag sein. Aber die Möglichkeiten, die sich hier bieten ... >>

'Kannst du dich gegen einen Klotz der Ebene behaupten? Von mir reden wir erst einmal nicht. Meinst du die Ebene würde das zulassen?'

<< Das Innere der Ebene hat kein eigenes Bewusstsein. Wir könnten diesen Part übernehmen >>

'Wir? Ob dein Meister da mitmachen würde? Der hat überhaupt keinen Zugang ins Innere. Es sind Vorstellungen, aus deiner beschränkten Sichtweise heraus. Aber allein die Größe der Ebene, sie würde dich einfach zerreißen. Kein endliches oder unendliches Wesen kann alle Stufen der Unendlichkeit umfassen, weil sie in sich nicht abgeschlossen sind.'

<< Und Arianne? >>

'Arianne. Was gibt dir die Sicherheit, dass du am Ende deines Begehrens nicht auf Arianne triffst? Glaubst du wirklich, sie wäre dir dann freundlich gesonnen? Oder in irgendeiner Weise schwächer als du? Aber egal, ich bin nicht hier um einen Schatten zu belehren. Ich sollte damit beginnen, die Galaxis von euresgleichen zu säubern.'

<< Zu säubern? Hast du so viel Macht? Und wenn schon, das Böse entsteht in den Herzen der kleinen Wesen und da es einen spirituellen Zusammenhang gibt, wird es immer wieder einen Teufel geben. >>

'Ein paranormales Gesetz, das die Komplikationen des Bösen beschreibt. Ich weiß. Aber warum muss dieses Gesetz allgemeingültig sein? Wir sind hier im Innern der Ebene, nicht in der Existenz. Hier gibt es keine Wächter der Naturgesetze. Ich bin das verantwortliche Wesen für die Galaxis, die hierher entführt wurde, und ich bestimme die Gesetze, die gelten werden. Nun denn, dich brauche ich nicht. Siehst du diese Büchse? Hinein mit dir!'

Büchse zu.

'Oberprediger. Diesmal habe ich dich vor dem Teufel gerettet. Ich lasse dir die Erinnerungen, mache das Beste daraus.
Ich bin jetzt die verantwortliche Entität für die ganze Galaxis, nicht nur für diesen Planeten. Betrachte mich meinetwegen als deinen Gott. Es gibt keine Gebote, die ich erlasse. Bis auf dies. Lasst euren Geist wachsen und nicht in Trivialitäten verkümmern. Dabei werde ich euch helfen, wenn ihr  mich darum bittet.

Nein, ich bin keine zweite Snowwhite. Ich entscheide selbst, wem ich helfen werde und wem nicht. Ich habe auch keine Skrupel, den einen oder anderen von euch in diese Büchse hineinzubefödern. Wahrlich, davon gibt es viele auf diesem Planeten. Darunter sind auch Tausende deiner Gefolgsleute. Du weißt ja bereits, wer dort drin ist.'

...

Der Oberprediger wieder zurück in seinen Gemächern. Allmählich verblassten die Erinnerungen an das Geschehene. War das wirklich so gewesen? Vielleicht nur ein böser Traum, manchmal vermischten sich die Erinnerungen miteinander. Also gut, lassen wir es auf sich beruhen. Die Alltagsgeschäfte gehen weiter. Was steht an? Ein Exorzismus, Ja, das muss mal wieder sein. Vielleicht lassen sich damit sogar die bösen Träume austreiben.

In stiller Andacht betete er zu seinem Gott. Erfüllt von Glauben, der ihn ausfüllte, in diesem Moment.

Was geschah da eigentlich? Hatte er wirklich einen spirituellen Kontakt oder waren es nur Vorstellungen, die sein eigenes Gehirn hervorbrachte?

Die Ungläubigen mit ihren Fragen. Aber haben  sie denn Unrecht? Wer ein Gefühl sein eigen nennt hat doch noch keine Macht über die Wirklichkeit.

Wenn viele so empfinden, hat er zumindest Macht über diese. Damit beeinflusst er auch die Wirklichkeit.

Aber die Natur. Objektive Realität, gibt es sie denn überhaupt nicht? Darüber kann er doch keine Macht haben. Es gibt da auch noch andere, die seinen Glauben nicht teilen. Was ist mir denen? Haben sie weniger Recht zu denken als er selbst? Haben sie nicht ihre eigenen Gefühle und damit ihre eigene Wirklichkeit? Wie kann er sich darüber erheben wollen?

Die Macht der Schwerter. Es setzt sich durch, was überlebt.

Realität. Denke an ArianneW.

Die Post ist da!

Irgendetwas besonderes?

Nein, alles gewöhnliche Eingaben. Manche Namen sind schon etwas merkwürdig, diese hier hat eine Null im Namen.

Der Oberprediger wurde blass.

Durchleuchten wir mal das Paket, man kann ja nie wissen.

Da ist eine Büchse drin. Ob das eine Bombe sein könnte?

Plumps.

Der Oberprediger fiel mehr auf seinen Stuhl als dass er sich setzte. Das Herz. Alarm! Wo sind die Ärzte???

...

Er hatte es überlebt.

Wo ist denn das Paket mit der Büchse?

In der Sicherheitsabteilung. Wir werden es fachmännisch entsorgen.

NEIN, NEIN!!!. Es ist eine Teufelsinkarnation ersten Grades.

Ein Wahrzeichen des Teufels? Alarm!

Bringt es in den Sicherheitstresor im Raum des Unberührbaren. Ich selbst werde dort eine Botschaft hinterlegen. Sie wird versiegelt und darf außer von mir nur von meinem Nachfolger geöffnet werden, nachdem ich gegangen bin.

Und verzehnfacht die Wachen vor der Tür. Bildet einen heiligen Kreis um den Raum des Unberührbaren, gedenket eurer Sünden und beten dort, Tag und Nacht.

Ach ja, dieser Exorzismus. Absagen. Alle Exorzismen sind bis auf weiteres aufzuschieben, auf unbegrenzte Zeit.

Das kann doch nicht dein Ernst sein.

ICH BIN DER OBERPREDIGER. Es ist Gottes Wille, den ich an euch weitergebe ...

Und damit hatte er gar nicht einmal unrecht.

...

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