Weepy und der Tod - Arianne 173

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Zwei Wesen des Todes treffen aufeinander

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(Eine alptraumhafte Gestalt)

Es war wieder einmal so weit. Jemand war gestorben. Niemand wirklich bedeutendes, eine kleine Sache, die nicht so viel Aufmerksamkeit erregte. Der Tod näherte sich seinem Sterbebett.

...

Aber da war noch etwas im Raum. Undeutlich, ein schwarzer Schatten in einer dunklen Ecke.

Der Tod bemerkte es. Was ging hier vor? Die schwarze Gestalt passte nicht in seinen Plan. Sie war überhaupt nicht vorgesehen. Etwas, das in das Raum-Zeit-Kontinuum eingedrungen sein musste, ohne hierfür eine Legitimation zu haben.

Der Tod stoppte seine Bewegung. Stand nur da. Wartete. Und so verging die Zeit.

Die Seele des Toten, sie schwebte im Raum und wusste nicht wohin. Sie erkannte den Tod, aber der schien sie nicht greifen zu wollen. So schwebte sie in einem Zustand, der gar nicht definiert war. Ein Zombie, aber nicht wirklich. Die Lebensenergie war noch da. Irgendetwas Mysteriöses schien sie zusammenzuhalten. Ein Geistwesen. Normalerweise ging das gar nicht ohne paranormale Energie, die Lebensenergie war im Körper verwurzelt, sie brauchte ihn, um existieren zu können.

Paranormale Energie war nicht vorhanden, nicht einmal eine Spur davon. Was hielt ihn also noch zusammen?

Durch eine Berührung mit dem Tod würde er dennoch verwehen. Bis auf seine Seele, die gehörte ihm. Arianne bekam dann eine Kopie davon. Es sollte ja alles seine Ordnung haben.

Mysteriös? Ein unwahrscheinlicher Zufall, der im Bereich der Unendlichkeiten seines Wirkens eintreffen konnte. Nur dieser Schatten, der passte nicht, in keine der möglichen Berechnungen. Die Wahrscheinlichkeit seines Vorhandenseins war exakt Null.

Ob Ari0nne etwas damit zu tun hatte? Es gab ja in letzter einigen Wirbel um die Null. Nein, das hätte er spüren müssen. Jedes Wesen der Ebene hatte einen Imprint, der es eindeutig identifizierte und den er wahrnehmen konnte. Er änderte dann nur noch den Status.

Nun, was nicht erklärbar war wurde ausgesessen. Er hatte ja genug Zeit.

...

Es dämmerte bereits. Bald würde es hell werden. Der Tod wartete.

...

Die ersten Strahlen der Sonne. Dort in der Ecke, dort war nichts. Nun, der Tod hatte keinen Verstand mehr, der wahnsinnig werden konnte und senil konnte er auch nicht mehr werden. Also wandte er sich wieder der verstorbenen Seele zu. Die schwebte über dem Bett. Er sandte einen attraktiven Impuls aus, wollte sie einsaugen. Aber nichts passierte.

So etwas war nicht vorgesehen. Offenbar galten die Naturgesetze nicht mehr, die für das Leben und die den Übergang in den Tod regelten.

Welche Gesetze?

Seine Gesetze.

Dies ist Ariannes Existenz. Persephonia ist ihr Wesen des Todes.

Persephonia. Pah.

Ob Persephonia ihm die Seele streitig machen wollte? Nein, sie konnte gegen ihn gar nicht bestehen. Und was Arianne von ihm hielt, es konnte ihm egal sein. Gedanken lebender Wesen waren für ihn ohne Bedeutung, denn er hatte ja selbst keine mehr. Gedanken dienten nur der Kommunikation, womit sollte er kommunizieren? Obwohl, manchmal lies er sich auf die lebenden Wesen ein. Damals, als er mit einigen Begleitern in die tote Ebene hineinging um eine verstorbene Janine zurückzuholen.

Er war eben der Tod. Kausal unberechenbar für die lebenden Wesen.

Was sie nicht wussten, er konnte sie durch eine Berührung in das Jenseits befördern. Selbst mit seinen Begleitern wäre das möglich gewesen.

Man soll sich eben nicht mit dem Tod einlassen, froh sein, dass er einen nicht heimsucht.

Und Arianne?

Sie ist sehr schnell. Um sie zu berühren hätte er schneller sein müssen. Außerdem hätte er dann Ärger bekommen, mit der Weißen Frau und einigen anderen höheren kosmischen Wesen.

Und die Ebene hätte sich bestimmt dazwischengeschaltet. Was sie alles an Vakuumfluktuationen aufbieten konnte, Klötze und andere Alptraumgestalten. Selbst er konnte das nicht so einfach ignorieren.

Ariannes paranormale Energie. Er konnte sie nicht einschätzen. Bisher war noch keine Form der Energie in der Lage gewesen, ihn zurückzuhalten. Es hatte auch noch kein Ziel gegeben, das er letztendlich nicht erreicht hätte.

Der Tod vermeidet Ärger?

Wenn er nur kann. Dieser Verdruss mit den Gestorbenen ist schon genug.

Merkwürdig genug, dass er nach dem Experiment in der toten Ebene so etwas wie Zufriedenheit empfinden konnte. War das wirklich seine eigene Zufriedenheit?

Empfindungen hast du nur indirekt, sie fließen dir zu. Spiegelungen der Erinnerungen längst vergangener Zeiten. Du bist einmal ein Wesen der Existenz gewesen, das gestorben ist. Dieser Vorgang hört niemals auf, er wiederholt sich unendlich oft, in allen Stufen der Unendlichkeit, die dieses Wesen einmal umfasst hat. Dabei werden lebende Wesen angesaugt und vernichtet, oder bereits gestorbene Seelen werden assimiliert. Nicht willkürlich, es sind die Strukturen der Existenz, die Öffnungen zur Transzendenz, die das ermöglichen. Es läuft gerade so ab, dass es nicht auffällt. Die toten Seelen gelangen dann durch innere Kanäle in einen unzugänglichen Bereich, eine Reflexion davon bekommt Arianne. Dadurch entsteht so etwas wie ein Ich-bin-der-Tod Bewusstsein, und der Eindruck der Überlegenheit über die Existenz, über Arianne. Aber Arianne entwickelt sich weiter, bei dir ist es vorbei, mit der Entwicklung. Du zehrst nur noch von dem Vergangenen. Irgendwann hat Arianne soviel Bewusstsein erreicht, dass sie auch dich vollständig erfassen kann.

So? Da muss ich widersprechen. Jedes kosmische Wesen kann sterben und dann, dann gibt es nur noch mich.

Das Selbst-Bewusstsein des Todes.

Arianne ist nicht absolut unsterblich, wenn es an der Zeit ist, werde ich sie holen.

Zeit, gemessen in Ewigkeiten. Ja, er wusste von der letzten Ewigkeit der Arianne. Ob Ari0nne das Ende einleiten würde?

So, so, Vorstellungen eines Wesens, das überhaupt nicht denken kann. Bereits jetzt, wenn sich Ennaira, Arianne und Ari0nne in der ONE vereinigen würden, dann ist für dich kein Platz mehr vorhanden. Sie würden dich einfach aus der Existenz hinausschieben und dein Verschwinden nicht einmal wahrnehmen.

Du willst Arianne absorbieren, wenn sie dabei ihre Seele verliert? Es gibt dich dann gar nicht mehr.

Was dann aus dir wird? Ein Schattenwesen der Null. Das würde zu deinem Status passen. Aber ich will das nicht.

Wer redet hier überhaupt so klug daher? Der Tod hat doch keinen Widerpart.

Nun denn, wenn du es wissen willst.

Ein Schemen. Dann eine Gestalt. Ein Wesen. Ein Wesen, das sich ihm tatsächlich widersetzen konnte. Denn sie war hypertranszendent, jenseits der Begriffswelten von Leben und Tod. Sie stand über der Transzendenz. Aber das Entscheidende dabei, sie war ein Wesen des Todes. Niemals würde er sie absorbieren können. Umgekehrt, wenn sie seiner überdrüssig war, konnte sie ihn völlig auslöschen.

Weepy.

...

Dass der Tod nun so etwas wie Angst empfand, konnte man nicht sagen. Dieses Gefühl hätte ihm ja indirekt zufließen müssen. Aber was ihm lästig war, ließ er erst gar nicht zu. Wovor sollte er auch Angst haben? Er war ja schon tot.

T: << Weepy. Nun gut. Was hast du vor? Dies ist meine Domain >>

W: << Nein, das ist sie nicht mehr. Arianne hat dein wahres Wesen erkannt. Sie kennt deine Geschichte. Du wolltest ArianneW absorbieren, nun, sie konnte gerettet werden. Glaube mir, hättest du dich ihr genähert, als sie schwach war, das hätte bereits dein Ende bedeutet. Nun ist es genug. Du verletzt Ariannes Gesetze, die dich hier nicht mehr haben will.

T: << Was geht dich das an? Es sind Ariannes Gesetze, hat sie nicht selbst dafür gerade zu stehen? >>

W: << Du wirkst im Verborgenen, sie kann dich nicht sehen. Das, was du ihr schickst, ist ein Imprint, eine Kopie der wahren Seele. Wie soll sie auch das Wesen des Todes erkennen können, sie ist ein Wesen des Lebens. Sie hat dieses Problem bereits erkannt, aber sie kann es nicht verändern. Persephonia ist ein Neubeginn, der aber noch nicht alles vollständig erfassen kann. Dass Ariannes Gesetze verletzt werden, es bleibt nicht unerkannt. Die Ebene hat bereits einen Klotz losgeschickt, der deine Verankerung lösen soll. Mit dir selbst will die Ebene nicht zu tun haben, sonst würde dich der Klotz einfach absorbieren >>

T: << Zzzzz. Dann schwebe ich zwischen den Ebenen. Wenn mir nichts mehr zufließt, gibt es auch kein Ich mehr. Vielleicht ein Zustand, der für mich durchaus erstrebenswert ist >>

W: << Ich suche eine andere Lösung. Ich werde dich ersetzen. Dann gibt es auch keine potentielle Möglichkeit mehr, die dich reaktivieren könnte. >>

T: << Dann tue es. So finde ich den ewigen Frieden, der mir so lange verweigert wurde. Aber dann trägst du die ganze Last des Todes, für ein Wesen wie dich eine schwere Bürde >>

W: << Ich weiß. Aber kennst du nicht mein wahres Wesen? Ich bin das Wesen des Leidens, des Schmerzes und des Todes. Der Tod ist auch eine Erlösung für manches. Und der ewige Frieden? Weißt du nicht, dass eine monotone Unendlichkeit nicht möglich ist? Eine Fluktuation würde dich wieder hinausblasen, irgendwohin.  >>

Weepy schaute ihn direkt an und sie weinte dabei.

...

Nun war Weepy das alleinige ultimative Wesen des Todes. Nicht ihre einzige Aufgabe, aber mit Sicherheit die Schwierigste von allen. Obwohl, sie konnte auch ein wenig deligieren. Sie würde Persephonia einen Besuch abstatten. Der Unterschied zu dem davor, das Wesen des Todes hatte nun ein eigenes Bewusstsein, eigenen Gedanken und eines Teil des Lebens in sich drin.

Weepy Bewusstsein umfasste beides, das Leben und den Tod.

Und gilt nur das nur für Ariannes Ebene, oder geht es darüber hinaus?

*grins*. Das wird der weitere Verlauf der Geschichte zeigen.

Der Tod


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