Arianne 175 - Silent running

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Im relativistischen Flug durch Raum und Zeit. Sie sichern das Überleben ihrer Spezies.


Silent running

Eine Gruppe junger Menschen, 10 Mädchen und 10 Jungen. Sie hatten sich gefunden, in einer Welt der Superlative, in der alles möglich erschien, fast mehr, als sich der Einzelne vorstellen konnte.

Es sei denn ... ja. Irgendwetwas war anders bei ihnen. Sie schauten sich an und sie waren glücklich dabei. Glück, ohne dass dafür etwas bezahlt werden musste.
Ein Unding in dieser Welt, in der jedes Gefühl außenbestimmt war. Etwas, das keinen Warenstatus hatte ... man konnte es nicht einordnen in Quantitäten, tranformieren in ein Angebot, das jeder kaufen konnte.

Es war Liebe. Sie wussten es, ohne dass man es ihnen beigebracht hatte. Ein Gefühl, das seit Jahrtausenden gar nicht mehr präsent gewesen war.

...

Sie saßen zusammen, in einem Kreis. Streichelten sich gegenseitig mit den Augen, berührten sich, lächelten sich an. Da war nichts, was den Blick hätte trüben können.

Janus: "Das was wir für uns beanspruchen, sie werden es nicht zulassen."

Julia: "ja, das denke ich auch. Aber es macht uns so herrlich unabhänging :-)). Wir können in uns selbst ruhen und brauchen die Umgebung gar nicht."

Hario: "Das ist ja gerade das Problem. Wir tragen nichts bei zum allgemeinen Warenfluss. Unsere Gene sind natürlich, nicht zweckbedingt angepasst, als wenn man uns vergessen hätte. Im Grunde die optimale Anpassungsfähigkeit, aber wir wollen es für uns haben. Wir sind für das Marketing so etwas wie eine Senke."

Jnauns: "Was werden sie mit uns tun? Sie werden uns trennen. Einbinden in geschlossene Netzwerke, so dass wir uns aus den Augen verlieren."

Juno. "Nein, das Glück, das wir für uns empfinden können. Dafür leben wir doch. Wenn sie es uns nehmen, dann werden wir sterben."

Jimmi: "Sie werden unsere Gehirne reinwaschen, im Sinne des reinen Marketings. Die Gene aufgabenspezifisch modifizieren. Dann merken wir gar nicht mehr, was wir verloren haben."

Enya: "Können wir uns nicht einfach so verhalten, wie sie es von uns erwarten? Unsere Intelligenzquotienten übersteigen das normale Maß doch um ein
Vielfaches. Er liegt bei 1580. Die paranormale Grenze liegt bei 1590. Oh! Das Normalmaß von 130 verhindert ein Unglücklichsein. Eigentlich müßten wir total unglücklich sein *grins*. Wenn wir nicht auffallen, tun sie uns vielleicht nichts. Unsere gemeinsame Treffen, einmal im Monat, vielleicht auch nur einmal im Jahr. Nicht wie jetzt, fast jeden Tag."

Heinjo: "Ja, und der Intelligenzquotient der zentralen Regierungsinstanz liegt bei 1200. Dass wir mehr haben, allein das ist ein Sakrileg *grins*. Nun, es ist wohl einfacher mit mehr Intelligenz nicht aufzufallen als mit zu wenig *grins*. Wir können froh sein, dass sie die paranormale Grenze nicht erreicht haben. Sonst würden sie uns telepathisch überwachen."

Jyx: "Und die Zentraleinheit? Sie soll doch 20000 Intelligenzpunkte haben.

Willi: "Ja, aber das ist künstliche Intelligenz *grins*. Paranormal geht da nicht."

Julia: "Versuchen wir es. Wir wissen, was wir uns wünschen."

...

So vergingen die Jahre. Die gemeinsamen Treffen, es war für sie das Größte von allen. Irgendwie schafften sie es, das Miteinander und Füreinander zu verbergen.

Dann kam die große Krise. Ein intergalaktischer Krieg warf seine Schatten voraus. Kein Platz war mehr sicher. Es wurde Waffenbereitschaft angeordnet. Man würde sie auf Kampfraumer verfrachten und in eine ungewisse Zukunft hinausschicken. Ob sie sich jemals wiedersehen würden?

Ein letztes gemeinsames Treffen vor dem Tag X.

So schnell hatten sie sich noch nie ihrer Kleidung entledigt.

Sie lagen auf Matratzen, die sie im Raum verteilt hatten. Nicht sorgfältig sortiert nach Geschlechtern, quer durcheinander und sie liebten sich.
Es war ein Rausch der Gefühle, in dem sie alle aufgingen. So ging das die ganze Nacht.

Der Morgen dämmerte schon. Zeit zum schlafen? Nein, sie mussten sich anziehen, an ihre Sammelstellen begeben.

...

Es klingelte an der Tür.

Sie schauten sich an. Hatte man sie entdeckt? Aber was änderte das jetzt noch?

...

Mehrer Offiziere der Raumflotte. General Ababas stellte sich vor.

"Wir haben etwas besonderes mit euch vor. Nein, keine Angst, wir trennen euch nicht. X-R-238 steht für euch bereit. Das technisch beste Raumschiff, das unsere Zivilisation jemals hervorgebracht hat. Seine Datenbanken beinhalten das gesamte Wissen unserer Kultur. Heute abend seit ihr hoffentlich schon einige tausend Lichtjahre entfernt."

Was war geschehen? Sie wurden beobachtet, aber sie hatten Freunde unter den Beobachtern. Mächtige Freunde. Diese Freunde verhinderten, dass ihre Besonderheiten bekannt wurden.

"Wir wünschen euch alles Gute. Versucht einfach nur zu überleben, in der Unendlichkeit. Vielleicht findet ihr irgendwann einen Ort, für den es sich zu leben lohnt. Ihr seid das Wertvollste, das unsere Spezies hervorgebracht hat. Dafür setzen wir uns ein. Der Rest der Welt, Wirtschaftkriege in dieser Größenordnung sind von keinem zu gewinnen. Sie werden die bewohnten Planeten der bekannten Galaxien vernichten und alles, was sich an technisch bewegten Flugkörpern identifzieren lässt. Der Start des Raumschiffes wird kein Aufsehen erregten, ein Routinecheck. Auch das Verlassen des Sonnensystems gehört dazu. Aber dann, dann beschleunigt ihr auf eine hochrelativistische Geschwindigkeit. Es findet kein Übergang in den Hyperraum statt.  Der Bordcomputer ist darauf eingestellt.

Link: Der relativistische Flug

Bewegt euch danach einfach nur im freien Fall, mindestens 20 Jahre lang. Dann werden sie euch nicht entdecken. Ihr werdet dabei einige Millionen Lichtjahre zurücklegen. Der relativistische Flug wird euch in die Zukunft katapultieren. Es werden Millionen Jahre sein.

Wenn ihr dann einfach weiterfliegt, es können Milliarden Jahre daraus werden. Ob ihr dabei die Geschichte dieses Universums überleben könnt? Wir wissen es nicht. Wir wollen euch hinausbringen, aus den Galaxien dieses von Krieg und Zerstörung bedrohten Haufens. Aber wir wissen nicht, ob es im Rest des Universums besser aussieht.

Vielleicht, vielleicht in ein paar Milliarden Jahren, vielleicht haben sich die Elemente der Zerstörung dann endlich beruhigt, oder es gibt sie nicht mehr.

Wir werden die Verfolger aufhalten, so weit es in unserer Macht steht."

Julia: "Aber das kriegen die Ordnungskräfte dann doch mit. Was geschieht mit euch?"

General Ababas: *freudlos grins*. Ja, das werden sie. Sie werden uns eliminieren. Den nächsten Tag werden wir nicht erleben. Aber das wäre ohnehin nur eine Frage der Zeit gewesen. Das galaktische Imperium der Naatus hat eine Flotte von 300000 Kampfschiffen losgeschickt. Sie wird in 2 Tagen eintreffen. Diese Idioten glauben doch tatsächlich, sie könnten dem standhalten. Wahrscheinlich bleibt von der Sonne nicht einmal ein planetarischer Nebel zurück."

...

Sie bewegten sich durch den Raum und die Zeit. Unerkannt. Die äußere Welt. Sie brannte. Je mehr sie sich selbst in die Zukunft katapultierten, desto mehr vermittelten ihnen die einfallenden Lichtstrahlen das Maß der Verwüstung.

Sie erlebten die Geschichte der Galaxien im Zeitraffer.

Durch die Längenkontraktion waren sie so schmal geworden, dass die Spürsensoren der Vernichtungsflotten sie nicht entdeckten.

Wer findet auch schon einen Strich in der Dunkelheit?

Nur die relativistische Masse, die war ziemlich groß.

Nun denn, würde man sie entdecken, es war nicht mehr als die Momentaufnahme eines kosmischen Strings, und denen blieb man besser fern.
Kosmische Strings waren Bruchstellen an Raumbereichen mit unterschiedlicher innerer Energie. Dort waren schon ganze Raumflotten auf Nimmerwiedersehen verschwunden.

Wie ist es möglich, die Zukunft der Galaxien zu erleben? Das Licht bewegt sich doch nur mit endlicher Geschwindigkeit?

Das ist richtig. Aber dieser Krieg, die Vernichtung geschieht mit Überlichgeschwindigkeit. Und es ist der relativistische Flug. Für die Bewohner der Galaxien ist es beinahe so, als würde die Zeit im Raumschiff stillstehen, während es Millionen und aber Millionen Lichtjahre zurücklegt.

Für die Passagiere ist es dann so, als würden sie Millionen Jahre in die Zukunft hineinfliegen.

...

Der Außenraum, nach 20 Jahren Flug.

Dort war nichts mehr, für dass es sich zu leben gelohnt hätte.

Dann ließen sie die Galaxien des Haufens hinter sich.

Und dann den Superhaufen.

Es begann die große Leere, eine Milliarde Lichtjahre im Durchmesser.

Sie bewegten sich 140 Jahre lang, in der Eigenzeit ihres Raumschiffes. Dabei legten sie weit mehr als nur eine Milliarde Lichtjahre zurück. Der Raum und die Zeit, für beides schien es kein Ende zu geben.

Ob sie ihr eigenes Universum bereits verlassen hatten?

Und die Zeit? In welcher Zeit befanden sie sich jetzt? Es mussten Milliarden Jahre sein, Milliarden Jahre von der Gegenwart ihres eigenen Ursprungs entfernt.

Sie wurden nicht älter in dieser Zeit. Das leistete die Medizin. Zum Teil. Ein kleines Wunder war auch dabei.

Sie hatten sich so oft geliebt, in dieser Zeit, und es wurde ihnen kein bisschen langweilig.

Die Datenbanken, sie boten so viel Wissen. Und die Fabriken des Raumschiffes, vieles davon lies sich umsetzen. Die Möglichkeiten, virtuelle Welten zu erzeugen und darin zu leben, sie waren gigantisch. Und sie brauchten sich dabei nicht aufzugeben :-)).

Es war ein großes Raumschiff. Beim Start auf 100 Meter im Durchmesser komprimiert. Aber nun, eine Kugel von fast 50 km im Durchmesser.
Lokal gemessen. Bei der Geschwindigkeit relativ zu den Sternen in der Umgebung, von außen betrachtet nicht mehr als ein Strich.

...

Dann geschah es. Eine Begegnung der dritten Art.

Sie nannte sich Bluewhite.
Und sie war nicht allein.

...

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