Ari0nne in der Hölle - Arianne 177 <<Home>> nächste Seite =>

Ari0nne trifft den Teufel
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Ari0nne an einem Eingang zum diabolischen Netzwerk. Ein Tor zur Hölle. Nun denn, treten wir hindurch.
Auf der anderen Seite. Als Wesen der Null blieb sie zunächst unsichtbar. Aber dann, sie wollte ja interagieren, also zeigte sie sich.

Sie manifestierte sich als die Eins, the ONE. So konnte man sie erkennen, wahrnehmen. "Man". Ach ja, im verallgemeinerten Sinne. Gemeint sind alle die Dämonen, bösen Geister und Teufel um sie herum.

Ein Skelett mit riesigen, rotglühenden Kohlen anstatt Augen in den Augenhöhlen, näherte sich ihr. Aber irgendetwas schien es nicht zu begreifen. Es wirkte völlig ratlos. Entfernte sich dann wieder.
So ging es weiter. Alle möglichen Teufel nahmen sie in Augenschein, trauten sich aber nicht an sie heran, wagten es nicht, sie zu berühren.

Dann stand er vor ihr. Ein Wesen der vierten Stufe der Unendlichkeit. Er sagte nichts, schaute sie nur an, wartete.

A: << Du weißt, wer ich bin? >>

T: << So wie du weißt, wer ich bin >>

...

A: << Ich will nur sehen, begreifen. Du weißt, warum ich hier bin? >>

T: << Die entführte Galaxis. Sie war bereits ein integrierter Teil des diabolischen Netzwerkes >>

A: << Ja, ich wundere mich nur, dass sie hier hineingeraten ist >>

T: << Ich zeige dir ihre Geschichte, aus meiner Sicht. Und wie wir sie hier integriert haben. Es ist nicht so, dass wir alle Wesen darin gleich behandeln, es gibt Inseln der Ruhe in der Hölle, in denen viele eine Ruhestätte finden können, die nicht in das diabolische Netwerk gehören. >>

A: << Und die beiden Janines? Wie kann eine Galaxis in der Hölle enden, die zwei Janines hervorgebracht hat? >>

T: << Wir wissen um die beiden. Sie wären nicht hier geblieben. Du weißt, ich bin ein Teil der Arianne. Was ich weiß, auch Arianne weiß es. Sie hätte die beiden persönlich abgeholt. Wenn du nicht eingegriffen hättest, eine Teufelsfairy stand bereit. Nur für die Ärzte wäre es dann nicht so glimpflich ausgegangen. Sie werden sich bis zu ihrer persönlichen Transzendenz gedulden müssen. Bis dahin werden sie noch viel Unheil anrichten >>

...

Die Geschichte der Galaxis. Eine Geschichte von Gewalt und Vernichtung. Am Ende der große galaktische Krieg, der keine Sieger und Verlierer mehr übrig ließ.
Nur noch verkohlte Aschehaufen zogen ihre Bahn um tote Sonnen, wo einst blühende Planeten existiert hatten.

Die Geschichte der Individuen. Keine Fantasie ist in der Lage, sich mehr Grausamkeit auszudenken. Selbst Ari0nne überkam ein Schauer des Grauens. Dann fasste sie sich wieder.

A: Tote Sonnen?

Ja, sie wurden zerstört. Sonnenbomben, die sie auseinandergerissen haben, Supernova auslösten oder sie einfach nur implodierten ließen. Am Ende reduziert zu Neutronensternen oder zu Schwarzen Löchern. Es gab lebende Sonnen darunter, mit einem Eigenbewusstsein. Sie wurden einfach nur ausgelöscht. Die Mörder hatten ihren Spaß daran. Was nicht zu uns gehört, es dient unserer Unterhaltung. Sie empfanden Freude dabei, Leben zu vernichten. Und das eigene Ende? Das Jammern bei manchen, ich kann es heute noch hören. Anderen war es völlig egal. Nur den Schmerz, den bekamen auch sie zu spüren. Bei einigen wird er unendlich lange wären.

A: Unter den 200 Milliarden Sonnen der Galaxis gibt es aber immer noch Millionen Hauptreihensterne.

Hast du dir ihre Systeme angeguckt, ich meine, die Geschichte dahinter? Das was noch übrig geblieben ist, sie hatten keine Kriegsschiffe mehr, um alles zu
zerstören. Es sind unbewohnte Systeme geworden oder solche auf sehr niedriger Entwicklungsstufe.

A: Aber dort ist doch Leben auf den Planeten, auch wenn es pflanzliches Leben ist, oder Tiere, oder Intelligenzwesen am Anfang ihrer intellektuellen Entwicklung.

Intellektuelle Entwicklung? Sie haben eine Art Verdummungsstrahlung entwickelt, die höhere Intelligenzformen gar nicht mehr zulässt. Genetische Manipulation.
Der Entwicklungsstand einer Fliege ist wohl das Höchste, was dort noch möglich ist. Dass sie sich damit selbst zerstörten... Es gibt sie nicht mehr. Und die Sonnen sind tot. Das fällt dir vielleicht gar nicht auf, weil du nicht weißt, wie sie als lebende Sterne gewirkt haben.

Auf den Planeten, es gibt ein paar Ausnahmen. Unter anderem dieser Planet, an dem Snowwhite so gehangen hat. Aber gemessen an der Größe einer Galaxis?

A: Wenn es so eine Strahlung gegeben hat, ich müsste in der Zeit nach ihr suchen. In der Gegenwart gibt es sie nicht mehr. Aber die Suche in der Zeit ist schwierig, da die Galaxis aus ihrer natürlichen Umgebung entfernt wurde. Ich muss an den Orten suchen, an dem sie früher einmal existiert hat. Dort wo der Zeitstrom die Informationen in sich trägt, die ich brauche. Auch deswegen bin ich hier.

Wir haben die Verdummungsstrahlung annuliert, hier in der Hölle. Die Dummen wissen ja gar nicht, was für einen Schaden sie angerichtet haben. Um das begreifen zu können, bedarf es einer gewissen Intelligenz. Die haben wir ihnen zurückgegeben.

A: Das diabolische Netzwerk. Die Bösen sollen begreifen, was sie angerichtet haben und dafür büßen?

Wir suchen nach einem Ausgleich. Täter und Opfer, sie treten sich gegenüber. Zunächst hat keiner Dominanz über den anderen. Es geht nur um das Begreifen der Situation. Jeder kann die Gefühle und Erfahrungen des anderen erfassen. Opfer und Täter verschmelzen zu einer transzendenten Gesamtheit. So wie jede Kraft eine Gegenkraft hat, findet in der Hölle nun jede Aktion ihren Gegenpart. Wenn die Opfer es so wollen, können sie ihre Täter in Stücke zerreißen. Es ist gar nicht so sehr verschieden von dem, was in Persephonias Transzendenz geschieht.

A: Und die Unschuldigen, die weder Opfer noch Täter waren aber dennoch von der Hölle erfasst worden sind?

Es hat ihre physische Existenz vernichtet, aber nicht ihre Seele. Sieh dort die Inseln des Lichts. Kein Wesen der Hölle darf sie betreten. Sie sind tabu.
Dort warten sie, bis die Zeit gekommen ist und Arianne sie abholt.

A: Wenn sie nicht vorher der Tod geholt hat.

Der Tod. Er verletzte die Gesetze der Arianne. Weepy hat nun seinen Part übernommen. Keine Seele wird mehr entführt. Das Reich des Todes ist nun nicht mehr verborgen.

A: Weepy?

Du kennst doch die Liebe und Sensity. Weepy gehört zu ihnen, sie ist das Wesen des Todes, des Schmerzes und des Leidens.

A: Weepy hat den Tod ...?

Vernichtet? Nein, den Tod kann man nicht vernichten. Aber man kann ihn ersetzen, seinen Teil übernehmen. Dadurch wurde er überflüssig und verschwand aus der Existenz.

...

Ari0nne durchflutete nun die Hölle in allen ihren Vernetzungen.

Nein, es gab keine Eingriffe des Teufels in die Welt, sie in seinem Sinne gestalten zu wollen. Er nahm passiv auf, was sich dort entwickelte und schuf ein Netzwerk, das die Erscheinungsformen des Bösen dokumentierte. Das Böse bildete so einen Zusammenhang, ein Bewusstsein. Das Ich-Bewusstsein des Teufels.

Würde man auf die Hölle verzichten, all dieses wäre dennoch existent. Je nach Sichtweise auf die Dinge würde man die Hölle erkennen oder auch nicht.

A: Die Bestrafung des Bösen, so wie du sie vornimmst, oder wie sie deine Gefolgsleute durchführen. Sie ist zwiespältig, wenn es in der realen Welt geschieht, da es auch viele Unschuldige trifft. Überdenke diese Part sehr sorgfältig, damit es nicht andere für dich tun  müssen.

Es ist auch paradox, die Inkarnation des Bösen bestraft das Böse für sein Wirken. Eine Art Selbstbestrafung ist es nicht. Warum also?

Nun war es amTeufel, nachdenklich zu wirken. Ari0nne hatte ihm die Machtverhältnisse und Zielrichtungen der kosmischen Hierarchie sehr deutlich zu verstehen gegeben.

A: Mmmh. Also nutzt es gar nichts, wenn die Hölle sich auflöst. Es hängt vom Standpunkt des Beobachters ab, ob er sie sieht oder nicht.
Ich habe einiges gelernt. Da Snowwhite eine Galaxis aus der Hölle entführt hat, muss ich mich jetzt um die Wesen dort kümmern. Denn ich vertrete Snowwhite.

Also bin ich Gott und Teufel für diese Wesen. Je, nachdem, wie ich mich offenbare. Wenn ich mir die ganzen Eindrücke ins Bewusstsein zurückrufe, die ich hier gewonnen habe, es gibt wohl keine Möglichkeit, als spirituelle Wesenheit jenseits von Gut und Böse agieren zu wollen. Aber das muss nicht das letzte Wort sein. Entwicklung ist unbegrenzt, in der Welt der Arianne, und ich selbst bin dort ein unendliches Wesen.

Und ich denke an Ennaira. Sie kommt ohne einen Teufel aus.
...

Der Teufel, so wie er Ari0nne gegenübertritt


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