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Arianne 180 - Sweety 02

Weepy trifft Sweety in einem Cafe, und sie starten einen Dialog über Leben und Tod.

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Sweety und Weepy

Sweety allein beim Kaffeetrinken, in einer ihrer Galaxien. Sie fühlte sich nicht wohl. Ihre vielen Verletzungen, Schmerzwehen durchfluteten sie. *Seufz*. Damit musste sie zurecht kommen.

Es war nicht so schlimm, um das Bewusstsein zu verlieren, aber es tat weh, sehr weh. Eine Träne bahnte sich ihren Weg.

...

Jemand wischte ihr die Träne ganz sanft aus dem Auge. Überrascht schaute sie auf. Eine fremde Frau. Sweety kannte sie nicht. Merkwürdig, die Fremde wirkte auf eine Weise unendlich traurig und doch so voller Leben, und sie sah ein wenig verheult aus.

...

"Hallo Sweety, darf ich mich zu dir setzen?"

Sw: "Ja, bitte. Wer bist du? Ich spüre ein gewaltiges Potential. Du bist viel mehr als nur ein einfaches Wesen."

"Eine Gegenfrage. Bist du denn ein einfaches Wesen?"

Sweety musste lächeln. Nein, das war sie nicht.

Sw: "Okay, dann sind wir beide etwas besonderes. Bist du ein unendliches Wesen?"

"Ja, das bin ich, so wie du."

Oh, die fremde Frau wusste doch sehr viel über sie.

Sw: "Bitte, sage mir, wer du bist."

"Ich würde zuvor gerne wissen, was du in mir siehst. Bitte, schaue mich direkt an."

Sweety blickte nun ganz direkt in die Augen der fremden Frau. Fremd? Etwas dämmerte in ihr.

Sw: "Weepy? Du bist Weepy!"

"Ja, die bin ich."

Nun war es an Weepy überrascht zu sein. Aber konnte man Weepy überhaupt überraschen?

Sw: "Weepy. Du bist das Wesen des Todes. Bist du gekommen, um mich zu holen?"

"Vielleicht. Ich möchte mit dir reden. Du bist fürchterlich zugerichtet worden und die Schmerzen, die  du empfinden musst. Der Tod könnte eine Erlösung für dich sein. Aber lass uns reden. Wir müssen einige wichtige Dinge besprechen, die nicht nur uns beide betreffen."

Sw: "Nicht nur uns beide? Bin ich eine Gefahr für die Existenz, weil Teile von mir tot sind? Ari0nne kennt mich doch bereits und sie hat mich ziehen lassen."

...

"Teile von dir sind tot, aber sie werden nicht von der Transzendenz erfasst. Das ist sehr ungewöhnlich."

Sw: "Ja, ich weiß. Der Tod hat mich bereits einmal heimgesucht und mich berührt. Aber gerade dadurch, dass mein Zusammenhang gestört ist, konnte er mich nicht mit fortnehmen. Nach einem Tritt in den Hintern hat er sich freiwillig wieder entfernt *grins*"

"Du hast eine Berührung des Todes überlebt? Ich kenne kein Wesen, das dazu in der Lage wäre."

Sw. "Doch, nun kennst du eins *grins*. Aber was ist mit dem Tod? Er scheint verschwunden zu sein."

"Ich weiß. Dafür gibt es nun mich."

Sw: "Ich verstehe. Und was ist mit mir. Willst du mich berühren?"

"Ja, aber nicht um dich mit fortzunehmen. Ich mag dich."

Sweety schaute Weepy an. Dann wurde sie von einer Schmerzwehe geschüttelt und musste weinen.

"Auaaaaaaaaaaaaaa. Schau mich nicht so an. Das tut weh. Ich empfinde doch mit dir, in diesem Moment."

Dann schloss Weepy die Augen. Sie machte sie ganz fest zu. Dicke Tränen kullerten unter den geschlossenen Lidern hervor.

Sweety fühlte sich seltsam aber sehr angenehm berührt. Ja, Weepy, wenn sie weinte. Weepy wollte sie nicht töten. Konnte Weepy denn überhaupt weinen, wenn sie Zuwendung gab?

Weepy's Augen waren nicht nur einfach zu, sie wurden durch ein unendlich dimensionales Feld geschützt, das nur nach innen wirkte.

Weepy, wenn sie auf sich selbst wirkte, es löschte ihre Existenz nicht aus! Vielleicht würde auch Sweety die Tränen überleben, denn sie hatte ja bereits dem Tod getrotzt.  Aber ausprobieren wollte sie das lieber nicht.

So verging einige Zeit. Dann war es vorbei.

Zeit? Welche Zeit denn?

...

Weepy öffnete ihre Augen wieder.

"Sweety, ich musste um dich weinen. Aber du lebst. Obwohl ein Teil von dir tot ist. Du bist ein Wesen, das gleichzeitig lebt und tot ist, aber du bist kein Zombie, das durch paranormale Komplikationen zusammengehalten wird. Du bist ein Beweis für die Existenz von Schrödingers Katze. Es ist nur ein Vergleich, an den ich mich erinnere. Er wurde in einer kleinen Welt geboren. Eine kleine Welt mit großen Visionen, irgendwo in den Weiten der Unendlichkeit.

Ich wollte dich heimholen, in die Transzendenz, um diesen Widerspruch zu beenden. Dort könntest du wieder eine Einheit bilden, so wie du einmal warst. Aber die kleinen Wesen deiner Existenz, sie lieben dich so sehr. Die Liebe ist mit dir. Ich darf dich nicht so einfach mitnehmen."

Sw: "Die Liebe? Die Liebe schützt mich? Ich meine, das, was von mir noch lebt?"

"Ja, sie tut es."

Sw: "Aber was bist du dann? Weepy, ein Wesen, das lebt und gleichzeitig den Tod repräsentiert?"

"Ich bin eine Idee, geboren aus dem Leid, das viele lebende Wesen erdulden müssen. Und ich umfasse die Idee des Todes. Durch mich gibt es lebende Seelen, die den Tod überdauern können. Dadurch kann es zu einem Ausgleich kommen kann, für das Geschehene."

Sw: "Durch dich gibt es lebende Seelen? Seelen wie ich und wie ... wie Arianne? Dann bist du doch weit mehr als die Vorstellung einer Existenz umfassen kann. Bist du Gott?"

"Die Frage nach Gott kann innerhalb der Existenz beantwortet werden. Es ist Arianne. Was darüber hinaus geht, es ist für Wesen der Existenz nicht verständlich. Also frage nicht danach."

Sw: "Aber du gehst darüber hinaus. Und ich nehme dich wahr."

"Du nimmst wahr, was dir die Existenz der Arianne vermittelt. Der Teil von mir, der dort verankert ist, er kann sich dir offenbahren. Da Arianne ein Wesen des Lebens ist, aber du den Tod in dir trägst, komme ich zu dir. Es geschieht nicht gegen den Willen von Arianne."

Sw: "Ist es nicht Arianne's Persephonia, die sich um mich kümmern müsste?"

"Persephonia ist ein Teil der Arianne. Sie kann dich nicht in die Transzendenz holen, weil dein lebender Teil sich dagegen wehrt, zerrissen zu werden. Ja, so stark bist du."

Sweety schaute etwas unglücklich.

Sw: "Ich kann nicht sterben, weil mein Lebenswille so stark ist und der Teil in mir, der tot ist, er kann sich nicht von mir trennen?"

"Das ist dein Wesen. Würde Persephonia den Tod in dir heimholen, es würde deinen lebenden Teil mitziehen. Das aber will die Liebe nicht. Sie teilt es nicht direkt mit, aber die Liebe, die deine kleinen Wesen für dich empfinden, sie ist so deutlich wahrnehmbar und so berührend. Sie nennen dich Sweety."

Sw: *seufz*. Werden die Wesen der Existenz geboren um zu sterben? Nein, um zu leben. Reparieren kann ich mich nicht, nur eine Widergeburt wäre möglich, aber das würde meine Seele nicht überleben. Wenn ich die Zeit verändere, die mich so geschaffen hat, dann zerstöre ich meinen spirituellen Zusammenhang, auch das ist gleichwertig mit dem Ende meiner Existenz. Was soll ich tun? Ich bin nicht so versessen darauf, um jeden Preis existieren zu müssen. Aber sterbe ich, dann lasse ich so viele zurück, die an mich glauben, die mich brauchen. Was soll ich tun?"

Weepy sagte nichts mehr. Sie schaute Sweety nur an. Dann streichelte sie sanft ihre Haut.

Sweety zuckte zusammen. Aber da war nichts Gefährliches in der Berührung. Sie spürte die Zuwendung von Weepy und es war so schön.

Dann änderte sich die Umgebung. Die beiden waren allein.

...

Sw: "Danke Weepy. Ich weiß nun, dass ich weiterleben werde. Die Schmerzen in mir, die Schwachstellen des Todes, all dies, das mich zu zerreißen droht. Es ist nichts gegen die Zuwendungen der Liebe und von dir."

...

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