Arianne 184 - Sweety 03

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Sweety und Lovely

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Sweety fühlte sich krank, sehr krank. Eine paranormale Schockwelle hatte sie fast umgebracht. Fast.
Aber was bedeutet "fast" für die Unendlichkeit?

Almost.

Ja, wenn man eine andere Sprache verwendet. Werden die Dinge dadurch klarer?
Sweety is almost dead.
...

Nun, die Schockwelle war unendlich groß. Zu groß, als dass sie endliche Wesen überhaupt hätten wahrnehmen können.

War es ihre Krankheit? Die Schockwelle war doch positiv, nur, das unendliche Leiden in ihr, es passt nicht zusammen. Nicht mit einer Schockwelle, die doch eigentlich heilen wollte.

Was war nur geschehen?

Die Welt hatte sich veränderte. Etwas Großes war entstanden, aber etwas war auch verlorengegangen. Sie spürte das Wesen der Existenz nicht mehr.

Hatte sie keinen Platz mehr in der neuen Welt?

...

"Sweety, du siehst so krank aus. Die schwarzen Flecken auf deiner Haut, sie sind größer geworden. Manche sind fast so groß wie ein Cent Stück."

"Ja, Lovely, ich weiß. Ich fühle mich so schwach. Die Ärzte können mir nicht helfen. Die schwarzen Flecken, es sind tote Bereiche in mir."

L: "Aber du kannst doch nicht gleichzeitig lebendig und tot sein?"

Sweety musste lächeln. "Sind wir das nicht alle ein wenig?"

L: "Die Ärzte, was sagen sie denn?"

"Sie verstehen es nicht. Der Tod in mir, er müsste alles Leben erfassen, aber das Leben ist stärker. Bis jetzt. Nun bin ich so schwach geworden ... ich habe mich bereits ausgekoppelt, aus meinen Zeitströmen. Sie werden ohne mich weiterexistieren."

L: "Zeitströme? Wovon redest du?"

"Ach, du verstehst es nicht. Lass es auf sich beruhen."
...

L: "Sweety, wenn ich dir nur helfen könnte. Es macht mich so traurig, dass du so leiden musst. Wenn der Tod in dir immer größer und mächtiger wird, wie lange haben wir dich dann noch?"

"Zwei Tage vielleicht. Aber das will ich euch nicht sehen lassen, wenn ich ganz schwarz werde. Ich werde verschwinden, in etwa 8 Stunden. Lasst mich einfach gehen."

Lovely schaute Sweety ganz traurig an und musste weinen. Die Tränen tropften auf Sweetys Bett.

...

Ein neuer Arzt? Eine Frau. Merkwürdig. Sweety glaubte sich an sie zu erinnern.
Die Frau im weißen Kittel näherte sich ihrem Bett, legte eine Hand auf ihre Brust.

"Schlaf, Sweety, bitte schlaf ein. Nein, wir lassen dich nicht sterben."

...

Die 8 Stunden waren vorbei.

L: "Sweety, deine schwarzen Flecken, sie sind kleiner geworden!"

"Ja, Lovely, ich hatte eine Begegnung der dritten Art."

L: "Sweety, was immer es auch gewesen sein mag. Ich bin so glücklich :-)))"

...

Sweety schaute sie lächelnd an, erhob sich aus ihrem Bett, umarmte sie.

"Ach, liebe Lovely. Wenn ich nur so ein guter Arzt für dich sein könnte."

L: "Du denkst an mein verlorenes Bein? Ja, es tut sehr weh. Meine Seele weint. Aber ich bin doch auch so glücklich, dass ich dich habe."

Sweety schien mit einem mal sehr nachdenklich zu sein. Ja, wer war sie denn? Hätte die fremde Ärztin ihr nicht geholfen, sie wäre jetzt vielleicht schon tot.

"Lovely. Wenn ich die Zeit zurückdrehe, dann lösche ich den Teil deiner Existenz aus, der nach dem Unfall vorhanden war. Wenn ich dir direkt helfe, ich weiß nicht, ob du das verkraften kannst."

L: "Sweety, du redest so seltsam."

"Lovely, ich habe die Macht, dir zu helfen. Nur eine Berührung mit dem, was für dich nicht begreifbar ist, was du in deine Umwelt nicht einbauen kann, es könnte dich umbringen.
*seufz*. Was soll ich nur tun?"

L: "Sweety, du bist mit einem mal so merkwürdig und so ratlos. Ich habe Angst um dich. Ist mit deinem Gehirn etwas nicht in Ordnung?"

"Das habe ich befürchtet. Bitte, vergiss es. Es ist die Fantasie in mir. Ich stelle mir vor, ich könnte dir helfen, ich wäre eine Göttin, dann könnte ich das."

L: "Ach so. Es ist nur ein Spiel der Gedanken. Sweety, du hast so schöne Fantasien, ich liebe dich."

"Ja, ich weiß, bitte lass dich umarmen."

Manchmal kann es sehr schwer sein, die Macht zu haben, etwas verändern zu können und es dann doch nicht zu tun, weil die Konsequenzen alles ins Negative umkehren könnten.

Vielleicht, wenn ich als Gin in der Flasche zufällig gefunden werde ...

Ja, unsere Sweety. Sie lässt sich selbst nicht völlig heilen. Das Leiden, die Erfahrungen, ihre Existenz, sie will es nicht hergeben.

Das Leiden nicht hergeben wollen?

Es ist ein Teil ihres Ichs. Sweety ist ein unendliches Wesen. Man kann nicht versuchen, sie mit endlichen Maßstäben erfassen zu wollen.

Und die endlichen Wesen, sie kann ihnen nicht helfen?

Doch, aber es ist sehr unterschiedlich, von Fall zu Fall, sehr individuell. Manchmal lässt sie das Schlachtfeld eines Krieges erstarren, Generäle und Offiziere, Menschen mit Macht über
das Leben von anderen und alle, die Lust am Töten haben, sie werden dann zu Wachs. Oder zu Zinnsoldaten.

Lovely ist ein Wesen, das sie sehr mag. Aber gerade Lovely kann sie nicht helfen ...

...

Sweety



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