Arianne 184a - Sweety 03a

Vampire im Innern von Sweety, im Grenzbereich zwischen Leben und Tod.

Sweety: 01   04  English Version
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Vampire

Eine einsame junge Frau in dunklen Gassen. Die Laternen leuchteten nicht mehr und der Mond hatte sich verborgen, hinter einer Wolke. Hatte sie denn überhaupt keine Angst? Dunkle Schatten bewegten sich zwischen den Wänden. Und dann, ganz plötzlich, stand er vor ihr.

"Wo hin so eilig, schöne junge Frau?"

"Du erkennst meine Schönheit, hier im Dunkeln?"

"So klar, wie sie nur ich sie sehen kann."

"Nun gut, ich bin schön. Aber ... wohin ich will. Warum willst Du es wissen? War es nur eine Frage, um Dich bemerkbar zu machen, oder willst Du mich begleiten?"

"Du stellst Fragen. Hier im Dunkeln ... hast Du denn gar keine Angst?"

"Warum denn? Sollte ich?"

"Ja, das solltest Du?"

"Nein. Ich habe keine Angst."

"Und wenn Dir ein Räuber gegenübertritt, ein Ripper, ein ..."

"Ja?"

"Ein Vampir?"

"Ich weiß, dass Du ein Vampir bist."

Schweigen.

"Dann musst Du doch auch wissen, was jetzt passieren wird."

"Nicht alles, was sein könnte, muss auch geschehen."

"Ich habe Hunger. Mich dürstet nach Deinem Blut. Ich möchte meine Zähne in deinen nackten Hals graben."

Und er öffnete seinen Mund. Doch ... es war so dunkel, die Eckzähne sah man nicht.

"Und wenn ich ein Vampir Jäger bin?"

Schweigen.

"Du siehst nicht so aus."

"Wie sieht denn ein Vampir Jäger aus? Du bist bestimmt noch keinem begegnet."
...

Wie kann jemand nur mit Worten einen Vampir so fassungslos machen? Nun, er war ja auch nicht jedermann. Vampire sind individuell. Sie haben ihren Stolz.

"Ich will Dich beißen ... aber ich kann nicht."

"Du hast Dich verliebt, in meine Schönheit. Und was man liebt, tötet man nicht. Das gilt auch für Vampire."

...

"Nun gut. Ich empfinde Liebe. Einfach so. Direkt bei der ersten Begegnung. Bist Du eine Hexe? Kannst Du zaubern?"

"Eine Hexe ... vielleicht würde das so einiges erklären. Aber es ist nicht so, wie Du es verstehst. Ich bin kein Teil dunkler Magie. Ich bin ... etwas anderes."

"Nun, ich bin neugierig. Da Du meine Gefühle beeinflussen kannst ... ich will es nicht riskieren ..."

"Für einen Vampir bist Du weise genug, um diese Begegnung zu überstehen. Wisse, das geschieht nicht immer so. Für diese Welt bin ich eine Göttin und dabei nur ein ganz kleiner Teil dessen, was wirklich ist. Ich werde ein wenig Licht machen, damit Du verstehen lernst ..."

Und es wurde mit einem mal hell um die beiden herum. Wo kam nur das Licht her? Die Haare, es waren ihre Haare! Sie leuchteten in allen Farben des Spektrums. Und das Licht, es kroch förmlich hinaus. Die Haare verloren sich in der Weite der Straße ...

Mit einem mal war die ganze Umgebung Tag hell.

Auch die dunklen Schatten in den Ecken wurden deutlich sichtbar ... Vampire, Werwölfe, Dämonen? Das Licht, es machte sie fassungslos. Aber es vernichtete sie nicht.
...

"Deine Haare, sie leuchten ... und sie sind so lang, sie reichen die ganze Straße hinunter und das sind Kilometer ... Wie ... lang sind Deine Haare?"

"Frage nicht nach Dingen, für die sich kein Ende finden lässt. Genieße das Licht. Es ist kalt und es ist warm und es schadet Dir nicht, wie das Licht der Sonne."
...

Und zum ersten mal in seinem Dasein badete ein Vampir im Licht.
...

"Das Licht, es ist so schön. Es ist mehr, als nur das Ausleuchten der Dunkelheit ... ich spüre seine spirituelle Seite ..."

"Die Haare, sie leben. Sie sind voll davon. Sie strahlen es nach außen. Es ist reine Vital Energie. Du bist nicht nur tot. Ein Untoter mit einem Spark in sich drin. Etwas, das Dein früheres menschliches Dasein nicht völlig verlorengehen lässt."

"Aber ... bin ich nicht tot?"

"Ein Untoter mit einem Hauch von Lebendigkeit. Ein supernaturales Wesen. Es gibt auch andere Deiner Art, Zombies, Dämonen. Sie werden durch Magie zusammengehalten. Schatten einer ehemaligen Existenz. Nur ein Hinweis, dass es sie einmal gab."

"Aber ... wo kommen die Schatten her?"

"Die Grenzen zwischen Leben und Tod, sie sind unscharfn dort, wo wir uns befinden. Im Inneren eines Wesens, das selbst den Tod und das Leben in sich trägt. Dies ist der Wundbereich, in denen Tote, Untote und Lebende simultan vorhanden sein können."

"Und ... sie beißen sich nicht?"

"Doch, das tun sie. Deswegen bin ich hier. Ich werde das Leben beschützen."

"Und wer beschützt uns, die Vampire?"
...

"Ich."

"Aber ... dann beschützt Du die Jäger und die Gejagten? Und das Wesen der Untoten, welche Bedeutung hat es?"

"Dies hier ist der Grenzbereich zwischen Leben und den Tod. Er ist Teil eines höheren Wesens, es ist eine Sie. Sie denkt den Tod und sie muss es tun, denn er ist ein Teil ihres Selbst. Die Untoten, sie sind und sie sind nicht. Sie spiegeln sich in diesen Gedanken. Der Grenzbereich kann sich in zwei Richtungen erweitern, wie Du Dir denken kannst. Und ich möchte diese Richtung vorgeben. Wisse, ich bin Fragile, die lebende Seele dieses Wesens. Und ich denke das Leben innerhalb ihres Selbst. Ihr Name ist Sweety."
...

"Und die Vampire, wohin entwickeln sie sich?"

"Sie werden sich zu Beschützern des Lebens entwickeln, ganz anders als ihre Natur es vorzugeben scheint. Es ist ein Art von Heilung, die stattfindet. In diesem Sinne werden die Vampire das Leben mittragen und gegen die Untoten beschützen, die alles in die andere Richtung drängen wollen. Sie bestimmen den Sog des Todes. Er braucht eine Gegenkraft, die stärker ist, als es die normale Existenz von lebenden Wesen sein kann. Und das sind die Vampire, das ist der Grund für ihre Kraft. Und glaube mir, was sie heute in sich tragen ist nur ein winziger Teil dessen, was sie einst in sich tragen werden."

"Und die Hexen, die Dämonen, Werwölfe ...?"

"Sie müssen sich entscheiden, für den Tod oder für das Leben. Beides ist möglich. Wenn sie sich entschieden haben, dann wird es geschehen."

"Dann ist dieser immer währende Kampf um Dominanz ..."

"Nur ein Zwischenspiel. Ein Spiel in einem endlichen Bereich der Existenz. Wisse, Sweetie's Wesen ist unendlich und ich bin unendlich. Die Unendlichkeit stellt andere Forderungen als es diesen kleinen Auseinandersetzungen tun können. Ich bin hier, um den Weg dort hin zu zeigen. Aber es liegt auch an Euch, ob ihr mitgehen wollt. Sweetie braucht Euch und sie bittet Euch um eure Hilfe."

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