Arianne 186 - Lala 02


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Lalas Reise

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Lala auf einer großen Reise.

Ennaira hatte ihr ein Segelschiff geschenkt. Sie nannte es Segelschiff, wo auch immer der Name herkam. Hier gab es ja gar keine Winde.

Winde. Noch so ein Name, den sie gar nicht kannte.

Wasser, Stürme, *seufz*. Ja, manchmal bewegte sich das Schiff durch stürmische Gewässer. Gerade wenn ihm so danach war.

Man musste aufpassen, dass man dann nicht über Bord geschleudert wurde.

Wenn es diese unsichtbaren Beschützer nicht gäbe ...

Schutzengel, ja, Ennaira hatte sie Schutzengel genannt. Man sah sie nicht, aber sie waren einfach da.

Lala mit ihren 30 Meter langen Haaren. Meistens wickelte sie sich darin ein. Sie sah dann aus wie eine kleine Tonne, aber wen störte das schon. Oder doch eher wie ein leuchtender Diamant, wenn die Haare aus sich heraus leuchteten. Manchmal sah sie dann aus wie eine Leuchtblume.

Ein wunderschöner Anblick.

Die Haare waren voller paranormaler Energie. Manchmal, wenn Lala sie darum bat, zogen sie sich zusammen und waren dann gerade mal körperlang.

Nein, kürzere Haare wollte sie nicht um sich herum haben. Sie liebte ihre langen Haare doch so sehr.

<< liebe kleine Haare, ich danke euch, dass ihr immer um mich herum seid >>

Die Stürme und Winde, Pararealitäten?

Vielleicht. Hier war mehr Zauberenergie konzentriert als man brauchte, um ein Universum in Gegenrichtung rotieren zu lassen.

Der Superspin.

Manchmal rotierte er und dann entstanden diese Welten aus Wasser und Wolken. Es regnete dann auch schon mal, man wurde richtig nass, dort draußen auf dem Deck.

Wo das Wasser nur herkam? Hier im Weltenraum der negativen Energie?

Das Schiff war ausgestattet mit uralten Segeln und mit Kanonen.

Kanonen?

Nun ja, es gibt dort draußen herumirrende Schlachtschiffe der Unendlichgefalteten, Gefolgsleute der Null. Wesen, die die alten Lehren sehr wörtlich nehmen und die neuen Zeiten nicht begreifen können. Dort passt ihr nicht hinein. Manchmal muss man sich dann auch wehren können.

Ihr?

Du. Lala und deine Freunde.

Ja, Freunde hatte sie *freu*. Es waren so schöne Gefühle damit verbunden, Gefühle, die man früher überhaupt nicht gekannt hatte.

Aber wer ist schon "man".

Lala wurde in eine neue Welt hineingeboren und dort war alles anders, anders, als die Altvorderen es kannten.

Auch ihre Freunde waren anders, sie kannten die alte Welt nicht mehr.

...

Dieses Schiff, man dachte sich eine Frage und das uralte Gehölz antwortete darauf.

Gehölz?

Später mehr dazu.

Wo ist Ennaira?

Ennaira ist nicht immer zu jeder Zeit überall vorhanden. Sie selbst hat etwas Großes vor.

Zeit? Dieses negative Äquivalent zu den Gezeiten in den Positivwelten.

Gezeiten sind etwas anderes. Aber es passt zu diesem Schiff.

Das Schiff musste einmal einem Piraten gehört haben.

Piraten? Wir werden sie noch kennenlernen. Dieses Schiff ist raumflugtauglich.

Es segelte im Schatten der Sternenwinde, angetrieben von deren hyperdimensionaler Energie. Damit konnte es milliardenfach schneller sein als die negativen Photonen.

Eine kleine Energieglocke hüllte es ein. Negative Energie. Wer sich dem Schiff näherte, wurde zurückgeschleudert. Die repulsive Kraft darin, sie konnte unendlich groß werden.

Es hatte sich eine Art Delta-Kreis um das Schiff herum gebildet, der unendlich schnell rotierte. Eine eingerollte quantenmechanische Delta-Funktion. Oder ein aufgerollter Superstring. Wer wusste das schon so genau.

Selbst der innerste Kreis der Hölle war ein Nichts dagegen.

Hölle?

Eine Merkwürdigkeit der Positivwelten. Ihr werdet sie noch kennenlernen.

Nun denn, man ist ja neugierig auf alles.

Merkwürdig war nur, dass es in den Delta-Kreisen einen Bereich der Null gab und eine Enklave voller positiver Energie. Ob sich dieses Schiff in den positiven Welten bewegen konnte?

War da nicht eben die Rede von unendlich groß?

Denkt an Ennaira. Sie ist ein unendliches Wesen.

Einen Klabautermann hatte Ennaira ihnen auch mitgegeben. Der würde die kleine Mannschaft vor bösen Geistern schützen, wann immer sie sich dem Schiff nähern sollten.

Der Klabautermann, eine Ennaira-Fairy.

Ob sie dieser unsichtbare Beschützer war, der Leo aus dem Wasser gerettet hatte?

Diese ganzen Begriffe, warum übernahm Ennaira so viel aus den positiven Welten? Und diese Reise, wo sollte sie eigentlich hingehen?

An den großen Wall. Die Grenze zwischen den positiven und den negativen Welten. Dort wartet eine Überraschung.

Vorne, am Bug des Schiffes prangte ein großes Schild, Ennairas Cave. So wurde das Schiff benannt. Jeder, der jemals den Namen Ennaira gehört hatte, er wusste, dass dieses Schiff unter ihrem Schutz stand. Und wer würde sich schon dem Zorn einer Ennaira aussetzen wollen?

...

Lala, Leo, Lia und Laddat in der gemeinsamen großen Kabine.

Leo: "Wo geht die Reise hin?"

Lala: "In die Unendlichkeit, vielleicht an den großen Wall."

Lia: "Der große Wall?"

Lala: "Die Grenze zwischen positiver und negativer Energie. Ich weiß nicht, warum uns Ennaira in diese Richtung schickt. Vielleicht sind wir so etwas wie Botschafter."

Lia: "Ennaira, ich spüre sie nicht mehr. Wo ist sie nur hin?"

Lia hatte das größte paranormale Potential der kleinen Gruppe. Sie konnte die Energie des Superspins benutzen. Wenn sie Ennaira nicht mehr spürte?

Lia: "Aber da ist etwas anderes Großes, das es früher nie gegeben hat. Es ist überall. In uns, um uns und um uns herum."

Lala: "Etwas größeres als Ennaira?"

Lia: "Das weiß ich nicht. Es ist nur eine Berührung, eine Berührung wie mit Ennaira und noch einmal Ennaira, aber spiegelverkehrt. Ich kann es nicht anders ausdrücken."

Leo: "Ennaira und spiegelverkehrt? Dreht man den Namen um, so liest sich Ennaira als Arianne."

Lia: "Da ist noch etwas anderes. Aber ich begreife es nicht. Wir sind aber nicht allein, auch wenn wir sie nicht sehen können."

...

So verging die Zeit, bzw. das negative Äquivalent dazu.

Die kleinen Wesen vertieften sich in Diskussionen über physikalische Phänomene. Ennaira hatte ihnen Lehrmaterial mitgebracht, aus den positiven Welten. Bücher und elektronische Datenträger, Hologramme mit Eigenbewsstsein.

Bücher?

Auch so etwas, das es hier nie gegeben hat. Es sind lauter Symbole darin, deren Bedeutung man enträtseln muss. Eigentlich sind es nur Rätsel.

...

Nun versuchten sie das ganze in ihrer eigenen Umwelt zu verstehen.

Was ist eine positive Zeit? Eine Reise in die Zukunft?

Nein, nein. Die Zeitkomponente der positiven Raum-Zeit-Struktur.

Und bei uns hier? Eine negative Zeit? Ist das für die positiven Wesen eine Reise in die Vergangenheit?

Es ist die Zeitstruktur des negativen Kosmos, ein Teil der Beschreibungsgrößen negativer Energie. Raum, Zeit, Materie, alles ist hier negativ, relativ zu den positiven Welten.

Aber wenn hier alle Größen negativ sind, kann das in der Produktdarstellung nicht wieder etwas Positives ergeben?

Die Mathematik dahinter ist zu einfach. Daher hat sie auch die Ebene als ganzes nie erfassen können. Eine Umkehrung der Zeit führt nicht einfach zu einer Zeit in der gegenteiligen polaren Welt. Wir bewegen uns in unsere eigene Zukunft, unabhängig davon, ob unsere Zeit relativ zu den positiven Welten nun negativ ist oder nicht.

Aber die negativen Wellenfunktionen, sie können doch mit den positiven Funktionen zur Null interferieren?

Das ist der Anteil der negativen Energie. Beide Energieteile interferieren zur Null. Aber die Zeit darin? Ich weiß nicht, wie sich die Zeit im Nullbereich der Ebene zusammensetzt. Nach außen betrachtet gibt es sie vielleicht gar nicht, aber intern? Die Überlagerungen beeinflussen sich vielleicht gegenseitig gar nicht.

...

Man hatte sie gefangen. Sie und ihre Mitstreiterinnen. Kämpferinnen gegen die alte Tradition.

Welche Tradition?

Verstümmelung von Sexualorganen. Die femininen Weißhäutigen sind den maskulinen Schwarzgekleideten untertan. Nur den Schwargekleideten wird das Empfinden sexueller Lust zugestanden.

Also ein physikalischer Eingriff, um die Dominanz des Maskulinen über das Feminine festzuschreiben?

Es ist Tradition. Seit tausenden von Jahren. Niemand wird etwas daran ändern wollen.

Niemand? Und die Betroffenen?

Die befinden sich bereits in OP 27. Man wird sie ihrer Bestimmung zuführen, so wie es seit Jahrtausenden geschieht.

Gegen ihren Willen? Sie kämpften doch mit aller Leidenschaft gegen diese Tradition.

...

Lala und ihre Freunde am großen Wall. Nur, der war nicht auffindbar. Ob man sich in den Positionsdaten geirrt hatte?

Positionsdaten? Worauf sollen die sich beziehen?

Auf Ennairas Fixpunkt. Sie hat einen Fixpunkt gesetzt.

Ah ja, und was ist nun mit dem Wall?

Die Grenze zwischen den positiven und den negativen Welten, sie existiert nicht mehr!

...

Ein Disput in den positiven Welten.

Astrotum diskutiert mit seinen Schülern über die verschwundene Grenze zwischen positiver und negativer Energie.

WIR SIND DIE NULL?

Das kann schon sein. Die verschiedenen Energieformen überlagern sich, aber sie eliminieren sich nicht gegenseitig.

Unglaublich! Wenn nun Antimaterie auf Materie trifft?

Aus negativer Energie zusammengesetzte Materie ist keine Antimaterie.

Antimaterie beruht auf der unterschiedlichen Polung elektromagnetischer Energie. Die Materiebestandteile sind aber aus positiver Energie zusammengesetzt. Eingefrorene positive Energie. Oder anders formuliert, stationäre Wellen aus positiver Energie.

Stationäre Wellen?

Nun gut, Wellen in ihrer quantisierten Form. Eingesperrt in einem Materiekäfig.

Und die negative Energie? Sie ist doch repulsiv.

Ja, aber im kleinen, Zusammensetzung der Elementarteilchen, spielt das keine Rolle.

Aber, wenn negative Energie auf positive Enerige trifft, im großmaßstäblichen Bereich? Es sollte die Gravitation annihilieren!

Das wiederum zerstört die Strukturen des Kosmos.

Es erfolgt offenbar keine Reaktion. Es ist so, als wären die physikalischen Gesetze außer Kraft gesetzt.

Vielleicht. Aber wenn das ganze in einer globalen Zeitspanne geschieht, die so klein ist, dass man sie gar nicht mehr beobachten kann?

Das unendlich kleine? Schon möglich. Aber worin ist diese globale Zeitspanne eingebettet?

In die Eigenzeit der Arianne.

Arianne? Ist das nicht eine Religion?

...

Ploppp.

Wer bist du?

<<Ich bin Alinalia. Eine Fairy der Arianne >>

Lala: "Eine Fairy der Arianne? Eine Fairy aus den positiven Welten! Du bist einfach hier und ... und ..."

<< Ja, die positiven und negativen Teile zerstören sich nicht mehr gegenseitig. Sie überlagern sich ohne Wechselwirkung. Damit ist auch klar, dass die negative Energie etwas anderes ist als einfach nur die Umpolung elektromagnetischer Pole. Denn unsere Atome existieren weiterhin. Negative Ladungen und positive Ladungen ziehen sich gegenseitig an. >>

Lala: "Dann war das ganze Streben nach der Null völlig sinnlos?"

<< Unter den momentanen Bedingungen, ja. Aber die Hintergrundkosmologie hat sich geändert, mit unmittelbarer Auswirkung auf alle Teile der Existenz und auf den negativen Teil der Ebene >>

Lala: "Unmittelbare Wirkung? Aber ist die Ebene nicht unendlich groß?"

<< So etwas kann nur durch das Wesen der Existenz bewirkt werden, und durch die Ebene selbst >>

Lala: "Dann ist auch Ennaira daran beteiligt?"

<< Ennaira und Arianne und Ari0nne, sie bilden zusammen die EINS >>

Darauf wusste Lala nichts zu sagen. Das war einfach zu gigantisch.

<< Ich möchte euch um etwas bitten. >>

Lala: "Ja, bitte liebe Fairy, wir helfen dir gerne".

<< Einige besonders liebe Wesen einer positiven Welt brauchen eure Hilfe. >>

...

Die Ärzte standen bereit. Ihre Delinquenten hatten sie festgeschnallt. Man würde alles aufnehmen und verbreiten. Um die alte Tradition zu bewahren und um eine Warnung an jene zu richten, die glaubten, sie könnten einfach ihre eigenen Wege gehen.

Der Oberhilfsassistent Alimat stürmte in den Raum.

"Wartet, wartet mit der Lifeübertragung. Die Kanäle haben alle umgeschaltet. Ein fremdes Raumschiff nähert sich dem Planeten."

Ein Raumschiff?

"Wenn das alles wäre!!! Es sieht aus wie das Piratenschiff von Blackbird!!!

Der vor 800 Jahren plötzlich einfach verschwunden war, nachdem man ihn fast gefangen hätte. Verschwunden, mitsamt seinem Segelschiff. Eine Flotte von 300 Kampfschiffen suchte den Ozean vergeblich ab. Dass er spontan untergegangen war, man wollte es einfach nicht glauben.
...

Lala

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