Arianne 187 - Lala 03

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Lala und Alal

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Durch das große Fenster des Operationssaales konnte man es sehen. Ein Segelschiff, das durch die Luft segelte!
Mit offenen Mündern standen die Ärzte, Pfleger und Prediger vor den Fenstern.

Die Delinquenten auf den Operationstischen hatte man wohl vergessen.
Nein, Amaliana, die Krankenschwester. Auch bekannt als Kranken-Haus-Fee. Sie löste die Fesseln und sie lächelte dabei.

Nackt wie sie waren, standen die drei nun hinter der Gruppe der staunenden Schwarzgekleideten.
Niemand kümmerte sich um sie. Nur die Aufzeichnungen, sie liefen weiter und ... sie wurden direkt übertragen in die Millionen Haushalte der Zuschauer.

Man sah die drei unbeschädigt in ihrer vollen natürlichen Körperlichkeit. Was für eine Blasphemie! Aber man sah auch die natürliche Schönheit hinter den Talaren der Traditionsbewahrer. Was da alles an heimlichen Gefühlen mit einem mal ausgelebt wurde, wer wusste das schon so genau.

So wurden die Aliens zu Hoffnungsträgern, bevor sie überhaupt in Erscheinung traten.

...

Der große freie Platz zwischen den Häusern, die bis zu 30 Stockwerke in die Höhe reichten.
Das Schiff schwebte zwischen den Häusern nach unten. Krachend setzte es auf. Das Holz knirschte, als würde es gleich zerbrechen. Die Segel ragten bis zum 30. Stockwerk empor.

Was würde nun geschehen?

...

Plötzlich standen vier Blauhäutige direkt im Operationssaal. Wie waren sie nur hereingekommen?

Sie sahen aus wie Menschen, aber sie waren blau und sie hatten körperlange blaue Haare.
Sahen so Aliens aus?

...

Zunächst einmal herrschter Sprachlosigkeit. Man schaute sich gegenseitig an und schaute und schaute. Sprachloses Staunen. Nichts passte in die vorhandenen Frames, die die Gehirne über Jahre aufgebaut hatten. Erstaunlich, dass die Dinge einfach so hingenommen wurden. Es musste wohl so sein.

Nichts geschah. Dann ergriff Kalima das Wort. Kalima, eine der drei Streiterinnen gegen die Tradition. Eine Feminine Weißhäutige, die man mit Gewalt in die alte Ordnung hatte hineinzwängen wollen.

Kalima: "Hallo ihr, könnt ihr mich verstehen?"

Lala: "Ja, wir verstehen dich. Du bist Kalima. Wir sind Lala, Leo, Lia und Laddat."

Kalima: "Das ist schön :-)). Aber woher kennst du meinen Namen?"

Lala: "Wir sind deinetwegen hier."

Kalima: "Meinetwegen? Woher kommt ihr denn?"

Lala: "Aus einer fernen Welt, aus einer anderen Welt. Ein Göttin hat uns von deinem Schicksal erzählt und wir sind gekommen um dir zu helfen. Wir sind auch neugierig auf das, was wir hier vorfinden werden. Ihr habt uns bereits sehr viel gegeben, durch eure Gefühle sind wir lebendig geworden."

Kalima: "Das was du sagst, ich verstehe es nicht. Bis auf den Teil, dass ihr meinetwegen hier seid. Ihr habt mir bereits geholfen, sonst wäre ich schon nicht mehr das Ich, das ich jetzt bin. Sie hätten mir einen Teil meines Selbst genommen."

Lala: "Wir wollen euch ein wenig mitteilen, über die Größe des Kosmos. Vielleicht ändert das die Einstellung zu den Dingen ein wenig. Meistens ist es nur Unwissenheit und ein beschränkter Horizont, der das Begreifen des Schönen verhindert."

Kalima: "Das Schöne? Meinst du unsere Körper?"

Lala: "Ja, das meine ich. Sie sind wunderschön. Wir bitten euch, sie nicht zu zerstören, sie zu bewahren und zu lieben. Dann erfahrt ihr so viel, das euch sonst verborgen bleiben würde.
Das Leben ist nicht auf Leiden begründet, es hat eine positive Kraft, die nach Entfaltung strebt. Warum es dennoch so viel Leid in der Existenz gibt, wir wissen es nicht. Es kann nicht der Teufel sein, denn der verwaltet nur, was ihr selbst hervorbringt."

Kalima: "Ja, das Schöne an unserer Körperlichkeit. Das Eins-Sein von Seele, Körper und Geist.
Wir wissen darum, und wir wollten es allen mitteilen. Aber die Macht der Tradition, sie wollte uns brechen. Das hätten sie auch geschafft. Nur, sie müssen schon das Leben selbst vernichten um ihre Lehre absolut durchsetzen zu können. Nur, dann gibt es auch keinen mehr, der sich danach richten könnte."

Lala: "Was wir nicht verstehen, so viele von euch wurden verstümmelt, aber sie empfinden keinen Hass gegen diese Gewalt. Sie nehmen das Leiden an und ordnen sich ein in die Gemeinschaft und tragen es dann weiter in die nächste Generation. So geht es schon seit tausenden von Jahren. Aber warum, warum betrügt ihr euch um so viel Schönheit? Ihr habt doch nur dieses eine Leben."

Kalima: "Das Leben beinhaltet viele Dinge, Liebe, Fürsorge der Eltern, Liebe für die anderen.
Wir wollen dies nicht alles verlieren durch den Haß. So nehmen viele ihr Schicksal an und sie lieben das, was sie haben."

Lala: "Es ist nicht so leicht zu verstehen. Für uns sind Gefühle ganz neu, unsere vergangene Generation kannte sie noch gar nicht. Wir empfinden sie als wunderschön und versuchen sie zu bewahren, sie zu entfalten."
...

So ergab sich ein Dialog, an dem sich nach und nach auch die anderen beteiligten. Niemand störte sie, alle hörten nur zu. Polizei, Militär, es gab keine Befehle, dort einzugreifen.
Dann eine Berührung, ganz sanft und leicht, Lala wirkte mit einem mal wie eingefroren.

Lala: "Ich hatte gerade eine Berührung mit einem Wesen ... sie nennt sich Alal."
...

Lala und Alal. Sie standen sich gegenüber. Vorsichtig hoben sie ihre Hände, berührten sich mit den Flächen.
Es gab keine Interferenz, keine Auflösung, keine Null. Zwei konträre Wesen der polaren Welten, sie berührten sich und nichts geschah.

Sie fühlten sich eins miteinander und sie waren so glücklich dabei.

Aber es war noch viel mehr geschehen.

Lala hatte die Spiegelwelt ihres kleinen blauen Planeten gefunden.
...

Lala und Alal


Link: ein weiteres Bild, sie stehen sich gegenüber. Link: empathische Telepathie mit dem Wesen der EINS


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