Arianne 188 - Sweety 04

Sweety: 01   05
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Sweety's Entscheidung

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Eine kleine haarige Welt.

Hier hatten fast alle sehr lange Haare. Haare bis zu den Knöcheln oder noch viel länger.
Manche hatte ihre Haare mehrfach um den Körper gewunden. Es war dieses Gefühl, in den Haaren drin zu sein, dass sie so sehr begeisterte.

Wie in einer zweiten Haut.

Man konnte sdie Haare streicheln, liebhaben und sie gaben so schöne Gefühle zurück.
Und schön war sie, diese Haarpracht.

AmaliaKurzHaar wollte keine langen Haare. Ja, sie wollte frei sein von all diesen Gefühlen, die mit den Haaren verbunden waren.

Nun gut, warum auch nicht. Wenn sie nicht von allen anderen das gleiche fordern würde ...
Nein, das tat sie nicht. Sie war glücklich, dass sie so sein durfte, wie sie wollte, so ganz ohne Haare.

Vermisste sie nicht ein wenig dieses Gefühl der Langhaarigkeit, das Spiel mit den Gefühlen?

Nein, sie dachte nicht in diesen Welten. Es gab so viele interessante Dinge, mit denen sie sich beschäftigen konnte. Die Haare, sie lenkten sie doch nur ab.
Außerdem war sie nicht allein. Es gab da noch BetaHaar und AnnaBald ...
...

So saßen sie dann friedlich zusammen, an einer langen Cafe-Tafel. Überall lange Haare, sie fluteten durch den Raum, waren einfach überall. Wurden angefasst, gestreichelt und manchmal
geküsst, liebkost. Und dazwischen? Wenn man ganz genau hinsah, einige hatten keine oder nur sehr kurze Haare. Aber man musste schon sehr genau hinschauen. Die langen Haare der anderen
verdeckten fast alles.

Manchmal fasste AmaliaKurzHaar sanft nach den Haaren der anderen. Offenbar empfand sie keinen Hass auf lange Haare. Und sie wurde so akzeptiert wie sie war.

Ein fröhlicher Kreis junger Menschen.

...

In dem Raum befand sie eine wunderschöne Statue. Sie stellte eine Göttin dar, die Göttin Fragile.
Etwas merkwürdiges ereignete sich. Fragile bekam Risse, sie begann langsam zu zerbröckeln.

Alle konnten es sehen. Angst schlich sich in das Bewusstsein der Menschen. Fragile, was ist mir dir? Wenn ihre Statue zerbricht? Etwas ganz schreckliches musste passiert sein, irgendwo.
...

Nein, es war nicht das was geschehen war, es war das, was geschehen würde.
...

Die Inquisition hatte ihre Opfer gefunden und gerichtet. Es war vollbracht. Die Leichen würde man verbrennen. Das Geschehene würde den anderen eine Warnung sein. Es gab nur einen Gott und
jeder der seine Gebote nicht achtete wusste nun, was mit ihm geschehen würde.
...

Sweety verspürte einen Stich in ihrer Seele. Der fragile Teil in ihr, er drohte zu zerbrechen. Fragile, was ist mir dir ???.
Fragile, ein Teil ihres Selbst. Aber ein unabhängiger Teil, der jetzt so fürchterlich leiden musste.

Dann sah sie das Geschehene.

Nein, das durfte doch einfach nicht wahr sein. Sie hatte diese jungen Menschen so sehr geliebt, sie ermutigt, ihren eigenen Weg zu gehen. Und nun?
Sie waren tot, ermordet von den Priestern der einzig wahren Lehre.

Was für eine Lehre? Den Gott darin hatte sie noch nie gesehen.
...

Sweety bildete einen Schutzwall um die Seelen der Verstorbenen.
Die Sendboten der Persephonia, sie kamen nicht hindurch.

Sweety, ein Wesen, das den Tod in sich trug. Sie war zugleich lebendig und tot. Damit wohl auch das einzige Wesen, das gegen Persephonia Stellung beziehen konnnte.

Und Weepy?

Weepy ist kein Teil der Existenz und damit auch nicht in Begrifflichkeiten der Existenz erfassbar. Wir wissen nur, dass sie den Tod ersetzt hat.

Weepy ist der Tod und Sweety? Konkurrieren die beiden dann nicht mit Persephonia um die Transzendenz?

Nun, alles dies hat nebeneinander Bestand.
Sweety hat ihre eigene Welt, die sie sogar gegen die Existenz abgrenzen kann.
...

Sweetys Transzendenz. Die verstorbenen Seelen hatten sich eingefunden, am Fluss ohne Wiederkehr. Der Fährmann wartete bereits auf sie. Aber ... nein, das durfte doch nicht wahr
sein ... Sweety selbst materialisierte.

Sweety: "Hallo ihr, es tut mir so leid, was mit euch geschehen ist und dass ich es nicht verhindern konnte. Nun denn, ich habe auch noch andere Möglichkeiten. Ihr seid in meinem eigenen ureigensten Bereich. Ich werde euch die Körperlichkeit zurückgeben und dann verschwinden wir einfach, aus der Ebene der Existenz. Meine Zeitströme nehme ich mit."

<< Aus der Ebene der Existenz verschwinden, aber wohin willst du dann? >>

Wer hatte nur diese Frage gestellt?

Sweety: "Nun, Anonymous, kennst du die ehemalige tote Ebene? Sie ist unterbevölkert und ich weiß einen Weg dort hin, denn ein Teil von mir ist tot und dieser Teil kennt den Weg des
Todes."

<< Du willst die Ebene der Arianne verlassen? *seufz*. Ja, ich weiß, viel Schreckliches ist geschehen aber siehst du nicht den Weg des Lichts? >>

Sweety: "Anonymous, ich sehe ihn. Aber ich hänge an meinen kleinen Wesen und ich verweigere sie der Persephonia. Das bricht Ariannes Gesetze. Wird sie mich nicht zur Rechenschaft
ziehen?

Nein, ich verlasse die Ebene und suche meinen eigenen Weg. Wenn mich die Liebe nicht verlässt und Weepy es zulässt, dann werde ich diesen Weg gehen.

Ich muss diesen Weg gehen, Fragile in mir würde sonst zerbrechen, und ich brauche sie so sehr. Auch ich kann nicht als ein Scherbenhaufen existieren."

<< Fragile, ja ich verstehe dich. Fragile ist so ungeheuer wertvoll und unfassbar schön, sie zu verlieren, allein der Gedanke tut weh. Du hast schon so viel verloren, mehr als jedes andere Wesen.
Und Weepy? Meinst du, Weepy würde deine Pläne nicht zulassen? Nun gut, dann ziehe dahin. Ich halte dich nicht auf. >>

Sweety: "Wer bist du, warum offenbarst du dich nicht?"

<< Wenn du mich nicht sehen kannst, dann weißt du auch, so ein ganz einfaches simples Wesen bin ich nicht. Lasse es einfach so sein, wie es ist. >>
...

Fragile


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