Arianne 188a - Sweety 05

Sweety: 01   06
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Sweety unterwegs

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218 junge Menschen, 109 Männer und 109 Frauen. Nein, das war kein Zufall, sie waren Liebespaare. Aber, waren sie jetzt nicht tot?
Man hatte sie an Pfähle gebunden und trockenes Holz um sie herum aufgeschichtet, dann mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen. Das Feuer wurde entzündet und es wurde sehr heiß.

So weit konnten sie sich noch erinnern.
Dann wurde es plötzlich dunkel und nun waren sie hier.

Was war dazwischen passiert? Sie mussten doch alle verbrannt sein! Das Feuer hatte sich explosionsartig ausgebreitet und sie waren fest angekettet gewesen.
Die Antwort kam aus dem Nichts.

<< Man hat euch umgebracht, aber Sweety hat eure Seelen nicht gehen lassen. Sie hat euch aus der Transzendenz entführt und ist dann so schnell davongeschwebt, das niemand sie mehr aufhalten konnte.  Die Todeserfahrung in euch hat sie ausgelöscht. Ich habe euch aufgenommen und verschaffe euch die Illusion, körperlich zu sein. Sonst könntet ihr nicht mehr existieren. Alle eure Erinnerungen stammen aus den Memoriefeldern des Universums. Sweety hat die Ebene der Arianne zusammen mit uns verlassen. >>

"Wer bist du?"

<< Ich bin Fragile, Sweeties Seele >>

...

"Memoriefelder?"

<< Morphogenetische Felder der Zeit >>

"Aha"

<< Schaut, Sweetie kommt selbst zu euch. >>

Eine weiß gekleidete Frau näherte sich der Gruppe. Weiß gekleidet? Sie war völlig von langen weißen Haaren bedeckt. Haare mit einem rötlichen Schimmer in einigen Teilen, mit pechscharzen kleinen Strähnen. Alles wirkte kristallin, transparent, zerbrechlich. Das Weiß dominierte, es machte sie zu einer Schneekönigin. Die schwarzen und die roten Bereiche, irgendwie wirkte Sweetie dort verletzt.

<< Hallo ihr, ich bin Sweetie. Fragile kennt ihr ja schon >>

Fragile: << Ja, Sweetie. Dass du sie gerettet hast, es verwirrt mich, aber es macht mich auch glücklich. Der ganze Todesschmerz, den du in dich aufgenommen hast. Tut das nicht fürchterlich weh? >>

Sweetie: << Es tut weh, der Schmerz ist unendlich groß. Als unendliches Wesen kann ich es aushalten und ich muss es tun, sonst schaffe ich Paradoxien die niemand mehr reparieren kann. Dich zu verlieren, es hätte mich getötet >>

Fragile: << Ich? Bin ich so wichtig für dich. Ich bin doch so zerbrechlich und mache dir so viele Probleme ... >>

Sweetie: << Nein, du bist meine Seele. Das Wertvollste was ich habe. Ich hoffe nur, unsere Gäste nehmen an, was wir mit ihnen gemacht haben >>

...

Alena: "Was habt ihr mit uns gemacht."

<< Wir haben euch aus dem Reich des Todes entführt. >>

Herbus: "Das ist doch nichts schlimmes *freu*. Nur, daran können wir uns gar nicht erinnern."

<< Dazu braucht ihr den Todesschmerz. Den habe ich euch genommen. Die Transzendenz ist daher für euch nicht mehr zugänglich >>

Anla: "Das ist doch gar nicht so schlimm, oder?"

<< Nein *grins*. Was uns Sorgen macht, die Vereinigung eurer Seelen mit Arianne ist nicht mehr möglich, da wir ihre Ebene verlassen haben. >>

Otto: "Och, dafür haben wir doch euch *freu*"

<< Wenn ihr das alle so seht, es macht uns glücklich :-)) Seht, wenn ich euch nicht dort heraus geholt hätte, Fragile wäre zerbrochen. Sie liebt euch doch so sehr. Alle ihre Statuen hatten bereits Risse bekommen. Das Entführen aus dem Hades, es verstößt gegen die Gesetze der Arianne, die die Grenzen zwischen Leben und Tod nicht verwischen will. Das Leben ist für sie Existenz, der Tod nicht >>

...

Otto: "Und bei dir?"

Sweetie: << Bei mir verwischen sich die Grenzen. Ich bin lebendig und tot. Bei Fragile ist das anders, sie lebt. Wenn sie sterben sollte, kann ich den Tod in mir nicht mehr aufhalten. Es wäre dann wie das Kollabieren zu einem Schwarzen Loch >>

...

Anna: "Und was gibst du Fragile?"

Sweetie: << Ich beschütze sie vor allen äußeren Dingen, die ihren Tod verursachen könnten. Ich gebe ihr die Unsterblichkeit und meine Liebe, ich liebe sie doch so sehr. >>

Abbas: "Dann seid ihr beide ein Liebespaar, so wie wir?"

Fragile: << Ja, das sind wir. Obwohl, danach fragt man nicht, eigentlich nicht. >>

Sweetie sagte nichts dazu, aber sie lächelte so sanft und wunderschön in sich hinein, dass es eine Freude war, sie anzuschauen. Alle konnten sehen, wie sehr sie diese Aussage von Fragile berührt hatte.

...

Elisa: "Sweetie, du bist ja eine Schrödingers Katze. Und die soll es gerade nicht geben!"

Sweetie: << Arianne wollte es bestimmt nicht, aber die Dinge haben sich so entwickelt. Wenn sie mich damals nicht fast vernichtet hätten, ich hätte vielleicht bereits meine eigene Ebene, aber so, ich war so froh, dass Arianne mich aufgenommen hatte. Und nun, nun flüchte ich vor ihr. >>

Sweetie sah mit einem mal ganz traurig aus.
Fragile nahm sie ganz sanft in die Arme und streichelte sie.

...

Das Tor zur toten Ebene.

Ein riesiges schwarzes Gespenst schob dort Wache.

<< Was ist euer Begehr? >>

Sweetie: << Wir bitten um Einlass >>

Gespenst: << Der Zugang zur toten Ebene ist nur den Toten gestattet. Zeigt, dass ihr tot seid >>

Damit hatte Sweetie keine Probleme. Das Gespenst gab den Weg frei.

...

Im Innern der Toten Ebene. Hier sollte sich doch etwas verändert haben?
Sweetie lauschte in den Pararaum hinein.

Ja, es gab hier viele tote Seelen. Aber sie schienen sich um diesen Ort zu konzentrieren. Es war ja auch der Weg des ehemaligen Todes gewesen, den sie gegangen waren.
Die Bezeichnung Ort ist eher etwas bescheiden, dahinter standen mehrere Unendlichkeiten.

Aber was kam dahinter? Das konnte doch nicht alles gewesen sein?

Sweetie rief es hinein, in die Unendlichkeit.

<< Jasmina, Janina, wo seid ihr? >>

Die Umgebung veränderte sich. Ein Riss bildete sich im Vakuum. Dann erschien eine Ungestalt. Sie sah aus wie etwas, das sich formen wollte, es aber noch nicht geschafft hatte. Die Form konnte man nur erraten, sie schien auch noch variabel zu sein. Besser man schaute nicht so genau hin.

Ungestalt: << Die Ebene läd euch ein. Ich bin der Fährmann durch das Innere >>

...

Der Flug durch die Unendlichkeiten des Inneren. Wohin sollte die Reise gehen?
...

Sweety und Fragile


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