Arianne 190 - Paranormale Energie - <<Home>> nächste Seite =>

Das Wasser der Sinnlichkeit

Eine Gruppe fröhlicher junger Menschen beim Baden in einem See. Ein besonderes Gewässer, sie nannten es das Wasser der Sinnlichkeit.

Sinnlichkeit? Weil sie hier nackt badeten?

Jungen und Mädchen, Teenager, sie spielten miteinander. Alle hatten wunderschöne jugendliche Körper und diamantengleiche lange Haare. Sie verstanden sich als Indianer, verbunden mit der Natur.

Diamantengleiche Haare?

Ja, ihre Haare sahen aus wie Diamanten, wenn die Sonne darauf schien. Selbst die Sonne verneigte sich vor diesem Anblick.
Manchmal leuchteten sie in der Nacht, wenn starke Gefühle den Körper durchfluteten.

Ein atemberaubender Anblick.

Die Jungen und Mädchen hatten volle und lange Haare, in die sie sich einwickeln konnten.
Die Haare wisperten ein wenig, wenn man genau hinhörte. Es machte ihnen keine Angst. Die Haare erzählten ihnen dann von der Schönheit der Welt, von der Herrlichkeit des Lebens.

Manchmal geschahen auch eigentümliche Dinge, wenn der Wunsch eines Gedanken eine Tat unmittelbar folgen lies ...

So war an einem Tag plötzlich reichlich Nahrung vorhanden gewesen, ohne dass jemand danach gesucht hätte. Dann war da noch die Geschichte mit dem angriffslustigen Bär, er verschwand einfach, als hätte es ihn nie gegeben.

Sie waren glücklich mit sich und ihrer Welt, fühlten sich von den Haaren beschützt und beschützten ihre Haare.

Die Haare müssen beschützt werden?

Anpassung an die Zivilisation der Fremden. Manche im Stamm forderten das Abschneiden der Haare. Vielleicht war es besser ohne die Haare zu leben, da sie Neid hervorriefen.

Dazu kommen wir noch.

Das Schöne an einem Ort ... Es gibt imer wieder andere, die es für sich haben wollen.
Der Planet, er gehört ihnen nicht allein.

Die Fremden. Sie hatten ihre eigenen Siedlungen gebaut und sie breiteten sich immer weiter aus. Sie verstanden sich als zivilisierte Wesen und sahen die Indianer als Wilde.
Aber was taten sie? Sie brachten die Indianer um, schlachteten sie wie Vieh. Schlugen ihnen die Hände und Füße ab, hängten sie in Gruppen auf, verbrannten sie.

Das sollte die Zivilisation sein? Und der Gott dahinter, ein Gott der Liebe?

Die Haare der Indianer, sie wollten sie für sich haben und so wurden sie zu Skalpjägern, angezogen wie die Wilderer vom Elfenbein der Elefanten.

Skalpjäger?

Er reichte ihnen nicht, die Haare abzuschneiden, sie wollten sie mit den Wurzeln haben, mit der Kopfhaut. Damit der Glanz erhalten blieb. Etwas, was überhaupt nicht funktionierte, aber es kümmerte sie nicht.

Wenn sie es nicht haben konnten, dann die anderen auch nicht.

Manchen machte es auch Spaß, Menschen zu töten, die ihr Leben liebten. Sie kannten ja kaum etwas anderes als Agression und Gewalt, Kampf um das bisschen Leben, das sie hatten. Und wenn sich so ein wehrloser Haufen anbot? Nur der Starke sollte das Recht auf Leben einfordern. Er setzt sich am Ende durch und er beherrscht die Welt.

Es war auch die Gier nach dem Land, in dem die Indianer lebten. Alles Störende musste beseitigt werden. Vielleicht würde man einige der Wilden in Käfigen halten. Dann konnte man sie angucken, wie Papageien. Oder sie als Sexsklaven halten. Dazu würde man zuvor deren Geschlechtsorgane beschneiden, abschneiden oder wegoperieren. Eine Sexsklave durfte keine eigene Lust empfinden, er hatte gefügig zu sein. Es reichte ja, wenn der Körper einen lustvollen Abnblick für denjenigen bot, der ihn benutzen wollte.

Warum nicht gleich Sex mit den Affen im Wald?

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Die Jungen und Mächen waren nackt und sie empfanden keine Scham dabei. Die Haare verdeckten ja fast alles und wenn sie gemeinsam darunter krochen, was hatte dies die Außenwelt zu kümmern?

Sie liebten ihre Körper, das zärtliche Streicheln der Anderen und das Gestreicheltwerden. Stundenlang konnten sie so miteinander verweilen.

Studenlang? Waren sie nicht schon einmal 3 Wochen abwesend gewesen?

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...

Da waren sie schon.

Ein Gruppe von Reitern näherte sich.

Die Gruppe im See sah die Reiter nicht kommen. Die Schüsse aus den Gewehren würden ihre Leiber zerfetzen. Wenn sie dann wehrlos herumlagen, würde man ihnen die Skalps abschneiden.
Oft geschah dies bei lebendigem Leibe, was kümmerte das die Jäger. Die schwer verletzen Indianer lies man einfach liegen, nachdem man ihnen vorher noch die Gliedmaßen zertrümmert hatte.

Wozu gab es sonst Steine?
Sterben würden sie schon von selbst.

So hatten sie es bereits dutzende male getan.

Wo war da noch ein Unterschied zwischen dem Schlachten eines Schweines und dem eines Menschen?

Sie sahen es nicht. Auch nicht, dass jemand diese Frage stellen könnte. Beschränktheit im Geiste. Sind einem da die Tiere nicht lieber?
Erst wenn alle Indianer verschwunden waren, war das Land endlich frei. So sahen es diejenegen, die für die Skalps bezahlten. Manchmnal schmückten sich auch deren Frauen mit den Haaren junger Indianermädchen, gerade dann, wenn der eigene Putz nicht mehr ausreichte.

Warum gab es eigentlich unter den Reichen so viele häßliche Wesen und warum waren die Wilden so schön?
Es gab niemanden, der diese Frage stellte.

Manchen ging es auch nur um die paar lumpige Dollar, für die Skalps, andere Interessen hatten sie nicht. Wie auch immer. Sie hatten keine Gefühl für die Menschen, die sie jetzt um ihr Lebensglück betrügen wollten.

Das Dorf, aus dem die Gruppe stammte, hatten sie bereits niedergebrannt. Dort gab es keine lebende Seele mehr. War es daher nicht auch ein Akt der Barmherzigkeit, den Weisen ihr schweres Schicksal abzunehmen?

Zynismus, wie auch immer gedacht. Die Räuber und Mörder legen sich ihre Motive zurecht.

Aber war das hier nicht vielleicht der falsche Ort?
Sie wussten, dass dies ein Heiligtum der Indianer war. Die Indianer nannten es das Wasser der Sinnlichkeit. Was sollte das bedeuten? Es würde zu einem Wasser des Blutes werden. Wen kümmerte das schon.

...

Schüsse aus den Gewehren. Die Kugeln suchten sich ihren Weg und dann ...

Wasserfontänen bildeten sich aus dem Nichts. Wie Federn fingen sie die Kugeln auf.

Die Reiter blieben am Rand des Gewässers stehen. So etwas hatten sie noch nie gesehen. Waren das vielleicht Hexen, die verbrannt werden mussten? Aber wer von ihnen hatte jemals eine echte Hexe gesehen?

Warum ritten sie nicht einfach fort, wohl wissend, hier gab es für sie nichts zu holen. Wer morden will, erkennt die Gefahr nicht mehr? Ja, meistens morden sie ja diejenigen, von denen sie nichts zu befürchten haben.

Es ist mitunter auch wichtig, Angst zu haben, wenn man überleben will.

Nein, sie gingen nicht. Sie zückten ihre Macheten. Dann würden sie die nackten Körper eben damit in Stücke hauen. Die anderen hatten sich ja auch umbringen lassen. Sie wollten das Blut sehen, das Blut der jungen Menschen.

Mordlust, ja, diese Gruppe war davon besessen. Es machte um so mehr Süaß, wenn sie wussten, dass die Opfer ihre Körper liebten.
Schwache, weibliche Sinnlichkeit. Wie sinnlos das ganze. Nur wer sich mit der Waffe in der Hand behaupten konnte, hatte Anspruch auf ein Leben.

Man musste der Evolution eben ein wenig nachhelfen, damit sie den richtigen Weg beschritt.

Aber war das, was die Evolution an ihnen hervorgebracht hatte, der Anstrengung überhaupt wert gewesen?
Es gab keinen, der diese Frage stellte.

Die Indianer umarmten sich gegenseitig und standen nur still da, auf einer kleinen Insel. Als wenn sie sich so gegenseitig schützen konnten. Sie hatten keine Waffen bei sich, waren völlig nackt.

Das Gewässer war umstellt, wohin sollten sie fliehen?

Tränen liefen die jungen Gesichtern herunter. Sie wollten leben, sie liebten das Leben doch so und nun? Sie umarmten ihre Liebsten ganz fest. Als wenn sie sich dadurch gegenseitig schützen könnten.

Da brach es aus den Fluten hervor.

Ein Monstrum von einem Drachen.

Es fauchte und 10 der Männer verbrannten bei lebendigem Leib zu Asche. Der Rest der 30 Reiter wandte sich in wilder Panik zur Flucht.
Ob sie entkommen konnten? Sie verschwanden hinter einer Staubwolke, die alles verdeckte. Aber hier gab hier auch niemanden, der ihnen eine Träne hinterherweinen würde.

Dann war das Monstrum wieder weg. Es wurde still, ganz still.

Die Jungen und Mädchen bewegten sich nicht, sie verbrachten den Tag auf der Insel, eng umschlungen. Sie wollten nicht mehr voneinander lassen, das Gefühl der Liebe, es war so stark in ihnen drin. Körperliche Liebe, nach der sich die Seele so sehr sehnte.

All dies war nur möglich, weil irgendetwas ihnen geholfen hatte. So gab es nun hier an diesem Ort das Gefühl der Liebe, der Geborgenheit und nicht die Schmerzen und Verzweiflung im Angesicht des nahenden Todes.

Das Gefühl, es war so stark, zu lieben und einfach nur zu lieben.

Dann wurde es dunkel und sie machten sich auf den Heimweg. Sie wussten noch nicht, dass es ihre Heimstatt gar nicht mehr gab.

...

Ein alter Mann erinnerte sich. "Ja, vor mehr als 90 Jahren, wir badeten im Wasser der Sinnlichkeit."

"Aber ist das nicht nur eine Legende?"

"Nein, es hat uns geholfen, gegen eine Horde wilder Skalpjäger. Nur deswegen konnten wir überleben und Zeugnis abgeben von dem, was geschehen war. Sie hatten bereits mehr als 300 Indiander ermordet und wollten uns nun ans Leben. Aber es gibt uns noch. Wir sind die letzten Indiander in diesem Land."

"Es ist schon irgendwie etwas Geheimnisvolles um euch herum. Daher kommt auch die Scheu, die andere einen Bogen um euch machen lässt. Und eure Haare, die ihr um euch herum gewickelt habt, die müssen ja meterlang sein. Aber warum versteckt ihr sie?"

"Die Haare, sie können im Dunkeln und in der Sonne leuchten wie Diamanten und das kann Neid erzeugen. Wir sind dankbar für das Leben, das wir haben. Aber der Schmerz um die anderen, er hat sehr sehr weh getan. Wir haben viele Jahre getrauert und waren doch immer in Liebe miteinander verbunden. Da dies alles gleichzeitig geschah, wir wissen nicht, warum es uns nicht in Stücke zerrissen hat."

"Ihr lebt alle noch, und ihr seid um die 110 Jahre alt. Das kann doch kein Zufall sein."

"Wir haben einen Namen gefunden, für das, was uns geholfen hat, er wurde uns zugeflüstert. Wir nennen es paranormale Energie."

"Paranormale Energie? Warum habt ihr euch nicht damit verteidigt?"

"Wenn wir sie für unsere Verteidigung hätten nutzen können, wären viele schlimme Dinge niemals passiert. Aber sie ist nicht berechenbar, wir können sie nicht haben, wenn wir es wollen, wenn wir sie brauchen. Nicht einmal, wenn wir um unser Leben fürchten müssen. Sie schlägt zu, ohne dass wir wissen, warum und wann sie das tut. Das Entscheide ist aber noch etwas ganz anderes, sie ist nicht defensiv."

...

8000 Jahre später. Die aggressiven Zivilisationen waren zugrunde gegangen. Die Indianer hatten ihren Platz eingenommen. Überall gab es kleine Siedlungen.
Das Wissen um das Vergangene, es ging nicht verloren und es gelangte so in die Hand von Mächtigen, die nichts anderes anstrebten als noch viel mächtiger werden zu wollen.

Dabei beherrschten sie bereits mehrere Galaxien.

300000 schwere Kampfschiffe waren in das Sonnensystem eingedrungen. Sie folgten einem Hinweis. Hier musste es paranormale Energie geben, die nur darauf wartete, abgeschöpft zu werden.

Der Planet war bewohnt. Das konnte man ja ändern. Wer nicht mehr existierte, hatte auch keine Rechte einzufordern.
Sie bombrdierten die Oberfläche und löschten eine Siedlung nach der anderen aus ...

...

Der Planet brannte. Überall war Feuer und Rauch. Abertos musste husten. Warum half ihnen das Wasser der Sinnlichkeit nicht in dieser Stunde der Bedrohung? Er musste weinen und sackte in sich zusammen, lag auf der Erde. Die Tränen rannten sein Gesicht hinunter und bildete eine kleine Pfütze.

Er war nicht der Einzige am See, der weinte.
So viele Tränen. Sie fanden ihren Weg in das Wasser des Sees.

Nur noch ein paar Stunden, dann gab es hier nichts mehr.

Der Gegenschlag erfolgte ohne jede Vorwarnung.
Eine Kugelwelle der Zerstörung. Die Raumschiffe explodierten zu tausenden. Nachdem sie durchgelaufen war, gab es nur noch Trümmer, kein einziges funktionsfähiges Raumschiff mehr.

So viel Explosionen auf so engem Raum?

Ja. die Sonne wurde instabil, explodierte zur Supernova.
Die Front des Feuers rast auf den brennenden Planeten zu und verschlang dabei alles, was von der Raumflotte noch übrig geblieben war ... und dann ... die Energie zuckte zurück.

Eine Umkehrung der Zeit?

Nein, die Sonne bildete sich neu. Das Feuer auf der Erde erlosch und wie durch ein Wunder wuchs neues Grün aus der Asche. Nur die Toten, die konnte man nur noch beweinen.

...

Es wurde still, ganz still, als wenn nie etwas geschehen wäre.

Albertos saß am Ufer des Sees. Er schaute in das Wasser. Einige Millionen Indianer hatten überlebt. Er wusste es einfach. Er wusste auch, was dort draußen im All geschehen war. Nur, die Größe hinter all dem, sie war so klein gegen seinen Schmerz. Die Trauer um all die Toten.

Er weinte sich fast die Seele aus dem Leib.

...

Eine Lichterscheinung bildete sich. Sie verdichtete sich, bildete Formen, eine wunderschöne Zauberfee enstand aus dem Nichts.

<< Hab keine Angst. Ich schaue nur und ich suche  >>

Albertos spürte die spirituelle Ausstrahlung des Wesens. Sie war gigantisch und sie wirkte unendlich beruhigend auf ihn. Er vergaß seinen Schmerz für einen Moment, wischte sich die Tränen aus den Augen.

"Wer bist du, schönes Wesen?"

<< Ich bin Arianne, das spirituelle Bewusstsein der Existenz >>

"Arianne, bist du unser Gott? Wenn du zu uns kommst, wir sind doch so bedeutungslos, dann suchst du das Wasser der Sinnlichkeit, es ist direkt vor dir."

...

Arianne bewegte sich auf ihn zu, streichelte sanft seine Wangen.

<< Ihr seid nicht bedeutungslos. Glaube das nicht. Ihr seid das Wichtigste und Schönste, was die Existenz hervorgebracht hat, ich liebe euch. >>

Dann lies sie wieder von ihm ab.

Plötzlich verändert sich die Umgebung. Blumen wuchsen aus der Erde, im Wasser, überall. Ein Meer von Blumen. Sie verneigten sich in Richtung der Arianne, dann neigten sie sich alle in Richtung des Wassers, es war eine Einladung.

Albertos: "Es freut sich, es läd dich ein!"

Fassungsalos starrte er auf das, was hier geschah. Nie hatte sich das Wasser der Sinnlichkeit so direkt an jemanden gewand. Dass es so sensibel sein konnte!

<< Die paranormale Energie, sie läd mich ein, darin zu baden >>

Albertos bekam mit einem mal Angst um Arianne.

"Arianne, es ist so mächtig, ich habe Angst um dich. Wenn es dich einfach verschluckt. Du bist doch so schön."

Arianne lächelte ihn an.

<< Du hast wirklich Angst um mich. Nein, es tut mir nichts. Ich will es berühren und es will mich berühren. Nur ein flüchtiger Augenblick in der Ewigkeit. >>

Dann ging sie ins Wasser und verschwand darin.

Albertos spürte, wie die Energie durch Arianne hindurchging. Wie war das möglich?

<< Du bist ein Teil der Existenz, darum nímmst du jetzt daran teil >>

Das Wesen der Existenz. Albertos begriff mit einem mal, wen er vor sich gehabt hatte.
...

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