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Ein verlorenes Wesen der Unendlichkeit
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Opsy, ein Wesen der zweiten Stufe der Unendlichkeit. Sie hatte etwas verloren, etwas, das für ein Wesen ihrer Art lebenswichtig war. Die paranormale Energie.

Wie kann man die denn verlieren?

Man kann alles verlieren.
Die paranormale Energie, sie ermöglicht die Konstruktion von materiellen und spirituellen Welten aus den Gedanken heraus. Sie ist einfach da, in den Wesen der höheren Unendlichkeiten, so als wäre es selbstverständlich.  Aber dem ist nicht so. Es gibt keine untrennbare Verbindung zwischen diesen Wesen und der paranormalen Energie.
...

Opsy musste sich verstecken. Sie war so wehrlos, wehrlos gegen alles, was ihr mit paranormaler Energie gegenübertreten konnte. Selbst ein klitzekleiner Telekinet konnte sie festnageln, zur Bewegungsunfähigkeit verdammen. Ein Telepath konnte ihr die Seele aus dem Leib reißen.

Leib?

Okay, sie ist immaterial. Ihre Lebensenergie wird durch ein spirituelles Energie-Frame zusammengehalten, das Eigenstabilität erlangt hat. Das Äquivalent zur Körperlichkeit für ein Geistwesen. Und dieses Äquivalent ist noch viel leichter angreifbar, als ein lebender Körper.

Ohne den Schutz durch die paranormale Energie war sie ein gefundenes Fressen für andere, die nach einem hilflosen Wesen suchten, um sich selbst daran bereichern zu können.

Oder eine willkommene Mahlzeit für Raubtierentitäten, die sie einfach nur fressen wollten.

Wesen wie sie, sie waren zum Tode verurteilt. Jede Kommunikation mit einem unendlichen Wesen konnte tödlich für sie sein. Allein die Berührung mit einem Gedanken, der ihr telepathisch vermittelt wurde, konnte sie töten. Der Verlust der paranormalen Energie, er hat eine große Wunde hinterlassen, die sehr fragil war. Diese Wunde war empfänglich für das Paranormale, nur, es konnte ihr ein Loch reißen, durch dass ihre Lebensenergie verströmen würde.

So versteckte sie sich als materialisiertes Energiequant auf den Welten der Existenz.

Wie kann sie denn materialisieren, wenn sie immateriell ist?

Sie hat auch potentielle elektromagnetische Energie in sich drin. Die Energie, über die sie materielle Gestalt annehmen kann.

Aber dann ist sie doch gar nicht immateriell?

Doch, denn sie hat keinen stabilen Körper. Ihre materielle Existenz muss jedesmal von neuem geschaffen werden. Im Gegensatz dazu sind die Janines körperliche Wesen.

Und wenn sie expandieren, als quantenmechanische Wellenfunktion?

Es gibt einen topologischen Zusammenhang ihrer Körperlichkeit in dieser Existenzform. Janines sind gefüllt mit paranormaler Energie. Daher haben sie keine Probleme, diesen Zusammenhang aufrecht zu erhalten. Auch in ihrer immateriellen Existenzform.

Und wenn eine Janine von dieser Energieform verlassen wird?

Janines sind Kinder der Arianne. Das sollte als Antwort genügen.
...

Was ist nun mit Opsy? Expandieren konnte sie noch, in eine unendlich ausgedehnte Wellenfunktion. Damit war auch jeder Raum-Zeit-Punkt für sie erreichbar. Nur, wenn sie dabei mit einem anderen unendlichen Wesen interferieren würde, es wäre ihr Tod.

Das andere Wesen würde sie wie ein Informationsquant einfach nur absorbieren. Das kann sogar unbeabsichtigt geschehen.

Ja, sie war jetzt nicht mehr als ein Photon. Ein Photon von hochgradig komplexer Gestalt, aber sie unterlag den Gesetzen der Absorption. All ihr Wissen konnte in Wärmeenergie transformiert werden, sollte sie durch Materie absorbiert werden.

Wärmemenergie? Wie groß war denn ihr Energieäquivalent dazu?

Nun, nicht mehr als die Masse, die sie in ihrer quantisierten Gestalt angenommen hat. Und das waren vielleicht 65 Kilogramm. Die in Wärmenergie zerstrahlt, einen Planeten konnte das schon zerreißen.

Das gilt für die Normalmaterie, wenn sie sich zerstrahlt. Aber innen drin, es gibt da noch größere Potentiale der Energie. Es sind andere Energieformen vorhanden, aus denen sich die Struktur der Materie ergibt. Dicht gepackte Bosonen, die nach außen nicht sichtbar werden.

Wenn sie die Gestalt von Fermionen annehmen sollten, führt das zu einer Inflation der Raum-Zeit, in der sie sich gerade befindet. Man sollte da schon eher in Größenordnungen denken, die den Urknall eines Universums umfassen.

Und das Spirituelle?

Sie ist voller spiritueller Energie. Das ist ihr Leben. Und ihr ganzes Wissen ist erhalten geblieben, in der Phasenstruktur des Photons, das sie nach außen hin darstellt. Ein anderes Wesen, das sie absorbierten würde, es würde ihr Wissen einfach übernehmen. Aber ein einfaches unendliches Wesen würde diese Zunahme an Wissen nicht verarbeiten können. Es würde einfach zerrissen werden.

Unteilbare Teile würden sich in lauter kleinere unteilbare Teile dividieren. Bis sie im Kontinuum verschwinden.
Das gleiche würde mit einem endlichen paranormal begabten Wesen passieren, wenn es versuchen sollte, sie zu absorbieren.

Wahrscheinlich würde ein solches Wesen sie einsperren und so nach und nach ihr Wissen abzapfen, vielleicht dabei sogar Unsterblichkeit erlangen.

Sollte ihre Energie absorbiert werden, ihre Seele wäre dann frei, aber wie soll eine freie Seele überleben können? Der Körper schützt sie doch, oder, wenn kein Körper mehr da ist, die spirituelle Energie, die das Leben zusammenhält.

So gibt es in ihr verschiedene Formen der Energie.
Elektromagnetische Energie, starke und schwache Wechselwirkung, gravitative Energie, spirituelle Energie, paranormale Energie ...

Die physikalische Materie, sie ist ein Zustand elektromagnetischer Energie. Aber für sich allein ist diese Materie nicht lebensfähig. Es bedarf der anderen Energieformen, um ein Wesen mit einem Eigenbewusstsein zu schaffen.

Sie lebte noch, aber sie war nun ein Nichts, in der kosmischen Hierarchie. Was sollte sie tun?
Ihr ganzes Wissen, es war ihr erhalten geblieben. Tief in ihr drin. So hatte sie auch keine Probleme damit, sich auf den Welten der Existenz zu behaupten, bei  den vielen kleinen endlichen Wesen. Identitätskontrollen waren kein Problem für sie. Ihr Intelligenzquotient war relativ zu den Wesen dieser Welten unendlich groß. Nur, ein paranormal begabtes Wesen würde ihre Abnormalität erkennen und dann war sie verloren.  Sie selbst war nicht mehr in der Lage, andere Wesen dieser Art wahrzunehmen.

Ihr half der Zufall. So viele paranormal begabte Wesen gab es gar nicht. Bisher hatte sie Glück gehabt, aber wie lange noch?
...

Opsy beim Kaffeetrinken. Eine fremde Frau näherte sich ihrem Tisch.

"Hallo, darf ich mich zu dir setzen?"

Sie wirkte sympathisch auf Opsy, eine Bedrohung sah sie nicht.

"Bitte, setz dich."

Nun saßen sich beide gegenüber, schauten sich tief in die Augen. Sie konnten gar nicht mehr voneinander lassen.
Schließlich wurde Opsy dann doch neugierig.

O: "Du bist ein so schönes Wesen. Kannst du mir bitte deinen Namen sagen?"

Die fremde Frau schien ein wenig erschrocken.

"Ja, bitte einen Moment, ich wollte das etwas vorbereiten."

Nun war es an Opsy zu staunen. Eine Alarmglocke meldete sich in ihr. Sie sprach ihre Ängste direkt an.

O: "Du bist ein paranormal begabtes Wesen?"

"Ja, damit hast du Recht."

O: "Was geschieht jetzt mit mir?"

"Nichts. Ich will nichts von dir."

Schweigen.

O: "Was siehst du in mir?"

"Du bist Opsy, ein Wesen der zweiten Stufe der Unendlichkeit. Ich bin eine Janine, verantwortlich für einen Zeitstrom in deinem Kontinuum. Wir haben dich verloren und so lange nach dir gesucht."
Janine hatte plötzlich Tränen in den Augen.

Opsy schaltet um. Ja, das konnte sie noch sehr gut.

"Ich habe meine paranormale Energie verloren. Daher muss ich mich verstecken. Andere würden mich sonst einfach absorbieren. Auch du kannst das, wenn du willst. Dann hättest du das ganze Wissen über mein Kontinuum in dir drin."

Janine schaute sie ganz liebevoll an.

"Nein, das will ich nicht. Du bist auch viel zu groß für mich. Dein ganzes Wissen, es würde meine Grenzen sprengen. Das wäre dann mein Tod. Wir wollen dich zurück haben. Wir sind so einsam ohne dich."

O: "Ich kann nicht zurück. Ich würde das nicht überleben. Was soll ich dort auch ausrichten können? Für mein Wirken brauche ich die paranormale Energie."

"Sie hat dich verlassen. Ich glaube, ich weiß warum."

Opsy schaute sie mit ganz großen Augen an, ein einziges Fragezeichen.

"Du hast immer sehr vorsichtig operiert, stets im Rahmen der Naturgesetze. Die paranormale Energie hat selbst eingegriffen, wenn es ihr zu viel wurde, mehr als nur einmal. Da sie ohnehin alles selbst machen musste ... ich glaube darum hat sie dich verlassen."

Opsy war mit einem mal völlig ratlos.

"Ja, das stimmt. Ich habe nicht eingegriffen, auch wenn es meiner Seele sehr weh getan hat. Aber ist es denn falsch, mit den Gesetzen der Arianne zu leben? Ich liebe sie doch so, achte sie, versuche ihren Willen umzusetzen, und nun werde ich dafür bestraft?"

Opsy schaute ganz traurig. Eine erste Träne bahnte sich ihren Weg. Da fehlte nicht mehr viel und sie würde sich ganz in ihren Tränen verlieren.

Janine umarmte sie spontan.

J: "Opsy, vielleicht wird die paranormale Energie nicht von Arianne kontrolliert. Dabei ist sie immananenter Bestandteil aller unendlicher Wesen. Es gibt sie aber auch isoliert, an Materie gebunden oder einfach nur als Energieblase. Manchmal schlägt sie zu, ohne dass man genau weiß, warum gerade hier und nicht anderswo. Sie wirkt in Ariannes Existenz, auf die lebenden Wesen, nicht in der Transzendenz. Vielleicht ist sie dann so etwas wie eine Art Gegenkraft gegen Mordlust, grenzenlose Machtgier, so wie die Vakuumfluktuationen gegen die unendliche Monotonie."

Opsy hatte sich wieder gefangen.

O: "Vielleicht hast du Recht. Als Wesen, ausgestattet mit unendlicher Macht müssen wir auch auf unsere eigene Seele hören. Es ist aber sehr schwierig, das von Fall zu Fall selbst entscheiden zu wollen. Es kann auch falsch sein und Ariannes Zorn hervorrufen. ich möchte nicht, dass sie wütend auf mich ist."

J: "Das Riskiko gehen wir alle ein."

O: "Ihr geht das Risiko ein? Dann operiert ihr gegen die Naturgesetze?"

J: "Manchmal, wenn unser Gefühl nicht anders kann. Die Wächter der Naturgesetze haben schon einige von uns zur Verantwortung ziehen wollen. Arianne hat das abgeschmettert. Sie gibt uns die Freiheit, es selbst zu entscheiden."

O: "Das habe ich gar nicht gewusst. Ich dachte, alles läuft im Rahmen der Gesetze und gerade die Janines sind ihre Gralshüter."

J: "Eine Janine ist auch nicht immer so, wie die Theorie sie sieht. Wir können sogar kämpfen, wenn es sein muss. Ups. Es muss sein. 5 Parasiten sind gerade materialisiert."

Parasiten? Wesen der zweiten Stufe, die sich auf Kosten anderer zu bereichern versuchen.

<< Was haben wir denn hier? Eine Janine? Sonst lauft ihr doch immer gleich weg. Du kannst immer noch laufen, wir halten dich nicht. >>

Ploppp

Noch eine Materialisation. Eine Frau. Sie hielt sich im Hintergrund.

Nein, Janine konnte nicht weglaufen. Sie musste ihre Opsy beschützen. Aber gegen Wesen der zweiten Stufe? Und dann gleich 5? Sie hat doch überhaupt keine Chance. Da gúcken wir doch lieber, was hinter dieser fremden Frau steckt, die sich dort im Hintergrund aufhält ...

Janine hat keine Chance? Das mag sein, wenn sie alleine ist. Aber sie ist nicht allein.

<?>

Ihr Zeitwesen. Die Parasiten bewegen sich im Raum-Zeit-Kontinuum der Janine, das von ihrem Zeitwesen gestaltet wird.

Na, das kann ja lustig werden.

...

Janine hatte gekämpft und gewonnen. Die 5 Parasiten waren aus dem Raum-Zeit-Kontinuum der Opsy hinaus geschleudert worden. Ob sie es überlebt hatten? Janine wusste es nicht. Und wenn schon, sie würden sich nie wieder mit einer Janine anlegen.

Die fremde Frau im Hintergrund?

Sie verschwand einfach wieder.

Janine: "Das war ein schwerer Kampf, aber wir haben gewonnen. Ach ja, ich darf es dir nicht paranormal vermitteln. Aber ich kann es dir in Bildern zeigen. Sieh diese Hologramme."
...

Opsy: "Janine! Dass du so kämpfen kannst. Ich selbst hätte mit einem einzigen Parasiten massive Probleme gehabt, selbst im Vollbesitz meiner paranormalen Energie."

J: "Das Kämpfen ist nicht meine Natur. Es tut mir sehr sehr weh und mein Zeitwesen, es hat sich verkrochen, ich spüre es gar nicht mehr."

Nun war es an Janine, zu weinen.

O: "Was ist mir deinem Zeitwesen? Hat es Schaden genommen?"

"J: Es ist krank. Es hat Dinge tun müssen, die es nie tun wollte. Hypermonster aus der Vergangenheit in die Gegenwart geschleudert, Zeitstrings zu Singularitäten verwickelt, Raumflotten und Basen der Parasiten zerstört, alles sehr destruktive Dinge..."

Ploopp

Die fremde Frau war wieder da.

<< Hallo, ich bin die Muse. Dein Zeitwesen ist krank. Erlaubst du mir, dass ich nach ihm sehe? >>

Janine nickte schwach.
...

Muse: << Es ist sehr sehr krank. Ich werde euch mitnehmen, in Ariannes Heimat. Die Qualle wird mich hereinlassen, mich kennt sie ja schon und Arianne hat mir einen Pass mitgegeben.
Ich werde euch in Sensities Galaxis bringen >>
...

Janines Zeitwesen. Nein, man sollte ein solches Wesen nicht in Vernichtungskämpfe verwickeln.
Die drei nun in Sensities Galaxis. Das große schwarze Loch im Zentrum der Galaxis leuchtete in allen Farben des Spektrums. Sensity war da *freu*.

Aber Sensity war ein sehr flüchtiges Wesen, würde sie nicht einfach verschwinden?
Die Muse verspürte Angst in sich, Angst um die Janine und ihr Zeitwesen.

<< Nein, ich werde nicht verschwinden. Kommt zu meinem Haus. >>

Alle spürte die spirituelle Ausstrahlung der Sensity. Unendlich große Freude durchströmte die unendlichen Wesen.
...

<< Janine, ich werde dich in die Obhut von Bluewhite geben. Sie hat Kontakt zu den Liebenden der Ewigkeit. Sie werden dir helfen >>

Dann wandte sie sich an Opsy.

<< Opsy, du armes Wesen. Die paranormale Energie kann ich dir nicht zurückgeben, ich bin davon unabhängig und ich wechselwirke nicht mit ihr. Sie ist offensiv, ich bin defensiv, das passt nicht zusammen.

Aber ich sehe, du musst beschützt werden. Dein Status ist sehr fragil und ich möchte, dass du lebst. Auch ohne die paranormale Energie kannst du sehr viel bewirken. Ich gebe dir eine Kugel der Heimat mit, es ist ein kleines Schneckenhaus, in das du dich flüchten kannst. Es ist ultimativ, unzerstörbar für Wesen der Existenz. Und ich gebe dir eine kleine Fairy mit, es ist eine Arianne-Fairy. Sie heißt Rosalinde.

Sie ist defensiv und sie hat paranormale Energie in sich drin, es ist die einzige ihrer Art. Wir haben sie gemeinsam geschaffen, Arianne und ich. Ihre Energie kann nicht dazu benutzt werden, um Welten zu konstruieren oder um Kriege zu gewinnen. Rosalinde wird dich gegen paranormale Gefahren beschützen, und auch gegen alle anderen Gefahren, die dein Leben gefährden. Ihre Heimstatt ist das kleine Schneckenhaus. Es ist nur von außen betrachtet klein, dort drinnen hast du so viel Raum wie du nur haben willst. Es kann deine ganze unendliche Wellenfunktion in sich aufnehmen, ohne dass du materialisieren musst. >>

Sensity wandte sich nun an die Muse.

<< Wenn du eingegriffen hättest, wäre Opsy jetzt nicht hier. So ist es gut, wie es geschehen ist. Bitte, liebe Muse, gib uns ein kleines Konzert >>
...

Opsy



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