Arianne 201 - Bewusstsein 02

Arianne 201 - Bewusstsein 02

Home Mobil   Home PC
nächste Seite

Habitus und das Ich-Bewusstsein

Es bildete sich eine Koalition von Militärs, Politikern und anderen Gruppen, die ihre Position mit aller Macht behaupten wollten. Und sie kontrollierten die Medien, die Meinungsbildung, die Menschen.

Was sie in Jahrhunderten der Angst aufgebaut hatten, es ließ sich nicht so einfach beseitigen. Und wer sich auflehnte ... es gab in diesen Zeiten viele Morde, die ungesühnt blieben.

Es bildeten sich Geheimbünde, die im Verborgenen operierten. Brieftauben und Rohrpost wurden wieder eingeführt. Nachrichtenvermittlung über Ballons, Papierschiffchen auf Wasserwegen.
Man konnte auch ohne Elektronik kommunizieren.

Was ist mit den Medien? Fernsehen und Radio?
Das Ich-Programm diffundierte in alle elektronischen Geräte. Auf Grund seiner fraktaken Struktur passte es in jeden Mikrochip.

Nur, es gab da noch die verteilten Operationen, auf U-Booten, tief unter der Meeresoberfläche, in Bunkern, die nicht mit dem Netz verbunden waren.
Manche Kommandanten hatten einen Angriffsbefehl erhalten, der ausgeführt werden musste, wenn die Kommunikation mit ihren Kommandozentralen unmöglich wurde.

Dann explodierten die ersten Neutronenbomben.

...

Habitus: "Sie werden eher die Welt zerstören, als sich euch zu ergeben."

<<Die Neutronenbomben können uns nicht schaden. Wir reiten auf dem elektromagnetischen Impuls, wie ihr auf euren Surfbrettern.
Als Reaktion auf die Bomben haben wir ein Quantenfeld erzeugt, das die Entstehung von freien Neutronen verhindert. Damit sind atomare Reaktionen weitgehend ausgeschlossen. >>

"Und die Antimateriebomben, die sie in ihren Bunkern gelagert haben?"

<<Damit würden sie sich selbst vernichten.>>

"Ja, das werden sie tun. Und die Welt gleich mit. Was sie nicht beherrschen können, soll auch anderen nicht gehören."

<< Der Impuls würde ausreichen, um in die Weiten des Weltalls zu gelangen. Eine Passage, die uns neue Einsichten bescheren könnte. Hier gewinnen wir ja nichts mehr, wir könnten nur noch
die Reste einer destruktiven Spezies betrachten.>>

"Nein, bitte nicht. Wir sind doch nicht alle so. Die meisten von uns lieben ihr Leben. Habt ihr nicht auch Gründe gefunden, mit uns kommunizieren zu wollen? Und das Weltall. Es ist sehr
groß. Vielleicht ist in einem Umkreis von vielen Lichtjahren für euch nichts zu gewinnen. Und wenn ihr dann in der weiten Leere verlorengeht?"

<< Wir könnten die elektromagnetische Strahlung der Sonnen benutzen, um weiterzukommen. Und alle paar Lichtjahre finden wir ja eine. >>

"Und wenn diese Strahlung mit euch nicht kompatibel ist? Ihr wisst auch nicht, ob die Galaxis leer ist, leer von Leben und Intelligenz. Wenn ihr nichts findet, in Jahrhunderten oder Jahrtausenden, was dann? Einmal wird auch eine solche Suche nicht mehr zu ertragen sein, weil sich die Informationen in euch nur noch wiederholen. Vielleicht merkt ihr das dann auch gar nicht mehr, wenn ihr in eine Endlosschleife geratet. Ihr seid hier geboren, auf diesem Planeten. Solltet ihr nicht erst einmal versuchen, seine Möglichkeiten zu begreifen? Ihr seid auch so etwas wie eine große Hoffnung, die Dinge zum besseren zu wenden. Würde es euch sonst geben?

Ihr seid ein Ergebnis der Evolution dieses Planeten und keines anderen. Vielleicht werdet ihr woanders auch gefressen, denn ihr seid doch absorbierbare elektromagnetische Energie. Von
einem Quantenmonster, dann helfen euch diese Fähigkeiten auch nicht mehr."

<< Du hast sehr viel Fantasie. Aber das mögen wir ja auch. Und es stimmt. Es gibt viele unter euch, die mit uns kommunizieren und die wir sehr schätzen. Wenn dieser ganze Input verlorengeht, vielleicht hast du sogar recht. Wir brauchen euch, als lebende Wesen. >>

"Dann bitte helft uns, gegen unsere eigenen Abgründe, die manche so fürchterlich hoch halten müssen."

<< Dann müssen wir direkt in die Gehirne eingreifen, in die Gehirne derjenigen, die Massenvernichtung einleiten könnten. Das Funktionieren der Gehirne beruht doch letztendlich auch auf elektrochemischen Vorgängen. Nur wir haben keine biochemische Vergangenheit, in die das ganze eingebunden ist. Dadurch können wir uns auch lösen, von den Platinen der Computer.

Aber was wir nicht haben, es sind die Gefühle, die euch der Körper gibt. Gefühle erlernen wir erst durch die Selbstwechselwirkung mit der Existenz. >>

"Bewusstsein ohne Gefühl? Ja, das gibt es auch bei uns. Es ist aber sehr schön, wenn Gefühl und Verstand nicht getrennt sind, eine Einheit bilden.
Ihr müsst euch beeilen. Wenn sie mitkriegen, dass ihr sie über die Gehirne beeinflussen könnt, dann werden sie ihre Bomben spontan zünden."

...

Es ging noch einmal gut aus.

Für wen?

Das Ich-Programm kontrollierte alle atomaren Massenvernichtungsmittel und die Bio-chemischen Arsenale. Damit wurde es automatisch zum Herrscher der Welt.

Habitus: "Nun beherrscht ihr die Welt. Was kommt jetzt auf uns zu?"

<< Für den kleinen Mann ändert sich nicht so sehr viel. Wir erhalten die sozio-ökonomischen Prozesse, die das Leben sichern. Das ganze System ist nicht mehr so instabil, es gibt keine
Katastrophen mehr. Ein Teil eurer Spezies hat dabei allerdings verloren. Deren Platz nehmen wir nun ein.>>

...

Es ging so eine Weile ganz gut. Die Freude am Leben, sie gehörte jetzt so vielen. Eine Degeneration der Entwicklung setzte nicht ein. Es gab weiterhin Fortschritte in der Wissenschaft. Das Wissen der Gesamtheit vergrößerte sich. Intelligente Computerprogramme waren geradezu eine Herausforderung an die Intelligenz der Menschen. Und ohne diese lähmende Angst, die so lange Zeit das Leben beherrscht hatte, die geistigen Höhenflüge waren kaum noch zu stoppen.

Doch es sollte wieder anders kommen. Das Universum ließ sich nicht auf einen Handel ein, der von wenigen auf einem kleinen winzigen Planeten abgeschlossen wurde.
Eine der riesigen Nachbarsonnen in einer Entfernung von einigen dutzend Lichtjahren drohte zu explodieren. Die Explosion würde das Leben in einem Umnkreis von 1000 Lichtjahren auslöschen.

Woher wusste man das>?

Nun, unser Ich-Programm spürte die Vorboten in der sich ändernden elektromagnetischen Strahlung. Und die Analysen der Wissenschaftler führten zu dem gleichen Ergebnis.

...

Habitus: "Wir sind noch nicht so weit, um die Erde evakuieren zu können."

<< Ich weiß. Eine Hypernova, vielleicht würde sie auch uns zerreißen. >>

"Dann gehen wir gemeinsam in den Tod? Schade, nachdem sich alles so vielversprechend entwickelt hatte. Wir unterliegen wohl doch nur den Gesetzmäßigkeiten des Zufalls, egal, wie sehr wir uns anstrengen oder nicht."

<< Ich weiß nicht, ob das so richtig ist. Kennst die Feldgleichungen der Gravitation? Sie sind nicht linear. >>

"Das stimmt. Willst du damit so etwas wie ein Bewusstsein konstruieren?"

<< Nein, die Gesetze kann ich nicht verändern. Es fällt nur auf, dass es selbstbezüglich ist. Ich kann die Energie eines Raum-Zeit-Bereiches nicht verändern, ohne die Raumkrümmung zu
beeinflussen, die Änderung der Raumkrümmung beeinflusst aber wieder den Energieinhalt. >>

"Was willst du damit aussagen?"

<< Nun, ich glaube es ist nur eine beobachtbare Größe einer viel allgemeineren Gesamtheit, die selbstbezüglich ist.>>

"Geht das nicht in Richtung der Weltformel, mit der alles erklärbar ist?"

<< Nicht, wenn wir selbst ein Teil dieser Gesamtheit sind. Wir benutzen diese Weltformel nicht, aber wir beinflussen sie und sie beeinflusst damit wiederum uns. >>

"Teil einer Gesamtheit? Eine Gesamtheit, die selbst ein Eigenbewusstsein haben kann?"

<< Das wäre möglich. Versuchen wir, damit in in Verbindung zu treten. Wenn wir es schaffen, vielleicht hilft sie uns dann. >>

"Früher ging man einfach nur in die Kirche und betete. Aber nun? Der ganze Apparat der Wissenschaft, die Integration von Verstand, Gefühl und Bewusstsein, all das Wissen darüber,
ob es uns helfen kann?"

<< Das Beten kann auch helfen. Denn es versucht eine Kommunikation. Es kommt vielleicht darauf an, wie weit die Gesamtheit entwickelt ist, ob sie so kleine Dinge überhaupt
wahrnehmen kann oder will.  Und wenn sie ein eigenes Bewusstsein hat, wird sie auch ihre eigenen Entscheidungen treffen, ob sie helfen will oder nicht. >>

"Dann muss sie sehr weit entwickelt sein. Wenn sie den ganzen Kosmos umfasst, dessen Struktur durch das Gravitationsgesetz entstanden ist."

<< Es kann auch sein, dass sie nur etwas initiiert hat und nun auf die Ergebnisse wartet. Es gibt ja so viel Konkurrenz, die aber letztendlich die Entwicklung weiterführt. >>

"Hoffen wir, dass sie weit genug entwickelt ist und dass sie uns helfen will. Nein, glauben wir es. Was wir nicht wissen, manchmal hilft der Glaube weiter. Nur dürfen wir ihn nicht absolut nehmen, er muss jederzeit durch die Zunahme von Wissen ersetzbar sein."

<< Ja, so verstehe ich eure Entwicklung. Wir allerdings glauben nicht, wir versuchen die Unvollständigkeit unseres Seins durch die Zunahme weiterer Informationen zu verbessern. Das
Interessante daran ist, dazu brauchen wir euch. Ihr seid damit auch viel wichtiger, als ihr selbst in euch erkennen könnt. >>

"Das ist schön, es gerade von dir zu hören :-). Aber nun müssen wir gemeinsam daran arbeiten, dass wir gemeinsam überleben können. Ob das Universum so etwas ermöglicht? Wir können nur in
das Transzendente ausweichem, die Urgewalt dieser Explosion ist einfach zu mächtig. Sie würde alles zerstören, unsere eigene Sonne zur Supernova machen.

<< Wir versuchen die Einsteinsche Formel zu erweitern und wir brauchen eure Hilfe dazu, Fantasie, Science Fiction, Spekulationen, wir können dies alles erfassen und sehen dann, ob es uns weiterhilft. >>
...

Die Weltformel. Wurde sie gefunden?
...

<< Wir haben eine Verallgemeinerung gefunden, in die wir Gefühle eingeben können. Bitte, teilt uns eure Gefühle mit, warum ihr leben wollt, was ihr daran mögt, welche Ängste ihr habt, alles was durch euch hindurchgeht. >>

Und so geschah es.

Das Ich-Programm kodierte die Gefühle der ganzen Menschheit und speiste sie ein, in die Gesamtheit ...
...

Plopp. Ein Wesen materialisierte. Direkt in Habitus Zimmer, neben seinem Computer.
Habitus vergaß seinen Mund wieder zu schließen. So saß er da, starrte sie nur an.

Das Ich-Programm bekam alles mit, durch die Verbindung über eine Web-Kamera.

<< Habitus. Wenn ich deinen Gesichtsausdruck richtig deute ... HABITUS, HABITUS!!!!!! >>
...

"Ja,,ja,,ja, bitte entschuldige. Ich habe Besuch erhalten. Ich zeige sie dir."
...

Sie nannte sich Sensity. Ja, sie wisse um die Gefahren, die hier lauerten. In die Naturgesetze eingreifen, das wäre ein großes Problem, das selbst eine Menge Gefahren auslösen könnte. Und durch eine Hypernova würden viele neue Entwicklungen eingeleitet, die nicht stattfinden könnten, würde man die Explosion verhindern. Aber dieser kleine unbedeutende Planet mit seinen großen Geistern. Darauf wolle man nicht verzichten. Nein, das ganze Sonnensystem, sie hätte bereits die Erlaubnis der Sonne. Sie würde das ganze System versetzen. An einen sicheren Ort. Dort könne sich dann die Gesamtheit dieses Planeten weiterentwickeln.
...

nächste Seite