Arianne 209 - Medusa 03
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Arianne 209 - Medusa 03

Medusa im Dialog mit Arianne. Arianne sieht in ihr eine zukünftige Janine.


Medusa und Arianne

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Medusa im Reich der Arianne. Ein ganzes Universum, voller Liebe und Harmonie.
Woher wusste sie das nur?
Wissen floss ihr zu. Von überall her.

Der Blütenplanet. Ein wenig verloren stand sie auf einer großen Wiese. Wie war sie nur hierhergekommen? Sie erinnerte sich, die Weiße Frau, eine Frage, ob sie Arianne treffen möchte und dann ... Nun war sie hier. Einfach so.

Die Schönheit der ganzen Umgebung, sie war atemberaubend.
Ein Licht, das Gestalt annahm. Dann stand sie vor ihr. Transparent und doch materiell, leuchtend wie ein Diamant und umhüllt von langen roten Haaren, die nirgendwo enden wollten.

<< Hallo, Medusa, es ist so schön, dass du hier bist >>

Medusa wagte es nicht ihr in die Augen zu schauen.

<< Medusa, schau mich bitte an. Du musst keine Angst haben, mir geschieht nichts >>

Die Stimme war so sanft und sie berührte ihre Seele. Streichelte sie. Noch nie hatte sich Medusa so glücklich gefühlt.
Sie öffnete ihre Augen und schaute Arianne an.

"Du bist so schön, alles hier ist so schön, ich kann es gar nicht begreifen. Aber es ist so. Siehst du, ich muss weinen, wegen all dieser Schönheit."

Arianne berührte sie sanft. Trocknete ihre Tränen. Dann küßte sie ihre Augen.

<< So wie du hier die Dinge betrachtest, es kommt aus deinem Innern. Du bist wunderschön, Medusa. Komm, lass uns miteinander reden >>

Eine kleine Kaffeerunde zu zweit.
Medusa fühlte sich geborgen, wie ein lebendes Wesen sich überhaupt nur geborgen fühlen kann.
...

Arianne: << Du möchtest deinen Frieden finden. Ja, ich verstehe dich. Ich habe ein schönes kleines Haus für dich, es wird dir gefallen. Es existiert nur für dich und es wartet auf dich. >>

"Ein Haus, das auf mich wartet? Ist es denn lebendig?"

Arianne: << Ja, das ist es. Alle deine Wünsche können dort Erfüllung finden. >>

"Alle meine Wünsche? Der Gedanke ist wunderschön. Arianne, ich bin verwirrt. Bin ich dann nicht wunschlos und verliere mich einfach, da mich nichts mehr vorantreibt?"

Arianne: << Medusa, ich bewundere deine tiefen Einsichten. Glaube mir, ich weiß, wem ich solche Dinge anbiete. Du brauchst eine Zeit der Ruhe, indem du dich selbst finden kannst, nicht um dein Leben kämpfen musst. Alles, was deine Persönlichkeit ausmacht, es wirft Fragen auf, für die es Antworten geben wird. Wenn du alle Antworten gefunden hast, dann entscheide selbst, was du dann machen möchtest. >>

"Arianne, ich danke dir für das, was du für mich tust. Noch habe ich so viele Fragen in mir drin. Es ist mein Leben und das Leben von anderen, das darin eingebunden ist. Kann ich denn alle meine Fragen beantworten, ohne dass die anderen daran teilhaben?"

<< Du wirst sie treffen und sie werden dir Antworten geben. Bedenke, alles was ist, es ist ein Teil von mir und alles davon kann ich dir vermitteln. Ob es heute, gestern geschah oder ob es übermorgen geschehen wird. Aber ich kann dir nicht alles auf einmal geben, du selbst musst die Fragen stellen und um eine Antwort ringen. Und wenn du deine Ruhe und deinen Frieden finden willst, du wirst beides dort finden. >>

"Arianne, ich möchte dein Angebot so gerne annehmen. Ich sehne mich danach."

<< Sehr gerne. Und ich habe noch ein Angebot für dich. Du kannst die Schule der Janines besuchen. Dort lehrt Alexa den Janines, was sie für ihre Bestimmung benötigen. Die Lektionen währen Jahrhunderttausende, manchmal Jahrmillionen. Selbst das ist nicht viel. Die Aufgaben der Janines umfassen die Unendlichkeit. >>

"Arianne, ich bin doch nur ein sterbliches Wesen. In so großen Zeiträume? Ich bin dann doch gar nicht mehr. Jahrmillionen? Das ist unvorstellbar für mich."

<< Medusa, du hast Berührung mit unendlichen Wesen. Allein das gibt dir bereits das Potential der Unsterblichkeit. Du musst es nur wollen. Der Gedanke daran, lass ihn langsam wachsen.
Nimm dir so viel Zeit, wie du brauchst. Ich gebe sie dir. Wenn du es aber überhaupt nicht willst, dann wird es auch nicht geschehen. Es ist dein Ich, dein Bewusstsein, deine Seele, die die Entscheidung treffen wird. >>

Medusa nahm die Worte in sich auf. Es machte ihr keine Angst, aber sie lechzte auch nicht danach. Die Unsterblichkeit, war sie nicht auch eine Bürde? Als sterbliches Wesen konnte sie sich letztendlich allem entziehen. Als unsterbliches Wesen konnte sie das nicht mehr.

"Arianne, die Weiße Frau sagte mir, das Janines gejagt werden. Warum geschieht das? Hast du nicht die Macht, sie völlig unangreifbar zu machen?"

<< Weißt du, wenn ich das tue, dann schaffe ich eine Kraft, für die es keine Gegenkraft mehr gibt. Die Konsequenzen siehst du nicht, weil sie in einem kleinen Bereich nicht unbedingt sichtbar werden müssen. Aber auf lange Sicht sind sie verheerend. Eine kosmische Expansion, die die ganze Ebene zerreißen würde. Oder ich müsste den Gegenkräften des Lebens auch absolute Macht einräumen. Aber möchtest du einen Teufel mit absoluter Macht? Nein, das will ich nicht. >>

"Ist das auch der Grund, warum du selbst verletzbar bist? >>

<< Ja, auch ich kann sterben. Dadurch werde ich zu einem Teil meiner Existenz. Andernfalls hätte ich selbst keinen Bezug dazu. Es würde dann nur ein einziges Gesetz gelten: alles geschieht, weil ich es will. Aber bin ich denn unfehlbar? Mit meinem eigenen Willen, meinem Bewusstsein, meiner Seele?

Nein, auch ich mache Fehler und die einzige Konsequenz, absolute Fehler zu vermeiden ist die, dass ich selbst nicht absolut werde, in meiner Existenz. >>

"Aber, wenn du alles umfasst, was die Existenz ausmacht und selbst verletzbar bist, wieviel Leiden kommt dann auf dich zu?"

Arianne sagte nichts. Schaute sie nur an. Eine Träne bahnte sich ihren Weg, eine Träne der Arianne.

Es erschütterte Medusa bis ins Innerste ihres Selbst. Sie verstand. Arianne musste sich nicht mitteilen. Und nun weinten beide, still und leise. Und niemand störte sie in diesem Gefühl.
...

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