Arianne 217 - Gody 04
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Eine Reise durch die Unendlichkeit

Gody war nun nicht mehr so ganz allein mit ihren Erinnerungen.

Gody: "Medusa, ich möchte zurück zu meinem Universum. Ich vermisse es so."

Medusa: "Das könnte schwierig sein."

Gody: "Schwierig? Ich gehe den gleichen Weg wieder zurück."

Medusa: "Im Strom der Zeit? Das könnte in die Vergangenheit führen und ... der Zeitstrom verändert sich, er ist nicht statisch. Er kann Inhalte bekommen, interferieren ... Vielleicht ist dein Universum bereits unendlich weit entfernt."

Gody: "Unendlich weit? Aber ich habe mich doch nur eine endliche Strecke fortbewegt."

Medusa: "Es kann zu spontanen Inflationen kommen. Der Zeitstrom ist eine gekrümmte vierdimensionale Raum-Zeit-Mannigfaltigkeit, wabbelig wie ein Pudding und elastisch wie ein Gummiband. Sie kann Verwerfungen bilden, lokal aufreißen oder kollabieren, es kann zu Delta Peaks kommen, die bis in die Unendlichkeit reichen ..."

Gody: "Unendlichkeit innerhalb des Unendlichen?"

Medusa: "Ja, wenn es zu einer Berührung mit dem Kontinuum kommt. Stelle dir unendlich große natürliche Zahlen vor, jede einzelne davon kann eine irrationale Zahl realisieren."

Gody: "Irrationale Zahlen in einem diskreten Zeitstrom? Der besteht doch aus lauter diskreten Zeitquanten."

Medusa: "Aber wie diskret ist das ganze? Es ist deine Sichtweise, du erlebst dich selbst als diskret, als ausgedehnt. Daher diese Einschätzung. Aber bedenke, die Unschärfe im Bereich der kleinen Zeitquanten. Eine diskrete Existenz kann einfach verschwinden. Durch Quantenfluktuationen. Materie lann in den Zeitstrom diffundieren und sich wieder verlieren."

Gody: "Aber ... wenn mein Universum unendlich weit entfernt ist, wie soll ich es dann jemals wiederfinden? Auf die Dauer kann ich ohne mein Universum nicht existieren."

Medusa: "Existenz ... ich verstehe dich. Ich selbst bin ja ein gespiegeltes Bewusstsein ohne eigene Substanz. Eine virtuelle Existenz ... ich weiß es selbst nicht."

Gody: "Nein, so etwas geht bei mir nicht. Ich bin gespalten und ich suche nach meiner Gesamtheit. Wenn ich diese Suche aufgeben muss, dann bin ich nicht mehr."

Medusa: "Wir müssen ein unendliches Wesen finden. Das könnte dir helfen. Aber so, lass uns dein Universum suchen. Vielleicht gibt es ja auch keine so großen Verwerfungen auf dem Weg zurück."

...

Eine kosmische Explosion, ein Urknall. Dort ging es nicht mehr weiter.

Gody: "Der Zeitstrom ist in 4 Dimensionen unendlich ausgedehnt. Umgehen wir diesen Urknall, er reicht doch nicht in die Unendlichkeit."

Medusa: "Wie willst du dann den Pfad zurückfinden? Ein einzelnes Universum in einem unendlich ausgedehnten Zeitstrom? Es verschwindet einfach."

Gody: "Ich schöpfe doch die Unendlichkeit nicht aus. Alles bleibt endlich. Und innerhalb dieses Rahmens, mein Universum kann doch diese Grenzen nicht verlassen haben, oder?"

Medusa: "Nein, für eine spontane Fluktuation ist es zu groß. Aber die Suche danach, es kann Jahrmilliarden dauern."

Gody: "Haben wir denn nicht genug Zeit? Wir verlieren sie ja nicht. Ich habe nur Angst, dass meine Eigenzeit nicht so lange durchhält."

Medusa: "Dann musst du schlafen, für lange Zeit. Ich wache dann und wenn ich etwas finde, ich wecke dich wieder.

Gody: "Und du? Kannst du denn so lange durchhalten?"

Medusa: "Du stabilisierst mich. Auch wenn du schläfst. Nur wenn du schläfst, du würdest dann die Kontrolle über unsere gemeinsame Welt an mich übergeben. Willst du das riskieren? Ich habe keine eigene Substanz, ich könnte versuchen an deine Substanz zu kommen."

Gody: "Was bekommst du dann? Ich glaube, wenn du das tust, dann tötest du mich. Aber dann verliert sich mein Ich, so wie mein Universum einfach aufhören wird zu existieren. Ich bin hier rein spirituell, ohne Materie und Energie. Es gibt für mich nach dem Tod nichts mehr zu finden. Und dass du bösartig bist, mich vernichten willst, ich glaube es nicht. Ein wenig Vertrauen in unsere Freundschaft muss doch auch sein. Niemand kann auf Dauer nur für sich allein sein und ohne dich war ich lange Zeit nur für mich allein. Hätte ich dich nicht gefunden, vielleicht wäre ich bis zu meinem Ende allein geblieben ..."

Beide schauten sich an und ... umarmten sich spontan.
...

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