Arianne 218 - Gody 05
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Ein Ende ohne Schrecken
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Langsam driftete die spirituelle Blase Gody's durch den Zeitstrom. Gody schlief gerade und Medusa wachte über sie beide. Lange Zeit waren sie bereits unterwegs. Gemessen in Jahrmillionen? Oder sogar in Jahrmilliarden? Es gab keine Vergleichsgrößen. Nur der endlose Strom der Zeitquanten. Wenn man die alle zusammenzählen würde ... wieviel davon hatten sie bereits passiert?

Sie bewegten sich vorwärts und rückwärts in der Zeit. Nur seitwärts, das ging nicht. Wenn sie es versuchten, dann gelangten sie immer wieder an ihren Startpunkt zurück.
Und das, obwohl eine seitliche Ausdehnung existierte, ohne irgendwelche wahrnehmbaren Grenzen.

Eingesperrt in einen Zeitstrom, der nur eine Bewegungsrichtung zuließ?
Lieber nicht darüber nachdenken.

Die Zeitquanten wirkten diskret, sie schienen endlich ausgedehnt zu sein. War dies der Raum in der Zeit? Definierte ein Zeitquant dadurch die kleinsten diskreten Einheiten des Raumes?
Das Passieren der Zeitquanten bedeutete damit auch eine Bewegung durch den Raum.

Alle diese kleinen Räume zusammengenommen, was für einen Raum ergab das? In diesem Raum musste irgendwo das gesuchte Universum sein.
So weit die Annahme, damit die Suche nicht völlig sinnlos wurde.

...

Monotonie. Sie drohte sie zu erfassen. Ständige Wiederholung immer des gleichen, das Passieren von Zeitquanten ohne eigene Inhalte. Der Raum darin, er war nicht leer. Es waren aber nur Elementarteilchen, die entstanden und wieder verschwanden. Großräumige Strukturen gab es nicht und auch keine Erinnerungsblasen an etwas dagewesenes.
...

Dann geschah es.

Ein Gespenst erschien in der Blase.
Sie starrten sich an. Das Gespenst und Medusa. Aber war Medusa nicht auch so eine Art Gespenst?
Wenn man sich schon wahrnehmen konnte, warum dann nicht auch miteinander reden? Das ist nicht unbedingt wörtlich zu nehmen. Telepathie reicht dafür ja auch aus.

<< Wer bist du? >>

Schon erstaunlich, wenn sich so völlig fremde Gespenster miteinander verständigen können. Irgendwo muss dann doch eine Gemeinsamkeit sein. Waren sie vielleicht gar nicht so fremd? Gab es einen gemeinsamen Ursprung?

Medusa verstand die Frage. Dann würde ihre Antwort wohl auch ankommen.

<< Medusa >>

Das beantwortete die Frage, aber nicht das Verständnis.

<< Medusa? Kenne ich nicht. >>

<< Gespenster kenne ich auch nicht. >>

Schweigen.

G: << Wir sind auf der Suche. Alles ist mit einem mal so unbeweglich geworden. Die Zeit steht still und jede Form von Materie und Energie ist statisch geworden, bis hinunter zu den Elementarteilchen. Dass so etwas überhaupt möglich ist! Eigentlich müsste die Unschärfe von Ort und Impuls die Statik der Materie sprengen. Aber nichts geschieht. >>

M: << Und die Unschärfe in der Zeit? Wenn die Zeit still steht, reicht die Unschärfe in beide Richtungen, Vergangenheit und Zukunft? >>

G: << Wenn es nur das wäre. Die Zeit hat viele Dimensionen und nur vier davon bilden unsere Raum-Zeit, in die wir eingebettet sind. Es gibt viele Räume in der Zeit. Die parallelen Welten laufen uns davon. Wir geraten in einen Zustand der Nullpunktsenergie und sind bereits aus dem Raum-Zeit-Kontinuum heraus gar nicht mehr wahrnehmbar. Denn Nullpunktsenergie gibt es nach den Naturgesetzen gar nicht. >>

M: << Das heißt ... wir könnten euch gar nicht finden, wenn wir nach euch suchen würden? >>

G: << Sehr richtig. Aber du, dich haben wir gefunden. Schau, siehst du die Lichter dort draußen? Es sind Billiarden und noch viel mehr. >>

M: << Aber wenn wir euch nicht finden können ... wir reden doch miteinander. >>

G: << Es ist nur eine Illusion, die zu dir spricht. Von mir selbst siehst du nichts. Ich bin irgendwo da drin, in dem statischen Universum. >>

M: << Statisches Universum? >>. Irgendwo klingelte in Medusa eine Alarmglocke.

M: << Nun gut, das ist auch eine Erklärung. Es hängt wohl mit meiner eigenen Besonderheit zusammen, dass ich diese Illusion wahrnehmen kann.>>

Medusa schaute sich um. Zunächst sah sie nichts, aber dann, ein schwaches Blinken, noch eins ... ein Meer von kleinen Lichtern. Wohin sie auch schaute. Es waren so viele, dass sie ein Kontinuum bildeten. Ein schwacher Lichtschein in der unendlichen Schwärze.

Licht, das nicht aus Photonen bestand, physikalisch gar nicht vorhanden war.

M: << Was nehme ich dort nur wahr? >>
...

M: << Ja, ich sehe euch. Seid ihr alle auf der Suche? Aber ... wonach sucht ihr? >>

G: << Wir suchen unsere Gody. Nur, wie sollen wir sie finden? Wir finden sie nicht in der Materie, nicht in der Energie, nicht im Raum und nicht in der Zeit. Es ist fast so, als wenn ein Gespenst sich selbst finden müsste. >>

Medusa schaute das Gespenst an. Gody! Sie suchten nach Gody!
...

<< Gody, wach auf!!! >>

Gody schlief tief und fest. Was sie wohl gerade träumte? Wenn nun dies alles hier nur ein Traum von ihr wäre? Schließlich war sie der Geist eines Universums.
Gody schlug die Augen auf.

<< Medusa ... ich war so weit weg. Du bist so aufgeregt ... >>

Gody schaute sich um.

<< Du bist nicht allein! Ich spüre etwas ... jetzt sehe ich es. Ein Licht, ein Licht, das sein möchte aber nicht kann. Eine Illusion >>

Medusa: << Du erkennst Illusionen? >>

Gody: << Ja, sie gehen den realen Dinge voraus. Manchmal realisieren sie sich, manchmal aber auch nicht. Vielleicht geschieht das dann in einer parallelen Welt. Diese hier, sie wirkt so losgelöst von allem Materiellen ... >>

Medusa: << So wie du. Gody, wir haben es gefunden! >>

G: << ? >>

Medusa: << Dein Universum, wir sind mitten drin. >>
...

Das Gespenst stand still da. << Gody? >>. Es war mehr ein Hauch einer Frage.

Gody: << Ja, ich bin es. >>

Gespenst: << Du bist ... bist wieder da? >>

Gody: << Ja, und ich spüre euch. Du bist nicht allein. Die ganzen Wesen in meinem Universum, sie leben. Ich spüre ihre Illusionen, all das, was nicht stattgefunden hat. Und ich spüre auch das Dunkle in allem. >>

Gespenst: << Das Dunkle, ja, es will uns schlucken. Es ist der Tod. >>

Gody: << Der Tod ... ich spüre ihn. Er umfasst all die Verzweiflung, die nicht geschehen ist und es ist ihm nicht genug. Er will alles haben. Wenn ich die Zeit wieder anstoße, ich weiß nicht, was dann passiert ... >>
...

Gespenst: << Wir alle, wir helfen dir. Wir speichern unsere Illusionen hinein, in die Zeit. >>

Gody: << Und das Dunkle? Darum werde ich mich kümmern. Ich kann es nicht verhindern, aber ich werde es begrenzen. Es kann mich nicht töten, aber es kann mir Schmerzen bereiten. >>

Medusa: << Ich helfe dir. Ich bekämpfe das Dunkle und ich begrenze den Flächenbrand der entsteht, wenn die Zeit sich wieder bewegt. >>

Goda: << Danke Medusa *freu*. Dann lass uns beginnen. Ich integriere mich in das Universum ... >>

"Wartet noch einen Moment!"

Gody: << Was war das? >>

Medusa: << Ich spüre ... ein unendliches Wesen. Es ist ... es ist ... es ist Weepy Princess! Die verantwortliche Entität für unser Kontinuum! >>

WP: << Ihr könnt die Konsequenzen eures Handelns gar nicht abschätzen. Nicht einmal eine Janine wäre dazu in der Lage. Ich kann es und nur ich kann das Dunkle begrenzen, denn ich bin Weepy, ein Wesen des Todes.

Ich werde euch helfen. Gody, versuche nicht die eingefrorene Zeit zu bewegen, ich werde es für dich tun. Nur ein unendliches Wesen der zweiten Stufe kann die Unschärfe in Raum und Zeit kontrollieren. Wenn ihr die Zeit unkonrolliert in Bewegung setzt, sie würde das ganze Universum in einem einzigen Urknall verbrennen und das Dunkle würde alles in sich aufsaugen, was vorher einmal gewesen war.

Auch dich, Gody, und dich, Medusa.

Das Resultat wäre dann ein dunkles Universum, ein Universum des Todes. Aber ich will das nicht.
Nachdem alles wieder in Bewegung ist, Gody, halte niemals wieder die Zeit an! Du musst die Schmerzen deines Universums mittragen, nur dann ist es möglich, das du auch das Schöne immer wieder neu erschaffen kannst. Bedenke, du bist der Geist alldessen, was in diesem Unviersum geschieht. Das umfasst alles, die Freude, das Leid, den Beginn des Lebens und den Tod. Nur die kleinen begrenzten Wesen innerhalb des Universums dürfen dem Leiden ausweichen, wann immer sie es können. Sie können ihm niemals völlig entgehen. Am Ende holt es sie wieder ein. Sie erleben ihre Geburt und ihren Tod. >>

Gody: << Danke, Weepy Princess. Ich habe gelernt, dass ich Grenzen habe, die ich nicht überschreiten darf und dass nicht alles, was ich wahrnehme, aus mir heraus entstanden ist. Ich danke dir für das Leben, das ich habe und für die Möglichkeit, es immer wieder neu beginnen zu können. >>

WP: << Es ist gut so, wie du deinen Teil der Existenz bewältigt hast. Die Wesen des Unendlichen lieben dich. Du bist noch jung, mit 213 universellen Zyklen fast noch ein Baby. Ich werde immer für dich da sein, auch wenn du mich nicht siehst oder spürst. Versuche nicht, mich direkt anzusprechen oder zu erreichen, versuche es immer nur durch dein Handeln. >>

Medusa: << Und was geschieht mit mir? >>

WP: << Du und die anderen Splitter, die Gody in sich aufgenommen hat. Ihr könnt eine eigene Lebensform innerhalb des Universums bilden. Wollt ihr das? Gody wird dann mit euch sein. >>

Medusa: << Ja *freu* >>
...

Weepy_Prinzess



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