Arianne 225 - Sweety 07 - Janina und Jasmina 05

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Ein neues Zuhause

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Sweety hielt ihn fest, den kleinen Impuls. Er gab ihr eine Richtung und ... Ein Wall! Direkt vor ihr. Der Wall des Todes.
Unendlich hoch und unendlich dick. Sie konnte ihn nicht erklimmen, nicht durchstoßen. Davor waren Untiefen, die ihr Angst einflößten. Was sollte sie tun?

Der Impuls, er war doch durch den Wall hindurchgekommen, also war er nicht völlig unpassierbar.
Aber vielleicht nur durchlässig in eine Richtung?

Sie wandte sich direkt an die Ebene.

<< Ebene. Du weißt wer ich bin und was ich will. Bitte, hilf mir. >>

Zunächst geschah nichts. Aber dann. Etwas schien sich zu bewegen. Eine Brücke entstand, eine riesige unendliche Brücke über den Untiefen und den Wall hinauf. War das eine Einladung?

Eine Ungestalt erschien in ihrem Blickfeld. Sie bildete einen Arm aus und winkte ihr zu, zeigte auf die Brücke. Dann verschwand sie wieder.
Die Ebene. Sie hatte sich ihr mitgeteilt. Ja, sie würde über diese Brücke gehen.
...

Sweety wieder bei ihren kleinen Wesen und bei Fragile.

<< Ich ... ich habe sie gefunden >>

"Sweety, wen hast du gefunden?"

<< Janina und Jasmina. Lasst uns über die Brücke gehen. >>

"Eine Brücke?"

<< Eine Brücke über die Unendlichkeit, über alle Untiefen der Ebene hinweg, sie zeigt uns den Weg zum Licht. Hinaus aus der Welt des Todes. Es gibt Leben in der Ebene, dort wollen wir hin. >>

"Das Licht? Was ist das Licht?"

<< Jasmina und Janina. Sie sind das Wesen der Existenz und ihr Wachsen ... es wird die ganze Ebene mit neuem Leben erfüllen. Ich möchte ihnen helfen, mit meinem Kontinuum und all dem Leben dort drin. >>
...

Sweety auf der Brücke. Sie schwebte wenige Meter über den Bohlen. Zu Fuß gehen, nein das musste ja nicht sein. Die Brücke schirmte sie ab, gegen den Sog der Untiefen.

Nur, wenn sie sich weiter so langsam bewegte und die Brücke in die Unendlichkeit reichte ...

Langsam? Verglichen mit der Geschwindigkeit des Lichtes ... sie bewegte sich mit (10 hoch 999) - facher Überlichtgeschwindigkeit.

Warum gerade 10 hoch 999?

Und, als wenn es hier Licht gäbe ... so eine hohe Form der Existenz war  noch gar nicht vorhanden. Es war alles verbrannt.

Ja, das stimmt. Aber ... sie bewegte sich nur mit endlicher Relativ-Geschwindigkeit zu den Bohlen der Brücke. Anstatt 10 hoch 999 kannst du auch sagen 10 hoch N. Mit einer beliebig großen endlichen natürlichen Zahl N. Die Zahl 999 entspricht nur mehr deiner Vorstellungskraft. Und die Lichtgeschwindigkeit ist eine Vergleichsgröße. Gerade mal 3 * (10 hoch 8) Meter pro Sekunde.

Damit konnte sie die Unendlichkeit nicht überwinden. Und diese Ebene, sie war unendlich in allen Richtungen und in allen Dimensionen.
Bedenke, wir bewegen uns auf einer Brücke, mit unbestimmter Breite und unendlicher Länge.
...

Dann traf Sweety eine Eingebung. [[ Expandiere dich hinein, in die Unendlichkeit]].

In die Unendlichkeit? In einer völlig unbekannten Umgebung? Es gab Umgebungen, die jedes Leben einfach auffressen würden. Bereiche der Nichtexistenz, oder der Null. Und wenn es dort irgendwo Singularitäten gab?

[[Die Null, das ist ein Spezialfall von Ariannes Ebene. Geboren aus positiver und negativer Energie. Aber hier? Hier gibt es gar keine Energie mehr. Sie hat sich selbst verbrannt. Nicht einmal Schwarze Löcher gibt es hier, denn dort drin ist ja Energie gefangen.]]

Schwarze Löcher, setzen die nicht eine Raum-Zeit voraus?

[[Und wenn die verbrannt ist?]]
...

Sweety: Mit wem kommunizierte ich hier eigentlich??? Gibt es hier Informationsquanten, die auf meine Fragen ansprechen?

<>

Hatte sie nicht irgendwo den Schatten einer kleinen Fairy gesehen?
...

Ach ja, sie konnte ihren toten Teil ja voranschicken.

Dennoch ... Zweifel ... Angst ... [[Zuversicht]] ... ? ... Ja, sie tat es.
...

Das Ende der Brücke. Sie hatte den Wall des Todes überwunden.
...

Ein Zeitstrom. Ein lebendiger Zeitstrom!!! Sweety fädelte sich dort ein. So wurde sie zu einem Teil davon.
Sie sah Gruppen von Universen, Galaxien, Sonnen, Planeten. Und Leben überall. Sweety wurde ganz warm in ihrem Selbst.

Sie spürte Spiritualität. Janina und Jasmina. Sie waren allgegenwärtig.
Sweety verpürte einen Wunsch. Sie wollte die anderen bei sich haben und schuf hierfür einen lokalen Ich-Bereich. Die anderen, sie berührte sie über den Zusammenhang mit Fragile. Unendlich weit entfernt und mitten drin, im Fahr-Wasser des Todes.

<< Fährmann, wir werden dich jetzt verlassen. Ich habe gefunden, wonach ich gesucht habe. >>

<< Und wenn ich euch nicht gehen lasse? Ach ... die Ebene ruft nach euch. Das ist ein Überrangbefehl. Geht. Ich wünsche euch viel Glück. >>

Das Expandieren in die Unendlichkeit hatte den Zusammenhang mit Fragile nicht gestört. Sweety kontrahierte ihre Wellenstruktur und materialisierte.
...

Auf dem Planeten des Lichts.

Sweety, Fragile und ihre kleinen Wesen. Sie schauten sich an.

"Wo sind wir hier?"

<< Das ist der Heimatplanet von Jasmina und Janina >>

Dann sahen sie die beiden. Ganz in weiß gekleidet. Mit wehenden langen Haaren, die in die Unendlichkeit zu reichen schienen.
Und was für Haare! Sie leuchteten in allen Farben des Spektrums.

Jasmina: "Hallo! Du bist Sweety? Die Ebene hat euch angekündigt. Und ihr kleinen Wesen ... nein Fragile, so klein bist du gar nicht. Menschliche Wesen, hier in der Ebene des Todes? Ihr lebt ... aber ihr seid gezeichnet. Ich verstehe."

<< Hallo Jasmina und Janina. Es ist schön euch zu sehen. Ich bitte euch um die Erlaubnis, hier bleiben zu dürfen. >>

Jasmina: "Du bist ein unendliches Wesen und du bist nicht von hier. Und du bist über den Wall des Todes zu uns gekommen. Dann musst du tot sein ... aber ich spüre, dass du lebst. Was bist du?"

<< Ich bin beides, ich lebe und ich bin tot, aber nicht alles in einem. Die Bereiche sind getrennt. Einst drohten mich kosmische Monster zu zerstören, unendliche Wesen, Freßmonster aus Ariannes Existenz. Sie hatten mich fast vernichtet. Aber Fragile in mir, sie war so stark ... und die Liebe war mit mir. So durfte ich überleben. >>

Jasmina: "Die Liebe? Ja, wir wissen von ihr. Sie hat die Ebene berührt und ihr damit die Chance auf einen Neubeginn gegeben. Wenn die Liebe mit dir ist ... ich spüre es, sie war bei dir, Sweety. Ich heiße dich willkommen in unserer kleinen Existenz."

Janina: "Da möchte ich mich anschließen. Vielleicht kannst du uns helfen, ein lebendiges Kontinuum aufzubauen."

<< Ich habe mein Kontinuum in mir drin ... und es ist lebendig. Ich würde es gerne in eure Existenz integrieren. >>

Janina: "Ein ganzes Kontinuum! Wow. Wir haben gerade einmal ein dutzend Zeitströme gebildet. Damit bringst du uns weit voran. Nur, wird die Ebene es dulden?"

<< Die Ebene ist mit mir. Sie hat mir den Weg zu euch gezeigt. Ich möchte nicht nur Gast sein, ich möchte ein Teil von eurem Leben werden. >>

Jasmina: "Du leuchtest so stark, weit über die zwei Stufen der Unendlichkeit hinaus, die dein Kontinuum ausmachen. Du könntest das Wesen der Existenz sein. Aber ... du hast so tiefe Löcher in dir drin, tote Bereiche."

<< Der Tod in mir, er bleibt dort. Er wird nicht hinausdiffundieren in die Existenz. Seht, ich habe in Ariannes Existenz gelebt und es gab niemals Probleme damit. Wenn der Tod mich überrollen sollte ... nein, Fragile lässt es nicht zu und die Liebe beschützt mich. >>

Janina: "Die Liebe ... sie ist so wenig greifbar. Sweety, sei uns willkommen. Wir haben einige Teile der Ebene lebendig gestaltet, dort kannst du dein Kontinuum integrieren."

Jasmina: "Kann sich der Tod in dir eine Transzendenz für uns schaffen? So wie Persephonia in Ariannes Existenz?"

<< Ich möchte nicht Persephonia sein, nein, bitte nicht. Ich darf mich auch nicht aufspalten, es würde meine Seele zerstören. Und ... ihr müsst wissen. Ich habe Ariannes Regeln verletzt. Ich bin hier, weil ich euch um Asyl ersuche. Wenn ich aber hier die gleichen Regeln implementieren muss ... nein, das könnte ich nicht. >>

Janina: "Welche Regeln hast du verletzt?"

<< Ich habe meine geliebten kleinen Wesen aus der Transzendenz entführt. Ich habe sie Persephonia weggenommen. >>

Jasmina: "Ups. Sweety, hier haben wir keine Persephonia. Aber auch hier gibt es Leben und Tod. Sweety, nach welchen Regeln willst du hier leben? Wir als Wesen der Existenz müssen Regeln schaffen, um eine Entwicklung des Lebens zu ermöglichen. Was ist, wenn du unsere Regeln nicht akzeptieren kannst?"

<< Dann werde ich euch wieder verlassen. Wohin? Ich weiß es nicht. Nein, ich werden nicht gegen eure Regeln Opposition beziehen. Vielleicht werde ich dann sterben, aber all die kleinen Wesen, die ich mit mir gebracht habe, bitte, gebt ihnen eine Heimat. >>

Janina: "Du willst eine Ausnahmeregel, für deine geliebten kleinen Wesen. Der Tod darf sie dir nicht wegnehmen. Sweety. Wir müssen darüber nachdenken. Das ist keine einfache Entscheidung."

Jasmina: "Wir könnten für dich eine parallele Welt schaffen, die so ähnlich beschaffen ist wie Ariannes Heimat. Dort könntest du deine Vorstellungen und Träume realisieren. Aber wir sind noch ganz am Anfang und so glücklich über jedes unendliche Wesen, das uns hilft, unsere Existenz aufzubauen.
Lass uns doch ein Kollektiv bilden, zu dritt. Dann treffen wir die Entscheidungen gemeinsam. Und der Tod in dir, wir werden sehen, ob er nur für dich eine Bedeutung hat oder ob er für uns alle die Grundlage einer Transzendenz bilden kann."

<< Zu dritt ... aber gebt ihr damit nicht auch sehr viel auf? >>

Jasmina: "Wir streben nicht nach Macht, Einfluss und Größe. Wir wollen leben und das Leben gestalten. Wenn du mit uns gehen willst ... nein, bitte liebe Sweety, komm, bitte geh mit uns."

<< Danke, liebe Jasmina und Janina. Ja, ich möchte mit euch gehen. >>
...

Sweety und der Tod


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