Arianne 226 - Sweety 08 - Janina und Jasmina 06

Janina und Jasmina 01
Sweety: 01   09
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Das Wesen der Existenz 
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Sweety, Janina und Jasmina zusammen auf einer großen Wiese, in kleiner menschlicher Gestalt. Schließlich sollten alle sie sehen können, teilhaben können an der großen Freude, sich gefunden zu haben.

Etwas hatte sich verändert.

Milliarden kleiner Fairies schwebten um den Planeten herum. In ihrer Mitte materialisierte ein uraltes Segelschiff. Was sollte das denn nun bedeuten?

Jasmina: "Sweety, die Ebene läd dich ein."

Sweety: "Die Ebene? Hat das etwas mit unserer Vereinbarung zu tun?"

Jasmina lächelte sie an.

"Folge doch einfach der Einladung, du wirst dann schon sehen."

Das Segelschiff. Es landete wenige Meter von den dreien entfernt.

Sweety: "Ja, dann ihr beiden, ich lasse mich darauf ein. Ich hoffe, die Ebene verweigert mir das Asyl nicht."

Janina: "Nein, sicher nicht. Sie hat etwas anderes mit dir vor. Wir kennen das schon, du musst keine Angst haben. Wir werden dich begleiten."

Die drei bestiegen das Schiff und ... es tauchte ein, in das Innere der Ebene. Durch das Kontinuum hindurch und es bewegte sich mit unendlich großer Geschwindigkeit, relativ zu, ja wozu eigentlich? ... irgendwohin ...

Trägheitskräfte schien es hier drinnen keine zu geben.

Das Schiff bewegte sich auf einer geodätischen Linie des Zusammenhangs. Von außen betrachtet hatte es dort keine Eigenzeit und kein Volumen ... und keine Masse.

So ähnlich wie Photonen auf den geodätischen Linien der Raum-Zeit in Ariannes Ebene. Nur, die Photonen können beobachtet werden, sie haben eine endliche Geschwindigkeit, die Lichtgeschwindigkeit, und sie haben eine Masse.

Die Bewegung dieses Schiffes ist ganz anders. Es hat auf den geodätischen Linien des Zusammenhangs keine Masse und damit keine Trägheit. Von endlichen Wesen kann es von außen nicht wahrgenommen werden, da es sich unendlich schnell bewegt.

Wie sollten auch endliche Wesen in das Innere der Ebene gelangen? Selbst unendlichen Wesen ist der Zugang versperrt, mit Ausnahme von Jasmina und Janina und ... Sweety wurde hereingelassen. Schließlich wurde sie von der Ebene eingeladen.

Abgründe gab es dort im Innern, unendlich tief und unendlich hoch, an den Rändern fraktal zerfasert, eingerissen, zersplittert, bis die Kleinheit der Elemente sie nicht mehr unterscheidbar machten. Singularitäten tauchten ins Blickfeld, die innere Paradoxien verdeckten.

Alles war in Bewegung. Nachwirkungen unendlicher Explosionen.

Musste es dann nicht Kräfte geben, die alles wieder zusammenführen wollten?

Dunkle Feuer leuchteten aus den Untiefen. Brannte die Ebene dort immer noch?
Geisterhafte Erscheinungen flogen vorbei.

Wie kann man bei unendlich großer Geschwindigkeit so etwas sehen?

Fraktale Spiegelungen überall.

Unendlichkeit im Kleinen und Unendlichkeit im Großen.
Soweit es unterscheidbare Dinge gab.

Die Unendlichkeit, sie war nicht einfach statisch. Wenn man sich selbst mit unendlich großer Geschwindigkeit bewegt, es eröffnet sich eine andere Welt. Unsichtbar für die kleinen endlichen Wesen der Existenz.

Hat schon einmal jemand eine reelle Zahl gesehen?
Die reellen Zahlen. Konstituierende Elemente des Kontinuums. Auf dieser Ebene der Wahrnehmung waren sie sichtbar, und unterscheidbar.

Das Kontinuum, es war schon so unendlich weit entfernt, und dennoch greifbar nahe.
Der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Teilen der Ebene, sie konnten ihn sehen.

Sollte das unendliche Wesen beeindrucken können?

Irgendwie schon. Sweety hatte Angst, in die Abgründe zu schauen. Janina und Jasmina schienen sich daran gewöhnt zu haben.

Jasmina: "Sweety, bitte schau nicht hinein. Es kommt noch ein Geschenk für dich, das wird dir dann die Angst nehmen. Aber lass uns erst einmal das Zentrum der Ebene besuchen."

Das Zentrum? In einem unendlich ausgedehnten, multidimensionalen Gebilde mit fraktaler Struktur?

Der Geist hat immer ein Zentrum. Es ist dort, wo er sich gerade befindet.

Aha, die Ebene hat einen Geist.

Der Geist der Ebene. Es sind Janina und Jasmina und ... wer weiß ...

Und wenn der Geist nicht lokalisierbar ist, sich über weite Teile der Raum-Zeit erstreckt?
Wenn es überhaupt keine Raum-Zeit gibt.

Er ist, und er will gefunden werden.
...

Ein Thronsaal mit drei Sesseln auf einem Podest. Ganz selbstverständlich nahmen Jasmina und Janina dort Platz.

Jasmina. "Komm bitte Sweety, setz dich doch bitte."

Eine Eingebung. Sweety spürte einen Wunsch, der nicht aus ihr selbst heraus entstanden war. Sie sah sich als Teil eines Wesens, das die ganze Ebene umfasste. Sie tauchte dort ein und fand ... Janina und Jasmina.

Sie verstand. Die Ebene wollte sie als Wesen der Existenz, zusammen mit Jasmina und Janina. Sweety fühlte sich bis ins Innerste ihrer Seele berührt.
So viel? Sie war doch ganz neu hier, wie konnte ihr so viel Vertrauen entgegengebracht werden? Sie war doch nur ein fehlerhaftes Wesen ... und ... sie trug den Tod in sich.

Das Wesen der Existenz, es muss nicht perfekt sein.

Nein, es darf nicht perfekt sein. Es muss all die Widersprüche ertragen, die aus der Existenz entstehen, und es muss sich ständig weiterentwickeln. Es darf niemals statisch werden!
...

Ein Licht. Sie sah eine rote Kugel und wusste sofort ... es war eine Kugel der Liebe.
Eine Berührung mit dieser Kugel, was würde geschehen?

Eine Frage, die nicht ausgesprochen wurde, WILLST DU?

Sweety hatte Angst. Die Kugel der Liebe. Sie war ultimativ. Wenn sie ihre Wunden heilen würde, was dann? War sie dann noch Sweety? Und der Tod in ihr, berührt von der Liebe. Würde dieser Teil nicht einfach von ihr abspalten ... oder ... würde eine Reinkarnation stattfinden? Alle Toten kehrten zurück ins Leben? Würde sie dann nicht ein Teil einer Paradoxie werden?

Alles war möglich. Jemand musste das entscheiden.

Aber wer?

Sie!

Sweety erkannte, sie selbst würde die Entscheidung treffen. Sie konnte alles haben ... und sie konnte so bleiben, wie sie war. Die Kugel würde sie beschützen, in ihrem Selbst und nichts aus der Existenz und Nichtexistenz konnte ihr dann noch etwas anhaben. Aber wenn sie die Kugel zurückwies ... für ein Wesen der Existenz war es zu gefährlich, allein auf sich selbst gestellt zu sein. Für diesen Fall hatte die Ebene ein Kontinuum reserviert. Dort konnte sie sich in Frieden zurückziehen ...

Ungestalten würden an den Grenzen Wache schieben. Kein Dämon würde es wagen, sich mit einer Ungestalt anzulegen.

Und die Nichtexistenz?

Sie bleibt außen vor. Die rote Kugel der Liebe duldet die Nichtexistenz nicht in ihrem Bereich. Sie ist mehr als Existenz und Nichtexistenz zusammen, mehr als die Null, das Nichts, mehr als die Eins. Nicht fassbar und doch existent.

Existenz ohne ein Wesen der Existenz?

Sie ist ein Teil der Liebe.

Eine weitere Eingebung bildet sich in Sweeties Bewusstsein.
Wenn sie sich für die Kugel entschied, es gab dann kein Zurück mehr. Ein Wesen der Existenz konnte sich nicht mehr zurückziehen, ohne sie zu zerstören.

Willst du es? Es gibt dann keine absolute Freiheit mehr für dich. Die Wesen der Existenz, sie brauchen deine Liebe. Sie gehört dann nicht nur dir allein. Und Jasmina, Janina. Sie werden ein Teil von dir und du ein Teil von ihnen. Sie lieben dich und sie brauchen deine Liebe. Nur hierüber kann die Existenz gestaltet werden ... und den Weg zum Licht finden.
...

Das Licht?

Nicht alles ist bereits entschieden. Die Existenz, sie muss sich bewähren. Und das Licht, es ist in euch und um euch herum. Es ist Jasmina, Janina, du bist es selbst und es ist die Liebe.
...

Sweety entschied sich für die Kugel der Liebe... und die Ebene begrüßte ihr neues spirituelles Ich.
...

Sweety in der toten Ebene

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