Arianne 230 - Witchy

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Witchy rettet unschuldige junge Menschen vor dem Verbennen und ein Wächter der Naturgesetze interveniert.
Arianne hilft einen Kompromiss zu finden.


Witchy

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Eine Hexe? Ja, sie ist eine Hexe, aber das ist nicht alles. Ihre Haare leuchten wie Feuer und wie das Blut, das vergossen wurde. Nichts von dem ist vergessen worden. Und nichts davon wird  vergessen werden, solange es sie gibt.

Und sie ist ein unendliches Wesen.
Welcher Stufe?
Unbestimmt.

Sie umfasst alles, was Hexerei betrifft. Das Foltern, das Verbrennen, das Leiden, den Todesschmerz.
Jeder, der sie zu sehen bekommt, sieht den Spiegel dieser Taten in seinem Geist. Sie vermitteln Realität, so wie sie einmal gewesen ist.

Gewesen ist?

Nein, würde Witchy sonst noch existieren? Wäre sie dann nicht einfach nur ein Fragment einer längst vergangenen Zeit?
Sie ist. Und das Verbrennen von Hexen, es geschieht überall. Milliardenfach. Das Verbrechen an dem heranwachsenden Geist wiederholt sich unendlich oft. Und es ist nicht beschränkt, auf den Beginn der Zivilisationen ...

Aber manchmal, manchmal wird es ihr zu viel ...
...

Auf dem Dorfplatz, 13 Holzpflöcke hatten sie in den Boden gerammt. Dort festgebunden, die Delinquenten, verlorene Seelen, die verbrannt werden sollten.
Um sie herum ein riesiger Scheiterhaufen. Das Feuer, es sollte sie alle verschlingen.

Hinter den Soldaten und den Henkersknechten die Schaulustigen. Es waren 300 an der Zahl, die sich dort eingefunden hatten. Nicht nur Männer, auch Frauen waren darunter. Und Honoratioren. Der Bürgermeister, der Gottesinterpreter, der Oberlehrer und der Philosoph. Aber keine Kinder und Jugendliche. War es ihnen verboten worden? Nein, sie wollten nicht sehen, wie mit diesen liebenswerten Menschen verfahren wurde.

Ihre Verbrechen?

Freude am Leben, füreinander, an der Liebe. Verweigerung der Hingabe an alte häßliche Männer mit Machtanspruch über das Leben der anderen.

Das betraf wohl die Frauen?

Wenns so wäre. Es befanden sich 4 junge Männer darunter. Ohne feste Bindungen. Und 4 Frauen mit ihren Liebespartnern.

Und der 13?

Der Dreizehnte.

Aha.

Ein Intellektueller, der widersprach, wo er nicht durfte.

Es waren schöne Menschen, geschaffen für die Freude am Leben, für die Liebe. Das war ihr Verhängnis. Die Menge wollte sie brennen sehen, und sich daran ergötzen.

Ergötzen?

Ja, Lust dabei empfinden, wenn blühendes Leben zerstört wird. Manche von denen fürchteten nichts mehr als ihr Spiegelbild am Morgen, nach dem Aufstehen. Es sind auch solche darunter, die zurückgewiesen wurden. Das Verbrechen der Anderen: Wenn du nicht willst mit mir, dann wird dich auch kein anderer kriegen.

Und die Hexengläubigen. Ein totes Schwein, ein zerbrochener Krug und was ihnen sonst noch alles so einfiel. Für alles Gebrechen gab es Verantwortliche. Selbst für den unseligen Streit mit den Nachbarn. Der Teufel musste in sie gefahren sein.

Und wer vermittelte dem Teufel seine Opfer? Wer wohl? Natürlich! Die Hexen!!

Die Angst vor dem Dämonischen. Wer Freude am Leben empfand, nein, der musste des Teufels sein.
Manchmal war es auch nur die Vorstellung, dass durch die Bestrafung der anderen die eigenen Vergehen gleich mit gebüßt wurden. Denn wenn dem eigenen Selbst nichts passierte, mussten ja die anderen schuldig sein.

Und das wurde dann sehr oft zelebriert.

Nachdem alles Schöne am Leben ausgemerzt war, was blieb dann übrig?

Die Wächter der Tugendhaftigkeit! Dass sich dergleichen ja nicht wiederholen möge.
Doch es wiederholte sich, immer und immer wieder.

...

Oberhenker Hosenknecht hielt eine Fackel in das Feuer. Jubelschreie der Menge. Endlich, endlich war es soweit. Freudige Erwartung erfüllte die Kanditaten für das Leibhaftige.

Stand der dort nicht irgendwo im Hintergrund, unsichtbar?
Nein, das muss eine optische Täuschung sein.

Irgendwie, irgendwas stimmte hier doch nicht.

...

Das Feuer, es fraß sich seinen Weg. Schon loderten die Flammen 2 Meter in die Höhe ... aber, was war denn das???
Das Feuer schien Gestalt annehmen zu wollen. Ein brennendes Gewand? Brennende Haare? Ein Mensch, der lichterloh brannte?

Das Feuer nahm menschliche Gestalt an. Ein Feuerwesen bildet sich. Es verbrannte nicht, das Feuer schien mit einem mal lebendig geworden zu sein. Und es breitete sich nicht weiter aus.Blut, Blut ran aus unzähligen Wunden, umgeben von tosendem Feuer.

Ein Dämon. Ein Feuerdämon. Mit offenen Mündern schaute die Menge auf das Schauspiel.

Noch nie hatte jemand einen leibhaftigen Dämon gesehen. Mit einem mal stand er direkt vor ihnen. Es war so unwirklich. Ein Feuerdämon. Ob er die Schuldigen an den Pfählen verschlingen würde ...

Ein Gesicht bildete sich, Augen, Nase, Mund ... und wer hören konnte, der vernahm die Botschaft.
...

<< Was haben euch diese Menschen getan? Ihr wollt sie brennen sehen und warum? Weil es euch Spaß macht. Ihr empfindet Lust dabei, wenn andere vor Schmerzen schreien müssen und vergehen. Ist es da nicht gerecht, wenn ihr es selber am eigenen Leib zu spüren bekommt? >>

Angst kam auf, in das Bewusstsein der Schaulustigen. Der ganze Schmerz, an dem sie sich ergötzen wollten, wenn er ihnen nun selbst zugeführt wurde?
Einige bekamen Schuldgefühle. Das Gewissen, es meldete sich. Was taten sie hier? Wozu hatten sie sich erniedrigen lassen? Es musste der Teufel in ihnen sein. Weiche, weiche .... Aber er wich nicht.

Panik kam auf. Einige der frommen Schaulustigen rannten auf das Feuer zu, um sich selbst zu verbrennen und ... boing. Sie rannten gegen eine unsichtbare Wand.

Warum denn das?

Um der Bestrafung durch den Teufel zu entgehen?

Keiner verließ den Platz. Sie standen einfach nur da und warteten ... worauf eigentlich?
Das Feuerwesen nahm feste Gestalt an, nachdem es das Feuer verschlungen hatte. Das war nun erloschen. Nicht einmal Qualm war noch vorhanden.

<< Ich bin kein Richter. Gerechtigkeit müsst ihr selbst erkennen und begreifen lernen. Diese hier, sie stehen unter meinem Schutz. Ich lasse es nicht zu, dass ihr sie umbringt. Es sind wertvolle Menschen. Da ihr das Wertvolle nicht erkennt, schütze ich es. >>
...

Dieser Dämon. Er schien recht gesprächig zu sein. Ob man mit ihm reden konnte?

"Bist du ein Dämon?"

<< Nein, das bin ich nicht. Ich bin Witchy. >>

"Witchy? Eine Hexengöttin?"

<< So ungefähr. Ich schütze Hexen, wenn sie als wehrloses Opfer vernichtet werden sollen. >>

"Aber Hexen, sie sind doch des Teufels, sie bringen Unheil über die Welt."

<< Ein Aberglaube, der falsch ist. Ich widerspreche dieser Auffassung. >>

"Du widersprchst den heiligen Schriften, die seit Jahrtausenden die Wahrheit verkündet haben."

<< Ich sehe mehr als ihr. Wenn ihr meinen Worten nicht glaubt ... was soll ich euch zeigen. Wunder?
Jedem einen eigenen Sack Gold? Nein, dazu missbrauche ich meine Fähigkeiten nicht. Ich werde jetzt wieder gehen ... und ich nehme die 13 mit mir. Ihr selbst wisst noch nicht einmal, was ihr an ihnen verloren habt. >>
...

Parallele Welten. Ein Paradies für die verlorenen Seelen. Witchy gab den 13 eine neue Heimat. Und sie waren dort nicht allein. Es gab Milliarden von Lebensformen, die Witchy vor einem grauenhaften Schicksal bewahrt hatte. Ein Schicksal, dem sie nicht hätten entfliehen können.

Ein Universum mit einer eigenen Evolution. Der Hexenstream.
...

Etwas veränderte sich in Witchy. Die Dinge schienen sich zurückentwickeln zu wollen. Was war denn das?
Ja, Manipulationen an der Zeit. Jemand wollte die Änderungen wieder rückgängig machen, die sie bewirkt hatte.

Nein! Witchy hielt ihre Erinnerungen zusammen.

Ein Riß bildete sich. Die Welt würde sich ändern, ob sie sich nun an das Gewesene erinnerte oder nicht.

Wollte sie jemand aus der Zeit hinauswerfen?
Witchy konzentrierte sich auf die Ursache dieser Veränderungen.
Aha. Ein Wesen der Unendlichkeit.

Genauer. Ein Wächter der Naturgesetze!

Das war es also. Er machte die Änderungen wieder rückgängig. Das bedeutete, die 13 sollten verbrennen.
...

Witchy fasste zu und zwang den Wächter zur Materialisation.
Ups. Beide standen sich nun gegenüber. In endlicher Gestalt.
...

Witchy kann ein unendliches Wesen der 6. Stufe zur Materialisation zwingen?
Nun, ihr eigene Stufe ist ja unbestimmt.
...

Wächter:  << Wer bist du? Du störst meine Kreise >>

Witchy: << Du weißt nicht, wer ich bin? Ein Wesen, das sie viel größer und mächtiger ist als ich? >>

Wächter: << Du bist 4-dimensional, dir fehlen einige Dimensionen, um im Kreise der unendlichen Wesen eine Rolle spielen zu können. >>

Witchy: << Ach ja, und wozu brauche ich die fehlenden Dimensionen? >>

Wächter: << Um die Zeitströme verlassen zu können. Du kannst noch nicht einmal in einen parallelen Zeitstrom wechseln >>

Witchy: << Und du? >>

Wächter: << Ich bewache ein ganzes Kontinuum. Einschließlich der darin enthaltenen parallelen Welten >>

Witchy: << Du, lass meine paralle Welt in Ruhe! Dies ist kein Spaß. Ich will nicht, dass meine Hexen brennen müssen ... und du, du entführst sie aus meinem Paradies und zerstörst meine Erinnerungen. Für ein Schicksal, dass sie nicht verdient haben. >>

Wächter: << Ich sorge dafür, dass die Naturgesetze beachtet werden und keine höheren kosmischen Wesen Veränderungen bewirken. Damit der Lauf der Welt sich so entwickeln kann, wie die Gesetze es ermöglichen >>

Witchy: << Nein, das ist zu grausam. Warum gibt es mich denn? Wenn ich nicht helfen kann? Bin ich nur ein Beobachter des Elends? >>

Wächter: << Du hast paranormale Energie in dir drin, eine unendlich große Menge davon. Und du hast dich nicht aus dem Zeitstrom heraus entwickelt, wie ist so etwas möglich? >>

Witchy: << Ja, weißt du, ich bin. Ich wiederhole, ich bin ich bin ich bin. >>

Wächter: << Ja, ich stimme dir zu. Aber, du verstößt gegen die Gesetze der Arianne, das kann ich nicht dulden. >>

Witchy: << Willst du mich töten? Hast du die Macht dazu? Sollen wir immer wieder das gleiche Spiel spielen? Ich akzeptiere dein Eingreifen nicht, in meine Welt. >>

Wächter: << Deine Welt? Wer hat sie dir gegeben? >>

Witchy: << Das Elend darin, es ist unendlich und es verändert sich nicht. Kein Entwicklungspotential wird es jemals verhindern könne. Wird eine Welt mit dieser Option nicht zugrunde gehen? Vielleicht hat sie mich deswegen geschaffen, als ihr Bewusstsein, damit ich das verhindern kann. >>

Wächter: << Eine Vermutung, eine sehr wage Vermutung. Und wenn du eine Fehlentwicklung bist, die es gar nicht geben sollte? >>

Witchy: << Fehlentwicklung? Ich spüre das ganze Elend meiner Welt, meine armen Hexen, die brennen müssen, weil ihre Umgebung es so will. Wo ist denn da die Fehlentwicklung? >>

Wächter: << Die Dinge geben sich mit der Zeit. Der sich selbst bewusst werdende Geist... >>

Witchy: << Das bin ich! Begreifst du das nicht? Nur, damit ich den Verlauf der Dinge ändere, darum gibt es mich. Und es gibt mich nur hier, weil dieser Zeitstrom etwas besonderes ist, er soll sich nicht selbst vernichten. Deine Naturgesetze, sie zwingen ihn dazu. Du bist doch so groß und so mächtig, siehst du das nicht? >>

Wächter: << Ich kann nicht gegen meine Bestimmung handeln, ich muss die Naturgesetze bewahren. >>

Witchy: << Nicht um jeden Preis. Auch du bist ein Geistwesen, das Dinge anders sehen kann. Warum sonst erfüllt nicht einfach nur eine Maschine deine Aufgabe? Wenn du so unflexibel bist, ich zweifele an der Rechtfertigung deiner Existenz. Die Naturgesetze existieren auch ohne dich und Paradoxien, habe ich jemals eine Paradoxie ausgelöst? Die Wesen, die hier leiden müssen, sie haben es nicht verdient. Müssen sie nur existieren, damit sie zerrissen werden? >>

Läuft das auf einen Machtkampf hinaus? Wird der Wächter sie vernichten?

Wächter: << Alles was du ändern willst, es geschieht doch, in einer der parallelen Welten >>

Witchy: << Nein, das tut es nicht. Ich bin einmalig, mich gibt es nicht mehrfach. Und die Wesen meines Zeitstromes sind einmalig, sie haben ein Bewusstsein, eine Seele, sie leben. Was in den parallelen Welten passiert, es sind andere Wesen mit anderen Anfangsbedingungen. >>

Wächter: << Du irrst. Ein Wesen ist die Gesamtheit dessen, was es in allen zueinander parallelen Zeitströmen erfährt. Nur dadurch ist übrhaupt eine Beurteilung möglich. >>

Witchy: << Beurteilungen, Richter. Ich will leben und meine Hexen wollen es auch. Sie sind nicht aus Asbest. Ich lasse es nicht zu, dass du sie zerstörst, dann musst du auch mich zerstören. Ha, eine Hexenmeisterin, die brennt! Ist es das, was deine Naturgesetze letztendlich erreichen wollen? >>

Wächter: << Du bist stark. Wenn du keine Fehlentwicklung bist, es wäre schade um dich. Ob ich dich verbrennen will? Wenn ich es tun muss? >>

Witchy: << Ein Beamter, ein Technokrat. Auf dieser Entwicklungsstufe. Arianne, warum hast du uns verlassen! >>
...

Ploppp.

Oh.

<<Arianne?>>

<<Ja, ich bin es. >>
...

<< Wächter, sie ist liebenswert und sie ist schön, in ihrem Inneren und das Äußere, es gibt diese Schönheit wieder und ihre Traurigkeit. Ich mag sie. Sie hilft mir, in den Wehen der Existenz. >>

Wächter: << Aber ... Arianne, was bin ich dann noch, wenn ich die Einhaltung der Naturgesetze nicht als höchste Priorität setze? >>

<< Du bist ein Wesen, ein Geist, du hast ein Ich. Du kannst fühlen und mitfühlen, für andere.
Entscheide in diesem Rahmen. Und lass die Stimmen des Widerspruches nicht ungehört verhallen. Ich achte dich und dein Wirken. Aber nichts von dem, was ich geschaffen habe und was ist, nichts davon ist absolut. Denke an das Schicksal der Toten Ebene. Sie haben genau dies versucht und sie sind daran gescheitert. Wächter, auch du bist ein Teil der Kreativität der Existenz, hilf ihr auf ihrem Weg zum Licht. >>

Wächter: << Arianne, du bist doch das Licht >>

<< Ich bin weit weg, sehr weit weg. Dass ihr mich hier wahrnehmen könnt, es ist mein Wille, so wie die Naturgesetze und alles, was ist. Wenn das Licht zu euch spricht, dann nur, damit ihr den Weg nicht verliert. >>

Witchy: << Und ich, Arianne, was bin ich? >>

<< Du bist, was du sein willst und es ist gut so. Geh deinen Weg. Ich werde deinen Zeitstrom versiegeln, gegen das Einwirken kosmischer Mächte von außerhalb. Wenn er dir irgendwann einmal zu klein werden sollte, rufe nach mir. Ich mag dich und ich liebe dich. >>
...

Wächter: << Unsere Arianne. Sie hat den Konflikt gelöst und es ist gut so. Ich verlasse deinen Zeitstrom und ich überlasse ihn dir. Hilf den kleinen Wesen in ihren Problemen und ... kümmere dich nicht nur um deine Hexen. Es gibt so viele andere, die deine Hilfe brauchen >>

Witchy: << Danke, Wächter. Ich hatte noch nie eine Berührung mit Arianne, es ist unvorstellbar schön. Und dieses Schöne in mir, ich werde es weitergeben. >>
...

Witchy


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